Schwarzes Loch im Golf von Mexiko

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Moin!
Könnte mir vielleicht mal jemand mit ein bißchen Ahnung von Geologie und Technik Obamas derzeitiges Problem erklären?
Also:
"Da unten" enthält das Gestein Erdöl, was zwar eigentlich leichter als das Gestein und auch Wasser ist, aber wegen irgendwelcher drüberliegender Deckschichten trotzdem unten bleibt. Wenn man da dran will, muß man also ein Loch durch das Deckgebirge bohren, dann kommt's raus. Und an das Loch macht man praktischerweise auch ein Rohr mit einem Tankrüssel dran, dann kann man es hübsch abzapfen und verscherbeln.
Wenn ich das richtig verstanden habe, dann ist die Tankstelle oben ein bißchen kaputtgegangen und deswegen der Tankrüssel ab, und nun blubbert die Gülle da einfach so raus, jeden Tag tausend Tonnen, oder sowas. Da ist zwar unten noch ein Absperrventil, aber das kriegt man aus irgendwelchen Gründen (warum eigentlich?) nicht zugedreht. Und nun stellen sich mir zwei Fragen:
1. Kann man die ganze Angelegenheit nicht auf gut Amerikanisch mit einer dicken Bombe erledigen, also ordentlicher Bumms da unten, dann ist das Bohrloch zertrümmert und verschüttet, und es hört auf, zu blubbern?
2. Wenn das Öl dort das unstillbare Bedürfnis hat, rauskommen zu wollen, dann frage ich mich, ob und wie oft das auch von alleine passiert, also sowas in der Art "kleines Erdbeben macht einen Riß im Gestein, und es blubbert Öl raus und macht Naturkatastrophe".
Ich verstehe ja nun zugegebenermaßen von der ganzen Bohrerei immer nur Spritpreise, aber so ganz leuchtet mir das nicht ein, daß die Gegend da jetzt kontinuierlich geschmiert wird und man dagegen wirklich nichts machen kann, und ich weiß auch nicht so genau, warum das monatelang dauern soll, da jetzt eine Käseglocke drüberzustülpen.
Wer macht mich schlauer?
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Am 01.05.2010 00:26, schrieb Ralf . K u s m i e r z:

Bombenidee -- dann sickerts durchs zerbröselte Gestein und man kriegst nie mehr dicht.

sauteuer
Wäre 'ne Idee -- aber bei dem Druck?

ich nich
Bohrung schräg anbohren und Kittifix rein
Carsten
--
http://www.nichtlustig.de/toondb/030303.html

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Carsten Thumulla schrieb:

Der Druck mit dem das Öl 'herausschießt' kann nicht hoch sein. Habt Ihr eigentlich schonmal nachgerechnet, was 800.000 Liter pro Tag bedeutet? Das sind nur etwa 10 Liter pro Sekunde aus zusammen insgesamt drei Lecks.
Netti
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Hi, das ist ne Milchmädchenrechnung. Denn die 1.500m Tiefe hast Du dabei vergessen. Und man weiß nicht, wie die "Löcher" geformt sind, welche Viskosität das Öl hat und wie lang die derzeit noch "frischen" Löcher sind. Kann gut sein, daß diese zunehmend "freispülen" und dann erst der richtige Blas einsetzt. Das Dritte Loch spricht ja für eine zunehmende Destabilisierung des Meeresbodens, schon daß sich überhaupt soein Loch bildet, obwohl doch angeblich die Station durch einen Blowout, also eine Gasblase getroffen wurde ist kein gutes Zeichen und spricht gegen geringen Druck. Der Blowout hat vermutlich ziemliche Erschütterungen verursacht. Komisch, daß die Erdbebenwarten der Amis dazu nichts gesagt haben bisher. Wird wohl gemauert und vertuscht...
--
mfg,
gUnther
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Am 03.05.2010 01:32, schrieb gUnther nanonüm:

He, das Bohrloch ist verrohrt, da ist nichts mit "Freispülen". Die drei Löcher beziehen sich auf Lecks an Knickstellen der Rohrleitung vom Bohrloch zur Bohrplattform. Und das Öl tritt mit ca 320°C aus dem Bohrloch aus, und kommt dann mit etwa 0°C kaltem Meerwasser in Kontakt. Für weitere Informationen siehe: http://tinyurl.com/36qpjb6

André
--
André Grafe
01239Dresden 51°00'27.10 N 13°47'43.02 E
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mit einer dicken bombe eher nicht, da die bohrung verrohrt ist, und die rohre prizipbedingt einiges an druck aushalten.
entsprechende erfahrungen aus Kuwait liegen vor: es funktionierte dort relativ gut, brennende quellen auzusprengen, sie versiegten dadurch aber nicht, sondern mussten anderweitig gesichert werden.

der Asphaltsee auf Trinidad sollte eigentlich bekannt sein, es gibt noch weitere kleinere derartige erscheinungen, auch unterseeisch.
es ist allerdings prinzipbedingt sehr selten, dass sowas passiert, da bei zu duenner deckschicht die leichtfluechtigen bestandteile schon in historischer zeit ausgetreten sind, und der verbleibende rest eben nur bei krassen stoerungen austritt.
man sollte dabei nicht vergessen, dass die bohrtiefe im Golf von Mexiko irgendwo in der groessenordnung etlicher *km* liegt, und derartig tiefe spalten sind bei erdbeben eher selten. (die typischen erschlossenen quellen liegen dort zwischen 5km und 7km unter dem meeresboden, und erst letztes jahr wurde ein vorkommen in 11km tiefe erreicht)

schon das aushaerten der vorgesehenen betonglocke kann man mit rund einem monat ansetzen, dazu kommt, dass man entsprechende schwimmkraene und / oder schwerlastpontons zum transport vor ort bringen muss.
dem vernehmen nach bemueht man sich gerade, mit Saipem 7000 einen der groessten schwimmkraene in den Golf von Mexiko zu bekommen, was wochen dauern wird. eigentlich war ein einsatz dort erst fuer ende naechsten jahres geplant.
ansonsten ist es schlicht knifflig, eine kaeseglocke in anderthalb km wassertiefe zu handhaben, wenn man zusaetzlich auch noch fast nichts sehen kann, weshalb gerade auch relativ hektisch tiefseetaugliche unbemannte manipulatoren in den Golf von Mexiko verbracht werden.
--
frobnicate foo

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Hi, der Meeresboden liegt aber in 1,5km. Das ist reichlich tief, aber doch immerhin keine Gegend starker Strömungen. Und sogar relativ klar.

Diese Käseglocke ist ja auch der reine Quatsch, es geht viel einfacher. Einen "Ballon" wie einen Fangsack über der ganzen Zone aufspannen und seinen oberen Auslaß per Schlauch verlängern. Soein Ding bräuchte nur ein paar vorverlegte Bodenanker, ein Rigg würde auf den Führungsseilen "herunterrauschen", das austretende Öl verhält sich ähnlich wie heißes Wasser, es wandert in den "Sack" und sammelt sich in dessen oberen Ende...einigermaßen konzentriert. Was man bedenken müßte wäre die Temperatur, ob das Öl aushärtet, und den Gasanteil, damit der Auftrieb den Sack nicht abreißt. Immerhin käme der Ausbruch recht ungestört an der Oberfläche an und müßte dann sofort abgepumpt werden. Ich täte dazu kein sturmgehendes Oberflächenschiff nehmen, sondern eine untergetauchte Plattform, die keinem Wetter unterliegt. Immerhin ist diese Entfernung zum Land ja noch erträglich, eine "schwimmende Pipeline" von 100km wär da kein Problem.
Soein "Ölsack" wäre schnell produziert und installiert. Würde den Umweltschaden reduzieren und bei weiteren Bohrversuchen nicht stören. Einfach ein paar eiserne Bodenanker-Speere mit Schmackes rund um die Austrittszone versenken und an ihnen die Sackverspannung einklinken. Arbeit für Uboote, es geht aber auch ohne, jeder Zeltbauer kennt die Tricks.
--
mfg,
gUnther
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Moin,
gUnther nanonüm wrote:

Das würde alles wohl funktionieren können, aber eben nicht so auf die Schnelle.
Es gab mal einen Versuch, das Wasser eine Süsswasserquelle im Mittelmeer (vor Frankreich) mit so einem Trichter abzuzapfen. Der der das da gemacht hat, hat ein paar Jahre geplant und gebastelt und die Quelle war nur in einer Tiefe, bis zu der man noch problemlos tauchen und auch was sehen kann.
Quellen habe ich dazu jetzt nicht gefunden, jedenfalls hat es letztlich nicht funktioniert weil das Wasser nicht salzarm genug war, aber das spielt für den Vergleich ja keine Rolle.
CU Rollo
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Hi, naja, man hätte sowas vorbereiten können. So wie man ja auch Feuerlöscher und ne Axt mitnimmt. Wenigstens staatlich wäre soeine "Vorsorge" erwartbar, in einer Gegend, wo die Plattformen dichter stehen als bei uns die Golfplätze.

Je tiefer sowas stattfindet, desto besser, da man dann genug "Steighöhe" in soeinem Segeldom hat, in dem sich das Öl und Gas sammeln und trennen können. Das obere Ende könnte glatt wie ein Strumpf direkt in einem "Moonpool" oder einem bauchoffenen Tanker enden und von dort fast wasserfrei weitergepumpt werden. Attraktiv dabei ist, daß man sowas problemlos fast beliebig groß "skalieren" kann und mit der Mündung z.B. auch die sicher da unten ebenfalls rumliegende Plattform einkesseln könnte. Einfach genug Fittinge versenken und die Trichterstruktur darüber verankern. Netterweise gibts da im Golf nur eine schwache Strömung. Und es spricht nix gegen eine schwoofende Führung des Strumpfes zur Oberfläche. Hey, man könnte soein Gewebe gar per Roboter flicken. Dagegen eine Blechkuppel hat nur eine winzige Öffnung und geringes Volumen, die Positionierung überm Blasloch wird sich kniffelig gestalten, dazu muß es verflixt schnell gehen, da sonst die Kuppel mit Gas und Öl gefüllt ist, bevor sie am Boden dicht schließt, und der "Überschuß" jede Sicht verhindert. Aber vermutlich denkt BP an langfristige "Nutzung" des Bohrlochs mit der Blechtasse darüber und schert sich nicht um die Folgen, mit der am Boden dicht aufsetzenden Tasse wird das Leckageöl ja ziemlich wasserfrei sein und direkt zur Raffinerie können. Da ist denen ein bißchen Verzug wurscht, sind ja nur Vögel, Fische und Urlauber betroffen. Mit der Verankerung soeines "Zeltes" könnte man sofort beginnen, die Lage der Blaslöcher genau bestimmen, rundherum eiserne Anker ablegen und mit Bojen versehen, an deren Seilen der Tragrahmen (eine quadratische/gelenkige Brückengitterkonstruktion mit Schwimmtanks) dann abgesenkt würde. Bis soeine 1500m-Konstruktion genäht ist, wirds was dauern, keine Frage. Stabile "Fischernetze" der Größe gibts jedenfalls am Meter in der Tiefseefischerei. Wir brauchen da nur die passende "Maschenweite" auf Null zu stellen.
Eine weitere Maßnahme sollte ebenso sofort beginnen, nämlich eine größere "Lagune" da unten mit einem Deich versehen und als Groß-Ölabscheider herrichten. All das schwimmende Öl muß so schnell wie möglich konzentriert werden, dafür braucht man kurzfristigen Lagerraum in gewaltigem Ausmaß. Am besten eine Lagune von Quadratkilometern, mit einem einigermaßen sturmfluthohen Deich. Und Rohrleitungen dahin von den Außmaßen, die man für Sandspülungen benutzt, davon gibts auf der Welt etliche hundert Meilen, die gilt es kurzfristig zusammenzukratzen samt ihrer Pumpen, um die anschwimmende Ekelkotze gleich zentral aufzustocken. Schlägt die Kotze an die Küste, wird da jedenfalls mehr gleichzeitig aufschlagen, als man sofort abpumpen kann Soeinen Ölteich kann man dann wie einen Langzeitabscheider halbwegs effizient entölen. Immerhin werden es einige hunderttausend Kubikmeter Öl werden. Aber da das US-Pioniercorps sich bei Katrina noch nicht genug blamiert hat, wird man auch hier wohl wieder abwarten, ob nicht der nächste Frühjahrsorkan das Problem erledigt.
Und fast last sollte man derzeit ungenutzten Tanker-Raum versammeln, als Zwischenlager für das auf See aufgenommene treibende Öl-Wasser-Gemisch. Dafür wird man sicher einige Dutzend handige Tanker brauchen, die ihre "Beute" von jeder Öllache schnellstmöglich die Mündung rauf zur Abscheidestelle bringen können. Mit deren Bau gehört sich ebenfalls schnellstmöglich begonnen. Wetten, daß nix passiert? Tanklager gibts genug, Platz auch, aber alle werden zugucken....mindestens bis Miami zugeteert ist.
--
mfg,
gUnther
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Am 02.05.2010 23:50, schrieb Roland Damm:

Warum eigentlich nicht? Es geht im Moment doch nicht darum, das Öl vor Verunreinigungen zu schützen, sondern es vor der unkontrollierten Ausbreitung zu bewahren.

Das Projekt ist mir bekannt. Dabei geht es darum, wirklich nur Süßwasser zu haben, das sich möglichst nicht mit dem Meerwasser vermischen sollte.
Im konkreten Fall sind die Anforderungen erst mal weit weniger streng. Man ist schon froh, wenn sich das Zeug nicht weiter ausbreitet. So gesehen finde ich gUnthers Vorschlag durchaus gut. Nur würde ich da weniger auf Ballons setzen, sondern eher an einen langen Schlauch. 1,5 km lang kann ja nicht soo schwer sein. Als Schlauch hätte ich mir sowas Ähnliches vorgestellt, wie die Folienschläuche in Bier- und Messezelten, durch die warme Luft zum Heizen geblasen wird. Produktionszeit maximal drei Tage. Was oben ankommt, wird abgesaugt und kommt in einen Ölabscheider an Bord eines darüber liegenden Schiffes. Die Ballonlösung wird man nur brauchen, wenn die Strömung so groß ist, dass sich der Schlauch auf und davon macht.

Es laufen mehrere Versuche. Nicht nur im Mittelmeer.
--
Servus
Christoph Müller
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begin quoting, Christoph Müller schrieb:

[...]
Ob man das mit so einem Textilzeugs machen kann, würde ich auch mal sehr bezweifeln, aber grundsätzlich sollte das Verfahren schon funktionieren. Ich verstehe wirklich nicht, was die denn wegen eines Eimers Öl pro Sekunde rumrennen wie die aufgescheuchten Hühner und nichts auf die Reihe kriegen.
Da muß ein Deckel drauf - nicht gerade ein Zelttuch, aber vielleicht 1 cm Stahl. Uhrglasförmig mit 200 m Durchmesser wären das ca. 2500 t - das dauert doch nicht wochenlang, das läuft doch wohl binnen Tagen aus den Stahlwerken vom Band und läßt sich auch auf hoher See zusammenschweißen - he, sind die USA eine Supermacht oder eine Bananenrepublik? Paar Schwimmkörper dran, dann ist der Deckel schwimmfähig und kann an die Unfallstelle geschleppt und dort dann abgelassen werden.
Die gesunkene Bohrinsel ist sicher nicht die einzige in der Gegend - man nehme die nächste passende, lasse die ihr Grundventil kontrolliert zudrehen und die Leitung nach oben am Grund kappen, dann wird die an den Unfallort geschleppt (sollen die Amis doch einen Flugzeugträger vorspannen, wenn sie sonst nichts Geeignetes als Hochseebugsierfahrzeuge haben), dort an die inzwischen auf den Grund abgelassene Deckelplatte angeschlossen, und fertig.
Ich neige inzwischen auch der Ansicht zu, daß es dort nur um Mammon geht und die Bohrstelle möglichst kostengünstig saniert werden soll und die Umwelt den Ölbaronen scheißegal ist, sonst könnte man die Austrittstelle(n) doch wirklich einfach zuschütten oder zusprengen. Es wäre gut, wenn Leute, die von der Materie mehr Ahnung haben als ich, die Sache öffentlich machen würden, damit die Welt merkt, daß sie verarscht wird.
Gruß aus Bremen Ralf
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Moin,
Ralf . K u s m i e r z wrote:

Denke auch, dass das die Meeresströmung einfach wegbläst.

