Hochspannungsnetz - Stromrichtung?

Sep 16, 2010 38 Replies

Moin,



wie stellt ein EVU an seinen Hochspannungsleitungen eigentlich fest, in welche Richtung der Strom fließt?



Ich möchte ja als Leitungsnetzbetreiber wissen, ob ich gerade Strom von Frankreich nach Deutschland transportiere oder umgekehrt.



Oder runtergebrochen allgemein noch: Wie geht das bei Wechselspannung generell?



Grüße, Florian


Wechselspannung wechselt in EU 50 mal pro Sekunde die Richtung. Damit ist Deine Frage irgendwie überflüssig.

Falls Du aber meinst, in welche Richtung die elektrische Energie fließt, dann gebe ich dir diesen Tip: Von oben nach unten, wie Wasser. Also bezogen auf Deine Frage: Von da, wo die Spannung höher ist nach da, wo sie niedriger ist. Aber ohne Meßeinrichtung wirst du das von außen keiner Stromleitung ansehen.

Am 16.09.2010 11:17, schrieb Florian Streibelt:

Ein Ferraris-Zähler tut das. Das Drehmoment der Scheibe ist in jedem Zeitpunkt proportional dem Produkt aus Strom und Spannung. Ändert sich die Phase des Stromes zur Spannung also wenn der Strom "eingespeist" wird, ändert sich das Vorzeichen des Produkts. Das bedeutet Drehrichtungsumkehr.

Allgemein über Richtkoppler.

Florian Streibelt schrieb:

Vermutlich vom Prinzip wie im normalen Hausnetzanschluss auch. Nur über passende Wandlerankopplungen.

Wechselstromzähler können prinzipbedingt grundsätzlich vorwärts und rückwärts laufen. Wenn es nicht mechanisch gesperrt wird.

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Siehe Wechselstromzähler (Ferrariszähler) bei "google" und Wikipedia. Es gibt tausend Seiten mit Erklärungen.

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weitergoogeln kannst du sicher selber?

Masko Müller, Hamburg schrieb:

Nur weil du sie nicht verstehst sicher nicht!

Er will ja auch wissen wie man es misst und nicht was man sieht.

Deine Antwort ist so was von Dummschwätzermüll, wie man es in so einer Gruppe hier eigentlich nur mit einem Plonk beantworten müsste!

Das ist nicht Dummschwatz sondern ..SCI.ING...

Florian Streibelt schrieb:

Hallo,

zunächst braucht das EVU an der Leitung Meßwandler für die fliessenden Ströme und die anliegenden Spannungen um diese in einen leicht handhabbaren Bereich zu wandeln, also im Verhältnis 1:1000 oder mehr herabzusetzen. An diese Wandler kann man Meßgeräte für Spannung und Strom, aber auch für Leistung anschließen. Ein geeignetes Leistungsmessgerät zeigt dann nicht nur die transportierte Leistung sondern auch deren Richtung an. Die Richtung ergibt sich aus der Phasenlage zwischen Strom und Spannung.

Bye

Ja, bei einer kompletten Dreh-(Wechselstrom-)leitung geht das problemlos. Bei einem einzelnen Draht, der z.B. mit einem Zangenstrommesser gemessen wird, w=FCsste ich jetzt keine Methode, die Richtung des Energieflusses festzustellen. Gruss Harald

Hallo, Uwe,

Du meintest am 16.09.10:

[...]

??? Gehst Du stillschweigend davon aus, dass die meistens Netze eine induktive Last darstellen?

Viele Gruesse! Helmut

Bei einem Zangenstrommesser geht das auch nicht. Es ist immer der Spannungpfad nötig. Funktioniert über Phasenunterschied zwischen Strom und Spannung. Ferraris-Zähler werden ja auch abgeglichen. ;-)

Moin,

Am 16.09.2010 12:31 schrieb Uwe Hercksen:

jut - das war meine Vermutung - die mir bisher nur niemand bestätigen wollte, insbesondere wie man sich solche Messwandler praktisch vorstellen kann. Ich erinnere nur mal an den Thread über Strommessen bei nem Schweissgerät. Nen Shunt wird man nicht wirklich einbauen wollen :)

Danke für die Antworten - also Hilfsspulen in die Transformatoren, induktive Ankopplung an die Leitung, so in der Art.

Merci, alle Fragen brantwortet.

Und ja, die Frage nach dem Hausstromzähler war voreilig - war mir entfallen das ich das wusste. War noch nicht wach oder so *grr*

Oh, sorry, ich hatte mich immer noch in _haushalt_ gewähnt, weil der zuvor gelesene Artikel von dort war. Mag du mir vergeben?

Moin,

Am 16.09.10 11.32, schrieb Masko Müller, Hamburg:

Ganz so simpel ist es nicht. In der Praxis kann man den Leitungscharakter nicht vernachlässigen, jedenfalls nicht bei längeren Leitungen. Such mal mit der Suchmaschine Deines geringsten Misstrauens nach "übernatürlicher Betrieb" oder unternatürlicher Betrieb". In den Scripten von Prof. Oswald ist es ziemlich gut erklärt:

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Im Teil Freileitung gibt es einen Abschnitt zur Natürlichen Leistung, dort ist auch erklärt, warum bei oder nahe Leerlauf (also relativ geringer, von A nach B übertragener Leistung) die Spannung an B höher ist als die am Punkt A.

Volker.

Masko Müller, Hamburg schrieb:

Kostet 'n Weizen

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Helmut Hullen schrieb:

Richtig.

Das ist ja wohl voll peinlich, Herr Lehrer!

Gruß aus Bremen Ralf

Hallo, Ralf,

Du meintest am 16.09.10:

Ich hab's geahnt, dass Du mal wieder zur Person statt zur Sache antworten würdest ... klar: jeder nach seinen Fähigkeiten.

Viele Gruesse! Helmut

Such einfach im netz mal nach ``Stromwandler''/``Spannungswandler''/ ``Messwandler'', z.B.:

(nicht verwandt oder verschwaegert)

Das sind im Prinzip kleine Transformatoren, jeweils einer fuer Strom und einer fuer Spannung. Die eigentliche Messung passiert dann mit den runtertransformierten Spannungen/Stroemen.

tilo

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Helmut Hullen schrieb:

Das wird ja immer peinlicher, Herr Lehrer. Erinnert irgendwie an die Kollegin Vormoor aus Vechta.

Gruß aus Bremen Ralf

Am 17.09.2010 01:35 schrieb Tilo Strack:

Such einfach im netz mal nach ``Stromwandler''/``Spannungswandler''/ ``Messwandler'', z.B.:

Danke für den Link! Nun weiss ich auch endlich, dass das in den Umspannwerken keine Isolatoren zum Abstützen der Kabel sind *g*

Naja, was man bei 380kV wegen Isolation so als klein bezeichnet ;)

Merci vielmals! Hatte mir das wegen der hohen Spannungen isolationstechnisch komplizierter vorgestellt als es in der Praxis aussieht.

/Florian

Am 16.09.2010 13:16, schrieb Helmut Hullen:

Kleiner Tip: es gibt auch die Phasenlage 180°, die der von 0° gegenüberliegt...

Thomas

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