Schwarzes Loch im Golf von Mexiko

Hallo Retter der Welt,


Trotzdem gilt immer noch die Physik, die Du geflissentlich ignorierst. So lange die durschnittliche Dichte des Mediums im Schlauch niedriger ist wie außen rum, wird der Schlauch wegen unterschiedlicher Druckgradienten kollabieren. Dein Argument, dass ein Schlauch unterschiedliche Drücke erst gar nicht zulässt ist zwar richtig. Genau das führt aber dazu, dass er zusammengedrückt wird,um den Differenzdruck auszugleichen. Das geht so lange, bis der Schlauch kein Volumen mehr hat, dann gibt es auch keine unterschiedlichen Drücke mehr und es geht auch nichts mehr durch.
Versuche mal, einen mit Luft gefüllten Schlauch (weniger dichtes Medium) in Wasser einzutauchen. Nimm aber keinen Gartenschlauch sondern z.B. ein aufgeschnittenes Kondom oder sonstwas weiches. Wenn der Schlauch oben offen ist, wird die Luft nach oben entweichen und der Schlauch einfach kollabieren. Wenn er auch unten offen ist, wird er sich vollständig mit Wasser füllen. Das Öl kannst Du mit einem Luftblasengenerator simulieren. Sobald im Schlauch auch Luftblasen enthalten sind, wir er kollabieren.
Du übersiehst auch, dass Meeresströmungen in unterschiedlichen Tiefen unterschiedliche Richtungen haben können. Die dabei auftretenden Kräfte sind gewaltig und würden ein Segeltuch einfach zerreißen.
Die reale Welt ist nicht so einfach, wie Du Dir das vorstellst.
Michael
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Hi, zu ignorieren scheinst Du hier einiges...oder nicht weiterdenken. Wie oft noch soll ich auf "schlaffem Schlauch" bestehen?

Was soll das denn für eine seltsame Denke sein? Ein schlaffer Schlauch mit einem weitgehend inkompressiblen Medium innen UND außen kollabiert nur bei einem Volumenverlust "innen". Wohin "entschwindet" solches Schlauchinnenvolumen (hier presumly das Öl) denn? Rrichtig, nach oben...und von unten kommt "frisches" nach...

Irgendwie verstehe ich die Welt nicht mehr. Seit wann sperren Feuerwehrschläuche die Pumpen ab? Und wieso hat die Feuerwehr dann diese blöden Sperrventile dazwischen? Würde es nicht reichen, einfach die Düse abzuschrauben, und der dann offene Schlauch würde "leerlaufen und verstopfen"? Stattdessen glaube ich eher an Slapstickfilme und einen "Schlauchtanz"....

Irgendwie verstehe ich Dich nicht. Wohin etwa "verschwindet" denn das Öl/Wasser-Gemisch, das da vom Grund herauf ständig in den "schlaffen Schlauch" hineinsteigt? Gibts da ein Wurmloch im Meer?

Klar, sieht man ja daran, daß z.B. Ankerseile unmöglich sind. Denn der Golfstrom reißt soein dünnes Seil einfach ab, wenn man es im Steinhuder Meer zum Festmachen eines Schlauchbootes benutzt. Immer mehr bezweifel ich, daß Du darüber richtig nachdenkst. Wie etwa kommen wohl die Rover ans Bohrloch? Würden deine "gewaltigen Kräfte" deren Kabel nicht einfach abreißen?

Eher ist die reale Welt einfacher, als Du Dir das Dir vorzustellen Dich verweigerst. Wie "stark" die Strömungen sind, kannst Du gut an der Ausdehnung der Ölwolken sehen....das sind lokal nur Dezimeter/Sekunde...welche Kräfte wirken auf einen schlaffen Schlauch, der flach mit soeiner Strömung "mitweht", eigentlich ein? Das ist popelige Reibung...ein Tiefseefischernetz, das in 4000m Tiefe schneller als ein Fisch schwimmen kann über den Grund gezogen wird, hält das eigentlich weniger aus?
--
mfg,
gUnther
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Am 19.05.2010 23:05, schrieb gUnther nanonüm:

Genau, es wird unten angesaugt. Versuche mal mit einem "schlaffen Schlauch" was anzusaugen. Der Schlauch kollabiert dabei. Aber ich glaube nicht, dass Du das verstehst.

