Re: Freileitung in den Catskill Mountains im Staat New York, USA

Karl-Ludwig Diehl wrote:


Dann nenne die jetzt bitte mal. Und zwar Rund-um-die-Uhr Versorgung, also nicht nur wenn die Sonne scheint oder Wind weht.

Ich bin auf Deine obige Antwort gespannt :-)

Das war ein Jux-Projekt. Das haben wir ihm zu seiner Diplomfeier gebaut.

Das sage dieser illustren Gruppe doch mal wie.
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Gruesse, Joerg

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Ich bin kein Elektrotechnik-Ingenieur. Ich kann Dir nur meine Zielsetzung fuer die USA schildern, da ich hier lebe: 1) Abschaltung aller AKW's. 2) gleichzeitiger Aufbau sinnvoller alternativer Stromproduktion. 3) durch technologische Entwicklung das Eindaemmen des Stromverbrauchs herbeizufuehren.
Ausserdem dringlich: die Schliessung der AKW's von Indian Point, da diese in direkter Nachbarschaft einer riesigen Agglomeration menschlicher Ansiedlungen gebaut wurden.
Elektrotechnik-Ingenieure haben den Weg zu beschreiben, wie das erreichbar ist. Neben der Gewinnung von Energie durch Windkraftanlagen, Photovoltaikanlagen gibt es weitere Moeglich- keiten der Stromerzeugung. Es koennen sicher Aussagen ge- macht werden, darueber, ab welcher Alternativmassnahme wie viele Atomkraftwerke abschaltbar sind und abgebaut werden koennen. Energie laesst sich speichern. Speicherungstechniken sind auch wirklich zu nutzen, um mit den eingesammelten Ueberschuessen Energie dann einspeisen zu koennen, wenn Photovoltaik, Windkraft u.a. Anlagen geringere Mengen Energie abliefern.
Du wirst mir kaum erzaehlen koennen, dass eine technologische Umstellung der Stromproduktion in den USA nicht gemacht werden kann. Ein Zeitplan ist aufzustellen, der aussagt, ab wann was machbar ist, wenn man Alternativen aufbaut.

Waere ich Elektrotechnik-Ingenieur, ginge ich ins Detail. Ich kann Dir wirklich nur die Zielsetzung vorgeben.

Mir kommt es so vor, als seien alle AKW's eigentlich Jux- Projekte, denn man nimmt ja in Kauf, dass sie ausser Kon- trolle geraten und grosse Gebiete auf irrsinnig lange Zeit verseuchen.

Ich bin nicht darin geschult worden, AKW's abzuschalten.
Was den politischen Willen betrifft, muss sich in Parlamen- ten eine Mehrheit herstellen. Wenn sich die Betreiber auf- grund von Vertraegen wehren koennen, entscheiden Ge- richte darueber, ob abzuschalten ist.
Die technologischen Alternativen zur Stromproduktion durch AKW's aufzubauen, ist sicher einfacher als die Herbeifuehrung eines politischen Willens zur Schliessung aller AKW's in den USA.
K.L.
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Karl-Ludwig Diehl wrote:

Wie denn? Wo denn? Was kostet das? Was sind die Nebenwirkungen? Mit markigen Worten wie "Diese Technologien gibt es. Ein Elektrotechnikingenieur kennt sie. Energie laesst sich speichern" ist es nicht getan. Butter bei die Fische ist hier angesagt, wie der Nordeutsche sagen wuerde.

Ein Zeitplan nutzt exakt gar nix wenn die Technologie nicht da ist. Und die ist nicht da.
Nimm's mir jetzt nicht uebel, aber auf einer Smart Grid Podiumsdiskussion wurden so aehnliche Sprueche losgelassen. Ich nenne nur ein Beispiel:
Tolle PowerPoint Praesentation, schwingvolle Rede, edler dunkler Anzug. Es wurde z.B. vorgeschlagen die Akkus der Elektroautos zur Speicherung zu nutzen. Am Ende die Bitte ans Publikum Fragen zu stellen. Meine Hand sauste nach oben. "Ja bitte?" ... "In Ihrer Kostenrechnung vermisse ich den Anteil der den E-Auto Besitzer oder den garantiegebenden Hersteller fuer die nun entgangenen Ladezyklen entschaedigt" ... Es wurde mucksmaeuschen still und da waren IIRC rund 200 Leute im Saal, meist Ingenieure. Ein Raunen kam auf, auf dem Podium herrschte Konsternation ... "Aehm, ahem, raausper, nun ja, also, aehm .. da ist noch ein wenig Forschung notwendig. Der naechste bitte".
Ich fragte spaeter noch einige andere Dinge, die Reaktion war in etwa die gleiche. Bin dann nicht mehr zu den Meetings gegangen und ich denke einige waren froh darueber :-)

Die nutzt nichts. Ich dachte Du haettest jetzt wenigstens Links gehabt.

