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Re: Renault Werbespot
"You've already switched to electricity for many things. So why not for
travelling?"
Einfache Antwort: weil es beim Auto im Gegensatz zu Mixern, Staubsaugern,
Haarföns und (Desktop-)PCs nicht praktikabel ist, die ganze Zeit ein Kabel
hinter sich herzuziehen. Und dort, wo tatsächlich elektrisch gereist wird,
werden (abgesehen von ein paar Nischenlösungen) nicht etwa Akkus eingesetzt,
sondern es werden seit Jahrzehnten mit gigantischem Aufwand elektrische
Leitungen verlegt, und das nicht ohne Grund. Andere Lösungen des
elektrischen Reisens basieren - o Wunder - auf den ach so altmodischen
Verbrennungsmotoren.
Der Werbespot ist aber trotzdem nicht schlecht, was die originelle Idee
betrifft. Leider beseitigt er die Nachteile des beworbenen Konzepts der
Elektromobilität nicht, sondern kaschiert sie nur. Eine wirklich praktikable
Lösung hat auch Renault nicht im Angebot.
Gruß
Michael
Re: Renault Werbespot
Ein weiterer Beitrag aus der Reihe "Warum sich die Unternehmen mit den
schlechtesten Produkten (Bahn, Telekom, Post, Renault) die kreativsten
Werbeagenturen aussuchen".
Der Einwand, es würden nicht die Nachteile der Elektromobilität
adressiert, zieht hier nicht, denn erstens adressiert Werbung nie
Nachteile und zweitens zeigen ja viele andere Firmen (zum Beispiel
Apple, Axe, Budweiser), dass man auch mit Blödelei gut Schwachsinn
verkaufen kann;-)
Frank
--
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Re: Renault Werbespot
Da rollt jetzt eine Großoffensive für Elektroautos auf uns zu, das ist
von der Regierung gewollt. Anscheinend sind die Autohersteller davon
aber noch nicht so überzeugt, denn was ich neulich im TV (Marktcheck)
gesehen habe, war erbarmungswürdig: So eine Art Kleinwagen ohne
Kofferraum macht es mit Müh und Not über 100 km und dann muss er für 6
Stunden an die Steckdose. Indiskutabel das. Für's Erste wäre ich deshalb
froh, wenn meine Nachbarn zunächst von Diesel- auf Elektrolaubbläser
umstellen würden.
Maria
Re: Renault Werbespot
Die Regierung macht doch eh nur, was die Industrie will.
Die Industrie ist von der Konkurrenz getrieben, und die hat
spaetestens mit dem Tesla gezeigt, wo der Hammer haengt. Viel
schlimmer noch, ein popliger seiteneinsteiger Startup hat ihnen das
zeigen muessen. Den etablierten Autobauern bleibt gar nichts anderes
uebrig, wenn sie nicht ihre Zukunft verspielen wollen. Interesse daran
haben sie ansonsten keines, wieso auch? Sie haben ihre Kernkompetenzen
im Verbrennungsmotorenbau, bei Elektromotoren/Akkus stehen sie nahezu
mit leeren Hosentaschen da.
Vielleicht haettest du besser jemand fragen sollen, der Ahnung davon
hat. Und nicht einen Journalisten, der eine Story fuer die Quote
braucht. Die hier fahren laengst den iMiev mit Begeisterung, dein
Indiskutabel geht ganz anders:
http://forum.mysnip.de/list.php?28653
Uebrigens, im http://www.spritmonitor.de sind mittlerweile 9 Stueck
iMievs vertreten und es kristallisiert sich ein Durchschnittsverbrauch
von 12 - 13 kWh Strom pro 100 km heraus, gemessen ab Steckdose.
Umgerechnet auf Benzin/Diesel sind das rund 1,25 Liter/100km.
