Erdbeben in Japan

Hat jemand eine Quelle, wo man sich vernünftig über die Zustände in
Japan informieren kann? Das ahnungslose Gestammel deutscher
Tageszeitungen sagt mir fast gar nichts.
Wieso bekommen die dort die Notkühlung nicht hin? Sie hatten ein immer
noch halbwegs funktionierendes Kühlsystem und mehrere Stunden Zeit, bis
die Batterien leer sind. Was ist das Problem, rechtzeitig per
Hubschrauber ein paar passende Stromaggregate abzusetzen und
anzuschließen? Bessere Voraussetzungen als in Japan für die ortsnahe
Verfügbarkeit von allem nötigen gibt es weltweit nicht.
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Axel Berger
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Am 12.03.2011 07:06, schrieb Axel Berger:
Wünsche ich mir auch, hab aber auch keine vernünftigen Quellen gefunden. Im TV sieht man ab und an "Experten" die aber schon deutlich mehr ins Detail gehen als die normalen Journalisten. Da aber vermutlich auch denen der Informationsfluss fehlt, ist das meiste wohl doch Spekulation
Ob man da einfach ein 400V Drehstromaggregat verwenden kann? Es ist ja bisher völlig unbekannt, warum die die Notstromaggregate nicht zum Laufen bekommen. Springen die wirklich nicht an oder gibts auf der elektrischen Seite Probleme? Wollen vielleicht auch die Pumpen einfach nicht oder gibts kaputte Ventile, Lecks in den Leitungen? Aus den Infos der normalen Medien bekommt man das nicht raus.
Ich denke, die kämpfen mit vielen einzelnen Defekten und Problemen. Ich drücke die Daumen, dass der Reaktor dicht bleibt.
Wie war das noch? Tschernobyl war so katastrophal, weil es eine Knallgasexplosion gab, die die ganze Sauerei nach außen geschleudert hat. Wann entsteht Knallgas? Wenn eine bestimmte Temperatur im Reaktor überschritten wird?
Ist eine Kernschmelze wirklich fatal und führt zu einer Exposition von Radioaktivität oder muss da noch mehr her. Kann dieser Reaktortyp bei einer Kernschmelze dicht bleiben?
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Michael S
Am 12.03.2011 07:06, schrieb Axel Berger:
Die Stromversorgung wird das kleinere Problem sein. Der Kühlmittelverlust muß Gründe haben. Pumpen und Rohre müssen in Ordnung sein. Die Abfuhr der Wärme muß gewährleistet sein.
Carsten
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Carsten Thumulla
Am Sat, 12 Mar 2011 07:06:00 +0100 schrieb Axel Berger:
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0'47"
Ein direkter Link auf eine der Kameras, die auf die Anlage gerichtet sind, würde schon viel weiter helfen. Andere Quellen sind wahrscheinlich zu sehr auf Verharmlosung getrimmt oder sind zwar seriös, halten sich aber auf Grund der schwachen Primärinformation zurück.
O.g. Video deutet für mich auf eine Explosion hin, die von der Wucht her ähnlich der in Tschernobyl sein müsste. Kann natürlich sein, dass nur das Reaktorgebäude mit Knallgas voll war und der Kern weiterhin ein, wenn auch instabiles, Stück ist.
Jetzt bräuchte man einen Spreng-Ing, der ungefähr die Energiemenge abschätzen kann. Ich denke, die Abluft-Schlote haben rund 150m Höhe, die Geäude ungefähr 50m. Die 100m nach oben macht die Druckwelle in wenigen Bildern (hat dafür einer ein Video-Tool zu zählen?). Also knapp 1000m/s Austrittsgeschwindigkeit bei einer Fläche von 1000m². Wow! Auf mich macht das den Eindruck eines mächtigen Rums. Habe aber davon keine Ahnung. Oder ist das nur ein optischer Effekt, eine Reflektion der eigentlichen Explosion? Macht für mich nicht den Eindruck.
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Mathias Bölckow
Hallo,
Japan Broadcasting Corporation:
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Das sollte ein wenig besser sein.
Das habe ich mich auch gefragt.
Ich denke die Japaner tun alles um es in den Griff zu kriegen, aber wir wissen nicht wie schwer die Schäden durch das Beben sind.
Die Betreiber geben keine detaillierten Informationen über die Schäden und den aktuellen Zustand raus, so zumindest mein Eindruck. Diese Informationen könnten andererseits die wenigsten beurteilen.