Das tut man nicht. Es sind durch andere Kraftwerksarten erheblich mehr Menschen umgekommen. Bei Braunkohle ist es am Ende nur eine Dunkelziffer. "Starb an einer unheilbaren Krankheit".

Es ging darum mit was man die ersetzt. Die ganzen Millionen angeschlossener Steckdosen verschwinden nicht einfach so mit.

Das ist eben nicht der Fall. Bisher hat niemand zeigen koennen wie man die Kraftwerke mit oekologisch sinnvollen Alternativen 100% ersetzen kann. 90% nutzt nix, es muss 100% sein.
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Wieso tue ich keine Butter bei die Fische? Diejenigen, die sich mit der Stromerzeugung sehr genau auskennen muessen, sind sicherlich die Elektrotechnik-Ingenieure. Folglich darf man von ihnen erwarten, dass sie ihr Wissen ausbreiten.
Da es unter den Elektrotechnik-Ingenieuren Befuerworter und Gegner der Stromerzeugung durch Atomkraftwerke gibt, kann die fachliche Auseinandersetzung nur von diesen ausgetragen werden. Welche Berufsgruppen daneben die Stromproduktion in ihren genauen Zusammenhaengen durchdenken und Vorplanungsarbeit leisten, weiss ich nicht genau. Ich bin kein Befuerworter der Stromproduk- tion durch Atomkraftwerke. Die Verseuchungsgefahr gros- ser Landschaften bei AKW-Unfaellen ist zu gross. Folg- lich will ich eine alternative Stromproduktion. Nun darf ich erwarten, dass sich diejenigen Stimmen in der Fach- welt dazu detailiert aeussern, die eine Schliessung der Atomkraftwerke als Weg sehen und den alternativen Weg der Stromproduktion beschreiben koennen.

Das wird wohl so nicht stimmen koennen, da natuerlich alternative Technologien da sind. Was fehlt sind grosse Stromverbuende und gute Stromspeicher, usw.

Kann vorkommen. Falsch gefragt? Destruktiv Fragen gesellt, ohne den Sinn in dem Vorschlag im Ansatz konstruktiv zu durchdenken?

Wenn Du in der Thematik beheimatet bist und schnelle Urteile zur Hand hast, wirst Du sicher Links haben.

Und das sagt?

Eben. Aber warum soll Dir ein Laie die Technik erklaeren?

An dem Satz ist ein grober Schnitzer auffaellig: 100%. Du meinst, solange nach Meinung bestimmter Fachleute noch niemand einen 100prozentigen Ersatz fuer die AKW- Stromproduktion aufzeigen kann, wolle man die AKW's nicht ersetzen.
Soviel ich weiss, wird der Verdraengungsprozess der AKW's durch den langsamen Aufbau alternativer Stromproduktions- staetten betrieben. Innerhalb einer bestimmten Zeit will man den Anteil der Alternativen steigern, was zugleich zur Ab- schaltung eines immer groesseren Anteils der AKW's fuehrt. Wie der theoretische und angewandte Wissenschaftszweig des Elektrotechnik-Ingenieurwesens das leisten will, laesst sich ganz neutral beschreiben, ohne dass man sich auf die Seite der AKW-Befuerworter oder -Ablehner begeben muss.
Deine Meinung lautet: es gibt derzeit keinen 100%igen Ersatz fuer die AKW's. Das kann so sein. Aber wenn 99% der AKW's bereits ersetzt werden koennen, hilft das auch schon weiter...
K.L.
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Karl-Ludwig Diehl wrote:

Ok, schon klar, aber Du hattest gesagt dass es Alternativen gibt. Zitat "... alle AKW's sind zu schliessen, zugleich ist die alternative Stromerzeugung sicherzustellen. Diese Technologien gibt es. Ein Elektro- technikingenieur kennt sie."
Das sind markige und bestimmende Worte, die man normalerweise mit hieb- und stichfesten Quellen belegen koennen sollte.

