Netz anhand vom Strommasten erkennen

Sep 06, 2009 39 Replies

Kannst du zu dem Mast auf Bild P1010113(1).JPG noch was sagen? So richtig klar ist der mir nicht, das macht mich jetzt echt neugierig.

Tolles Hobby, gell ;-)

tilo

Du meinst, das ist 'ne Muffe aus Freilufthaltung, sozusagen? Hmm...

M.W. werden bei Freileitungen die Enden einfach zusammengetackert. Zumindest bei Mittelspannung. Wie das bei den grösseren Hausnummern gehandhabt wird, k.A.

tilo

Tilo Strack schrieb:

Genauso, nur wird diese nicht auf Zug beansprucht.

Siegfried

Tilo Strack schrieb:

Das ist keine Abspannung, denn der Mast kann bei dieser Konstruktion ja gar keine Zugkräfte des Seils aufnehmen (und soll es auch nicht, daher die "dünnen" Stäbe hinunter zum Isolator.

Mit freundlichem Gruß

Jan

D.h. die "Muffe" ist dann nicht zwischen 2 Masten im Feld, sondern würde durch Abspannisos entlastet? So wie auf dem beuwssten Bild?

tilo

Ok, klingt plausibel. Was ist es dann?

tilo

Tilo Strack schrieb:

So ähnlich. Manchmal ist die überlappende Strecke auch noch wesentlich länger.

Siegfried

D.h. in einem Feld läuft dann die Strippe doppelt? Wegen der mechanischen Belastung oder wegen dem elektrischen Feld? Hast du mal ein Bild oder 'ne Stelle wo man das Anschauen kann?

Wie werden die Verbindungen einklich ausgeführt? Gepresst, geschweisst,...?

tilo

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Martin Kobil schrieb:

Wo ist denn das?

Gruß aus Bremen Ralf

Ein horizontaler Tragisolator :)

Es gibt auch die Form, daß an einem hängenden Langstabisolator unten nicht das Leiterseil hängt, sondern ebenfalls so eine "Abspannkette", also insgesamt drei Stabisolatoren in kopfstehender Y-Form:

xxxxx xxxxx Traverse Z Z Z NNN°NNN NNN NNN --------° °--------- Leiterseil `---__________---? Stromschlaufe

Das Ding ist aber, wie gesagt, auf symmetrische Zugkräfte angewiesen, um nicht schief zu hängen.

Ich kann mir vorstellen, daß man das zusätzliche "Gelenk" im Isolator dazu benutzt, größere Seilschwingungen aufzunehmen, die bei einem normalen Tragmasten das Leiterseil im Aufhängepunkt biegen und zu Materialalterung führen würden.

vG

Die Masten stehen im Langenauer Ried (Langenau bei Ulm) und geh=F6ren wohl der EnBW. Die ca. 40 km lange Trasse (oder wie sagt man dazu?) geht vom Umspannwerk in Dellmensingen nach Niederstotzingen, wie ich aus Google Earth ermittelt habe. W=FCrde mich nat=FCrlich noch interessieren, f=FCr was sie genau bestimmt sind. Was ich noch nicht gepr=FCft habe ist, ob das Kernkraftwerk Gundremmingen auch irgendwie daran angeschlossen ist. =DCbrigens, das AKW ist ein Mitbewerber in meiner Branche, ich bin demn=E4chst auch Energieversorger (Photovoltaik auf dem Hausdach) ;-)

Zu welchem? Ich sehe da ungefähr acht.

vG

Viel kann ich nicht dazu sagen, ich bin diesbez=FCglich kein Fachmann sondern eher ein Anf=E4nger. Als gelernter Elektroinstallateur sind mir diese Netzbestandteile damals vor Jahrzehnten verborgen geblieben. Und im Studium hatte ich eher mit sehr niedrigen Gleichspannungen und sehr kleinen Bauteilen zu tun ;-)

Fr=FCher habe ich nur Ausschau nach Funkmasten gehalten, mit denen ich selbst mal beruflich zu tun hatte. Jetzt kommen halt auch noch Freileitungsmasten dazu.

