Im Zeitalter des Historismus soll endlich sauberes T rinkwasser in allen Haushalten zur Verfügung stehen: Paris, London, Brüssel, Wien, Hamburg und Berlin bauen Wasserwerke

Im Zeitalter des Historismus soll endlich sauberes Trinkwasser in allen Haushalten zur Verfügung stehen: Paris, London, Brüssel, Wien, Hamburg und Berlin
bauen Wasserwerke
Im Jahre 1855 informierte man die Fachwelt über die neuen Wasserwerke in Berlin. Bislang waren sie nur ein Projekt, dem bereits großer Widerstand entgegengebracht worden war. Nun gaben erfolgreiche Verhandlungen zu großen Hoffnungen Anlaß:
"Die neuen berliner Wasserwerke werden ein gereinigtes, filtrirtes Spreewasser liefern, das jenseits des Oberbaums, also vor dem Eintritt in die Stadt, gehoben wird und daher schon von Natur weit frischer und reiner ist als es der Fluß liefern kann, wenn er eine Strecke durch die Stadt gegan- gen ist. Der Bedarf an Flußwasser als Ersatz des Regen- wassers in allen Haushaltungen ist sehr bedeutend." (1)
Wie war bis 1855 die Wasserversorgung in Berlin organi- siert? Es gibt einige Hinweise im Text vom Jahre 1855:
"Es wird gegenwärtig ungefähr für 100000 Thlr. Spreewas- ser durch die Verkäufer mit den bekannten Hundekarren in den Straßen verfahren und verkauft." (2)
Es wäre gut, Abbildungen solcher Hundekarren aufzufin- den, die zum Wasserverkauf durch die Straßen gefahren wurden. Desweiteren gab es Regenwasserauffangbehälter an den Häusern, was oft zu Streit beim Wasserschöpfen führte:
"Welche Belästigung außerdem das Auffangen und Aufbe- wahren des Regenwassers mit sich bringt, abgesehen von dem durch die Konkurrenz der Hausgenossen oft her- beigeführten Aerger, das weiß jede Hausfrau." (3)
Regenwasser aufzufangen, wenn Wasser knapp ist, macht natürlich Sinn. Es als Trinkwasser zu nutzen, bringt Pro- bleme mit sich. Aber es gab auch noch die Brunnen, aus denen Wasser von der Diskussion würdiger Qualität ge- schöpft werden konnte:
"Es ist eine ganz falsche Behauptung, daß alle Brunnen Berlins gutes Quellwasser liefern. Fünfzig Procent dersel- ben reichen keineswegs in solche Tiefe, daß sie reines Quellwasser ziehen können, sondern höchstens bis auf das Niveau des Spreegrundes, und das Wasser, das sie liefern, ist daher nur filtrirtes Fluß-, Regen- und Schmutz- wasser, bei dem Durchsickern durch die Erde filtrirt und bei weitem nicht so rein als das von der Leitung gelie- ferte." (4)
Die Wasserqualität sollte also in gleich guter Qualität über- all im Stadtgebiet zur Verfügung stehen, was nicht nur der Gesundheit diente, sondern auch für alle Haushalte bequemer war. Doch es gab ernormen Widerstand gegen die Einführung eines flächendeckenden Wasserleitungs- netzes und gegen Wasserwerke. Die einen lebten vom Transport des Wassers und dem Verkauf in den Straßen, den anderen genügten die alten Verhältnisse und sie sa- hen Kosten auf sich zukommen, denen sie vielleicht nicht gewachsen waren. Man müßte dazu die Archivalien aus- werten, um die Begründungen zu kennen, mit denen der Bau der Wasserleitungen aufgehalten werden sollte.
Berlin steckte in einem Dilemma. Es konnte keine öffent- lichen Mittel zum Bau der Wasserwerke und Wasserlei- tungen aufbringen. Andererseits standen wichtige Aufga- ben an, die zusammen mit dem Bau eines Wasserlei- tungsnetzes zu verbinden waren.