Jetzt hast Du Dir aber selbst widersprochen, und das im gleichen Absatz :-)
Wie kann es alternative Technologen geben wenn gute Stromspeicher fehlen? Denn das ist in der Tat das zentrale Problem.

Huh? Es gibt keine falschen Fragen. Ich habe eine berechtigte Frage nach der Wirtschaftlichkeit gestellt. Offenbar hatten man es komplett "vergessen" ueber das Thema ueberhaupt nachzudenken. Das laesst die Glaubwuerdigkeit solcher Wissenschaftler sinken. In der Industrie koennte sich ein Ingenieu solch schwere Patzer in Design reviews nicht leisten. Da werden u.a. solche Fragen gestellt.
Wer den Vorschlag im Ansatz nicht durchdacht hat waren eindeutig die Vortragenden.

Nein, weil das was Du als geloest dargestellt hast eben nicht geloest ist. Jeder Ingenieur aus dem Bereich weiss dass Speicherung derzeit wirtschaftlich nur mit Pumpspeicherwerken zu erreichen ist. Dazu muessten massiv grosse Neuanlagen errichtet werden. Nun weiss aber jeder Ingenieur aus diesem Bereich auch dass allein die Genehmigungsprozesse und die Einwaende von Umweltschuetzern das ganze durch jahrzehntelange Verschleppung ad absurdum fuehren.

Dass die von Braunkohle- und Steinkohlekraftwerken verursachten Lungenkrankheiten und andere Krankheiten nicht gescheit erfasst werden. U.a. weil das unbequeme Ergebnisse braechte. Ein klassisches Beispiel geschah hier. Eine alte Nuklearanlage wurde stillgelegt, ein Fossilkraftwerk kam da hin. Die Strahlungsmessgeraete waren aber noch nicht entfernt worden. Unmitelbar nach Inbetriebnahme schlugen die Dinger wie wild Alarm ...
http://en.wikipedia.org/wiki/Fossil_fuel_power_station
Zitat "It is estimated that during 1982, US coal burning released 155 times as much uncontrolled radioactivity into the atmosphere as the Three Mile Island incident."
Quellenangabe ist dabei.

Wenn Du Dich diesbezueglich als Laie beeichnest, warum hast Du dann verkuendet dass die Probleme des Ersatzes geloest sind?

Damit sprach ich die Situation in Deutschland an. Dort entschloss man sich zu einem Komplettausstieg. Das ist IMHO eine Fehlentscheidung gewesen, aber ich lebe dort nicht mehr und muss daher die zu erwartenden Konsequenzen nicht mittragen.
Natuerlich ist es sinnvoll den Einsatz risikohafter Energieerzeugung moeglichst gering zu halten. Dazu gehoeren aber nicht nur AKW, wie der Link oben aufzeigt sind die Gefahren von fossil betriebenen Kraftwerken oft deutlich hoeher. Ergo ist das fuer mich keine alternative Loesung.
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Gruesse, Joerg

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Ich muss das nicht belegen, weil durch die Fachwelt ausgesagt ist, dass sich Atomkraftwerke ersetzen lassen. Wenn das nicht der Fall ist, koennen Atomkraftwerke zu einem Grossteil abge- schaltet werden, naemlich in dem Umfang, wie sich dieselbe Strommenge durch alternative Stromerzeugungsanlagen erzeu- gen laesst. Dazu gibt es Hinweise, oder Szenarien, ab wann wieviel Prozent der Stromerzeugung anders produziert werden kann. Zugleich gibt es Szenarien, was sich speichern laesst, was sich durch technologische Entwicklung der Elektrogeraete, usw. einsparen laesst. Ich kann das nicht pruefen, was die Fachwelt an Ideen und Szenarien zusammengetragen hat. Kritik daran wird es nachlesbar geben. Fazit: unter dem Strich ist bereits Atomkraft in einem bestimmten Umfang ersetzbar geworden.

Mit Widerspruechen kann ich leben. Da Nachfrage die technologische Entwicklung bestimmt, sind alternative Stromerzeugungsverfahren, Speicherung und besser ausgebaute Netze nachzufragen. Sinkt die Nachfrage nach Atomstrom, ergeben sich ganz andere Konstellatio- nen.