Frank
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Frank Graf
Am 12.03.2011 10:25, schrieb Frank Graf:
Ja, aber das Gerücht, daß drei von vier Reaktoren des zweiten Kraftwerkes auch Kühlprobleme haben ist noch nicht dementiert.
Carsten
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Carsten Thumulla
Hallo,
Ich sehe nur diese Meldung hier:
Dieses Video wurde entfernt, weil es gegen die YouTube-Richtlinie zu Spam, Betrug und irreführender Werbung verstößt. Das tut uns leid.
Das ist seltsam.
Frank
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Frank Graf
Am 12.03.2011 10:40, schrieb Carsten Thumulla:
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"Bis zu fünf Reaktoren an der Ostküste Japans laufen auf einen GAU zu. Doch die Angaben von Behörden und Betreiber bleiben unklar. In Deutschland wird inzwischen heftig debattiert."
Deutsche Nachrichten scheinen sich zurückzuhalten.
Carsten
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Carsten Thumulla
Hallo,
Hier gibt es ein Video:
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Frank Graf
Am Sat, 12 Mar 2011 10:57:37 +0100 schrieb Frank Graf:
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Ja, stammt offenbar von der gleichen Kamera. Auf Youtube werden offenbar ständig vom Monitor abgefilmte Videos des Japanischen Fernsehens hochgeladen und wg. Urheberrecht wieder gelöscht, die die gleiche Kameraeinstellung zeigen.
Hier ein Screenshot davon:
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Die Großaufnahme bei Focus scheint mir aber gegenüber der abgefilmten Videos um ca. den Faktor 2 bis 3 verlangsamt.
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Mathias Bölckow
Hallo,
Eine Meldung von hier:
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High level of radiation observed at nuclear plant
Fukushima Prefecture says a high level of radiation has been measured near the Fukushima Number One nuclear power station.
The prefecture says the radiation level rose to 1,015 mircrosieverts per hour on Saturday.
One hour of exposure to this amount of radiation is equivalent to the permissible amount of radiation an ordinary person receives in one year. It is about twice the level that requires power companies to notify the government of an emergency situation.
The government's Nuclear and Industrial Safety Agency says the power station's operator, Tokyo Electric Power Company, observed the radiation level near a gate on the hillside of the plant at 3:29 PM on Saturday, before an explosion was reported at the nuclear plant.
Saturday, March 12, 2011 18:43 +0900 (JST)
Wenn das _vor_ der Explosion war, hmmm.
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Frank Graf
Am Sat, 12 Mar 2011 10:52:10 +0100 schrieb Carsten Thumulla:
Der Artikel ist ganz aufschlussreich, besonders der graue Kasten.
Wenn man mal von dem m.E. primären Fehler absieht, ein KKW in Betrieb zu nehmen, wurde da nach diesem Artikel eigentlich vieles richtig gemacht: Die Steuerwarte ist satt über Akkus gepuffert und die Pumpen arbeiten mit Restdampf.
Die Energieversorgung nach einer Notabschaltung ist nach meinem Eindruck schwierigste Schwachstelle bei Kernkraftwerken. Bei Notabschaltung wird das EVU-Netz instabil und kann oft nicht liefern. Notstromdiesel sind nicht besonders zuverlässig und in diesem Fall könnten die Generatorsätze das Beben nicht vertragen haben.
Für die Pumpen werden WIRE einige MW Leistung benötigt. Solche Diesel-Aggregate wiegen i.d.R. irgendwas in der Größenordung von 10t/MW ohne Diesel. Für besonders mobil geht es wohl auch leichter. Um die Anlage vernünftig wieder hoch zu fahren, muss die maximal benötigte Leistung vor Ort installiert sein und korrekt an das sehr komplexe Stromnetz der Anlage angeschlossen sein. Ein einzelner Diesel-Generator-Satz ausreichender Leistung könnte zu schwer zum Transport sein. Dann müsste ein erprobtes System für den Inselbetrieb aus mehreren Generatoren mit stark dynamischer Last installiert werden. So etwas wird es irgendwo in Japan geben und man ist dabei, so etwas anzuschließen. Schwierig ist natürlich, wenn mehrere KKW diese Geräte sehr dringend brauchen, die Verkehrsinfrastruktur stark beschädigt ist und vielleicht auch einige Fachleute nicht für Geld und gute Worte in die Nähe der Kraftwerke zu bewegen sind.
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Mathias Bölckow
Am 12.03.2011 11:40, schrieb Mathias Bölckow:
Ja, auffallend!