Bei der Feuerweht herrscht im Schlauch ein Überdruck, bei Deinem Szenario herrscht im Schlauch ein Unterdruck. Das ist was völlig unterschiedliches.

Es schießt oben raus, wegen der geringeren Dichte. Und wenn Du oben zumachst, entstehen oben einige Bar Überdruck. Bei 1500m Wassertiefe einer Wasserdichte von ca. 1 und einer Öldichte von ca. 0,85 sind das 22,5 Bar. Wenn Du nun oben aufmachst, dann schießt das Öl oben raus und der Druck sinkt. Gleichzeitig sinkt der Druck im Schlauch alle 10m um 0,85Bar. Der umgebende Wasserdruck steigt aber um 1Bar alle 10m. Ab der Tiefe, in der der Wasserdruck höher ist, als der Schlauchinnendruck, wird der Schlauch kollabieren.
oben offener Schlauch:
1bar _________ __________ | | 10m | 1,85bar | 2bar | | 20m | 2,70bar | 3bar | | 30m | 3,55bar | 4bar
1500m | 129bar | 151bar -> Schlauch wird zusammengedrückt
oben geschlossener Schlauch (mit dünner Absaugung des Öls):
_____________ ________________ | | 10m | 24,35bar | 2bar -> Schlauch platzt
1480m | 149,30bar | 149bar | | 1490m | 150,15bar | 150bar | | 1500m | 151bar | 151bar
Wenn im Schlauch aber 99% Wasser sind und nur 1% Öl, dann wird das ganze vielleicht beherrschbar, da der Dichteunterschied sehr gering wird. Man müsste dann oben am Ausgang den Durchfluss so einstellen, dass eben die gewünschte Menge Wasser mit eingesaugt wird.
Ein oben komplett offener Schlauch wird aber definitiv nicht funktionieren.

Genau, ein Ankerseil hat den gleichen Wasserwiderstand wie Dein schlaffer Ölschlauch.

Mit Kabeln mit geringem Querschnitt und damit geringem Wasserwiderstand.

Durch ein Fischernetz kann das Wasser aber hindurchströmen, durch Deinen Schlauch nicht.
Ich kenne mich mit der theoretische Hydrodynamik nicht gut aus, aber um eine Abschätzung zu machen: Um ein Paddel (vom Paddelboot) mit 10cm/s durchs Wasser zu ziehen, benötige ich geschätzt 1N. Mein Paddel hat dabei eine Fläche von 0,03m² Annahme: Dein Schlauch ist 1500m lang und 2m im Durchmesser. Das ergibt eine Querschnittsfläche von 3000m².
Mein Paddel erzeugt eine Widerstandskraft von ca. 33N/m². Bei Deinem Schlauch sind das dann 33N/m² * 3000m². Das sind dann 100000N.
Das könnte vielleicht wirklich noch gehen. Aber das war nur ne ganz grobe Schätzung. Und wenn es dumm läuft drückt auch der Strömungswiderstand den Schlauch platt.
Der Widerstand steigt im Quadrat mit der Geschwindigkeit. Bei 1m/s hast Du dann schon die 100fache Kraft.
Michael
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Michael Rübig schrieb:

Hallo,
bei der Feuerwehr kennt man dieses Problem wenn man zwischen zwei Stücke Schlauchleitung eine Pumpe zur Druckerhöhung dazwischen setzen muß. Die muß dann mit "Gefühl" gefahren werden, nur soviel das der Schlauch auf der ansaugenden Seite nicht zusammenfällt. Solange dort der Druck noch höher ist als der umgebende Luftdruck geht es. Aber man muß halt aus der langen Schlauchleitung angeschlossen an einem Hydranten am Ende eines langen Rohrnetzes möglichst viel Durchfluß herausholen um den Brand möglichst schnell löschen zu können.
Bye
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Moin,
Uwe Hercksen wrote:

Man wird aber aus dem Schlauch immer mindestens so viel herausholen, wie man herausholen kann, wenn man die Zwischenpumpe nach Gefühl optimal fährt, selbst dann wird noch genau so viel Wasser ankommen, wenn die Pumpe maximal läuft.
Natürlich klappt dann der Schlauch immer wieder mal zusammen aber er wird durch das ankommende Wasser ja gleich wieder aufgepustet.
Das eigentliche Ärgernis dabei ist höchstens, dass die Pumpe das nicht so mag, wenn sie einen pulsierenden Wasserstrom zugeführt bekommt. Und das Oszillieren des Drucks mögen die am Strahlrohr sicher auch nicht.
Hier geht es aber um den Fall bei dem oben sowieso nicht gesaugt wird, sondern wie bei einer weichen schwimmenden PÖlbarriere einfach nur abgepumpt wird, was oben von alleine herauskommt. Also oben offen, kein Sog.
CU Rollo
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begin quoting, Roland Damm schrieb:

Das ist schlicht ein Fehlschluß. Ein Volumen um einen aufsteigenden Öltropfen herum hat im Mittel eine geringere Dichte als Meerwasser ohne Öltropfen, deshalb zieht der aufsteigende Öltropfen allein durch seine geringere Dichte einen Sog hinter bzw. unter sich her, der zu einem lokalen Unterdruck führt. Wenn man die Bahn der aufsteigenden Tropfen also mit einem "Kamin" einhüllt, dann wirkt auf den von außen ein Druck, dem er widerstehen können muß oder zusammenfallen wird. (Was um Himmels willen wenn nicht ein Druckunterschied soll den die aufsteigende "Strömung" wohl sonst antreiben?) Wenn Du das nicht glaubst, dann besorg Dir ein bißchen Foliennschlauch, opfer eine Flasche Salatöl und bau Dir ein Funktionsmodell.
Eine andere Frage ist, ob der Druckunterschied nicht relativ leicht beherrschbar sein sollte, beispielsweise durch Verstärkungsringe in Abständen. Vorstellbar wäre, daß der Tuchschlauch nicht durchgeht, sondern aus Abschnitten besteht, die nach Art einer Trichterkette zusammenhängen
(so:
~~~~~o o~~~~~ | | | | | | / \ | | | | | | / \ | | | | | | / \ | | | | | | / \ ),
dann kann nämlich von der Seite her Wasser eindringen und den Druckunterschied ausgleichen, und die Ringe brauchen kaum Kraft aufzubringen. Bleibt das Problem, daß die Strömung daran recht heftig zerrt.
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Ein Hahn, der oben am Ausgang den Gegendruck hydrodynamisch aufbaut, sprich eine einstellbare Drossel. Allerdings muß der Schlauch dann am oberen Ende über 200bar widerstehen. Den kann man dann getrost als Rohr betrachten.
--
Gruß, Raimund
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Hi, es gbit keinen Druckunterschied. Stell es nach, nimm eine alte Socke, schneide die Zehen ab und schmeiß den "Schlauch" ins Wasser. Platzt der irgendwo? Der wird bloß naß...das Öl darf eben nur keine kleineren "Brocken" haben als die Maschenweite des Gewebeschlauchs erlaubt. Dann kann der Sog einerseits den Schlauch "nachsaugen", andererseits aber auch Wasser nachziehen...und oben dann umgekehrt.
--
mfg,
gUnther
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Das ist weit weg von der Simulation der vorgeschlagegen Ölaufstiegführung.

Das Gemisch enthält alles von CH4 bis Teerklumpen.

Welcher Sog ohne Druckunterschied? Gibt es nun einen Druckunterschied, oder nicht?

--
Gruß, Raimund
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Hi, aber nahe dran an der Vorstellung, ein schlaffer Schlauch aus wasserdurchlässigem Gewebe würde durch den Innendruck platzen...

Ja, aber es ist eben ein Gemisch...und darf es auch bleiben bis zur Oberfläche. Es sollte sich nur nicht ausbreiten, "Wolken" bilden oder treibende Öllachen. Schon begrenzt innerhalb eines kaum schiffsbreiten "Rings" an der Oberfläche auftauchen, idealerweise innerhalb eines Tankers oder Schwimmdocks.

