Mechanisches Verzögerungsglied

Hallo,
eine Interessefrage, die hier hoffentlich nicht ganz off-topic ist: Es
gibt Textilhandtuchspender von CWS, bei denen das Handtuch im
Ruhezustand straff über einen roten Halter an der Geräteunterseite
geführt ist. Zieht man nun das Handtuch bis zur Raste raus, trocknet
sich die Hände und lässt dann los, dauert es einige Sekunden, bis im
Gerät ein eindeutig mechanisch klingender Antrieb einsetzt und das
Handtuch wieder straff zieht.
Während dieser Sekunden tut der Spender rein gar nichts und gibt kein
ohne weiteres bemerkbares Geräusch von sich. Ich kann mir nicht
vorstellen, dass die Verzögerung irgendwie elektr(on)isch realisiert
ist.
Weiß jemand, wie dieses Verzögerungsglied funktioniert? Ich habe schon
an ein Schwungrad mit Fliehkraftkupplung gedacht, das durch den Ruck
beim Herausziehen auf Drehzahl gebracht wird, so dass das Rad
freikommt und beim Langsamerwerden in den Antrieb eingreift. Nur
müsste man das eigentlich irgendwie hören können.
Welche anderen Möglichkeiten gäbe es denn noch, die Verzögerung
hinzubekommen?
Viele Grüße,
mawa
Reply to
Matthias Warkus
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Pneumatisch: Zylinder mit grosser Einlass- und kleiner Auslassöffnung? Dürfte kaum zu hören sein ..
Viskose-Kupplung? Gab's früher häufig bei Audio-Cassetten-Deck.
Stellt sich auch noch die Frage, woher die Dinger ihre Antriebsenergie überhaupt beziehen, vielleicht durch einen Federspeicher (und man muss sie beim Befüllen regelmässig 'aufziehen').
Bin auch neugierig,
Karsten.
Reply to
Karsten P. Hoffmann
Sun, 2 Nov 2003 21:25:39 +0100, message by Karsten P. Hoffmann :
*Das* wäre natürlich eine Idee.
Man zieht den Federspeicher auf, indem man das Handtuch gegen den Widerstand unten rauszieht.
mawa
Reply to
Matthias Warkus
Ein bisschen arg aufwendig vielleicht...
Kann ich mir kaum vorstellen. Ich denke eher, dass es jedesmal durchs Herausziehen (das immerhin einige Kraft erfordert) geschieht. Das Mysterium ist auch für mich eher die verzögerte, lautlos einsetzende Einzugsbewegung.
Gruß,
Michael
Reply to
Michael Hemmer
Moin,
Michael Hemmer hat geschrieben:
Würde ich auch so sehen. Ich stelle mir da eine runde Dose mit einer Feder drin vor (wie bei einer klassischen Uhr). Außen wird die Dose gedreht beim herausziehen des Handtuchs und spannt dabei die Feder, innen sitzt die Feder aus einer Welle, die dann den Einzug antreibt. Braucht's nur noch eine Übersetzung, damit immer mehr eingezogen wird als herauskommt und damit es nicht zu einem Überlauf an Federspannung kommt, braucht es für den Aufziehmechanismus noch eine Rutschkupplung.
Ich tippe auf folgendes: Durch den Zug, die Handtuchspannung oder was auch immer wird ein Gewicht angehoben. Absenken tut sich das Gewicht langsam über ein kleines Zahnradgetriebe (für das Anheben muß es natürlich eine Art Freilauf geben), das ein Flügelrad antreibt. Sozusagen ein Propeller. Sowas kennt man aus klassischen Uhren als Regelung der Ablaufgeschwindigkeit des mechanischen Schlagwerks (Glocke). Das schöne an so einem Flügelrad ist der steile (überproportionale) Anstieg des Drehmomentes bei zunehmender Drehzahl. Da das Gewicht über ein Getriebe dieses Flügelrad antreiben muß, senkt es sich nur langsam ab. Hat es den untersten Punkt erreicht, löst es eine Sperre und der Einzug beginnt. Es braucht noch nicht mal sichergestellt werden, daß diese Sperre wieder eingeschaltet wird, da das ja bei der nächsten Benutzung sofort wieder in dem Zuge passiert, in dem am Handtuch gezogen wird weil dann ja das Gewicht wieder angehoben wird.
CU Rolo
Reply to
Roland Damm
Michael Hemmer schrieb:
Ich habe so ein Ding mal offen gesehen, da war ein Gummisauger (wie bei den Pfeilen, die Kinder manchmal mit Federkraftpistolen verschießen), so ca. 2,5cm Durchmesser. Der wurde durch die Bewegung beim Rausziehen des Handtuches (welche auch die Feder aufzieht) an eine Platte gepresst, wo er einige Sekunden picken bleibt, bis durch eine kleine Öffnung (oder nur die Undichtigkeit durch endliche Oberflächenrauhigkeit) genügend Luft eingeströmt ist, sodaß sich der sauger wieder ablöst.
Martin
Reply to
Martin Lenz

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