Die Speichertechnologie gibt es. Dass sie noch besser werden muss, laesst sich diskutieren.

Ah, die Wirtschaftlichkeitsfrage. Die laesst sich natuerlich stellen. Die Endlagerung von Atommuell, das Verwalten verseuchter Erd- raeume usw. wirft dieselbe Frage auf.

Dieses "komplett" passt da nicht rein, da natuerlich in einem gewissen 'Umfang ueber Wirtschaftlichkeit nachgedacht wird. Deine Frage stand sicher nicht im Vordergrund der Ideenent- wicklung, die Du kritisierst.

Grundlagenforschung ist noch keine angewandte Forschung.

Da bewegt man sich ganz direkt im Anwendungsspektrum. Aber zum Wort: was umfasst das "design review"?

Es kann natuerlich sein, dass er auf die Frage nicht eingestellt war. Ich diskutiere nach Vortraegen auch meist ziemlich direkt und oft zu hart. Wenn ein wunder Punkt getroffen wird, tritt erst einmal Verlegenheit ein. Das sagt aber noch nicht, dass auch ueber dieses Thema nachgedacht wurde. Es wurde nur sehr nachrangig abgelegt. Bis brauchbare Erinnerung aufscheint, dau- ert es meist etwas.
Zuden Alterantivtechnologien der Stromproduktion:

Dass noch Entwicklungsbedarfe vorhanden sind, weiss ich. Aber die Nachfrage erzwingt die technologische Entwicklung. Die muss halt organisiert werden. Was schon geleistet wer- den kann, muss halt umgesetzt werden.

Andererseits kann man offensichtlich Solarstrom dezentral in Akkus ablegen und die gespeicherte Strommenge nutzen. Vor einigen Wochen suchte ich in Yonkers eine Forschungs- station auf, die sich als schwimmende Anlage auf dem Hud- son River befindet. Es handelt sich um eine Anlage, in der Permakultur betrieben wird. Dazu gibt es ein Gewaechshaus und Aussenpflanzanlagen. Der Strom wird durch kleine Wind- raeder und PV-Anlagen erzeugt. Im Buerocontainer auf dem Floss ist ein Raum abgetrennt, in dem sich die Akkus und Auswertungsanlagen befinden. Man weiss jederzeit, was verbraucht wird und was gespeichert wird. Die schwimmende Anlage ist so konzipiert, dass sie autark sein kann. Das wird alltaeglich geprueft. Im Winter stellt man die Anlage der- zeit ab und wartet mit den Neuanpflanzungen bis zum Frueh- jahr.

Verschaffe Dir einen Ueberblick. Natuerlich hat die Medizin das sehr genau untersucht. Es mussten Filter eingebaut werden, Bestrebungen zur Schliessung solcher Anlagen liefen an, usw.

Ich kann nicht wissen, warum das so ist. Ich las in demselben Wikibeitrag, den Du als Link gibst:
"The world's power demands are expected to rise 60% by 2030"
Da will man natuerlich wissen, ob sich der Betrag absenken laesst und wie gepowert werden sollte und werden kann.

Eine Zielsetzung zu formulieren, ist doch klug. Wenn Du meinst, sie sei technologisch nicht umzusetzen, kann je- mand anderes ueber Wissen verfuegen, wie sich das er- reichen laesst. In diesem Fall wird dem Umbauplan der Stromproduktion ein Zeitrahmen beigegeben, innerhalb dem sich das angeblich machen laesst. Da ich deutlich heraushob, dass es eine Zielsetzung gibt und Aussagen, bis wann sich was erreichen laesst, bleibt auch nach Deiner kritischen Anmerkung nur, sich den Ueberblick ueber die machbaren Szenarien zu verschaffen. Die haen- gen weitgehend von einer Nachfrage ab, von politischen Umbauentscheidungen, organisierten Investitionen, und natuerlich vom Knowhow des Elektrotechnik-Ingenieur- wesens. Was dieses Ingenieurwesen schon alles kann, weiss ich nicht. Fuer die USA weiss ich auch nicht, wie das von staatlicher Seite organisiert wird, also ob die zentrale Regierung oder die Bundesstaaten das voran- zutreiben hat. Dazu wuesste ich gerne mehr.
Zu Deinen 100%:

Der Komplettausstieg war eine vernuenftige Entscheidung. Nun ist das Elektrotechnik-Ingenieurwesen voll in der Pflicht und muss zeigen, was es kann.