Wie? Wie biegt man Stahlbleche auf hoher See? Kennst du eine Firma, die mitten auf dem Atlantik ein Schiff betreibt, welches das Equipment einer Werft hat? Und dann brauchst du nur noch einen Kran mit 100m Ausleger. Klar, kein Problem....

Wo gibt's solche Schwimmkörper? Ja sicher, irgendwo wird das Militär wohl Schwimmbrücken rumfliegen haben. Dann muss man die Schwimmkörper nur noch transportieren. Also braucht man ein Schiff. Das gibt es auch irgendwo. Braucht nur ein paar Tage bis es da ist um die Schwimmkörper einzuladen. Und dann noch mal ein paar Tage zum Ziel.

Ach so, 2500t Stahl mal eben ablassen. Wenn der Kranfahrer Glück hat, reißen nur die Seile, an sonsten lässt du den Schwimmkran gleich mit ab.

Ach so, das auch noch. Sorry, aber dieser Eimer pro Sekunde gefährdet nicht im nötigen Maße die amerikanische Sicherheit, dass das das Abkommandieren eines Militärschiffes rechtfertigen würde, - so schätze ich zumindest die Meinung des amerikanischen Militärs ein.

Auch wenn ich deine optimistische Meinung zum Thema wie man das Problem löst nicht teile, aber da hast du wohl recht. Wenn Obama sagt, dass BP dafür zahlen soll, dann habe ich auch meine Zweifel. Es wird auf Zeit gespielt um die Sache im Sand verlaufen zu lassen, am Ende zahlt BP dann vielleicht den Einsatz des einen oder anderen Schiffes, aber sicher kaum den echten entstandenen Schaden.
Ach übrigens zum Thema mal eben auf die Schnelle abdichten: Kennst du diese Geschichte? http://de.wikipedia.org/wiki/Schlammvulkan_auf_Java
CU Rollo
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'biegen' muss nicht sein, das teil kann ruhig kantig aussehen. die bleche zu kaufen und zu brennen duerfte aber auch schon wochen in anspruch nehmen, das zeug fliegt ja normalerweise nicht irgendwo in der ecke der halle herum.
es gibt vieleicht drei oder vier kraene, die dafuer in frage kaemen, aber die haben keine anderthalb kilometer langen trossen.
von daher ist das schon ein recht unangenehmes problem, egal ob nun beton oder stahl genommen wird.
dazu kommt, dass der boden da unten ein wenig heikel ist, namentlich Methanhydrat schon bei den urspruenglichen bohrungen genug stress machte. inwiefern eine glocke da ueberhaupt einen stabilen stand bekaeme, selbst nachdem irgendwer eine elegante idee hatte, das noch verbliebene restgestaenge abzutrennen, ist ja extrem fraglich und wird derzeit einer ganzen horde von leuten schlaflose naechte bescheren.

schwerlastpontons ohne antrieb gibts auf dem Mississippi zuhauf, leider halt ohne antrieb, nicht hochseetauglich und ohne winden. die muesste man halt 'mal eben' einkaufen, ausruesten, ein paar passende schlepper finden und schon geht es los...