Nun, wenn Öl nach oben steigt, wird es zweifellos Wasser nachziehen...aber das mag ruhig von außen durchs Gewebe nachströmen. Innerhalb des Schlauchs soll es keinerlei Meeresströmung geben, so eng müßten die Maschen schon sein...aber der Schlauch muß z.B. keineswegs senkrecht gespannt stehen, der dürfte um Kilometer länger sein, um bei Sturm oder Manövern dem Endstück Platz zum Schwojen zu geben. Macht ja nix, solange das Öl darin nicht entkommt, und einigermaßen flüssig bleibt. Idealerweise täte man eine "evakuierte Saugglocke" oberhalb des Meeresspiegels andocken, das Öl/Hydrat/Wasser-Gemisch würde darin aufsteigen und sich innerhalb soeiner "Säule" trennen. Den obersten Überstand pumpt man ab...
--
mfg,
gUnther
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begin quoting, Raimund Nisius schrieb:

Nein, der Druckunterschied verteilt sich durch den Strömungswiderstand über die gesamte Länge, so daß überall der annähernd gleiche geringe Druckunterschied zwischen innen und außen besteht. Und den kann man mit leichten Versteifungen (Ringen) abfangen. Bestimmungsgemäß eingesetztes Segeltuch muß immerhin auch schon einen hübschen Druckunterschied vertragen.

Ok, *eine* Drossel alleine bringt es wohl nicht, aber eine leichte Androselung kann jedenfalls verhindern, daß der Schlauch kollabiert - was aber, wie geschrieben, nicht so schlimm wäre, weil er sich dadurch eben erwünschterweise selbst über die ganze Länge androsselt.
Gruß aus Bremen Ralf
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Moin,
Ralf . K u s m i e r z wrote:

Na und? Dann fällt er halt zusammen. Was passiert dann? Man einen schlaffen platten Schlauch und mittendrin ist ein Blub aus Öl. Was wird der tun? Eben, einfach aufsteigen. Im Schlauch. Auch wenn der Schlauch vor und hinter dem Blub platt ist, das stört eigentlich niemanden.
CU Rollo
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*Roland Damm* wrote on Fri, 10-05-21 23:27:

Eben. Die mittleren Strömungsverluste steigen und es fließt im Mittel weniger durch. Also das Gegenteil des von Dir unterstellten.
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Hi, das "Öl" wird nicht "angesaugt", das perlt da aus dem Bohrloch und steigt dann nach oben...da es deutlich weniger dicht ist als Meerwasser von 4°C. Und sein Auftrieb würde daher "meinen Segel-Dom" aufblähen wie einen Heißluftballon. Dessen einziger Ausgang nach oben wäre mein "schlaffer Schlauch"...in dem es aufsteigen könnte nach Belieben. Wo soll da etwas "zusammengepreßt" werden?

Wenn Du das obere Schlauchende genügend hoch über die Wasseroberfläche hältst, steigt das Öl bis zu jeder Höhe, die dem Druck im Schlauch entspricht. Ideale Bedingungen also für das wasserarme Abpumpen in Lagertanks.

Ich schrub doch gerade deshalb, das der Schlauch oben offen bleiben muß. Da kommt doch ein erheblicher Gasanteil mit raus...die Hydrate, dazu Erdgase...

Nö, einfach genug Platz vorhalten, daß sich aus den kleinen Ölblasen eine gewaltige Art "Fettauge" bilden kann. Und das dann abpumpen.

Solange er in einem Lagertank auf Meereshöhe endet, wieso nicht? Wichtigstes Ziel ist doch, daß die Ölmenge einigermaßen konzentriert ankommt und direkt in Tanks gepumpt werden kann. Probleme gibts doch nur, weil das Öl auf vielen Kilometern verteilt ankommt...unmöglich von da zusammenzukratzen.

Komisch, mir wurd in Füsick begebracht, daß der Wasserwiderstand mit der Widerstandsfläche korreliert. Lustig, daß Du das nicht so siehst...

Aber ein dünnes Seil ist Doch nach Deiner Lesart genauso "dünn" wie ein 50m-Schlauch.