Mehr sage ich nicht.

Logisch, schlechte Alternativen darf es dann nicht mehr geben. Die Umwelt muss gesuender und die Stromproduktion unge- faehrlicher werden. Es waere jetzt natuerlich schoen, wenn man all das zusammentraegt, was in den USA dazu disku- tiert und entwickelt wird.
K.L.
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Karl-Ludwig Diehl wrote:

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Bring doch wenigstens mal Beispiele wo das durch die Fachwelt ausgesagt ist.

Aber eben bei weitem nicht ganz. Fakt ist, wenn AKWs ganz abgeschaltet werden bleiben fuer einen Teil des Grundbedarfs nur fossiler Brennstoff.

Oh, kommt jetzt gleich der Atomstromseparator? :-)
Da wird nicht viel nachgefragt. Die Leute wollen dass das Licht leuchtet und der Fernseher flimmert. Und das bitteschoen nicht ueber 15c/kWh.

Es gibt sie de fakto nicht. Wie ich schrieb, nur Pumpspeicherwerke koennten das derzeit leisten. Was aber aus bereits dargelegten Gruenden in der erforderlichen Kapazitaet aussichtslos ist.

Richtig. Doch anstatt daran weiterzuforschen wird das abgeschrieben, und jetzt haben wir schon kaum noch Energietechnik-Ingenieure die sich damit auskennen. Bzw. sie stehen kurz vor der Rente. Kein Wunder, denn bei so einem politischen Hue und Hott wuerde auch ich niemandem raten das zu studieren.

Sie haette es aber sollen. Ein unwirtschaftliches Produkt entwickelt man nicht, das ist Zeitverschwendung.

Da ging es nicht um Grundlagenforschung sondern um technische und politische Weichenstellungen. Und da das rasant in Richtung Luftschloss ging stellte ich einige Fragen aus dem Bereich der Tatsachen. Genauso wie ich das bei Design Reviews tue. Wo Luftschloesser hinfuehren koennen haben wir eindrucksvoll und schmerzhaft an der Firma Solyndra gesehen. Fuer dieses nun in Schall und Rauch kollabierte Luftschloss darf der US-Steuerzahler (also auch Du und ich) nun ueber eine halbe Milliarde Dollars blechen und bekommt absolut nichts dafuer zurueck. Toll, nicht wahr?

Wenn ein Ingenieur oder auch mehrere mit einer Entwicklung fast fertig sind rufen sie ein Design Review aus. Ist in vielen Fachbereichen in USA Pflicht und sollte das auch in anderen Laendern sein. Eingeladen werden andere Ingenieure, externe Consultants wie ich, die Qualitaetssicherung, Einkauf, Service, und etliche andere. Oft so 20-30 Leute. Dann fuehrt man seine Sache vor. Schaltbilder, Zeichnungen, Modelle, Versuchsergebnisse, Kostenrechnung. Meine Reviews fuehre ich normalerweise so dass Leute sofort Zwischenfragen in den Raum rufen koennen und nicht meinen Vortrag bis zu Ende abwarten. Es darf aus der Huefte geschossen werden. Also wenn jemand meint dies oder jenes koenne so nicht geloest werden dann wird das dort zumindest andiskutiert und in den Meeting Minutes aktenkundig gemacht. Ist es eine groessere Sache dann setzt man ein separates Meeting dafuer an.
Mit etwas Glueck gibt es ja nach Kunde beim Design Review Bagels, mit ganz viel Glueck sogar von Noah's Bagels, und guten Kaffee falls sie eine italienische Maschine haben :-)

Das ist so aehnlich als ob jemand beim neu vorgestellten Auto fragt ob man das Bremspedal vergessen hat. "Oh, aehm, tja ... Mist!"
Im Ernst, die Abnutzung bei der Kostenrechnung eines ganzen Projektes zu vergessen ist schon schwerer Tobak. Sowas darf einfach nicht passieren.

Klappt nicht. Nimm mal an dass es eine hohe Nachfrage nach Zeitmaschinen gibt mit denen man mal kurz in die Zeit der Roemer oder auch ins Jahr 2500 reisen kann. Wie soll das jetzt deren technologische Entwicklung erzwingen?

