Wie lassen sich Gewölbetheorien für Laien verstän dlicher machen?

Wie lassen sich Gewölbetheorien für Laien verständlicher machen?
Ich bin kein Ingenieur, habe aber wichtige Ingenieurthemen
aufgegriffen und gute Versuche unternommen, in Ausstel- lungen u.a. darüber zu berichten.
Zur Zeit grübele ich darüber nach, wie sich Gewölbetheorien für Laien besser verständlich machen lassen. Vielleicht hat je- mand brauchbare Literaturhinweise oder ist schon einmal auf anschauliche Baumodelle gestoßen worden, durch die sich solche Zusammenhänge im Denken und Auffassen vereinfachen lassen. Gute Beschreibungen sind auch immer hilfreich. Üblicherweise darf nicht mit mathematischen Formeln erklärt werden. Sie können aber gezeigt und auch in einer fachlicheren Erläuterung untergebracht sein.
Über eine hilfreiche Diskussion wäre ich dankbar. Im Anhang ein Aufsatz den ich zuvor in dsa eingestellt hatte.
Grüße Karl-Ludwig Diehl
Anhang: ------------------ Man beachte, daß die Begriffe in älteren Zeiten andere waren, also diese Zusammenhänge aus der Zeit heraus verstanden werden müssen ------------------
Das Deutsche Gewölbemuseum recherchiert: Gewölbetheorien
Wie ergibt sich die Haltbarkeit der Gewölbe? Es haben sich zu dieser Fragestellung sehr verschiedene Gewölbetheorien gebildet. E.Winkler meinte 1879, daß sich bis dato "keine Einigung in den Ansichten der Wirkungsweise der Gewölbe" ergeben habe. (1) Daran wird sich vielleicht bis heute wenig geändert haben. Für seinen Vortrag in Berlin hatte er die ver- schiedenen Ansätze, die es bis dahin gab, zusammenge- stellt. Wie sich die Gewölbetheorien bis heute weiterent- faltet haben, wäre herauszufinden.
In der Einleitung seines Vortrages erläutert er zunächst die Stützlinie:
"Die Stabilitäts-Verhältnisse eines Gewölbes werden zur klaren Anschauung durch eine Linie gebracht, welche man Stützlinie nennt. Wir verstehen unter Stützlinie diejenige Linie, welche die Durchschnittspunkte der Resultante der in jeder Fuge des Gewölbes wirkenden Drücke mit dieser Fuge enthält oder sie verbindet." (2)
Diese Stützlinie geht entweder durch die Mitte der Fuge, das mittlere Drittel der Fuge, oder sie liegt ausserhalb von ihr. Geht sie durch die Mitte der Fuge, verteile sich der Druck im Gewölbe gleichmäßig, geht sie durch das mitt- lere Drittel, so, meint Winkler, "so vertheilt sich der Druck noch über die ganze Fuge, aber im allgemeinen ungleich- mässig", liegt die Stützlinie außerhalb des mittleren Drit- tels, so verteile sich der Druck nur über ein Stück der Fuge.
Desweiteren erklärt er, es gebe neben der Stützlinie eine zweite Linie, die deswegen entstehe, weil man sich Kräfte denken müsse, die auf das Gewölbe von außen einwirken, was man sich als ein System von Einzelkräften vorstellen müsse, die nicht gleichmäßig verteilt sind. Man habe sich deshalb ein Gelenk-Polygon vorzustellen, das sich im Gleichgewicht befinde, wenn die angegebenen Kräfte auf daselbe wirken. Man nenne dieses Polygon auch das Seil- Polygon, weil es gleichzeitig diejenige Form darstellt, welche ein Seil annehmen würde, wenn die Kräfte in ent- gegengesetzter Richtung auf daselbe wirkten. Aus dem Seil-Polygon würde eine Seilkurve, wenn man sich alle Lasten gleichmäßig verteilt vorstelle. (3)
Neben den Worten Stützlinie und Seil-Kurve seien noch andere Bezeichnungen in Gebrauch, solche wie Mittellinie des Drucks, Richtungslinie des Drucks, Drucklinie, Wider- standslinie, und andere. Manche würden das Wort Stütz- linie und das Wort Seil-Kurve in demselben Sinne gebrau- chen. Mir selbst fällt dazu noch der Begriff Kettenlinie ein. Es sei jedoch so, daß eine gewisse Unbestimmt- heit bestehe, wo die Stützlinie im Gewölbe wirklich liegt:
"Bei einem Gewölbe bestimmen die äusseren Kräfte also die Form der Stützlinie, doch nicht ihre Lage." (4)
Die äußeren Umstände, welche die Lage der Stützlinie mitbestimmen, sind z.B.