das hauptsaechliche problem duerfte es sein, ueberhaupt mal eine passende zahl hochseetauglicher schlepper zu bekommen. so ein flugzeugtraeger ist natuerlich eine ganz putzige idee, hat aber konstruktionsbedingt groessere probleme, locker flockig ein seil an den hintern zu bekommen.
zwei der ueblichen verdaechtigen aus dem bergungsgeschaeft sind aus der Nordsee bereits unterwegs und werden mitte naechster woche vor ort sein.
ist ja auch ein bisserl zockerei, die bergung der versunkenen plattform verspricht selbst dann satt kohle, wenn man nicht fuer hilfsdienste benoetigt wird. (zockerei, weil die charter fuer so einen trip von zwei schleppern hin und zurueck, ohne dass die auch nur irgendwas tun, nicht weit von einer Mio EUR entfernt sein duerfte)

man wuerde vor allem keinen traeger dafuer nehmen, sondern wenn ueberhaupt irgendwelche tender. selbst die sind aber ungeeignet genug, um es besser gleich bleiben zu lassen.

dass die 'umweltschaeden' von BP nicht vollstaendig bezahlt werden koennen, duerfte eigentlich jedem klar sein, auch Obama. aber selbst die ganz normalen bergungskosten duerften recht fix in einem bereich landen, der auch fuer eine derart grosse bude bedrohlich wird.
--
frobnicate foo

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Hi, ach je, die sind versichert, und die Versicherungen wiederum rückversichert...bei den Banken. Ich vermute stark, daß Obama die allerletzte Versicherungsmasche selbst verstaatlicht hat...den Schaden bezahlt, wie immer, der Steuerzahler. Und BP erhöht die Spritpreise, um die Schäden zu bezahlen, und die Konkurrenz zeigt "Solidarität". Wetten? Was noch fehlt ist ne Werbekampagne der Art "Ich fahre SUV, weil meine Suffkarre mit dem Spritgeld hilft, die ölpest zu bekämpfen. Amerikaner! Zeigt, daß Ihr auch sauber denkt, und tankt BP-Super! Yes we canned (the gulf)"
--
mfg,
gUnther
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Hi, am Boden ist die Strömung gering, und das "Zelt" muß ja nur einige dutzend Meter hoch abstehen, um all das Gerümpel und die abgesackte Plattform abzudecken. Darüber kann der Querschnitt auf vielleicht 20m Durchmesser verkleinern, dazu ist das keine starre Röhre, der Gewebe-Schlauch wäre schlaff und dürfte mit der Strömung "wehen". Am oberen Ende brauchts natürlich ein "Reservoir", in dem Tankschiffe ihre Rüssel versenken können. Nimmt man als Frontend einen fetten Supertanker, ist sogar der Seegang eher unwichtig, solange der seine Position halten kann.

Dafür gbits Werftplattformen, die hier gesunkene war eigentlich auch soeine, zur "Exploration" gedacht. Die hätte sowas selbst aufriggen können.

Eben, mit Gewebesäcken geht das fixer, da reicht ein Heli.

Das mit soeinem Stahldeckel ist kniffeliger. Das muß beobachtet werden, da werden da unten mindestens 3 Kameras gebraucht. Und ob die Sicht reicht? Auch muß diese Kuppel am grund dicht schließen...sonst quillts einfach aus den Lücken.

Diese anderen Plattformen gehören auch Firmen...die müßtest Du schon beschlagnahmen lassen, was offshore garnicht so einfach ist. Eine zu versetzen geht ja noch, aber genau das versucht BP ja schon, und rechnet mit Wochen....

Doch, das "zahlen die" Warum auch nicht? Dann reichen die die Rechnung an ihre Versicherung weiter...und die vermutlich letztlich an den Finanzminister von Obama. Denn dessen "Privatbank" ist vermutlich inzwischen frohlockender Inhaber einiger hochverzinster Wertpapiere....irgendein hhochkochendes Optionsscheinanekdotenderivat von GoldmanSux...
--
mfg,
gUnther
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begin quoting, Roland Damm schrieb:

Gar nicht. Eine Stahlscheibe von 10 mm Stärke und 200 m Duchmesser ist ungefähr so stabil wie ein Blatt Papier. Die Blechabschnitte werden einfach an den Kanten miteinander verklammert und dann verschweißt, und fertig.

Hängt von der Größe der Werft ab. Die Dinger, die die Ölplattformen bearbeiten, können auch Blechstücke verschweißen, sogar unter Wasser.

