Re: Preisgabe einer ganzen Stadt in den USA



Solche Schwelbraende zu loeschen ist wohl weitgehend unmoeglich. Sobald wieder Sauer- stoff an die Kohle kommt, faengst gleich wieder an zu brennen.
Fuer die Stadt- und Regionalplanung ist das ein absolut schwieriges Problem. Verlagere mal eine ganze Stadt. Oder: wie soll man eine Region vor den Auswirkungen solcher Kohlebraende schuet- zen? Wer finanziert die ganzen Massnahmen?
K.L.
zugleich an: de.sci.ing.misc, de.sci.architektur
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Hi, wieso sollte es? Ist die Glut einmal abgekühlt und durchfeuchtet, fehlt es sowohl an Luftzufuhr als auch an Wärme genug für die Entzündung. Anthrazitkohle entzündet sich ja nicht von selbst. Das Problem ist eher die Wassermenge, um alle Bodenrisse und Spalten sicher zu füllen bei der geologischen Struktur da, müßte man das halbe Tal in ein "Reisanbaugebiet" verwandeln, terassieren und fluten, doch es fehlt an Oberflächengewässern da. Ist schon ne gehörige Srecke bis zum Susquehanna River. Die Pipeline müßte über den Mystic Mountain rüber...und die Nachbargemeinden MtCarmel und Shenandoah wären ebenfalls betroffen, liegen in derselben Geländefurche. Den Aufwand will keiner treiben, sind eben Amis, Heimat ist denen ein Fremdwort. Gezielt die Glutnester anzubohren und per Druckwasser zu löschen hat auch keiner ernsthaft versucht. Man guckt bloß zu und hustet sich eins.

Das Problem löst sich von alleine, die Leute ziehen weg. Der "Ort" wurde doch schon vor einiger Zeit aufgelöst...nur noch ein paar ewiggestrige sind geblieben. Da wächst längst Gras drüber...
--
mfg,
gUnther
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Ich nahm Berichten zu den Kohlebraenden in China, dass es genuegt, wenn wieder Sauerstoffzufuhr an die Kohle gelangt, dass der Schwelbrand erneut aufflammt.

Vielleicht, nur gelingt es nicht, ueberall die Glut zu erreichen und so durchzunaessen, dass der Brand aus waere.

Wie der Vorgang ablief, der zum Brand fuehrte, ist bislang fuer Pennsylvania ungeklaert. Es wird auch von Selbstentzuendung gesprochen.

Ich vermute, dass selbst bei Flutung grosser Ge- biete, der Schwelbrand nicht voellig absaufen wuerde, sondern ein Verdampfen des Wasser einsetzt und der Schwelbrand lustig weiter wirkt.

Was alles versucht wurde, waere erst einmal heraus- zufinden. Mach Dich ans Werk. :-)

Ich nehme an, es wurde evakuiert.
K.L.
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Hi, nein, gelöscht ist gelöscht. Dummerweise muß man unterirdisch lange warten, bis die GLut wirklich ausreichend erkaltet ist. Mit genug Wasser geht das, aber an Wasser wird gespart. Meist versucht man bloß, alle Luftlöcher mit Erde zu füllen. Die Glut zu ersticken. Wenn aber größere Kavernen und Bodenrisse vorliegen, kommt man so zu nichts.

Man hat es nicht versucht. Um wirksam zu sein, müßte man die unterirdischen Hohlräume ziemlich füllen, dafür fehlt es aber an Wasser. Wie gesagt, der nächste Fluß ist über Berge weg.

Nee, ist bekannt. Irgend ein Dösbaddel hat eine Müllhalde angesteckt, die auf einem Flöz bzw dessen Abraum lag. So fing es an.

Nein, würde man wirklich underground alles mit Wasser füllen, das Feuer fände eben auch keinen Luftnachschub mehr. Doch in der geologischen Struktur da bräuchte man affig viel Wasser. Und eben Terassen, falls man nicht ganze Dämme quer durchs Tal bauen will.

Man hat Wasser eingeleitet, und eben die Risse mit Erde verfüllt. Wo immer Rauch aufstieg oder es höllisch roch...Flickschusterei. Inzwischen sind bereits mehrere Flöze betroffen, und da der Boden dort arg gefaltet ist, kann man schwer sagen, wohin die Glut wanderte.