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Martin Kobil schrieb:

*Pruuuust*

Gruß aus Bremen Ralf

Die Isolatorlängen, Überspannungsableiter und Spannungsfestigkeiten der Betriebsmittel sind in einem Mittel-/Hoch-/Höchstspannungsnetz normalerweise aufeinander abgestimmt. (Eben: Isolationskoordination.)

Ums mal grob von hinten aufzurollen: DIN EN 60060 beschreibt die Spannungspegel für Kurzzeit-Wechsel-, Schalt- und Blitzstoßspannungen, welche die Betriebsmittel für bestimmte Nennspannung aushalten müssen. Um die möglichst immer zu unterschreiten, wählt man dann passend Überspannungsableiter aus, bzw. treibt sonstigen Aufwand im Netz wie synchronisiertes Schalten. Insb. als "Blitzgrobschutz" dienen dann noch die Freileitungsisolatoren, die so ausgelegt sind, daß sie bei einem Blitzeinschlag aufs Leiterseil überschlagen und somit die Blitzüberspannungen schon mal etwas begrenzen.

Wenn Du jetzt einen 5-kV-Trafo an ein für 420kV gebautes Netz hängst, ist erstmal der Schutzpegel der Ableiter viel zu hoch. Einfach den

420-kV-Ableiter (eigentlich ca. 320kV) gegen einen 5-kV-Ableiter auszutauschen, geht aber auch nicht so ohne weiteres, weil's den schlichtweg verreißt, wenn er eine Blitzstoßspannung sieht, die nur durch 420-kV-Isolatoren begrenzt wurde.

Wenn man also wirklich mal eine Trasse mit "Unterspannung" betreiben will (Macht man gelegentlich; in Japan gibt's z.B. eine

1000-kV-Versuchstrasse, die aktuell mit 500kV betrieben wird), hängt man beispielsweise die letzten paar Spannfelder der Freileitung an Isolatoren, die für die niedrigere Spannung passen. Man könnte aber auch zwei- (oder mehr-stufige) Ableiter verwenden, IIRC betreibt RWE irgendwo eine 420-kV-Trasse so auf 245kV.

Das gleiche gilt natürlich auch für Strom- und Spannungswandler und dergleichen, wobei beim Spannungswandler dann noch die Meßungenauigkeit eines 420-kV-Wandler bei 5kV dazukäme.

Ach ja, wer's nachlesen möchte, zur Isolationskoordination an sich gibt's auch eine Norm, die DIN EN 60071.

HTH,

Sebastian

Am 08.09.2009, 08:36 Uhr, schrieb Sebastian Suchanek :

...

Anders gesagt: im Normalbetrieb wäre solch ein Unterspannungsbetrieb kein Problem, im Störungsfall aber schon, und deswegen will das mit Sicherheit niemand ernst- und dauerhaft so betreiben. :)

Ansgar

Wieder was gelernt. Meine Wenigkeit bildete sich ein, Isolation könne nie zu gut sein.

Das löst ein weiteres Rätsel: irnkwo nördlich von Ffm (glaub ich) läuft eine Leitung auf Donaumasten nordwärts, die sichtlich für 380 kV konzipiert sind, aber die Leiterseile hängen an Isolatoren, die zumindest in Relation zu den Masten wie Mittelspannung wirken. Ich habe mich oft gefragt, wieso man so einen Schwachsinn baut.

vG

Wie schaffst Du es, aus dem Deneb-System ohne jahrtausendelange Zeitverzögerung hier teilzunehmen?

vG

Martin Kobil schrieb:

Bei mir sind's Fahrleitungsmaste, Trenner, Einspeisungen, Kuppelschalter...

Butzo

"Sebastian Suchanek" schrieb im Newsbeitrag news:h84u0u$duk$ snipped-for-privacy@suchanek.de...

Das ist mir neu. Ich dachte immer sie beschreibt Wellenformen, Prüfbedingungen etc. (Und das auch nur im Teil 1, die anderen Teile beschrieben z.B. Anforderungen an Meßsysteme).

Das passt zu Pegeln wohl eher ;-)

SCNR, Heiko

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