Ja klar geht das, aber nur im kleinen. So wie Bekannte in Mexiko ein Haus mit Solarzellen, Batterien und Inverter hatten. Man durfte daher keine Foens, Toaster und aehnliche Energiefresser benutzen. Aaaber ... winziges Problem: Der staendige Ersatzbedarf bei den Akkus kostete ein Vermoegen und so war diese Familie froh eines Tages endlich ein Grundstueck im elektrisch erschlossenen Teil der Stadt zu bekommen.
Deine Forschungsplattform wird sicher ein ueppiges Budget dafuer haben oder gar auf Kosten des Steuerzahlers laufen. Da kostet es ja nichts :-)

Den Ueberblick muss ich mir nicht mehr verschaffen, der ist seit langem da.

Kann man nachlesen:
http://curem.iaea.org/envrad2007/content/rsrc/Envrad2007/198P/198P-Karamanis-S1formatted.pdf
Es ist nicht nur die Luft, durch die Flugasche geraten diese Stoffe auch auf Felder und in die Bewaesserung. Von da dann in den Salat und in die Milch. Was auch wenig bekannt ist, rund ein Viertel der Quecksilberbelastung der Luft stammt aus der Kohleverbrennung.

Da hast Du den naechsten wunden Punkt angesprochen. Du kannst daran nicht viel senken, denn es handelt sich dabei viel um Laender die jetzt nachziehen. Die Leute fangen an sich Fernseher und sonstwas in die Wohnungen zu stellen.

Und genau diese Aussagen halte ich fuer Luftschloesser. Wie kann man sagen bis wann sich was erreichen laesst wenn man noch gar nicht weiss wie man es erreichen koennte? Doch genau das hat man in Deutschland mit dem Atomaustieg propagiert. So aehnlich wie "Wenn wir nur alle feste genug auf den Boden aufstampfen muss sich einfach eine Loesung finden".

Es gibt die ueblichen finanziellen Anreizprogramme, z.B. Steuerabscheibungen. Forschung natuerlich auch. Doch vieles ist im Argen und hier koennte man echt umweltmaessig was tun. Wir haetten dann eine Solaranlage. Haben wir aber nicht und hier ist der Grund:
Man konnte anfangs nur Net-Zero bekommen. D.h. wenn Du mehr einspeist als Du verbrauchst, Pech, gibt's keinen roten Heller fuer. Nun kostet aber eine Solaranlage noerdlich von $30000. Da wir sehr energiebewusst leben kam unsere Stromrechnung kaum ueber $1000/Jahr. Kann man also von der Amortisation selbst mit Steuerverguenstigungen voll vergessen.
Dann hat Arnold Schwarzenegger dem ganzen (endlich!) ein Ende bereitet und erwirkte dass man fuer Ueberschuss bezahlt wird. Nun, was haben die Gesellschaften getan? Vermutlich wurde da viel geflucht, von wgene Monopol und so. Jetzt bekommt man ganze 4c/kWh, auch im Hochsommer am Nachmittag wo jeder Durchschnittshaushalt sich hier >5kW reinsaugt, das Netz an der Kapazitaetsgrenze aechzt und die E-Werke Spitzenpreise fuer Peak Power zahlen muessen. Wir brauchen dank super-effizienter Kuehlung auch dann weiterhin weniger als 1kW fuer das ganze Haus. Aber man wuerde uns trotzdem nur die mageren 4c fuer den Netto-Solarstrom geben. Also haben wir keine Solaranlage. Oekologisch eine voellig schwachsinnige Situation die Politiker in Minuten aendern koennten. Wenn sie nur wollten.

Bin ich anderer Meinung.

Ich habe beruflich auch mit Windanlagen zu tun, zwar mit der Elektronik da drin aber man bekommt dann auch mit was drumherum passiert. Da sieht es z.B. so aus dass sich DK nur deshalb weitgehend damit versorgen kann weil es sich auf Speicherwerke in N, S, D und anderen Laendern stuetzt. Das funktioniert fuer ein kleines Land, aber nicht mehr fuer eines wie D mit 80 Millionen Einwohner.
Damit kann bei Sonnen- und Windflauten der Saft nur noch aus zwei Quellen kommen: Kraftwerke mit fossiler Verbrennung und den oben dargelegten Problemen, oder Nuklearenergie aus Frankreich und Tschechien.