"die Wirkung des Lehrgerüstes, die Bewegung der Wider- lager, die Mörtelkonsistenz etc." (5)
Durch die Belastung eines Lehrgerüstes mit der aufge- mauerten Wölbung verforme sich z.B. das Lehrgerüst, dadurch entstehe Bewegung an den Widerlagern und der Mörtel erfahre unterschiedliche Pressungen, usw. Wenn das Lehrgerüst weggenommen wird, trete ebenfalls ein neuer Zustand ein. Winkler schlägt deshalb vor, einen Normalzustand des Gewölbes anzunehmen, um Überle- gungen anstellen zu können, wo die Stützlinie liegt:
"Wir wollen uns daher einen Zustand des Gewölbes den- ken, bei welchem unmittelbar vor dem Ausrüsten zwar noch keine Drücke in den Fugen existiren, wohl aber alle Fugen vollständig geschlossen und die Widerlager absolut unverrückbar sind. Wir nennen diesen Zustand den normalen." (6)
Winkler unterschied 1879, als er die geschichtliche Ent- wicklung der Gewölbetheorien und die verschiedenen Gewölbetheorien behandelte, fünf Gattungen von Theo- rien:
1. Die Keiltheorie 2. Die Seiltheorie 3. Die Kantungstheorie 4. Die Theorien nach dem Prinzip der günstigsten Bean- spruchung 5. Die Elastizitätstheorie
Vermutlich hat sich die Theoriebildung bis heute weiter- entwickelt. Da das so sein wird, muß die Zusammenstel- lung ergänzt werden. Es stellt sich nun die Frage, wie lassen sich all diese Gewölbetheorien, die sich Wissen- schaftler ausgedacht haben, welche der Frage nach der Haltbarkeit von Gewölben nachspürten, so erläutern und die Problemstellung so visualisieren, daß sie auch je- der Laie versteht und die Idee der Gewölbetheorie nach- vollziehbar wird.
1. Die Keiltheorie
Winkler meint, man ginge bei der Keiltheorie davon aus, daß die Steine des Gewölbes gegeneinander nur Gleitbewegungen ausführen könnten. 1695 habe be- reits de la Hire eine absolut glatte Fuge in halber Höhe des Gewölbes angenommen und gemeint, das obere Stück der Wölbung, also das Mittelstück, drücke auf die unteren seitlichen Stücke, wobei das obere Gewöl- beteil keilförmig auf die darunter befindlichen Teile drücke. Auf dieser Basis habe zunächst auch Couplet 1729 über die Gewölbe theoretisiert.
Eytelwein habe 1808 mit seiner Gewölbetheorie darauf aufgebaut, jedoch eine Vermehrung der Fugenzahl an- genommen, sodaß ein Bild von vielen Gewölbeab- schnitten aufkam, die keilförmig auf die darunterlie- genden drücken würden. Er sei zunächst davon aus- gegangen, diese Fugen seien absolut glatt zu den- ken, aber später habe er auch einen Einfluß der Rei- bung in seine Theorie eingebaut. Jedoch sei, wie bei den älteren Keiltheorien, keine Stützlinie angenom- men worden. Obwohl sich bald darauf bessere Ge- wölbetheorien einfanden, habe man dieser Theorie von Eytelwein noch länger angehangen, so tat es noch 1833 Camerloher. (7)
2. Die Seiltheorie
Die Seiltheorie, auch Kettentheorie genannt, setzt voraus, daß die Achse des Gewölbes nach der Seil- kurve geformt ist. Und zwar wird davon ausgegangen, daß die Schwerpunkte der Wölbsteine auf einer Linie liegen, welche ein Gelenkpolygon bei gleich- mässiger Belastung bilde. Allerdings sei diese Auf- fassung nur bei einem Gewölbe von unendlich gerin- ger Dicke als vollständig richtig anzunehmen. Man nehme bei der Seiltheorie an, daß bei großer Annä- herung von Seilkurve und Mittellinie des Gewölbes sich der Druck in allen Fugen gleichmäßig über die Fuge verteilt, sodaß sich bei richtiger Formgebung die Abmessung der Gewölbe in ihrer Dicke auf das Optimum verringern läßt. Aus diesem Theorieansatz heraus sei es zu sehr zweckmäßigen Gewölbefor- men gekommen, allerdings habe sich die Theorie nicht überall durchsetzen können. So habe z.B. Scheffler die Meinung verbreitet, die Theorie könne zu einer Verwirrung der Ansichten über das Gleich- gewicht eines Gewölbes beitragen. Mit der Zeit habe man herausgefunden, daß die Seiltheorie nicht "zur allgemeinen Kenntnis der Stützlinie führt", sie aber trotzdem verwendet, um leichter auf modernere Ansätze von Gewölbetheorien stoßen zu können. (8)