"Der so wünschenswerthen Abänderung der Straßenrin- nen, denen es bei dem ebenen Terrain an Abfluß fehlt, mußte natürlich die Anlage der Wasserleitung vorange- hen." (5)
Der preußische König hatte eine Kommission eingesetzt, die Wege finden sollte, wie sich die erheblichen Mittel zum notwendigen Umbau der Infrastruktur der Stadt auf- treiben lassen. Die gehobenen Kreise in der Stadt, von de- nen viele Umgang mit größeren Geldsummen hatten, rea- gierten abweisend. Alle Pläne scheiterten "an der gewöhn- lichen Lethargie der Leute des berliner Philisterthums", wird gesagt. Doch dann kam Tatkraft auf:
"In neuerer Zeit endlich nahm der General-Polizei-Direktor v.Hinckeldey, dem Berlin bereits so viele treffliche und nützliche Einrichtungen verdankt, die Sache in die Hand und ließ einen Plan durch den um die Ausführung vieler dieser Einrichtungen sehr verdienten Brand-Direktor Sca- bell ausarbeiten" (6)
Das sagt, man hatte viel Zeit in Berlin damit vertan, um in einflußreichen Kreisen die Idee einer besseren Wasser- versorgung zu verankern. Aber erst nach langer Zeit ent- schloß man sich dazu, einen Plan für die Wasserleitungen auszuarbeiten, auf dessen Basis eine wesentlich kon- struktivere Diskussion geführt werden konnte. Den Plan legte man "Allerhöchsten Orts" vor, also beim König, und erhielt Zustimmung. Dann ging der Plan an die "Kommu- ne", wo er wegen fehlender Finanzmittel Ablehnung fand. Die Lösung bestand schließlich darin, daß der Brand- Direktor Scabell nach England geschickt wurde, um dort nach Investoren zu suchen. Er erhielt den Auftrag, eine Aktiengesellschaft ins Leben zu rufen, was in England glückte. Somit stand plötzlich das notwendige Investi- tionskapital für den Umbau der städtischen Infrastruktur in Berlin zur Verfügung. Mit dieser Gewißheit wurde die Kommune Berlin erneut um Zustimmung gebeten, die sich aber nicht entschließen konnte. Da die Bereitstel- lung der Gelder an eine Frist gebunden war, blieb der Berliner Kommune schließlich nur noch eine Frist von drei Tagen, sonst verfiel das Investitionskapital. Unter Zeitnot kam schließlich die Zustimmung zum Kontrakt mit den Engländern zustande. Somit konnte der Bau der Wasserleitung und der Wasserwerke mit der Hilfe des englischen Kapitals in Angriff genommen werden. (7)
In anderen Städten war bereits ein Abflußsystem und da- zu ein Trinkwassersystem gebaut worden. Es war nir- gendwo leicht gewesen, diese Anlagen zum Bau zu brin- gen. Da es sehr komplexe Bauanlagen waren, waren sie Gegenstadt unter Staatsökonomen:
"In neuerer Zeit ist von den Staatsökonomen und Fach- männern den Einrichtungen von Wasserleitungen große Aufmerksamkeit geschenkt worden. In London, Paris, Brüssel, Wien, Hamburg existiren dergleichen bereits." (8)
Man hatte also Literatur, viele Fachaufsätze, zum Thema zur Hand, außerdem ausgeführte Bauanlagen, die sich studieren liessen, wenn man an den Neubau solcher An- lagen gehen wollte. Die Hamburger hatten sich einen In- genieur aus England geholt. Wie andere Städte vorgingen, wäre herauszufinden. Was wurde in Berlin aufgebaut?
"Die Hauptanlage, das Wasserwerk selbst, befindet sich dicht vor dem stralauer Thor links an der Chaussee und nimmt einen sehr bedeutenden Flächenraum ein. Die Aus- führung der Bauten war hier um so schwieriger, als dieser Grund häufigen Ueberschwemmungen unterliegt, und es mußten daher erst förmliche Wasserbauten ausgeführt, das Grundwasser durch Dampfmaschinen ausgepumpt und das Pfahlwerk eingerammt werden. /.../ Das Etablissement ist nur durch die stralauer Chaussee und einen schmalen Ufergrund von der Spree getrennt, die hier in großer Breite und mit frischem klaren Wasser von Treptow und Stralau herfließt. Das gegenüberliegende Ufer ist nunmehr durch ein Rostwerk abgedämmt worden. Verschiedene Nebenbauten werden auf diesem Platz er- richtet. In dem Rostwerk