Fragen um einige FH's/Unis und Studie norten in süden Deutschland

Hallo,
Ich wohne in Schweden, und studiere an einem Diplomingenieur-Programm in Elektrotechnik. Ich werde meine dritte Jahre (WS05/06 - SS06) in
Deutschland studieren.
Bald werde ich Studienort und Schule wählen. Ich möchte in süden Deutschland studieren, und wähle jetzt zwischen vier Orten/Schulen: A. FH Regensburg B. Universität Karlsruhe C. FH Ulm D. Universität des Saarlandes, Saarbrücken
Ich kenne weder die Schulen noch die Städte gut, und hoffe jetzt auf ein Bisschen Hilfe zu bekommen. Sowohl die Schule als die Stadt und die Umgebung ist wichtig.
Wenn einige von ihr ein Bisschen über folgendes für jede Schule/Stadt berichten könnte, wäre das super. 1. Welche Ruf/Ansehen haben die Schulen (vor allem bei technischen Fächern)? Ich werde wahrscheinlich Mechatronik/Reglungstechnik/Elektronik als Studienrichtung wählen. 2. Wie ist das "Student life" an diesen Orten? 3. Welche Charakter hat die Orten? Dass die Stadt schön und nett ist, ist für mich wichtig. 4. Wie ist die Umgebungen, die Natur um diese Orten?
Betreffendes Frage 1; ich habe verstanden dass Fachhochschulen und Universitäten unterschiedlich sind. Ich kümmere mich viel um gute Ausbildung zu bekommen. Ich möchte sowie gute theoretische Ausbildung als gute praktische Ausbildung bekommen. Was würdet ihr sagen; ist die Ausbildungsqualität einfach schlechter (generell) an FH's als an Unis, oder ist es nur um mehr praktisch an FH's und mer theoretisch an Unis?
Vielen dank! Grüsse Carl, Schweden
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Hallo Carl,
Unis vermitteln mehr an theoretischem Wissen. Was Praxis angeht, glaube ich, dass man das weder an der FH noch an der Uni lernt. Das beste ist, eigene Elektronik Designs zu machen und auch aufzubauen. Ob das in der Industrie geschieht oder in Eigenregie, ist nicht so wichtig.
Ich kann nur fuer Aachen sprechen, war an der RWTH, die einen guten Ruf hat. Es ist eine riesige Uni und das Studentenleben ist gut, aber Aachen ist gross genug, dass man dem auch mal entfliehen kann. Die Niederlande und Belgien sind mit dem Fahrrad zu erreichen und so kann man noch nebenbei andere Sprachen und Kulturen kennenlernen. Ich hatte damals in den Niederlanden gewohnt.
Wir hatten (vor etwa 20 Jahren) viele Studenten aus Skandinavien, meist Norweger. Es gab viele auslaendische Studenten, sodass es kulturell sehr schoen vielfaeltig war. Ich habe das immer genossen. Jedenfalls solange die Norweger keinen Lutefisk zubereiteten...;-)
Ich nehme an, Du warst schon ein paar Mal in Tyskland. Im Sueden sprechen die Leute oft mit einem Akzent und der faellt sogar mir manchmal schwer zu verstehen, obwohl ich in Deutschland aufgewachsen bin. Als Auslaender ist das so aehnlich, als ob jemand hier bei uns in den Sueden der USA kommt. Meine Lehrer waren von da, sodass ich es kenne. Aber ich habe Ingenieure erlebt, die da zu Anfang fast nichts verstanden. Doch man gewoehnt sich dran.
Gruesse, Joerg
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Hallo,
bei der Entscheidung zwischen UNI oder FH, rate ich Dir zur Uni zu gehen. Die Theorie, die man im Studium nicht lernt, wird man später nicht nachholen können. Auch wenn gesagt wird, dass die Fh's Anwendungsorientiert sind, eine praktische Ausbildung gibt es bei keiner von beiden.
Grüsse Gerd
"c.j[dot]w" schrieb:

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Hallo Gerd,

Das wuerde ich nicht so sagen. Hier gibt es viele Abendkurse von lokalen Unis und Colleges und so etwas gibt es sicher auch in Europa. Andere Dinge habe ich mit Fachbuechern gelernt, meist bezogen ueber den IEEE. Das ist zum Beispiel noetig, wenn man E-Technik studiert hat und dann ploetzlich mit Oberflaechenbeschichtungen und Umweltvertraeglichkeit konfrontiert ist. Da war eine gute Dosis Chemiestudium angesagt. Dann kam die Sache mit Plastikspritzguss, danach Heat Bonding in einem Produktionsprozess, dann ging unser einziger Laser ins Broetchen,... , ja und dann war auf einmal Betriebsfuehrung mit Finanzverantwortung angesagt. Hatten wir an der Uni auch nicht gelernt, musste aber gemacht werden und in USA hat man dabei fuer seine Aktionen jedes Vierteljahr vor der Boersenaufsicht geradezustehen. Wehe, es passiert da ein dicker Patzer.
Hier heisst das "Continuing Education".
Gruesse, Joerg
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Hallo Joerg,
eine zusätzliche, berufliche Weiterbildung habe ich in der vorherigen Mail nicht gemeint, denn in der Firma habe ich und meine früheren Uni-Bekannten mittlerweile auch einige auswärtige Seminare besucht. Gemeint war die Tiefe und der Umfang des Lernstoffs an der Hochschule.
Grüsse Gerd
Joerg schrieb:

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Hallo Gerd,

Die Tiefe und den Umfang kann man so ja auch erweitern. Ein Beispiel bei mir war Mechanik. Klar, wir hatten im Grundstudium auch die Berechnung von dynamisch belasteten Strukturen gelernt. Doch das wurde nur bei den Maschinenbauern ausfuehrlicher behandelt und selbst unsere Vorlesungen gingen schon mal an uns vorbei. Aus eigener Schuld, versteht sich. In Aachen gab es eben zu viele gute Kneipen...
Dann kam, was kommen musste. Ich durfte aus EMV Gruenden das Chassis eines grossen Geraetes von Alu auf Stahl umstellen. Zeichner fuer CAD waren da, aber keiner, der dynamische Lasten rechnen konnte. Au weia. Haette ich damals nur besser ausgepasst. Das ergab einen Steilkurs mit Nachtschichten. Noch waehrend dieser Chose kam eine neue Umweltdirektive. Also auch noch in Beschichtungstechniken einarbeiten, denn das uebliche Verzinken war nicht mehr. Das alles erfordert oft eine gehoerige Tiefe und wenn es ganz eng wird, muss man eben mal wieder die Schulbank druecken. Deswegen glaube ich, dass man auch sehr umfangreiche Theorie nachholen kann. Allerdings nicht mehr so einfach wie an der Uni, denn nebenbei muss der Job laufen und mit zunehmendem Alter wird das Lernen nicht leichter. Dennoch, ich hatte Kollegen, die haben neben dem Job im Alter von 30-40 noch ein komplettes MBA Studium draufgelegt.
Gruesse, Joerg
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c.j[dot]w wrote:

Ich weiß ja nicht, aus welchen Gründen du diese 4 Hochschulen ausgewählt hast. Ich kann dir noch etwas zu der Uni Ulm sagen (nachdem diese Stadt ja auch in Frage kommt). FH Ulm kenne ich nur vom hören.
Die Uni Ulm schneidet bei diversen Rankings in Elektrotechnik immer super ab (unter den besten 3 seit mehreren Jahren). Vorteil hier ist finde ich, dass es eine realtiv kleine Fakultät ist. Das zahlenmäßige Professoren / Studentenverhältnis ist super. Anfängervorlesungen beginnen zwar mit ca. 80 Studenten, spätere Spezialvorlesungen sind dann aber mit weniger als 20 Personen besucht. Teilweise hatte ich auch schon Kurse mit 6 Leuten. Dabei kommt dann durchaus mehr Wissen heraus, als bei Monstervorlesungen mit mehreren hundert Personen (bei uns z.Bsp. Informatik). Überfüllung von Praktika und Übungen gibt es nicht. Im großen in ganzen bin ich also vollauf zufrieden.

International ist sicherlich eine große Hochschule wie die RWTH Aachen bekannter. Ob sie auch besser ist, ist eine andere Frage (kann ich nicht beurteilen). Die kleinen Standorte haben es mit der Bekanntheit immer schwierig.

Kneipen gibt es genügend und Uni Partys finden auch regelmäßig statt. Wird aber an anderen Standorten ähnlich sein.

Ulm ist eine nette mittelgroße Stadt (117.000 Einwohner, mit Neu-Ulm 180.000). Durch die beschränkte Größe ist alles noch relativ übersichtlich und schnell erreichbar. Die Umgebung hat durchaus auch einiges zu bieten. Im Sommer kann man zum Beispiel mit dem Fahrrad in wenigen Minuten zu diversen Baggerseen fahren. Einziger Nachteil: Im Herbst und Winter ist es durch die Donau sehr häufig neblig. Damit muss man klar kommen. Ansonsten eine super Stadt.
Viele Grüße Wolfgang
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Vielen dank für alle Antworte! Die haben mir wirklich geholfen.
/Carl
c.j[dot]w wrote:

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