Energiewunder: Deutschland versorgt schon wieder Frankreich

Am 22.11.2012 19:43, schrieb Joerg Bradel:


... indirekt
Dass die Börse nicht bestimmen kann, dass um 12Uhr 1GW durch irgendeinen Grenzübergang geht ist klar.
Die Börse gibt aber die Tendenz über Erzeugung vor. Der Netzbetreiber reagiert entsprechen und dadurch fließt in Summe ca. die ausgehandelte Leistung über die Grenzübergänge. Wieviel wo fließt bestimmt die Börse natürlich nicht. Das wurde so auch nicht behauptet.

Die Börse gibts ungefähr und indirekt vor. Wieviel es tatsächlich wird, bestimmt die Physik.
So richtig?
--
Michael

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Joerg Bradel schrieb:

So ganz blöder Unsinn ist das nicht. Wenn ein Deutscher Stromhändler 1 GW Strom in Spanien einkauft, dann wird in seinem Bilanzkreis die Erzeugung um 1 GW eingesenkt und in Spanien läuft Kraftwerksleistung von einem GW hoch.
Der Strom fließt dann irgendwie durch Frankreich durch, auch wenn das spanische Kraftwerk physikalisch erstmal die Nachbarn versorgt. Allerdings stelle ich mir das immer als Drift vor, das ein Teil halt auch nach Frankreich fließt und dort die Kraftwerke eher östliche Abnehmer versorgen, so dass am Ende 1 GW quer durch halb Europa verschoben wird.
Der bzw. die Netzbetreiber müssen die Fahrpläne zwar auch gegenchecken und ggf. ein Redispatching vornehmen, wenn Leitungskapazitäten bei der Vorausschau auf den Folgetag gerissen werden. Solange aber nicht die Kupferplattenannahme verletzt wird, dann bestimmt der Handel über die einspeisenden und entnehmenden Netzknoten den sich physikalisch einstellenden Fluss (in Abhängigkeit der durch den Netzbetreiber gewählten topologischen Netzzustandes)
Gruß, Gunnar
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Gunnar Kaestle schrieb:

Ja.

Nichts anderes schrub ich: der sich einstellende Lastfluß ist direkt abhängig von den Schaltzuständen (der Topologie) im Netz. Redispatch verschiebt die Belastungen bei gleichbleibender Topologie.
VG Jörg
--
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On Mon, 19 Nov 2012 14:25:55 -0800 (PST), Werner Baumschlager

Ich habs nicht ganz durchschaut, aber was mir auffällt is ein Kommentar über zu geringe Solareinspeisung.
Mußt halt mit dem Lieben Gott reden, daß er die Sonne scheinen läßt.
Oder hab ich was falsch verstanden?
w.
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Interessant ist vielleicht auch noch die wertmäßige Handelsbilanz im Stromhandel.
Die folgenden Daten wurden über die Genesis-Datenbank des Statistischen Bundesamts generiert.
Monat Ausfuhr Mio ? Einfuhr Mio ? Saldo Mio ? 01/10 320 142 +178 02/10 291 138 +153 03/10 331 180 +151 04/10 280 135 +145 05/10 211 154 + 57 06/10 170 215 - 45 07/10 215 195 + 20 08/10 189 217 - 28 09/10 215 173 + 42 10/10 248 160 + 88 11/10 260 154 +106 12/10 324 143 +181 ------------------------------------------------ 2010 3054 2006 +1048 ============================================== Monat Ausfuhr Mio ? Einfuhr Mio ? Saldo Mio ? 01/11 334 181 +153 02/11 310 138 +172 03/11 294 241 + 53 04/11 218 233 - 15 05/11 142 365 -223 06/11 173 268 - 95 07/11 198 252 - 54 08/11 178 224 - 46 09/11 173 195 - 22 10/11 250 197 + 53 11/11 287 226 + 61 12/11 358 206 +152 ------------------------------------------------ 2011 2915 2726 +189 ============================================== Monat Ausfuhr Mio ? Einfuhr Mio ? Saldo Mio ? 01/12 326 225 +101 02/12 349 157 +192 03/12 367 219 +148 04/12 284 205 + 79 05/12 239 226 + 13 06/12 247 208 + 39 07/12 241 209 + 32 08/12 268 171 + 97
Monat Ausfuhr Mio ? Einfuhr Mio ? Bilanz Mio ? 01-08/10 2007 1376 +631 01-08/11 1847 1902 - 55 01-08/12 2321 1620 +701
In den letzten Jahren erzielte Deutschland auf die Jahre bezogen immer einen wertmäßigen Überschuss in der Stromhandelsbilanz. Das wird voraussichtlich auch in 2012 nicht anders sein.
Deutschlands wertmäßiger Exportüberschuss ist im Winterhalbjahr viel höher als im Sommerhalbjahr. Dies deutet darauf hin, dass Deutschlands Strom im Winterhalbjahr im Durchschnitt günstiger ist als der im Ausland, während im Sommer im Durchschnitt keine so großen Unterschiede bestehen.
Es ist also nicht so, dass Deutschland seinen Strom ans Ausland verschleudert und zu Zeiten hohen Bedarfs dann teuer im Ausland einkauft. Deutschland macht ein gutes Geschäft beim Stromaußenhandel.
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Am 21.11.2012 09:34, schrieb Emil Naepflein:

Dazu mal eine Frage: Jede eingespeiste regenerative kWh wird ja durch das EED subventionier, Wind weniger, Solar mehr. Ich kenne die Zahlen jetzt nicht, deshalb ein fiktives Beispiel: Solar liefert Strom für 5Cent/kWh. Durch das EEG werden nochmal 20Cent draufgepackt, der Solarerzeuger erhält also 25Cent. An der Börse gehandelt wird dieser Strom aber mit 5 Cent. Ans Ausland wird er also auch für 5 Cent verkauft und ist durch die Subvention billiger als der 6Cent KKW-Strom der Franzosen.
Das würde bedeuten, dass die deutschen Privatleute durch die EEG-Umlage nicht nur die deutschen regenerativen Erzeuger subventionieren, sie subventionieren auch die französischen Stromverbraucher mit 1Cent pro kWh.
Ist in meinem Denkansatz ein Fehler oder ist das tatsächlich so?
Michael
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Solar liefert den Strom zu Grenzkosten von 0.

Derzeit erhält er nur noch 18 ct/kWh, monatlich für jede Neuanlage sinkend.

Da die Grenzkosten 0 ct/kWh sind, wird der Strom immer zum aktuellen Börsenpreis verkauft (Ausnahme Direktvermarktung).

Der AKW-Strom der Franzosen ist billiger als 5ct/kWh, eher so 2-3 ct/kWh. Im Sommer wird PV-Strom zur Spitzenzeit an die Franzosen meist für mehr als 5 ct/kWh verkauft, während dann zu anderen Zeiten billiger Atomstrom aus F importiert wird.

Wenn man das so einfach betrachtet dann ist das richtig. Wenn man aber betrachtet dass D mehr Strom aus Frankreich importiert als exportiert, und dass der Import vorwiegend zu Niedriglastzeiten (Nacht, Sommer), und der Export zu Hochlastzeiten (Tag, Winter), dann kann die Rechnung auch ganz anders aussehen.
Hier die Zahlen zum Stromhandel mit Frankreich: Jahr Ausfuhr Mio ? TWh Einfuhr Mio ? TWh 2008 58 0,868 429 10,6 2009 73 1,436 556 10,6 2010 38 0,795 618 15,1 2011 7 0,139 1020 20,3
Ich würde also vermuten dass Deutschland viel mehr vom subventionierten Strom in F profitiert als F vom Strom in D.
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On 2012-11-21 14:36, Emil Naepflein wrote:

Nein, derzeit erhält "er" 40 Cent. Neunanlage senken den Schnitt nur ein wenig.
--
rs

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Am 21.11.2012 09:34, schrieb Emil Naepflein:

Man müsste die schon zusammen mit den verkauften und eingekauften Energiemengen sehen, um darüber vernünftig zu diskutieren.

Durchaus interessant.

Nicht unbedingt. Es kann auch bedeuten, dass im Sommerhalbjahr der Strom zu erheblich niedrigeren Preisen ins Ausland verkauft wird als im Winter, also wenn PV Strom erzeugt wird, muss dieser billig verkauft werden.

Das kann man aus den von dir vorgelegten Zahlen nicht ablesen.
Gruß
Stefan
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On Wed, 21 Nov 2012 11:39:53 +0100, Stefan <Hier-steht-absichtlich-keine-E-Mail-Adresse.xy> wrote: >Am 21.11.2012 09:34, schrieb Emil Naepflein:

Du kannst Dir gerne die Arbeit machen und die Zahlen von https://www.entsoe.eu/db-query/exchange/electricity-exchange-of-a-specific-range-of-time/ hinzufügen. ;-)
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On 2012-11-21 11:34, Emil Naepflein wrote:

Klar, weil dann kein teuer erkaufter und billigst verramschter PV-Strom anfällt und die billigen Kraftwerke ungestört arbeiten können.
--
rs

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