Was ist in Sajano-Schuschenskaja passiert?

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Hallo,
In Russlands größtem (?) Wasserkraftwerk hat es eine schwere Havrie gegeben. Es gab viele Tote und Verletzte.
Fotos zeigen eine Turbine, die aus den Angeln gehoben wurde und eine teilweise zerstörte Maschinenhalle.
Aber was ist dort eigentlich in welcher Reihenfolge passiert? Ein explodierter Trafo (Spiegel Online), ein hydraulischer Schlag (Kreml), Verletzung von Sicherheitsvorschriften (RIA Novosti), Wasser in Lüftungsrohren (Zeit)?
Woher kommt plötzlich der Ölteppich im _Oberlauf_?
Weiß jemand etwas?
O.J.
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begin quoting, Kasper Nasebär schrieb:

6,9 GW

Oder ein Attentat? Die Frage ist jedenfalls gut.

Zumindest der ist erklärlich: Trafos enthalten größenordnungsmäßig 20-50 t Isolieröl, außerdem gibt es relativ viel Schmieröl für die Turbinen usw. Wenn die Maschinenhalle überflutet ist und der Ablauf gehemmt, ist es gut vorstellbar, daß das Öl durch die geborstenen Fallrohre aufsteigt zur Seeoberfläche. (Wobei es eine interessante Frage ist, wie es denn das Wasserschloß überwunden hat, aber entsprechende Abläufe, bei denen ein zunächst belüftetes Fallrohr dann durch die Überflutung von unten her wieder gefüllt wird und dadurch Wasser und Öl mit hoher Geschwindigkeit oben überströmen läßt, ist zumindest vorstellbar.)

<http://de.wikipedia.org/wiki/Sajano-Schuschensker_Stausee#Unfall_im_August_2009
(Und wieder nach Hause°)
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Moin,
Der Ralf . K u s m i e r z schrieb:

<http://de.wikipedia.org/wiki/Sajano-Schuschensker_Stausee#Unfall_im_August_2009 und setzte gar keck ein fup <http://de.wikipedia.org/wiki/Suppenkasper
HERR Professor: Der Artikel ist erst seit dem 19. so online. Ich habe ihn schon gelesen. Die Quellen zu dem Unfall dazu übrigens schon vorher.

Da steht "Am 17. August 2009 um 4:13 Uhr Ortszeit platzte eine Fallröhre des Kraftwerkes. Die Ursache ist _vermutlich_ ein Druckstoß"
Ich nehme in der Tat auch an, ein Druckstoß ist als Ursache für das geplatzte Fallrohr und die zerstörten Turbinen sehr wahrscheinlich. Um mit einer Bombe solche Schäden anzurichten müßte die schon sehr gut plaziert sein.
Also zurück zu einer ernsthaften Frage: Kennt jemand die Ursache der oder weiß was über den Ablauf der Havarie? zB. eine unbeabsichtigte schnelle Schließung des Leitapparates einer Turbine durch überbrückte Sicherheitsvorrichtungen im Rahmen einer Reparatur? Ein Generatorkurzschluss wegen eines explodierten Trafos? Ein Versagen der Steuerung wegen Wassereinbruch? Eine Fehlbedienung? Eine Verlegung auf der Niederdruckseite einer Turbine? Haben Kraftwerke dieser Größe keine Druckentlastungseinrichtung?
Respekt,
O.J.
--
BTW: Die Hypothese mit den explodierenden Trafos hatte ich nie
verstanden, Trafos haben seit Krümmel halt ein schlechtes
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Ole Jansen schrieb: > Ich nehme in der Tat auch an, ein Druckstoß ist als Ursache > für das geplatzte Fallrohr und die zerstörten Turbinen sehr > wahrscheinlich. Um mit einer Bombe solche Schäden anzurichten > müßte die schon sehr gut plaziert sein.
Könnte es vielleicht eine Resonanzkatastrophe gewesen sein?
Grüße, Joachim
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begin quoting, "Ralf . K u s m i e r z" schrieb:

Niemand? *seufz*
Also: Leistung 10 x 640 MW, Fallhöhe 220 m
640 MW = d/dt m * g * h
-> Durchflußmenge/Rohr
d/dt m = 300 t/s
Strahlgeschwindigkeit v = SQRT(2*g*h) = 66 m/s
Strahlquerschnitt
A = (2*g*h)^-3/2 * 2 * P / rho = 4,5 m^2
(Durchmesser = 2,4 m - wird wohl auf mehrere Düsen/Turbine aufgeteilt sein.)
Wenn man davon ausgeht, daß die Fallgeschwindigkeit in den Fallrohren wohl deutlich niedriger (vielleicht bei 12 m/s) liegen soll, dann werden die einen entsprechend größeren Nenndurchmesser (vielleicht ca. 8 m) haben. Damit stecken in einem Fallroht dann etwa 12.000 t Wasser - das erklärt natürlich die Überflutung, wenn es platzt.
Den Druckstoß verstehe ich immer noch nicht: Bei den Durchmessern verstopft da so schnell nichts, vor allem nicht alle Düsen gleichzeitig. Was käme noch in Frage?
Meldung des Eigentümers zum Unfall: <http://www.eng.rushydro.ru/press/news/7550.html .
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Hi, vielleicht doch eine Schwingung, Resonanz. Bei den Ausmaßen und der beteiligten Energie wäre zumindest eine Abschätzung anhand der Baupläne angeraten. Ne Wasserorgel kann genau wie eine Luftorgel den Organisten das Gebiß rauskicken. Wegen der deutlich höheren Schallgeschwindigkeit wird sowas meist vernachlässigt, aber bei den Dimensionen, wer weiß? Betonrohre jedenfalls sind nicht bekannt für Langzeitfestigkeit gegen Vibrationen. Und Stahl ist teuer, zumal "dahinten in Sibirien", vermutlich ist das alles Beton bis auf die allerletzten Meter.
--
mfg,
gUnther
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Ole Jansen schrieb:

Können spielende Kinder ausgeschlossen werden?
http://www.erlebnisbahn-ratzeburg.de/archiv/bilder/2007/LoriotGleisknoten_796x1150.jpg
Gruß, Ralf.
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