Nee, wozu? Ich brauche lediglich ein Schiff mit 2500 t Tragfähigkeit, also einen kleinen Seebäderdampfer.

Die werden aus dünnem Blech zusammengeschweißt. Gitterrost aus Baustahlmatten in die Form eines Containers bringen, Dünnblech drauf, anpunkten, Kanten zuschweißen, und fertig. Davon stellt ein Mann am Tag fünf Stück her. Die brauchen doch bloß sechs Wochen lang maximal halten bzw. für die Dauer des Seetransports, bis sie dann an der Unfallstelle kontrolliert geflutet werden, damit die Abdeckscheibe auf den Grund abgesenkt werden kann - an ein paar Seilen natürlich. (Ok, da müssen noch Preßluftbehälter dran, um den Auftrieb mit zunehmender Wassertiefe aufrechterhalten zu können, denn geflutet werden dürfen die Schwimmkörper erst, wenn der Deckel genau dort liegt, wo er hinsoll, und ohne hinreichenden Gegendruck werden die Lufttanks zusammengefaltet wie leere Milchpackungen unterm LKW-Reifen. Also braucht man wohl 1500 m Druckschlauch, der beim Absenken ziemlich viel Luft in den Klapperatismus reinbläst.)
Nun gut, sie haben jetzt ihre "maßgeschneiderte" Abdeckkappe, und das ging dann ja doch relativ fix, also ist die Uhrglasmethode wohl obsolet.

Ein paar Tage braucht sowas immer mindestens.

Wo Problem? Der Stahl kann doch schwimmen.

Kranfahrer? Was denn für ein Schwimmkran? Da gibt es ein halbes Dutzend normale Schiffe rund um die in 50 m Tiefe schwimmende Stahlplatte herum, und die halten die Platte mit ihren Ladekränen in Position, während sie praktisch schwerelos zum Meeresgrund absinkt. Ok, die Schiffe brauchen jeweils ca. 10 km Stahlseil (normale Querschnitte, fingerdick, also nichts Dramatisches), weil sie die Platte im wesentlichen in der horizontalen Richtung bugsieren müssen - oben drüber fährt noch ein Kommandoboot, daß die Aktion koordiniert und den Preßluftschlauch beim Tauchen abspult und die erforderliche Auftriebskompensation abwickelt.

Damit wirst Du wohl vollkommen richtig liegen.

Wir hatten noch gar nicht das Thema, wann und wie Deutschland mal wieder für die Schweinerei bezahlen soll.

Naja, aber was hat das mit dem BP-Öl im Golf von Mexiko zu tun? (40 m hohe Mauer ist doch Schwachsinn: Das gibt selbst bei schwerem Auswurf maximal 10 bar Druck auf das Austrittsloch, und die kriegt man auch anders hin.) Das Ding spuckt also bis zu 200.000 m^3 pro Tag, also 2-3 m^3/s. Hm, ließe sich wahrscheinlich abstellen, wenn man auf die Austrittsstelle so ungefähr 1000 t flüssigen Stahl auf einmal draufgießen würde - der Tropfen würde dann auch gegen den Schlammstrom in das Austrittsloch absinken, sich verfestigen und das verstöpseln. Eine andere Möglichkeit wäre, den Schlammvulkan in 200 m Tiefe von der Seite anzubohren und dann irgendwann 10 m^3/s Eiswasser mit Sand und Kies hineinzupressen - das kommt dann zwar oben wieder raus, aber wenn man Glück hat, wird der Schlamm durch die Kühlung so zäh, daß sich die Förderstelle dichtsetzt.
Das Hauptproblem ist wohl auch dort, daß die Betroffenem niemandem wichtig genug sind, ernsthaft etwa zu unternehmen. So wahnsinnig teuer wäre das "Zueisen" gar nicht: Man müßte dicht bei der Austrittstelle eine Art Hochofen hinstellen, der feuerfeste Wände hat und für ein paar Tage 10 bar oder sowas verträgt. Der wird dann mit 1000 t grob gehacktem Eisenschrott (Materialwert ungefähr eine halbe Million Euro plus Transport) gefüllt und dann mit eingepreßtem Rauchgas beheizt, bis der Brei flüssig ist, und dann Anstich und raus damit. Mehr als 5 Millionen sollte die ganze Aktion nicht kosten, aber das will wohl auch keiner zahlen.
Gruß aus Bremen Ralf
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Hallo,