Langfristig werden die Elektroautos die Verbrenner verdraengen. Das
Genick bricht den Stinkern meiner Meinung insbesondere folgendes:
a) Energieineffizienz
b) Inkompatibilitaet zu Zukunftsenergien
Re: Renault Werbespot
Langfristig werden andere Energiequellen die Akkus bei Elektroautos
verdrängen. Das Genick bricht den klobigen, teuren Akkumulatoren nach meiner
Meinung insbesondere folgendes:
a) lange Ladezeiten und/oder intolerabel hohe Ladeleistungen
b) hohes Gewicht
c) hoher Preis
d) vergleichsweise kurze Lebensdauer
e) kleiner Aktionsradius
f) zu geringe Kapazität, um Zusatzaggregate wie Heizung und Klimaanlage zu
betreiben
g) Zunehmende Verknappung und damit einhergehende Verteuerung der für die
Herstellung benötigten Rohstoffe
h) ... (Fortsetzung folgt)
Der Elektroantrieb hat Zukunft, keine Frage. Allerdings basieren fast alle
Konzepte der Elektromobilität bisher auf Akkumulatoren. Und genau die
stellen eine technologische Sackgasse dar. Wirklich zum Durchbruch verhelfen
wird dem Elektroantrieb daher ein Energiespeicher, der mit Akkumulatoren
eher wenig zu tun hat. Da es einen solchen Energiespeicher aber noch nicht
in serienreifer Form gibt, werden wir uns auf absehbare Zeit noch mit
stinkenden Verbrennerantrieben fortbewegen müssen, ob es der
Elektroautolobby nun passt oder nicht. Für wesentlich zielführender halte
ich es daher, die Verbrennerantriebe dahingehend zu optimieren, dass sie
eben nicht mehr stinken. Auch diesem Ziel ist man mittlerweile näher als es
die Elektroautolobby wahrhaben will: ein moderner Verbrennerantrieb stößt
unterm Strich weniger CO2 und weniger Schadstoffe aus als ein leistungsmäßig
vergleichbarer Elektroantrieb.
Gruß
Michael
Energiequellen (was: Renault Werbespot)
Du meintest am 29.05.11:
"Im Prinzip": so etwas wie die Brennstoffzellen, bei denen die Energie
in flüssiger Form mitgeführt wird.
Die haben ein besseres Leistungsgewicht (kWH/kg) als Akkus. Und sind
auch komfortabler als die Wasserstoff-Idee (genauer: Gas im Tank).
Die Automobilhersteller wissen das, aber noch gibt es diese Variante
noch nicht hinreichend preiswert (bei U-Booten wird anders kalkuliert),
also wird "irgendwie" an "Brückentechnologien" herumgewurschtelt.
Und dabei gibt es genug Leute wie Martin Kobil, die diese Sackgassen
bejubeln.
Viele Gruesse!
Helmut
Re: Renault Werbespot
Ist und bleibt die Zukunft des Antriebs? Jedenfalls steht das heutige
Geschrei in keinem Verhältnis zu den Taten. Circa 1905 gab es in NYC
mehr Elektroautos als Zerknalltreiblinge. Seither sehe ich einen
Abwärtstrend. Der letzte grosse Abwärtsknick kam mit dem Cadmiumverbot.
Da bis heute keine dichten Speicher bekannt sind, welche die Energie
nicht irgendwie chemisch speichern, wird vorerst dieser Speicher schon
etwas mit Akkumulatoren zu tun haben. Und sei es die H2-Brennstoffzelle.
OK, ist schon etwas abgelutscht. Andererseits, woher soll die Energie
kommen? Da viele Erneuerbare gelinde gesagt etwas unstet anfallen, wäre
eine Speicherung für Fahrzeugbedarf geradezu optimal.
--
mfg Rolf Bombach
Re: Renault Werbespot
Ich denke für Fahrzeuge mit der heute üblichen Reichweite auch an etwas
flüssiges, die Vorteile wie hohe Energiedichte und schnelles betanken sind
nicht von der Hand zu weisen.
Umwandlung in Elektroenergie dann in einem kleinen Verbrennungsmotor mit
konstanter Drehzahl der deshalb auf optimalen Wirkungsgrad,
Schadstoffausstoss usw. optimiert werden kann.
Der eigentliche Antrieb des Fahrzeugs erfolgt elektrisch, dadurch ist auch
Rückgewinnung von Energie beim Bremsen möglich. Strecken von 50 bis 60 km
lassen sich allein mit dem Akku absolvieren.
Gibt es in recht teuer wohl auch schon, nennt sich Plugin-Hybrid. In ein
paar Jahren wird das wohl erschwinglicher sein, regelmässiges laden dann
durch PV auf dem Garagendach, Verbrauch bei meinem Fahrprofil dann
vielleicht noch 1- 2 Liter auf 100 Kilometer.