befindet sich eine große vergitter- te Oeffnung unter der Wasserhöhe, die in einen geräumi- gen Tunnel führt, dessen Gang man durch verschiedene Oeffnungen nach oben verfolgen kann. In diesem Tunnel, der auf seinem Wege mit einer Schleuse versehen ist, strömt, während die ungehörigen Körper durch die Gitter ab- gehalten werden, das Spreewasser. Der Tunnel führt unter der Chaussee fort hinüber nach dem Etablissement und mündet in das Maschinenhaus oder vielmehr in ein unter demselben befindliches, zur Aufnahme dieses Wassers be- stimmtes gemauertes Bassin. Aus diesem durch fortwäh- renden Zufluß gefüllten Bassin wird das Wasser nun in sei- ner ursprünglichen Gestalt durch große Dampfpumpen em- porgehoben und in eine andere unterirdische Leitung getrie- ben, die von dem Maschinenhaus auf der rechten Seite des Bassins bis zum Ende des Etablissements führt, wo sich erhöht über den andern Anlagen das Hauptreservoir für das unfiltrirte Wasser befindet. Dies ist das große ob- longe Bassin, dessen hohe Erdwälle von der Chaussee aus sichtbar sind. Es ist im Innern fest mit Cement ausge- mauert, so daß kein Wasser aussickern kann. Der hori- zontale Boden ist durch einen Schlangenzug so eingerich- tet, daß das Wasser nach der linken Seite hin abfließen kann, wo ein Ausgang ist, durch den das überflüssige Wasser mittelst eines links des Etablissements zum Spreeufer laufenden Kanals wieder in den Fluß zurückge- führt werden soll. Durch diese Einrichtung läßt sich das Bassin leicht wasserleer machen und reinigen. Zunächst zwischen dem Hauptreservoir und den Gebäuden liegen nun die 4 etwas kleineren Filtrirbassins, die durch Seiten- gänge sowohl von der Hauptleitung als auch auf der an- dern Seite mit einer andern Leitung in Verbindung stehen, welche das filtrirte Wasser weiter führt. Die Konstrukzion der Filterbassins ist eine besonders wichtige und folgen- de. Der ausgemauerte Bogen ist nicht horizontal, sondern läuft in der Mitte etwas schief zusammen. In dieser Mitte nun geht durch die ganze Länge des Bassins ein gewölb- ter Kanal, der an den Seiten, wo sie auf dem Mauerwerk aufliegen, eine dicht aufeinander folgende Reihe von Oeff- nungen hat. Die Bassinfläche und der gewölbte Gang sind in der schiefen Lage des Grundbodens bedeckt von einer sechsfach verschiedenen Schicht von Steinen und Sand. Zunächst auf dem Grunde, also auch, um die Oeffnungen des Kanals, liegt eine Schicht ziemlich großer Granitstei- ne; über denselben ruht eine Schicht kleinerer Steine; da- rauf eine dritte noch kleinerer; darauf Kies, dann grober Kiessand und endlich ganz feiner Sand. Aus dem Haupt- reservoir wird das aufgesammelte Spreewasser wieder durch die Hauptleitung und den Nebenzugang in eins oder mehrere der Filtrirbassins zurück gelassen, so daß es die- selben bis zu einer gewissen Höhe füllt und mehrere Fuß hoch über der obersten Sandschicht steht. Das Wasser muß nun durch alle die verschiedenen Sand- und Stein- schichten auf den Boden herabsickern, und es läßt sich leicht einsehen, daß es hierdurch ganz dieselbe Klarheit und Reinheit erhält wie das Quellwasser, weil das System der künstlichen Filtrirbassins ganz dasselbe ist, was den natürlichen Quellen im Erdreich das Wasser zuführt. Zu- gleich erhält das Wasser durch die verschiedenen Schich- ten, namentlich durch den die Wärme aufsaugenden Gra- nit die nöthige Kühlung und kommt frisch und klar auf dem Grunde an, wo es durch die Neigung in die Oeffnungen des gewölbten Kanals einfließt. Dieser führt das so gerei- nigte Wasser nunmehr auf der linken Seite durch eine na- türliche Senkung in die zweite Leitung, welche dasselbe in das zwischen den Filtrirbassins und dem Maschinen- hause liegende große, zur Aufnahme des gereinigten Wassers bestimmte Hauptbassin bringt, das in derselben Weise konstruirt ist wie das für das ungereinigte Wasser bestimmte Hauptreservoir. Aus dem zur Aufnahme des filtrirten Wassers bestimmten Hauptbassin fließt dasselbe in die unter der linken Seite des Maschinenhauses befindlichen Bassins, aus denen es durch die Dampfpumpen in die Höhe gehoben und mit Gewalt in das zur linken Seite sich abzweigende Haupt- rohr gepreßt wird." (9)