Ähem, sehe nur ich da ein Problem oder liege ich völlig falsch? Wenn in dem Schlauch 1,5km Ölsäule steht und außenrum Wasser ist, dann hat das Wasser in 1,5km Tiefe einen Druck von 150bar, das Öl im Schlauch aber deutlich weniger, vielleicht 100bar (wegen Dichte). Der Schlauch würde da unten also einfach zerquetscht werden.
... oder habe ich da was falsch verstanden?
Klar, der Schlauch ist unten offen und deshalb herrscht unten im Schlauch auch 150bar. Aber der Wasserdruck nimmt nach oben schneller ab als der Öldruck im Schlauch, was zur Folge hat, dass das Öl oben rausschießt und unten Wasser nachzieht. Macht man dagegen oben dicht, platzt unten der Schlauch. Ich denke, das mit dem Schlauch geht wegen den unterschiedlichen Dichten und dadurch unterschiedlichen Drücken prinzipiell nicht.
Michael
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begin quoting, Michael Rübig schrieb:

Schade, daß das nicht klappt, sonst hätte ich jetzt einfach mal die hydraulische Bremse erfunden.
Gruß aus Bremen Ralf
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Hi, irgendwie schon. Druck in und um einen schlaffen Gewebeschlauch unterschiedlich hoch? Wie das? Dafür sind Rohre erfunden worden. Klar kann ein Schlauch keine 150bar Innendruck standhalten, aber solange das Öl einigermaßen rein an die Oberfläche kommt, belastet es hauptsächlich dynamisch, durch Reibung. Der obere Schlauch würde alleine durch die Ölfließreibung schon an seinen Fundamenten zerren. Und am oberen ende müßte man das "Bassin" stets gut leerpumpen, damit kein Öl-Blob den von Dir gefürchteten Innendruck aufbaut. Einige Meter "Öl-Tiefe" sollten aber machbar sein, ausreichend für eine ordentliche und nahezu wasserfreie Abpumpe in Tankschiffe.
Erotisch an der Idee ist, daß man unter der "Segelglocke" weiterhin mit den anderen Tricks arbeiten könnte, also Roboterboote, Rover, irgendwelche Betondeckel...alle Leckage geht "vertical" und wird vor einer wilden Verschleppung konzentriert...

Komisch, muß mir mal überlegen, ob ich das dem Reusenfischer erzähle. Dessen Reusen glauben scheinbar immer noch dran. Übrigens fast alle Fischernetze tun ähnliches...
--
mfg,
gUnther
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Am 09.05.2010 10:19, schrieb gUnther nanonüm:

Eben, da ein Schlauch keinen Druck aushält, wird dieser entweder zusammengequetscht oder er platzt. 1,5km Ölsäule und 1,5km Wassersäule haben definitiv einen anderen Druckgradienten. Wenn Du den Schlauch oben zu machst, dann hast Du in 1000m Tiefe im Schlauch um die 85bar, um den Schlauch rum aber 100 bar. Was passiert? Der Schlauch wird einfach zusammengedrückt und nichts geht mehr durch. Lässt Du den Schlauch dagegen oben offen, führt die Konvektion dazu, dass das Öl sehr schnell im Schlauch aufsteigt (Kamineffekt) und unten Wasser nachzieht. Da der Druckgradient im Öl immer anders ist als im umgebenden Wasser wird der Schlauch irgendwo zusammengedrückt werden oder woanders platzen.

Erstens sind Reusen und Netzen nicht wasserdicht und zweitens hast Du innen uns außen das gleiche Medium und drittens baut man damit keine Gebilde, die durch 1500m Wassertiefe hindurchreichen.
Du kannst doch nicht einfach Äpfel mit Karotten vergleichen.
Michael
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