Winkler nennt mehrere Autoren, welche der Seil- theorie anhingen: Gerstner (1831) Knochenhauer (1842) Hagen (1844) Joon Villarceau (1846) Schubert (1847) Hoffmann (1853) Schwedler (1859) Ott (1870) Heinzerling (1872) Ritter (1876) Wittmann (1878)
3. Die Kantungstheorie
Man setze bei ihr voraus, daß sich bei Einsturz des Gewölbes seine Einzelteile um innere oder äußere Kanten gewisser Fugen drehen, was also einen Bruch des Gewölbes "in mehrere gegenseitig kan- tende Theile" ergebe. Erste Ideen dazu habe Cou- plet 1730 formuliert, Colomb wiederum habe 1773 aus diesem Ideenansatz eine erste richtiggehend ausformulierte Kantungstheorie gemacht. Diese sei von Audory im Jahre 1820, von Lamé und Clapeyron im Jahre 1823, sowie von Navier 1826 und Mery 1827 weitergeführt worden. Poncelet habe die ana- lytische Behandlung des Kantungsproblems 1835 durch eine geometrische ersetzt.
Winkler meint, mit der Kantungstheorie sei man nicht imstande die Lage der Stützlinie herauszu- finden, man wisse daher auch nichts Genaues über die Verteilung des Druckes über die Fugen, aber man sei mit dieser Theorie in der Lage festzustellen, ob ein Gewölbe stabil ist oder einstürzen wird. Sie gebe wichtige Anhaltspunkte für die Konstruktion des Gewölbes, über die notwendigen Hintermauerun- gen und Auskunft zu den Widerlagern. (9)
Es gebe verschiedene Hauptsätze der Kantungs- theorie: - Eine Stützlinie, welche dem Maximum und dem Minimum des Horizontalschubes entspreche, habe abwechselnd mit der inneren und mit der äußeren Wölblinie drei Punkte gemein. - Die Stützlinie entspreche dem Maximum, wenn die beiden äußeren Punkte auf der äußeren, der mittlere Punkt auf der inneren Wölblinie - dem Mini- mum, wenn die beiden äußeren Punkte auf der inneren, der mittleren auf der äußeren Wölblinie liege. - Bei flachen Gewölben gehe die Maximal-Stütz- linie durch die obersten Kanten der Kämpferfuge und bei symmetrischer Anordnung durch die unter- ste Kante der Scheitelfuge. Bei Halbkreis- und ge- drückten Ellipsen-Bogen gehe die Maximal-Stütz- linie ebenfalls durch die oberste Kante der Kämp- ferfugen, berühre aber in zwei Punkten die innere Wölblinie; die Minimal-Stützlinie berühre in zwei Punkten die innere Wölblinie (die sogenannten Bruchpunkte) und gehe bei symmetrischer Anord- nung durch die oberste Kante der Scheitelfuge. - Ein Gewölbe befinde sich im labilen Gleichge- wicht, wenn sich im Gewölbe eine Stützlinie kon- struieren lasse, welche sowohl dem Maximum, als auch dem Minimum des Horizontalschubes entspreche, wenn also die Stützlinie mit den bei- den Wölblinien mindestens vier abwechselnd auf der äußeren und inneren Wölblinie liegende Punk- te gemein habe, sodaß beim Einstürzen minde- stens drei Teile des Gewölbe gegenseitig kanten. In diesem Falle sei die Stützlinie die einzig mög- liche, weshalb man sagen könne, es finde ein labiles Gleichgewicht statt, wenn nur eine einzi- ge Stützlinie möglich sei. - Das Gewölbe sei im stabilen Gleichgewicht, wenn sich eine ganz innerhalb des Gewölbes liegende, die Wölblinie nirgends berührende Stützlinie konstruieren lasse. In diesem Falle sei- en außer dieser Stützlinie natürlich noch andere innerhalb des Gewölbe liegende Stützlinien mög- lich. (10)