Das Kernstück des Wasserwerkes sind die Filteranlagen, die Wasser von der Qualität des reinen Quellwassers erge- ben sollen. Vom Maschinenhaus aus wird dieses Trink- wasser in das Leitungsnetz gepumpt. Das Maschinenhaus selbst lohnt der genauen Betrachtung, da auch auf die Ar- chitektur des Gebäudes eingegangen wird:
"Das Maschinenhaus - die Gebäude sind sämmtlich aus den hellgelben birkenwerder Ziegeln erbaut; die äußere Architektur, großentheils von hoher Hand vorgezeichnet, verbindet die Zweckmäßigkeit mit geschmackvollem Aus- sehen - enthält gleichsam 4 Stockwerke." (10)
Man wird Zeichnungen und historische Fotos von diesem Gebäude suchen müssen, um die Architektur stilge- schichtlich einordnen zu können. Der Hinweis, das Ge- bäude sei zweckmäßig und geschmackvoll aufgeführt wor- den, erklärt nur, daß es seiner Funktion gemäß zu errich- ten war. Aber lesen wir zu den weiteren Einzelheiten:
"Im Unterbau liegen die Bassins für das Spreewasser und das filtrirte Wasser; im Erdgeschoß stehen die 8 riesigen Pumpen und Windkessel, die das Wasser heben und entweder durch eine Leitung rechts nach dem Hauptreser- voir, oder das filtrirte durch das Hauptrohr zur Stadt trei- ben; im Geschoß darüber stehen die kolossalen 3 Dampf- maschinen, welche die Pumpwerke in Bewegung setzen, und das Dachgeschoß enthält einen auf den Seitenmau- ern mittelst Schienen hin und her beweglichen Krahn, mit- telst dessen die Maschinenmassen gehoben und placirt werden können. Das Maschinenhaus ist zugleich groß und geräumig genug, um rechts und links noch je zwei Re- servemaschinen anbringen zu können. Das Maschinen- haus ist größtentheils in den Werkstätten von Borsig, das Röhrenwerk in denen von Egels gefertigt worden. An das Maschinenhaus stößt nach der Straße hin ein größeres Gebäude, dessen weit gespanntes Dach durch ein präch- tig konstruirtes Gitterwerk getragen wird. Das Gebäude zerfällt der Länge nach in 2 Abtheilungen; nach der Chaus- see hin befindet sich darin das Kohlenlager, nach dem Ma- schinehaus hin der Kessel und der Heizraum: Zwölf riesi- ge Dampfkessel in Form des Cylinderdurchschnittes sind hier gebaut; sie stoßen an die Verbindungswand, durch welche die Gänge gehen, welche den koncentrirten Dampf in die Maschinen des Maschinenhauses führen und diese in Thätigkeit setzen. Rechts und links ist noch Platz für je 4 solcher Kessel. Die vorhandenen erzielen eine Wir- kung von etwa 2000 Pferdekraft. Eine gemauerte Leitung der Wand entlang nimmt zugleich den Rauch der Dampf- kessel auf und führt ihn links in den hier angebauten Schornstein, dessen runden hohen und an der Krone in ge- schmackvoller Architektur ausgeführten Bau man schon von weitem sieht. Von dem Maschinenhause aus geht wie bereits erwähnt links das kolossale Hauptrohr der Leitung ab, das alsbald in der Nähe des Gebäudes sich in zwei Hauptleitungen theilt, von denen die eine bis zum Dönhofs- platz durchläuft und die Stadttheile am linken Spreeufer mit Wasser versehen wird, die zweite bis zum Alexander- platz geht und das rechte Spreeufer speist. Von den bei- den genannten Endpunkten aus theilen sich diese beiden Hauptstränge dann in verschiedenen Adern, während auf ihrem Wege dahin nach rechts und nach links schon eine Menge Seitenarme auslaufen, so daß das ganze Röhren- system einem pulsirenden Aderwerk gleicht, das unterir- disch sich durch alle Theile der Stadt verzweigt." (11)
Das Maschinenhaus war also auf Erweiterung hin ausge- legt. Weitere Dampfkessel, usw. sollten je nach Bedarf hinzukommen können.
