Nutzung von zwei Stromanschlüssen - wie?

Hallo!
Mein Chef hat in einem Rechenzentrum eine Colo-Fläche gemietet, die bisher über einen Stromanschluss verfügt. Allerdings kam es dort in
letzter Zeit zu einigen Stromausfällen, so dass mein Chef sich einen zweiten unabhängigen Stromanschluss legen lassen möchte.
Abgesehen davon, dass ich Server kenne, die zwei unabhängige Netzteile haben, sind mir hierzu doch noch einige Fragen offen, bei denen ich hoffe hier vielleicht etwas Klarheit zu bekommen.
Wie funktioniert es mit dem Betrieb eines Servers mit zwei Netzteilen in Bezug auf den Schutzleiter. Ich gehe davon aus, dass ein normales Netzteil sicher den Schutzleiter mit dem Netzteilgehäuse und damit auch dem Servergehäuse verbindet. Das würde dann aber dafür sorgen, dass die Schutzleiter beider Stromanschlüsse miteinander gekoppelt werden. Ist dies zulässig? Oder darf nur ein Netzteil den Schutzleiter auf das Gehäuse geben? Was ist dann, wenn dieses Netzteil gerade ausgewechselt würde, dann ist das Gehäuse nicht mit dem Schutzleiter verbunden usw.
Falls beide Schutzleiter über die Server verbunden werden dürfen, muss ich dann mit hässlichen Brummschleifen rechnen, wie in manchen Häusern bei Geräten die mit Schutzleiter und Antennenkabel verbunden sind?
Bei einem USV-Händler habe ich ein Gerät gefunden, das eingangsseitig zwei Stecker hat und und ausgangsseitig eine Steckdose besitzt. Das Gerät soll im Normalfall die Steckdose mit dem ersten Stecker verbinden, wenn dort kein Strom anliegt jedoch mit der zweiten. Gedacht ist dieses Gerät für den Betrieb von Anlagen, die nur über ein Netzteil verfügen. Vom Prinzip habe ich dazu etwa die gleichen Fragen wie oben: Wird hier auch der Schutzleiter umgeschaltet? Muss ich Brummschleifen fürchten usw.
Letzte Frage: Kann ich so einen Umschalter den Elektriker auch direkt in den Sicherungskasten bauen lassen? Vom Prinzip dürfte es sich ja um nicht viel mehr als ein starkes Relais handeln. Ich könnte dann alle Geräte, die nur ein Netzteil haben über einen normalen Stromkreis und Steckdosen daran versorgen.
Danke schonmal für eure Antworten
Matthias
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Hi!
Wäre eine USV nicht besser? Ist eigentlich so oder so Notwendig.
Gruß Jürgen
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Juergen Klein schrieb:

USV ist vorhanden. Hat aber nicht lange genug durchgehalten, da wir erst zum Colo-Raum fahren müssen, wenn ein Problem vorliegt.
Matthias
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Moin,
Matthias Wimmer schrub:

Wo bekommt man denn einen zweiten Stromanschluss her, der nicht ausfällt wenn der erste ausfällt? Vielleicht zwei Steckdosen mit Strom von zwei verschiedenen Anbietern? :-)
Ich denke, wenn da irgendwo in der Nähe eine Sicherung fällt, liegt das in dem Zuständigkeitsberich von irgendwem. Meistens von einem selbst. Also sollte man vielleicht daran was ändern. Wenn jedoch im ganzen Straßenzug der Strom ausfällt, fällt er eben überall aus.

Dient das nicht eher dazu, den Server weiterlaufen lassen zu könne auch wenn ein Netzteil abraucht?

Bin kein Elektriker, aber soweit ich weiß, ist der Schutzleiter nun mal der Schutzleiter. Jede Wasserleitung sollte ebenso Schutzleiter sein. Sowohl explizit angeswchlossen, also auch dass es sich nicht vermeiden lässt, dass die Wasserleitung durch die Erde geht und daher geerdet ist.
Brummschleifen sollten einen Server nicht stören, der er ja wohl kaum analog Musik im Internet verbreiten soll. Und wenn überhaupt, deswegen ist es ja der Schutzleiter, der hat normalerweise keinerlei Kontakt zu allen elektrischen Komponenten eines Elektrogerätes. Wenn er doch Kontakt hat, dann ist was faul.

Selbst die Schaltzeit eines Relais kann schon zu lange dauern, als das ein Rechner das ohne Ausfall wegsteckt. USV brauchst du auch dann. Aber wie oben schon gefragt: Woher kommt dr Strom in die Unterverteilung? Von zwei verschiedenen Anbietern mit zwei getrennten Stromnetzen? Eher wohl nicht.
CU Rollo
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Das ist Unsinn. Metallene Leitungen müssen in den PA einbezogen werden, das hat mit Schutzleiter nix zu tun. Und aus welchem Material die Wasserleitungen sind wird in der Regel nicht bekannt sein.