Solche Diskussionen finden z.B. in IEEE LinkeIn Foren statt. Nur ich kann Dir jetzt schon mitteilen, wie man in Amerika so schoen sagt "There is no silver bullet". Not even close.
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Wir machen besser einen neuen Thread auf, der sich mit den Bauanlagen fuer die Stromerzeugung in den USA beschaeftigt.
Mir fehlt gerade etwas Zeit, nach Links zu suchen, da ich eine erkrankte sehr alte Dame durch die Gegend fahren muss, damit sie aerztliche Versorgung erhaelt. Geduld.
K.L.
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Karl-Ludwig Diehl wrote:

Kenne ich. Naechste Woche werde ich in der Hinsicht auch was unterwegs sein. Es ist schoen dass Du sowas machst denn es gibt heute leider eine grosse Mehrheit an Leuten die sich nicht kuemmern.
--
Gruesse, Joerg

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Manchen geht es bereits besser, wenn sie zum Arzt gebracht sind, wie in diesem Fall. Zeitaufwand 5 Stunden + Medicare (1). Gluecklicherweise war das kostenguenstig.
K.L.
Anmerkung: (1) siehe z.B.: http://de.wikipedia.org/wiki/Medicare_ (Vereinigte_Staaten)
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Karl-Ludwig Diehl wrote:

Wir bringen nur manchmal Leute zum Arzt. Meist gehen wir zu den Leuten, mit zwei Labradors die meine Frau durch die Therapy Dog Pruefung gebracht hat. Zu Alzheimer's Leuten und so weiter. Ein Arzt dort sagte mal "Those dogs can sometimes do more good than I can".
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Gruesse, Joerg

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Bis zu einem gewissen Zustand solch Betroffener nuetzt das. Tiefes Problemfeld, wenn der Gedankenstrom nicht mehr richtig fliessen kann und in grossen Teilen ausfaellt: "Elek- trizitaet".
K.L.
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Karl-Ludwig Diehl wrote:

IME hilft es bis zu einem erstaunlichen Grad. Fast bis zu dem wo Leute in sich zusammensinken und nur noch auf den Boden starren. Und selbst dann, wenn man den Hund an sie rankommen laesst sodass ihre Hand das Fell fuehlt lehnen sie sich oft rueber und streicheln ihn. Dazu muss der Hund aber einigermassen verstehen was los ist. Unsere sind vom Blindenhundverband, sozusagen Profis.
Dann gibt es "Zwischenzuendungen". Ein recht guter Bekannter dort hat helle Momente wo man denkt, warum ist der eigentlich hier? Aber meist nur fuer 2-3 Minuten.
--
Gruesse, Joerg

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Liest sich interessant. Begegnet ist mir der geschilderte Vorgang so nicht. Aus Fernsehbeitraegen kenne ich das nur als Therapie.

Ja, recht seltsam. Dass die Mediziner keine Loesung zur Auf- hebung der Reduzierung finden, ist mehr als schade. In den Industriegesellschaften werden die Menschen immer aelter. Keine schoenen Aussichten, wenn bei der Haelfte der sehr Gealterten der Gedankenstromfluss in guten Teilen ausfaellt. Eigentlich ein Thema fuer die Ingenieurwissenschaft, die sich mit feinster, aeusserst gering stroemender Elektrizitaet beschaeftigt. Keine Ahnung ob es hierbei zwischen Ingenieuren und Medizinern Austausch und Entwicklungszusammenarbeit gibt.
K.L.
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Karl-Ludwig Diehl wrote:

Viele solcher Dinge weiss die Medizin nicht :-)

Was da "technisch" passiert ist an sich recht genau bekannt, wird hier erklaert:
http://www.alz.org/braintour/3_main_parts.asp
Die Anzahl der "Leitungen" wird weniger, d.h. Information kommt manchmal noch durch und manchmal nicht, arg vereinfacht gesagt.
Das Problem ist die Fruehdiagnose. Oft merkt man es erst wenn es schon recht schlimm ist. Und trotzdem, es kann gelingen bei Leuten einige Trigger zu finden ueber die man jeweils zu einer wenigstens kurzen Unterhaltung kommt. Es ist auch nicht so dass meine Frau und ich hier nur die Geber sind. Wir erhalten auch viel zurueck, nur nichts monetaeres (das wollen wir nicht). So habe ich von einem Alzheimer-Patienten bis ins Detaail mitgeteilt bekommen wie das harte Leben im Norden der USA um den 2.Weltkrieg herum war. Er erzaehlte (in Etappen natuerlich) wie er mit dem Fahrrad Telegramme ausgefahren hat. Bie klirrender Kaelte, Glatteis, Schnee, und fuer sagenhafte 16c pro Stunde. Cents ...
--
Gruesse, Joerg