Nur dort, wo man das will. Und man will das durchaus nicht überall.
--
mfg,
gUnther
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Michael Rübig schrieb:

und ich glaube das Ihr beiden ein ausgewachsenes Kommunikationsproblem habt.
Was Du, Michael, (be-)schreibst ist klar. Du denkst an eine geschlossene hydrostatische (Öl-)Säule im Schlauch und vergleichst nun den hydrostatischen Druch (P_h) im _vollständig_ ölgefülltem Schlauch mit dem des Meerwassers aussen rum. Die Dichte des Meerwassers ist höher, damit dessen P_h. Daraus schliesst Du das sich der Schlauch, sofern er oben offen ist, zusammendrücken muß.
gn's "schlaffer Schlauch" scheint vermutlich nicht den Querschitt haben zu sollen wie Du ihn Dir vorstellst. gn's "schlaffer Schlauch" soll vermutlich (zumindest müßte er es) eine so großen Durchmesser habe das sich keine geschlossene Ölsäule bildet. Der Durchmesser soll vermutlich so groß sein das das Öl noch oben "perlt". Aufgrund vernachlässigbarer Kompressibilität des Öls und einer Art "Makroemulsion" ist der Druck innen/aussen vermutlich eher als gleich anzusehen.
Darüber hinaus ist es fast müssig darüber zu spekulieren wie das mit dem Schlauch und dem Druckgradienten zu ist. Normalerweise sind Schläuche auf inneren Überdruck konzipiert. Viele HD-Schläuche werden aber sicher die 25 bar Druckgradienten aussen--> innen standhalten. Gegebenenfalls schaltet man ein paar Stränge parallel.
--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
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Hi, da scheint sich die einschlägige Ausbildung ja mal gelohnt zu haben :-) tatsächlich erwarte ich keinesfalle eine reine Ölfüllung vom Boden aus. Das ist ja auch das derzeitige Problem, das Loch ist nicht und wird noch lange nicht geschlossen sein...um sowas zu tun muß man am Loch weiterarbeiten, während es da herausquillt. Deshalb mein Vorschlag eines Segeltuch-Doms wie ein Zirkuszelt, abgespannt mit Bodenankern rings um das Loch, aufgebläht durch Schwimmkörper (Plastikkanister mit Benzin- oder Salatölfüllung, lassen sich etwa durch einen Rover zerstören und damit ausleeren) und das aufsteigende Öl...und ableiten täte ich das unter dem "Zelt-Dach" gesammelte Öl über einen Kamin, einen "schlaffen Schlauch" von mehreren Metern Durchmesser, viel zu weit für 5000Barrel/Tag...aber weit genug, daß sich soeine Ölblase beim Aufstieg durch soeinen "Segeltuch-Darm" weitgehend vom enthaltenen Wasser trennen kann und an der Oberfläche in einem schwimmenden "Moon-Pool" ankommt, dort wegen der geringen Ausdehnung des "Pools" eine dicke Schicht bildet und leicht UND lohnend, fast wasserfrei abgepumpt werden kann. Währenddessen schwebt der Zelt-Dom hoch über der Bohrlochbaustelle und läßt den Rovern Platz, dort Ballett zu tanzen. Soein Zelt ist schnell gebaut, die Spanntechnik von Tiefseefischernetzen gibts auch "von der Stange", und stabile, nicht wasserdichte aber ölfeste Schläuche sind auch leicht zu kriegen...das recht zähe Öl verklebt die Löcher im Gewebe, anstatt rauszukommen. Wasser aber kommt raus...und bei Sturm vielleicht auch etwas Öl. Na Und? Es ginge jedenfalls nix kaputt. Die Bodenanker als etliche Tonnen schwere Wurf-"Pfeile" aus Stahlguß, die Spannseile per automatischem Haken (reitend auf dem Führungsseil zum Bodenanker) drangehakt, den "Bodenring" des Zeltes mitsamt dem Zelt an den Seilen runterrutschenlassen, fettich. Sinken dürfte sowas mit Metern/Sekunde...ist ja weder Technik noch Leben drin. Und geht es schief beim ersten "Deploying", dann holt mans einfach wieder rauf und machts nochmal. Sowas ist groß genug zu bauen, daß es die eigentliche "Unfallstelle" nichtmal