Virtuelles Kraftwerk (Zukunftsperspektiven)



Hallo,
im Thread "Wachstumsmarkt Photovoltaik (in D)" wird u.a. auf eine Argumentationskette von BP Solar abgehoben[*].
Zur Thematik "virtuelles Kraftwerk" hier ein Exzerpt:
<cit>
Argument 7: "Photovoltaik kann konventionelle Kraftwerke ersetzen"
"Wind- und Solarstrom könnten nie wie Kohle- oder Kernkraftwerke die Grundlast des deutschen Strombedarfs decken." Das behauptet jedenfalls die Elektrizitätswirtschaft. Dieser Vergleich zwischen einzelnen Energieträgern führt jedoch in die Irre. Entscheidend ist der Mix aus verschiedenen erneuerbaren Quellen: Er kann den konventionellen Kraftwerkspark langfristig sehr wohl ersetzen. Photovoltaikanlagen ergänzen sich sowohl im Tagesverlauf als auch jahreszeitlich mit Windkraftanlagen, die auch nachts betrieben werden können und im Winter ihr Leistungsmaximum erreichen, während Solaranlagen typischerweise um die Mittagszeit und im Sommer ihre Höchstleistung bringen. Um die restlichen Lücken im Stromangebot zu füllen (z.B. während einer windstillen Nacht), ist eine Reservekapazität notwendig. Dafür kommen zum Beispiel Biomasse-Kraftwerke oder Pumpspeicheranlagen in Frage. Mit Hilfe von Wetterprognosen und moderner Kommunikationstechnik lässt sich ein Netz aus vielen dezentralen kleinen Stromerzeugern so steuern, dass es wie ein "virtuelles Kraftwerk" arbeitet.
</cit>
----- *] http://www.deutschebp.de/genericarticle.do?categoryId=2010886&contentId=2015994#2025263
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X-post / f'up2 dsw

Gruß, Frank
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Hallo,
hier ein Exkurs (in die Zukunft):
_Wie funktioniert ein Kraftwerk, in dem Wasserstoff fusioniert wird?_[*]
<cit>
Die Sonne strahlt bereits seit Milliarden von Jahren. Bestünde sie aus Kohle, wie man es früher tatsächlich einmal angenommen hat, so wären ihre Brennstoffvorräte längst erschöpft. Tatsächlich gewinnt sie aber ihre Energie durch die Verschmelzung von Wasserstoff zu Helium. Diese effiziente Form der Energiegewinnung wollen Forscher nun auch auf der Erde realisieren - im Versuchsreaktor "Iter" und später in kommerziellen Fusionsreaktoren. Das Herzstück des auch als "Tokamak" bezeichneten Fusionsreaktors ist ein ringförmiger Torus, in dem ein ganz dünnes Wasserstoffgas (aus den Isotopen Deuterium und Tritium) auf unvorstellbar hohe Temperaturen von rund 100 Millionen Grad Celsius erhitzt wird - unter anderem durch Mikrowellen. Da keine materielle Wand dieses heiße Gas einsperren könnte, wird das sogenannte Plasma mit Hilfe starker Magnetfelder im Torus des Reaktors eingesperrt. "Iter" soll als gepulster Reaktor arbeiten: Energiepulse heizen das Plasma auf, die Fusionsreaktion beginnt, Wasserstoff verschmilzt zu Helium, wobei eine große Menge Energie freigesetzt wird - deutlich mehr, als man zum Start der Reaktion benötigte. Die Fusionsenergie wird hauptsächlich in Form energiereicher Neutronen freigesetzt, die auf die innere Wand des Reaktors treffen und diese dadurch erwärmen. Mit Hilfe von Wärmetauschern wird mit dieser Energie letztlich ein Dampfkreislauf betrieben, der wie in jedem anderen Kraftwerk Turbinen antreibt und so Strom generiert.
Bei der Absorption der Neutronen wird aus dem Metall Lithium wiederum der Fusionsrohstoff Tritium erbrütet. Das Deuterium kann hingegen aus Meerwasser gewonnen werden. Die Brennstoffvorräte sind damit praktisch unbegrenzt.
</cit>
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*] 29.05.05 http://www.welt.de/data/2005/06/29/738673.html
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Dieser brandneue Artikel (davon gibt's heute auch ein paar weitere) passt zwar nicht 1:1 zu unserem Thema (Header!), aber er zeigt möglicherweise technisch machbare Ausblicke (F&E!)im Kontext der Energieversorgung für die langfristige Zukunft (über Generationen hinweg) (?), schon bevor /und vor allem wenn/ die fossilen Energieträger erschöpft sein werden.
Würde ein solches Großtechnikverfahren die im Vormarsch begriffene Photovoltaik ablösen, oder würden sich beide Verfahren - im Verbund mit weiteren (wie in dsw diskutiert) ergänzen?
Dieser Beitrag tangiert eher die Chemiker und Physiker (daher X-post), die /ggf. an anderer Stelle/ mehr dazu ausführen können(?).
X-post / f'up2 dsw

Gruß, Frank
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Frank Kalder wrote:

Hallo,
wie ich soeben entdeckte, gibt's hierzu seit gestern den Thread "ITER" in de.sci.physik.
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