Nicht direkt, die Leute bekamen "Angebote" zum Verkauf ihres Landes, und zogen weg. Soweit sie damit zufrieden waren. Die Stadt war natürlich pleite und stellte ihre Leistungen ein.
--
mfg,
gUnther
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Folglich: wer Wasser einleitet, kann nicht damit rechnen, dass das Wasser dort an- kommt, wo es hin soll.
Es muss doch eigentlich Verfahren geben, die, am Computer visualisiert, angeben, wo genau die aktuellen Brandherde im raeum- lichen Aufbau der Erdschichten liegen. Falls es sie gibt, warum werden sie dann nicht genutzt?
K.L.
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Hi, das ist korrekt. Aber auch logisch, gell? Vor jeder Aktivität muß man explorieren. Und wenn man das "sparen" will, wie es hier offensichtlich der Fall ist, muß man großflächig arbeiten. Einfach ein paar Liter mal hier, mal da reichen nicht, das gesamte Stadtgebiet muß ein (flacher) See werden, für gewisse Zeit. Selbst wenn man die eigentlichen Glutnester nicht löscht, eine genügend große Oberfläche luftdicht versiegelt ist auch wirksam. Dafür reichen dann auch "Reisterassen" und ein paar Sprengungen im Aquifer, um den Abfluß zu behindern.

Nee, gibts nicht. Guck Dir die "Geologie" mit Google an, das Gelände da ist stark gefaltet und die Flöze sind zahlreich, manche recht dünn...außerdem scheint der Boden ansonsten eher "luftig" zu sein. Die unterirdische Steinkohle ist ziemlich trocken, sonst wäre es ja auch nicht zur Ausbreitung gekommen. Anfangs gabs ja nur einen Brandherd. Doch da in alten Abbaustellen mehrere Flöse offenlagen, ist das aus dem Ruder gelaufen. Man müßte den Grundwasserspiegel zeitweise auf +1m bringen :-) vielleicht durch Einpressen von Druckwasser in den Boden. Die Vorzugsentwässerungsrichtung des Tals ist zu den Seiten, kennt man die hauptführende Schicht, könnte man diese per Sprengung verdichten und die brennende Kohle von unten wässern. Die Versuche, Erdrisse mit Oberflächenwasser zu füllen, gingen stets schief, da der Aquifer dieses Wasser schnell abführte. Eine Nebenwirkung der Faltung des Bodens, wasserführende Schichten sind ebenso steilgefaltet und reichen tief.
--
mfg,
gUnther
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Ich denke, das, was Du ueberlegst, wurde dort auch ueberlegt. Einen See zu bilden, wird man nicht erlaubt haben.

Ich denke, auch das Versinken im See erlaubt es noch, dass Sauerstoff an die Kohle kommt. Auf eine Seebildung wird man nicht gesetzt haben koennen, da die Nebenwirkungen schwer einzuschaetzen sind.
K.L.
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Hi, damals stand da eine (hustende) Stadt.

Es liegt am Wassermangel. Guck mal selbst, das ganze Tal hat praktisch keine Oberflächenentwässerung. Im Nachbartal gibts extra ein "Reservoir" für trockene Zeiten. Der Boden entwässert zu gut. Wasser aus einem Hydranten wäre nicht genug, das muß schon ne Pipeline sein, ein meterdickes Rohr vom Susquehanna River her. Und wenn man den Aquifer nicht absperrt, beginnen in den Nachbarorten allerlei artesische Brunnen zu sprudeln :-)
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mfg,
gUnther
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Am 01.03.2012 17:18, schrieb gUnther nanonüm:

Dir ist klar das Verdichtungssprengungen nur bei lockeren,, rolligen Böden funktionieren? Bei harten Gesteinsformationen erreichst Du das Gegenteil - Zerklüftung.
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Hi, ja. Aber das ist bei einer Faltung von mit Kohlenflözen durchsetzten Sedimenten eher unwahrscheinlich. Denn so alt kann Kohle garnicht sein, gell? Außerdem will man ja nicht die "vertikale" Verdichtung, sondern nur verhindern, daß sich das Grundwasser seitlich davonmacht. Es darf dabei ruhig Kavernen füllen. Je nach Geologie wird man also nicht einfach ne Bombe hinschmeißen können, sondern muß mit vielen kleinen Ladungen genug "Lockeres" vorbereiten, das dann die tieferen Klüfte füllt. So wie man das auch bei Staudammbauten in Seitentälern macht, damit der schöne Damm sich nicht über ehemalige "Quellen" entleert.
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Am 02.03.2012 00:22, schrieb gUnther nanonüm:

Wieso nicht? Was ist bei Dir alt? Reichen einige 10Mio Jahre für Braunkohle und ca. 300Mio bis 400Mio für Steinkohle? Ist Dir klar das harte Gesteinsschichten über und unter Steinkohleflöze aus zunächst lockeren Sedimenten entstanden ist? Ist Dir vorallem klar wie daraus harte Gesteinsschichten und wie aus Pflanze Steinkohle wurde? Ist Dir klar warum die Flöze, die im Ruhrgebiet sogar bis zu Tage kommen, an der Nordsee eine 1000m tief in der Erde sind?
> Außerdem will man ja nicht die "vertikale" Verdichtung, sondern nur

Klar.
> Es darf dabei

Das geht aber nicht bei spröden, harten, Gesteinen....
> das dann die tieferen Klüfte füllt.
... da diese bei geringen Tiefen keine "Fliess- und Setzverhalten" besitzen.
> So wie man das

Ich weiß nicht welches auwerk Du da vor Augen hast, kenne somit auch die geologische Struktur nicht und ob evtl. noch mit einigen 100 bis 1000 Tonnen Beton o.ä. nachverfüllt wurde.
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Glück Auf - Bodo Mysliwietz
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Am 24.02.2012 17:44, schrieb gUnther nanonüm:

Das ist der volle Irrtum. Gerade Feuchte, Sauerstoffdiffusion und vorallem eine gewisse thermische Isolierung gehören zu den Hauptgründen der Selbstentzündung von (insbesondere angefahrenen) Kohleflözen und Bergehalden.

und dann vermutlich auf ewig unter Wasser stehen lassen.
> doch es fehlt an

Weißt Du. Als man hier im Ruhrgebiet über Jahrzehnte Bergehalden aufgeschüttet hat, hat es immer wieder (viel) geregnet. Denoch oder gerade deshalb brennen diese Halden innerlich. Schleichende oxidation bei guter thermischer Eigenisolierung sind günstige Faktoren. Im nneren der Halden lassen sich Temperaturen von einigen 100°C messen. Mittlerweile gibt es Überlegungen, nach gescheiterten oder zu aufwendigen Löschversuchen, die Halden "geothermisch" zu nutzen.

Ich glaube Du hast eine flasche Vorstellung der Geländestruktur und Dimension.

Wenigstens ein ganz klein wenig recherchieren bevor Du wieder sowas sinnloses in den Newsäther setzt. Wenn wir hier in D tagesnahe Flöze der Größenordnung hätten und diese ebenfalls znächst über Jahre unbemerkt vorsichhin brennen würden, wären wir vielleicht auch nicht weiter.
Achso ja. Nicht das es sowas derzeit nicht in D gebe. Hmm, ist nur klitzeklein, brennt aber schon seit 20 Jahren. Erst jetzt wo es an eine Straße heranreicht fängt man wirklich an zu löschen. Evtl. über 2 Jahre.
http://www.n-tv.de/panorama/Im-Saarland-glueht-die-Erde-article5109911.html

Vielleicht sehen eines Tages aber Menschen die Chance die Brände dort auch geothermisch nutzen zu können. Wenn die Fläze nicht zu sehr gefaltet sind wäre es ein Option.
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Am 24.02.2012 18:22, schrieb Bodo Mysliwietz:

Im etwas weiteren Zusammenhang: http://de.wikipedia.org/wiki/Brennender_Berg
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Am 24.02.2012 18:28, schrieb Jan S@lm@r:

und wie man feststellen muß ist das auch nicht der einize Schwellbrand eines Flöz in D (z.B. Meißner Schwalbenthal).
In D ist man nur so rafinniert und macht daraus eine touristische Sehenswürdigkeit ;-)
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Glück Auf - Bodo Mysliwietz
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