stört, damit auch etwaige spätere Gutachten nicht behindert, Segeltuch ist ja nicht starr und legt sich platzsparend zusammen. Jeder Versuch bislang hat da unten was verändert...wer später mal an was genau "schuld" sin soll, wird außer BP niemand mehr erfahren. Und eine Schadensminimierung seitens der Regierung ist damit offensichtlich nicht möglich. Eigentlich eine Funktion, zu der man die Regierung angeschafft hat. Meine Version wäre völlig unabhängig von allem Firmen-Murks baubar, die nächstliegende Marinewerft hätte das bereitliegen und würde im Regierungsauftrag wenigstens die Kollateralschäden begrenzen. So wie die Pioniere damals bei Katrina hätten "helfen sollen". Aber Hirn ist in USA dünn gesät.
--
mfg,
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begin quoting, Bodo Mysliwietz schrieb:

Gleicher Fehlschuß: Auch auf den "schlaffen Schlauch", in dem nur einzelne Öltropfen hochperlen, wirkt ein Außendruck - schlicht deswegen, weil die _mittlere_ Dichte im Inneren niedriger ist. (Schlauchdurchmesser vergrößern nützt (fast) nichts: Zwar sinkt der Druckunterschied, aber dafür steigt die Fläche.)

Was man in der Tat tun könnte, wäre, den Schlauch eben oben nicht offen zu lassen, sondern den Austritt zu "drosseln", so daß der Innendruck ihn offen hält. Das muß übrigens kein Problem sein: Nehmen wir mal an, der Schlauch ist oben offen und wegen des Druckunterschieds kollabiert. Dann drückt also erst einmal das Meerwasser den schlaffen Schlauch leer wie eine Zahnpastatube.
Und dann? Dann steht von unten eine Ölmenge an der unteren Öffnung an, die nicht aufsteigen kann, weil der Schlauch zusammengedrückt ist. Und die wird dann einen kleinen hydrostatischen Überdruck aufbauen und den Schlauch einfach wieder aufdrücken. Damit steigen die Tropfen dann zwar nicht frei auf, sondern der Restquerschnitt ist tatsächlich annähernd vollständig mit Öl gefüllt, aber das Ganze regelt sich dann automatisch, falls sich keine Verstopfung durch Gefrieren bildet. Dagegen sollte aber heißes Wasser helfen - da es leichter als kaltes ist, kann es als Spülmedium dienen, das den Querschnitt hinreichend offen hält - wenn man etwa zehnmal so viel Heißwasser einleitet wie der abzuführenden Ölmenge entspricht, damm paßt das schon - dafür braucht man eigentlich nur eine Sauerstoffdruckleitung, die dann an der Austrittsstelle mit einer Sauerstofflanze einen Teil des austretenden Öls verbrennt.
Übrigens: Warum verbrennen die das Öl nicht einfach auf diese Weise direkt an der Quelle komplett? Kuppel über die Leckstelle, Gasblase aus heißem Rauchgas darin, Öl steigt von unten dort hinein auf und wird mit aufgegebener Preßluft abgefackelt, oben wird das Rauchgas dann ins Wasser abgelassen. Klingt deutlich sauberer als verölte Naturschutzgebiete.
Gruß aus Bremen Ralf
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Hi, könnte es am Druck und Temp in 1.500m Tiefe liegen? Nicht gerade Hinterhoföltonnenbedingungen. Und da man weder die Schüttung der "Quelle" genau kennt noch ihre genaue Zusammensetzung aka Wassergehalt steuern kann, müßte man erstmal eine solche Kuppel hinbringen...das ist derzeit wie Buddelschiff da unten, die Rover tanzen Ballett um sich selber und all die Trümmerstücke.
--
mfg,
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Ralf . K u s m i e r z schrieb:

Das sehe ich nicht so. Bei vielleicht einem Verhältnis Wasser:Öl von 5:1 bis 10:1 ist der "Schlauch" in kommunizierender Weise innen mit Meerwasser gefüllt. Es darf sich nur innrehalb des Schlauches kein stark kompressibles Medium befinden.