Lutz
--
Mit unseren Sensoren ist der Administrator informiert, bevor es Probleme im
Serverraum gibt: preiswerte Monitoring Hard- und Software-kostenloses Plugin
auch für Nagios - Nachricht per e-mail,SMS und SNMP: http://www.messpc.de
Messwerte nachträgliche Wärmedämmung http://www.messpc.de/waermedaemmung.php
Re: Renault Werbespot
Die Zahl der PKW-Besitzer, die die Möglichkeit haben, ihr Fahrzeug per
Photovoltaik zu "betanken", dürfte nur eine kleine Minderheit unter allen
PKW-Besitzern sein. Volkswirtschaftlich und ökologisch relevant ist aber der
Durchschnittsverbrauch aller Fahrzeuge, also auch der Fahrzeuge, die auf
nicht erneuerbare Energieträger angewiesen sind. Und dieser
Durchschnittsverbrauch dürfte auch weitere Jahrzehnte noch deutlich über den
von dir errechneten 1-2 Liter/100 km liegen.
Abgesehen davon kannst du auch eine vorhandene Photovoltaik nicht zum
Betanken deines Autos verwenden, wenn das Auto tagsüber unterwegs ist und
nur nachts in der Garage steht. Photovoltaik-Anlagen haben nämlich die
unangenehme Eigenschaft, nachts keinen Strom zu liefern. Dieses Problem
verstärkt sich im Winter mit langen Nächten und kurzen Tagen. Also
ausgerechnet zu der Zeit, in der man sein Auto zusätzlich auch noch beheizen
möchte, wodurch es einen höheren Energiebedarf hat.
Gruß
Michael
Re: Renault Werbespot
Du meintest am 31.05.11:
In der Innenstadt benutzen (derzeit) die meisten Autobesitzer
Laternengaragen, also öffentliche, ungeschützte Plätze. Dort ein
Stromkabel von der nächsten Laterne zum Auto über Nacht zu verlegen:
"interessant"!
Verteiler reduziert auf 1 Newsgroup.
Viele Gruesse!
Helmut
Re: Renault Werbespot
Ich schrieb nicht dass ich so vermessen bin eine Lösung zu suchen die für
alle passt. Ich glaube auch nicht dass es die gibt.
Allerdings habe ich systematisch meinen Energiekonsum in den letzten Jahren
reduziert und werde das weiter verfolgen indem ich dort ansetze wo es den
meisten Effekt im Verhältnis zur Investition bringt. Und hier passt das so,
Platz ist da, Fahrzeug steht am Tag oft dort, Ersatzbeschaffung steht in ein
paar Jahren an usw.
Lutz
--
Mit unseren Sensoren ist der Administrator informiert, bevor es Probleme im
Serverraum gibt: preiswerte Monitoring Hard- und Software-kostenloses Plugin
auch für Nagios - Nachricht per e-mail,SMS und SNMP: http://www.messpc.de
Messwerte nachträgliche Wärmedämmung http://www.messpc.de/waermedaemmung.php
Re: Renault Werbespot
Meiner Meinung schaetzt du die Lage falsch ein. Derzeit gibt es knapp
1 Million Photovoltaikanlagen in Deutschland. Wie sich diese Zahl
weiter entwickelt haengt von verschiedenen Faktoren ab, ich schaetze
jetzt einfach mal, dass es 5 Millionen PV-Anlagen bis zum Jahr 2020 in
Deutschland geben wird.
Dem stehen aber nur 1 Million geplante Elektroautos im Jahr 2020
entgegen. Und die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass sich gearde ein
PV-Anblagenbesitzer fuer ein Elektroauto entscheiden wird. Nicht nur,
weil er seinen eigenen Strom preisguenstig zur Verfuegung hat, sondern
auch weil er in der Regel Hauseigentuemer ist und deshalb nicht selten
eine Garage oder Stellplatz direkt am Haus hat und einen
Stromanschluss dort hat bzw. dorthin unbuerokratisch verlegen kann.
Zum Thema Photovoltaikanlagen und deren Foerderung:
Im Jahr 2012 wird in Deutschland die Grid Parity bei den privaten
Haushalten erreicht, d.h. der selbsterzeugte und zeitgleich
selbstgenutzte Strom wird dann preiswerter sein, als der Strombezug
aus dem Netz. Meiner Meinung sollte dann die derzeitige PV Foerderung
gestrichen werden und ersetzt werden durch:
a) Mein Favorit ist das zwar nicht, aber es ist eine techisch sehr
einfache und unbuerokratische Loesung:
PV-Anlagen bis zu 2 kWp darf man einfach an das private Hausnetz
anschliessen. Zur Abrechnung kommt ein ueblicher Stromzaehler ohne
Ruecklaufsperre zum Einsatz. Bei der Stromeinspeisung laeuft der
Stromzaehlar halt rueckwaerts. Beim Strombezug aus dem Netz wird
gehabt vorwaerts. Nach dem Zaehlerstand wird wie gewohnt abgerechnet.