Wichtig waren funktionierende Hausanschlüsse, die von den Wasserleitungsrohren, die in den Straßen geführt werden, in die Häuser führen und leicht verlegbar sein mußten:
"Die Röhrenlegung in die Häuser erfolgt von den Haupt- strängen in den Straßen mittelst dünner Bleiröhren. Dies Material ist als das billigste und bewährteste gewählt wor- den. Durch seine Biegsamkeit wird es überall hin geleitet und gebogen werden können, ohne Schrauben und Häh- ne zu erfordern. Der Centner Blei ist so billig, daß da- durch auch die ersten Einrichtungen nicht theuer zu ste- hen kommen werden." (12)
Man hat also einen Text vor sich, der erkennbar macht, wie in Zukunft die Wasserversorgung von Berlin stattfinden wird. Wir befinden uns mit dieser Beschreibung im Jahre 1855, einer Zeit, welche für Berlin einen Wendepunkt dar- stellt. Wasser wurde sehnlichst von den "Löschanstalten" erwartet. Man fand dort, wo schon Wasserleitungen ver- legt waren, "runde eiserne Gitterscheiben" im Straßenbe- lag. Hier konnten die Feuerwehren ihre Schläuche an- schließen, wenn Brände zu löschen waren. Auch die Ei- senbahnen warteten sehnlichst auf einen Wasseran- schluß, denn:
"Selbst die Eisenbahnhöfe werden von der ihnen zugeführ- ten Wasserkraft technischen Gebrauch machen können." (13)
"Fabriken, Färbereien und Anstalten jeder Art" warteten auf das Wasser aus den Leitungen. "Bade- und Wasch- Anstalten" benötigten es ebenso. Sie konnten nur mit dem Wasserleitungssystem zusammen zum Aufbau kom- men. Den Wohnhäusern wird es den Einbau von Bädern erlauben und die Bequemlichkeit bringen, in den Wohnun- gen nur noch Wasserhähne öffnen zu müssen, um fließen- des und sauberes Wasser zu erhalten. In der Stadt konn- ten Brunnen leichter gebaut werden, um die Stadt zu ver- schönern. Aber es konnten jetzt auch sehr leicht Trink- wasserbrunnen installiert werden, damit auch jeder in den Strassen Trinkwasser schöpfen konnte, der es brauchte. Berlin machte also in der Mitte des 19.Jahrhunderts einen großen Sprung nach vorne. Nicht zuletzt erlaubte ein Wasserleitungsnetz das Durchspülen der Straßenrinnen und somit die Steigerung der Reinlichkeit des öffentlichen Raumes der Stadt. Jeder mußte eigentlich damit zufrie- den sein, wenn schließlich von den Wasserwerken aus das Wasser floß.
K.L.
Dieser Text von Karl-Ludwig Diehl wurde in http://groups.google.com/group/de.sci.architektur und http://groups.google.com/group/de.sci.ing.misc zur Diskussion gestellt. Der Autor ist über folgende Emailadresse erreichbar: baugeschichte (at) email.de
Anmerkungen: (1)-(4) zitiert aus: o.A.: Die neuen berliner Wasserwerke. S.260-S.264 in: Allgemeine Bauzeitung. Wien, 1855. S.261 (5)-(6) zitiert aus: o.A., wie vor, S.260 (7) siehe dazu den Zusammenhang in: o.A., wie vor, S.260 (8) zitiert aus: o.A., wie vor, S.260 (9) zitiert aus: o.A., wie vor, S.262f. (10) zitiert aus: o.A., wie vor, S.263 (11) zitiert aus: o.A., wie vor, S.263f. (12) zitiert aus: o.A., wie vor, S.264 (13) zitiert aus: o.A., wie vor, S.261
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Karl-Ludwig Diehl schrieb:

Hallo,
die Trinkwasserleitungen waren zwar dringend notwendig um die Ausbreitung von Ruhr, Cholera und Typhus über schlechtes bakteriell belastetes Trinkwasser zu stoppen, aber man nahm Bleirohre und ignorierte damals die Gefahr der Bleivergiftung. Es dauerte dann viele Jahrzehnte bis alle Bleirohre wieder aus dem Trinkwassernetz entfernt waren.
Bye
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Ja, es fällt auf, daß Bleirohre im 19.Jahrhundert weithin gepriesen werden. Ab wann wird eigentlich vehement gegen Bleirohre eingetreten?
Nach dem Zweiten Weltkrieg muß das irgendwann gewesen sein. Der genauere Zeitrahmen, und von wem dieser Widerstand gegen Bleirohre organisiert wurde, müßte mal wieder in die Erinnerung gerufen werden. Ein bißchen was dazu kann schon hier gelesen werden: "Bleirohre wurden bis ca. 1973 für die Erstellung von Trinkwasser- Installationen verwendet. Seit dieser Zeit werden keine Bleirohre mehr verwendet. Wenn ein Gebäude vor 1973 errichtet wurde, bedeutet dies nicht zwangsläufig, dass dort auch Bleirohre verbaut wurden. Neben Blei waren beispielsweise auch damals schon Kupfer oder verzinkter Stahl Werkstoffe für Rohrleitungen." aus: http://www.trinkwasser-check-nds.de/html/bleirohre.html
Da will man mehr wissen.
K.L.
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