Stelle es Dir bitte mal umgekehrt vor. Langes breites Rohr, oben und unten Offen. Zunächst sind die Innen- und aussensäule auf gleicher Höhe (beide mit Meerwasser gefüllt). Nun wirft man oben reichlich Stahlkugeln hinein. Lediglich beim reinwerfen der Stahlkugel wird einmal das Volumen verdrängt. Die mittlere Dichte im Schlauch täte nun rapide Ansteigen (Dichte Stahl ~ 8kg/dm3), Deiner Aussage zufolge müßte der Schlauch nun eine rapiden Überdruck entwickeln - da dessen mittlere Dicht infolge der Stahldichte ansteigt.

Es ist insofern müssig darüber zu spekulieren, da der prinzipiel besser weg wäre, das Öl von unten hoch zu pumpen. Auffangglocke runter, Pumpe rein und durch Hochdruckleitungen einfach rauf pumpen. Die HD-Leitung für diese länge hätte einen Kostenpunkt der bei der Gesmatenkostenlage nichtmal Peanuts ist.
Die Interventoren vor Ort kämpf(t)en aber mit Problemen wie Eis- und Hydratbildung und Gasvolumnia. Letztere dürften das kleinste Problem sein.

über gute 1500m länge müsste oben aber ein fettest Heizaggregat und Hydraulikpumpe stehen wenn unten noch die benötigte Wärmemenge ankommen soll.
> damm paßt das schon - dafür

Halte ich für äusserst unrealistisch.

Weill Du um ein abbrennen der gesamten technik zu vermeiden dann eher kontrollierte verdüsen mußt. Dazu braucht es auffangen und Pumpen. Gelänge das, wäre das Problem ja schon gelöst.
Ich glaube die Amis, Briten und Schweizer (und welche Nationen auch sonst noch direkt daran beteiligt sind) tun sich nur schwer bei Meister Röhrich anzurufen.
Der würde vermutlich Werner mit einem Kettenquetschzug oder einer hydraulischen Presse runterschicken und mit dem Rohrkurze fuffzig machen - es über einige Metter kontrolliert zusammenquetschen.
--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
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begin quoting, Bodo Mysliwietz schrieb:

Dann siehst Du das eben falsch.

Und genauso ist es auch. Würde sich unter den fallenden Stahlkugeln kein Staudruck ausbilden, dann würden sie nämlich im Freien Fall immer schneller werden. Tun sie aber nicht, sondern fallen aufgrund der Strömungsreibung irgendwann mit konstanter Geschwindigkeit, und die Bremskraft manifestiert sich eben als Überdruck im System. Das reingekippte Eisen kann man als Kolben ansehen, der die darunterliegende Flüssigkeit komprimiert, wodurch der Druck entsprechend seinem Gewicht steigt, Daß es dabei einen riesenhaften Randspalt gibt, ändert am Prinzip nichts, es verursacht nur, daß der Kolben eben wegen des Volumenverlustes im Zylinder schnell einsinkt.

Wozu, das kommt doch von ganz alleine hoch.

Die erforderliche Wärmemenge hängt nicht vom Volumen, sondern von den Verlusten ab.

Weil? Was genau passiert denn wohl, wenn man eine Sauerstoffflamme in ausstömendes Öl unter Wasser hält? Ich würde auf grandiosen Feuerzauber tippen.

Wieso das denn? Es gibt eine Taucherglocke (Kuppel), die mit mäßig heißem sauerstoffarmem Rauchgas gefüllt ist. Der Wasserspiegel darin ist mit einer kochenden, brennenden Rohölschicht bedeckt, und in die Flammen wird Preßluft geblasen. Die Glocke wird oben mit eingeblasenem Wasser gekühlt (das brennende Öl setzt erhebliche Wärmemengen frei), und das mäßig heiße (200 °C?) Rauch-Dampf-Gemisch wird durch eine Auslaßventil abgelassen (immer so viel, daß der Flüssigkeitsspiegel konstant gehalten wird). Was soll da verbrennen?
Preßluft mit 200 bar ist übrigens ein genauso effektiver Oxidator wie reiner Sauerstoff sonst, d. h. die Ölflammen auf der Oberfläche sind sehr lebhaft und verdampfen die gesamte brennbare Substanz äußerst effizient.

Die haben die Tel.-Nr. nicht, das ist das Problem.
Gruß aus Bremen Ralf
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