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Wie diese Leitungsunterbrechungen abstellen, sodass erneut munterer Gedankenstrom fliess? Bei entfernten Gliedern ist man inzwischen so weit, Gedankenstroeme ueber neue Technik zu den kuenstlichen Gliedmaszen zu uebertragen. Wenn die Heilmittelkunst nicht weiter- kommt, muessen gewissermassen Ersatz"gliedmaszen" den Gedankenstrom erlauben. Seltsame Vorstellungen stellen sich damit ein.

"Trigger" = Ausloeser. Tja, grosse Triggersuche ist da angesagt. Es gibt bestimmte Themenfelder, die durchkommen. Die Reaktion ist aber oft seltsam verquickt mit falschen Erinnerungen.

Ich kann's mir vorstellen. In Hamburg bewegte sich ein Stadtteil- politiker in diese Krankheit hinein. Er war hellwach, konnte alles noch sehr schnell auffassen, wiederholte sich in seinen Antworten jedoch dauernd. Der Verfall kann dann sehr schnell gehen.
K.L.
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Karl-Ludwig Diehl wrote:

[Alzheimer]
Mediziner (hier in USA) nennen das oft "lucid moments". Da sind manchmal erstaunlich gute Reaktionen und auch ohne falsche Erinnerungen. Irgendwann kommt dann der "trail-off" und es geht wieder in den inzwischen beim Patienten ueblichen Zustand zureuck. Entweder ganz weit in die Vergangenheit oder eben wirr.

Ja, kann schon. Der erste Patient den meine Frau mit einem Hund betreute war nach einem Jahr gestorben. Wenn man das macht sollte man seelisch bereit sein bis zum Ende mitzugehen wenn der Patient oder die Angehoerigen das moechten.
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Gluecklicherweise liegt in unserem speziellen Fall in NYC das Problem nicht vor. Offensichtlich ist Deine Frau in dem Arbeitsfeld dieser Therapie engagiert. Mir waere das zu stressig.
K.L.
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Karl-Ludwig Diehl wrote:

Da Du jetzt so fleissig wieder postest muesste doch nun die Zeit fuer eine Antwort da sein :-)
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Am 29.11.2011 17:59 schrieb Karl-Ludwig Diehl:

Was halt bekannt wurde. Die ganzen kleinen Dinger merkt ja keiner. In der 'pedia stehen schonmal zwei. Außerdem Anzeichen für "exzellente" Wartung:
| Im Jahr 2000 erfolgte in Block 2 aufgrund einer kleineren Störung | eine Schnellabschaltung. Zwecks Abführung der auch danach noch im | Reaktor vorhandenen Nachzerfallswärme durch Pumpen (und damit | Verhinderung der Kernschmelze) musste die Umschaltung von | Stromnetz-Einspeisung auf Stromnetz-Bezug funktionieren, was aber | nicht der Fall war. Daraufhin trat der Notstromfall ein, wobei sich | die großen Diesel-Stromgeneratoren automatisch einschalten, um die | Anlage mit elektrischer Energie zu versorgen. Einer der insgesamt | drei Generatoren des Blocks 2 funktionierte nicht, was den Wegfall | diverser Sicherheits-Redundanzen bedeutete. Später entlud sich | zusätzlich noch eine Batterie, wodurch eine Vielzahl von | Kontrollraum-Anzeigen ausfielen. Das Betriebspersonal war damit | teilweise „blind“ und auf das Funktionieren der Automatik angewiesen. | Der Störfall wurde auf INES 1 eingestuft.[1] | | Im Abklingbecken soll es ein Leck geben, durch das Radioaktivität ins | Grundwasser entweicht.[4] | | Im Mai 2009 wurde bekannt, dass Teile des Ausflusses für das | Notkühlsystem durchgerostet sind. Die letzte Inspektion des | beschädigten Rohres soll etwa 1973 stattgefunden haben.[2][3]
KN
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