Notstromaggregate und Batterien hätte ich auf dem Gelände verteilt, auch einige aufs Dach, nach dem Motto, nicht alle Eier in ein Nest.
Wenn man das Schema sieht stellt der Anbau der Rohre für erdbebengefährdete Gegenden ein Problem dar. Das müßte in einen Block. Vielleicht könnte man drunter ein größeres Becken zur Notkühlung machen.
Insgesamt überlegt man sich sowas schon sehr gut.
Carsten
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Carsten Thumulla
Am Sat, 12 Mar 2011 10:20:04 +0100 schrieb Mathias Bölckow:
Wurde gelöscht. Kommt aber immer wieder von anderen, die offenbar auch ihren Fernseher gefilmt haben. Ich hab mal die wichtigsten Bilder auf meine Website gebracht.
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Bemerkenswert finde ich, dass dabei nur 4 Personen verletzt worden sein sollen. Das kann m.E. nur bedeuten, dass sich im Reaktorgebäude keine Personen mehr befunden haben. Der Teil ist demnach evakuiert.
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Mathias Bölckow
"Frank Graf" schrieb im Newsbeitrag news:ilfh4c$96j$01$ snipped-for-privacy@news.t-online.com...
Hi, wieso? Die Bude stand doch unter Innendruck, läuft in Notkühlung mit teilweise freiliegenden Brennelementen, vermutlich leckt der einzige Kreislauf an diversen Stellen, gibt radioaktiven Dampf ins Turbinenhaus ab. Und dieser sickert jetzt allmählich unter der Tür durch :-) die Japaner sind ja nicht blöd, bauen diese Dinger "ausgelegt für", und das Erdbeben war eben nun stärker. Eigentlich ist es erstaunlich, daß nicht gleich einige der Dinger "vom Sockel purzelten" und dann würden wir aber alle große Augen machen. Wer weiß, vielleicht kommts noch, dieses Zwischenlager da steht ja auch kurz vor der Katastrophe...mit genug Stoff, um dutzende Tschernobyle vor Neid erblassen zu lassen. Immerhin gabs genug Vorwarnung, ganze Animeserien haben sich die Folgen schon ausgemalt.
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gUnther nanonüm
"Mathias Bölckow" schrieb im Newsbeitrag news:16tz0bsdfzsta$.1tjdw0zo3xpo0$. snipped-for-privacy@40tude.net...
Hi, die Art der Verletzung ist auch interessant, vermutlich geplatzte Trommelfelle :-) Gleichgewichtsstörungen.
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gUnther nanonüm
Das Unglück ist bereits geschehen und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden. Für die schnelle Hilfe müssten wir jetzt vor Ort sein, was aus vielen Gründen nicht möglich ist.
Was wir aber doch Sinnvolles machen könnten: Wir könnten dafür sorgen, dass zumindest die gefährlichsten Technologien der Überflüssigkeit anheim fallen. Das ist der Zweck des Astrail-Konzept. Hier sollen sich die Unternehmen zu diesem Zweck abstimmen: news://freenews.bingo-ev.de/local.astrail Das Web-Interface dazu:
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Zum Konzept selbst:
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Christoph Müller
Am Sat, 12 Mar 2011 10:35:58 +0100 schrieb Carsten Thumulla:
Gleicher Anlass, gleiche Überschrift, anderes Thema: Lässt sich daraus, dass die Japanische Regierung jetzt die Kernschmelze zugibt schließen, dass das erwartete Material und die personelle Unterstützung an der Anlage eingetroffen ist?
Vermute mal, als Katatstrophenschutz-Verantwortlicher in Japan war oder ist jetzt der Punkt, wo man einfach nur nach hause möchte...
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Mathias Bölckow
Am 12.03.2011 17:21, schrieb Mathias Bölckow:
Es kann durchaus sein, daß das Druckgefäß noch im wesentlichen intakt ist, vom Kühlmittelverlust mal abgesehen. Nach einem Tag Kühlung müßte aber bald Ruhe einkehren. Die Explosion war im Nebengebäude und etwas Cäsium kann ausgetreten sein beim Dampf ablassen. Ich würde noch nicht unterstellen, daß sie die Unwahrheit sagen.
Wenn sie das knapp schaffen ist es bemerkenswert, zumal die Erdbebenenergie vermutlich fünfmal so hoch war, wie bei der Auslegung des Kraftwerkes angenommen. Nur daß die Diesel so aufgestellt sind, daß sie absaufen ist ein Foul, An der Küste gehört ein Tsunami zum Erdbeben.
Carsten
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Carsten Thumulla

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