oder
b) Mein Favorit ist nicht so unbuerokratisch und technisch
aufwaendiger, dafuer aber gegenueber dem Netzbetreiber und
Stromlieferant gerechter:
Jemand der ein Haus neu baut oder erheblich saniert hat pro
Wohneinheit eine PV-Anlage von mindestens 3 kWp zu errichten (bei EFH
vielleicht eher mehr, bei Mehrfamilienhaeusern weniger). Fuer den Bau
gibt es wie fuer viele andere, energetische Massnahmen am Haus einen
zinsguenstigen KfW Kredit, eine sonstige Foerderung gibt es nicht.
Die Abrechnung erfolgt ueber einen Zweirichtungszaehler. Der
selbsterzeugte und zeitgleich selbstgenutzte Strom wird nicht
berechnet, fuer den normalen Netzstrombezug fallen die ueblichen
Kosten an, fuer die Einspeisung ins Stromnetz erhaelt der Betreiber
den Boersenpreis an der EEX (also um die 5 cent/kWh).
Mindestens 3 kWp pro Wohneinheit bei 40 Millionen Haushalten in
Deutschland ergeben seeehr langfrist eine PV-Anlagenleistung von
mindestens 120 GWp.
Re: Renault Werbespot
Der Stadtstaat Basel will das jetzt durchsetzen. Es wird aber,
so weit ich das verstanden habe, thermische Nutzung der Sonne
favorisiert. Immerhin ist er sehr findig im Erfinden von Abgaben.
Im Moment kassiert er pro Haus 180CHF/a "Lenkungsabgaben" und
36CHF/a "Förderabgaben". Nach schriftlicher Aufforderungen hab
ich für den Einpersonenhaushalt meiner Mutter dann tatsächlich
etwa CHF 70 Energiesparbonus zurückerhalten...
Dem Enfant terrible der Nationalökonomie *duck* Silvio Borner
hat's, wie man hier sagt, den Hut gelupft und er hat sich
endlich wieder einmal zu einem Rundumschlag aufgerafft ;-)
http://bazonline.ch/basel/stadt/Erneuerbare-Energien--ein-Basler-Maerchen/story/26824574
Den Verdacht, dass die Fördergelder zur Förderung der Förderer
und deren Output an Buntpapier verwendet wird, war mir allerdings
schon von alleine gekommen ;-]
Vielleicht nicht mal das.
Der Einzelne wird nicht dazu in der Lage sein, dazu reicht die private
Dachfläche nicht aus (Osnabrück-Studie). Schon gar nicht in einem
Miethaus im Schatten am Nordhang im Nebelgebiet. Insgesamt liegt das
PV-Potential der Dachflächen durchaus bei 120 GWp, wenn man weitere
Fassadenflächen usw dazunimmt mit Murks vielleicht auch das Doppelte
Was anfangen kann man damit nicht, bei grossflächig schönem Wetter
kann man 200GW nicht verwerten. PV-Stromgestehungskosten werden
aber auf 100% Nutzen bezogen...
--
mfg Rolf Bombach
Re: Renault Werbespot
Insbesondere nicht bei der Fotovoltaik. Keine Energie hat einen derart
schlechten Wirkungsgrad. Die Sonne produziert 4E26 W, davon kommen
vielleicht 0.00000004% auf der Erde an. Ich fordere ein sofortiges
Moratorium der Fusionsenergie sowie den langfristigen Nichteinstieg.
--
mfg Rolf Bombach
Re: Renault Werbespot
Berechnest Du den Wirkungsgrad deines Autos auch anhand des Quotienten von
dessen Tankinhalt und der gesamten vorhandenen Erdölmenge?
vG
--
"80 Prozent der Deutschen sind für Mindestlohn und gegen den
Afghanistaneinsatz. Aber nur 14 Prozent wählen die Partei, die das so sieht
wie sie selber. 66 Prozent der Deutschen wählen eine Partei, die das genaue
Gegenteil von dem vertritt, was sie selbst vertreten. Das ist doch lustig,
oder?" (Volker Pispers, "Bis neulich")
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