Nochmal Unsinn, heutig Wasserleitungen sind aus Kunststoff und vorhande leitfähige Leitungen sind schon länger als Erder verboten.
Lutz
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Moin,
Lutz Illigen schrub:

Verbietet die Vorschrift denn dann auch, dass Wasserleitungen in Metallrohren geerdet sein können? Dürfen Gartengeräte nur verwendet werden, wenn sichergestellt ist, dass ihr Metallgehäuse nicht den Erdboden berühren kann?
Ich gebe dir recht, dass man sicherlich eine Wasserleitung nicht als Ersatz für eine richtige Erdung verwenden darf. Aber in dem Augenblick, indem ich die Wasserleitung an PE anschließe, habe ich doch genau so eine Schleife aufgebaut, von der die Frage war, ob sie zulässig ist. Ergo ist es zulässig, denn wenn nicht, dann dürften in Hausinstallationen egal für was keine Metallleitungen verlegt werden, dem Wasser müsste man die Leitfähigkeit verbieten,...
CU Rollo
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begin quoting, Roland Damm schrieb:

Das war gemeint.

ACK
Nicht nötig: Wasser ist nicht leitfähig.
Gruß aus Bremen Ralf
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So sauberes Wasser findet sich in Wohnhausinstallationen allerdings eher selten.
vG
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Ceterum censeo Popocatepetlum non in Canada sed in Mexico situm esse.

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X-No-Archive: Yes
begin quoting, Volker Gringmuth schrieb:

Micht so sauberes Wasser leitet auch nicht besonders.
Gruß aus Bremen Ralf
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Hallo, Ralf,
Du (me) meintest am 28.03.07:

Für Hochspannungs-Gleichstromübertragung reicht es.
Viele Gruesse! Helmut
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snipped-for-privacy@hullen.de (Helmut Hullen):

Wer schreibt denn so einen Unfug?

Ja, eben.

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Roland Damm wrote:

"Geerdet" im Sinne von "unmittelbar mit dem Schutzleiter verbunden" dürfen sie nicht mehr errichtet werden. Mittelbar über den Potentialausgleich und dessen Erdpunkt mit dem Schutzleiter verbunden müssen sie selbstverständlich sein.

Umgekehrt wird ein Schuh draus: Sie dürfen nur verwendet werden, wenn ihr Metallgehäuse nicht dadurch geschützt ist, daß es permanent den Boden berühren muß, sondern entweder über einen Anschluß an PE oder eine Isolation verfügt...

Wie gesagt, du darfst eine Wasserleitung nicht an PE anschließen. Die möglichen Probleme mit dem Potentialausgleich in einem doppelt versorgten Stromkreis dürften in Zusammenarbeit mit beiden Versorgern schon zu lösen sein - zumal man in der Praxis ohnehin keine zwei unabhängigen Niedrigspannungsversorgungen bekommen wird, und die beiden Ortstrafos leicht in einem Gebäude zusammenfassen kann.
Womit wir beim eigentlichen Problem des OP wären: "Andere Anbieter" sind letztlich für Niedrigspannungsverbraucher nur andere Rechnungssteller im Verbundnetz - der Strom selbst kommt immer vom selben lokalen Ortstrafo des lokalen VNB, Infrastrukturen für eine parallele 400V-Versorgung existieren nicht. Und ein Anschluß an eine vom lokalen VNB unabhängige Hoch- oder Mittelspannung wird nur in bezahlbarem Rahmen bleiben, wenn zufällig eine fremde Leitung über oder unter dem Gelände verläuft...
Gruß Sevo
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Moin,
Sevo Stille schrub:

Ich hatte folgendes gemeint: Ist die Wasserleitung an Schutzleiter angeschlossen, dann ist sie darüber geerdet. Aber darüber hinaus ist nicht zu verhindern, dass sie auch durchs Erdreich führt und darüber ebenfalls (zu schlecht, um sich drauf zu verlassen) geerdet. Man hat also eine Schleife. Die Frage schien mir, ob solche Schleifen erlaubt/schädlich sind. Am Beispiel Wasserleitung wollte ich zeigen, dass solche Schleifen vollkommen normal sind. Also kann da nichts so besonders schlimmes dran sein.
Ich sehe durchaus ein, dass das natürlich nur für Schutzleiter gelten kann, also wo normalerweise kein Strom fließt. Den Nullleiter an die Wasserleitung anschließen ist sicher keine gute Idee.
CU Rollo
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Hallo Roland (und die anderen),
Roland Damm schrieb:

Der zweite Stromanschluss wird getrennt vom ersten ins RZ geführt. Soll wohl auch an einem anderen Straßenzug angeschlossen sein - ich nehme aber an, dass er trotzdem am gleichen Ortstraffo angeschlossen sein wird.
Danke für all die Auskünfte. Ich muss zugeben, dass ich mich durch all die Hinweise, dass es eigentlich der falsche Lösungsansatz ist nur bestätigt fühle. Ich bin dagegen intern auch schon angelaufen, aber mein Chef hat sich das nunmal so in den Kopf gesetzt. Meine Hoffnung ist auch noch, dass das Problem anders gelöst wird, aber wenn es so umgesetzt wird wie im Moment angedacht, dann werde ich mich mit diesem Zustand eben irgendwann außeinandersetzen müssen.
Matthias
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Auweia!
Hebe die emails/schriftlichen Anweisungen Deines Chefs auf, dass es genauso angeschlossen werden soll. Ebenso die emails, in denen Du Deine Bedenken ber den von ihm verzapften Schwachfug darlegst. Auslagern als Sicherheitskopie. Grund:
Denn so wie Du die Konstruktion oben beschreibst, ist der rger vorprogrammiert. Sptestens, wenn der Strom ausfllt. Falls da externe Kunden auf diesem Server drauf rechnen/nutzen: Das gibt immer langwierige Nachbesprechungen im Schadensfall, und hbsche Ersatzforderungen. Und man sucht dann den Sndenbock. Der mchtest Du bestimmt nicht sein.
Ich sprech da aus Erfahrung.
hth, Andreas
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In der Regel läuft dann ein Dieselagegrat an.

Ja.
Es dürfte auch einen PA geben für alle Racks.
Lutz
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Wie unabhängig? Er wird wohl trotzdem auf der selben Vorsicherung liegen. Oder auf der gleichen Hauptverteilung, dem gleichen Hausanschluss, Straßenverteiler, Ortsnetztrafo usw. Am Ende ist das keine Lösung. Die einzige Lösung ist eine ausreichend dimensionierte USV, wenn es ein bisschen sicherer sein soll zwei USV im Redunddanzbetrieb. Dahinter dann der Diesel.

Die Schutzleiter werden beide ständig angeschlossen sein. Schutzleiter dürfen nicht über Schalter, Schütze oder sonstwie abschaltbar sein. Sie dürfen nur über Steckkontakte geführt werden, wenn sichergestellt ist, dass: - trennen des Steckers zwangsweise allpolig ist - beim Trennen der Schutzleiter als letzter Kontakt trennt

Nein. Rechenzentren besitzen eine saubere Installation, bei der Schutzleiter nicht in Teilen als PEN, also kombinierte Neutrralleiter/Schutzleiter, ausgeführt sind. Somit sind sie frei von Ausgleichströmen.

Relais können auch ausfallen. Zwei vernünftige USV sollten wirklich sicherer sein.
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Matthias Wimmer schrieb:

Ich weiß leider nicht, wie die Infrastruktur von Eurem Rechenzentrum ausgelegt ist. Bei uns sieht das folgendermaßen aus.
1. Viele Geräte haben zwei Netzteile und sind über separate Phasen angeschlossen und damit unabhängig abgesichert. Den Schutzleiter können (So habe ich es wenigstens verstanden) sich die Netzgeräte teilen. Die Nullleiter natürlich nicht!
2. Die Netzstränge werden bei Ausfall des Versorgers von einer USV-Anlage weiter gespeist. Diese hat eine Überbrückungszeit von ca. einer Stunde. Sie läuft ständig synchronisiert mit dem Versorgernetz mit und springt sofort ein.
3. Zusätzlich haben wir Generatoren, die von Dieselaggregaten angetrieben werden und aktuell für zwei Wochen, ohne Nachtanken, Strom liefern können.
4. Es finden monatliche Tests zur Verfügbarkeit dieser Ersatzversorgungen statt.
Eigentlich kann ich mir nicht vorstellen, das das RZ, in dem Ihr die Fläche gemietet habt nicht über ähnliche Sicherheitseinrichtungen verfügt. Hier müssten nur einige Kabel verlegt werden, um diese Ersatzsysteme zu nutzen. Meines Wissens wird dies in entsprechenden Sicherheitsstandards ausfrücklich gefordert.
MFG Stefan
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Hi Stefan,
Es kommt auch darauf an, was man halt an "Service" miteingekauft hat beim Anmieten. Will sagen: Es gibt da durchaus relle RZ, die den von Dir genannten Service bieten (was auch Sinn macht, wenn man ernsthaft IT betreibt ). Ich kenne aber auch Mchtegern-Anbieter, die RZ-Flche vermieten die eher den Status "Lagerhaus fr Server, klimatisiert" verdienen. Wenn der OP sowas letzteres hat, dann mu er wohl etliches selber einbauen und investieren. Ist letztlich schnell teurer als in einem solide ausgestatteten RZ die gleiche Flche mit Komplettversorgung (Klima, USV, etc.) anzumieten.
hth, Andreas
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