Man habe die Kantungstheorie durch die Theorie nach dem Prinzip des kleinsten Widerstandes er- weitert, nach der laut Mosley, 1833, diejenige Stütz- linie die richtige sei, für welche der Horizontalschub ein Minimum werde. Scheffler habe 1857 diesen Arbeitsansatz erweitert. Nach ihm würde die wahre Stützlinie mit der äußeren und inneren Wölblinie mindestens acht Punkte gemein haben. Man müs- se aber ein unpreßbares Baumaterial für das Ge- wölbe annehmen, damit diese wahre Stützlinie an- genommen werden könne. (11) Ceradini habe den Arbeitsansatz von Scheffler noch weiter verfeinert, was das Aufsuchen der Stützlinie verbessert habe. (12)
4. Die Theorien nach dem Prinzip der günstigsten Bean- spruchung
Hagen, der 1844 und 1862 dazu publizierte, hatte die Idee ausgebreitet, es müsse die Stützlinie gefunden werden, welche das Gewölbesystem mit der größten Sicherheit stütze. Hänel nannte 1868 die Stützlinie als die günstigste, bei der der spezifische Maximal- druck die unterste Grenze des wirklich möglichen Maximaldruckes habe. Diese Stützlinie sei jedoch nicht die wirkliche Stützlinie im Gewölbe. Im Jahre 1865 behauptet Drouets, die Natur würde die mole- kularen Widerstände im beanspruchten Material nur soweit entfalten, als es notwendig ist, zusammen mit den äußeren Kräften ein Gleichgewicht zu erzeu- gen. Folglich müsse man so verfahren, daß der größte vorkommende spezifische Druck ein Mini- mum darstellt. Drouets bezeichnet sein Prinzip als "metaphysisches Prinzip". Es sei von Dupuit wider- legt worden. Durand Claye habe das Drouets'sche Prinzip 1867 sehr eingehend untersucht und dazu eine graphische Durcharbeitung gegeben. (13)
Auch Culmann lieferte 1866 Aussagen zu dieser Ge- wölbetheorie:
"Von allen Drucklinien ist diejenige die wirkliche, welche sich der Axe des Gewölbes in der Art am meisten nähert, dass der Druck in den am stärk- sten komprimierten Fugenkanten ein Minimum ist". (14)
Winkler legt ihm das so aus:
"Ist das Gewölbe so schwach und die Widerstands- fähigkeit des Materials so gering, dass es nur mög- lich ist, eine einzige Stützlinie einzuzeichnen, wel- che kein Zerdrücken oder Kanten herbei führt, so ist dieselbe die richtige." (15)
Daraus ergebe sich bei einem Material, das mit der Zeit härte, keine Änderung des Zustandes, was sage, die Lage der Stützlinie sei auch bei festerem Material dieselbe. Winkler macht dazu Scherze. Er weist darauf hin, man habe dafür inzwischen das "Prinzip der Schlauheit des Materials" erfunden. (16)
Zu dieser Theorie nach dem Prinzip der günstigsten Beanspruchung gibt es weitere Arbeiten von Car- vallo von 1853, von Harlacher im Jahre 1870 und von Ott aus dem Jahre 1871. Ott legte Wert darauf, daß die Stützlinie durch die Mitte der Kämpfer- und Scheitelfuge geht, damit kein Bruch des Ge- wölbes eintreten kann. Boistard hatte 1822 seine Beobachtungen publiziert, daß die Bruchfuge immer nahe an der inneren Wölblinie liege, am Scheitel jedoch nahe der äußeren Stützlinie sei. Navier meinte 1826, es trete ein Klaffen der Wölbung ein, wenn die Stützlinie das mittlere Drittel verlasse. (17)
5. Die Elastizitätstheorie
Sie entsprang dem neuen Material Eisen, das sich elastisch verhält und Formveränderungen erlebt. Man hatte damit auf den Ersatz von Steinbrücken durch Eisenbrücken reagiert. Später hat man er- kannt, das auch das Steinmaterial bei Gewölben als elastisch anzusehen ist. Bauschinger und Köp- ke hätten durch spezielle Untersuchungen diese Elastizität des Steinmaterials nachgewiesen, in- formiert Winkler. Von Navier sei diese Elastizität bereits angenommen worden, Scheffler habe dies jedoch zurückgewiesen. Zur Zeit der Schrift Wink- lers habe die Elastizitätstheorie jedoch immer mehr Anhänger gefunden. Parallel zu Schwedlers Veröffentlichungen zum Thema von 1868 und der Vorträge von Winkler im Jahre 1874 habe Belpaire zur Elastizitätstheorie im Jahre 1877 publiziert. Hoffmann hielt der Elastizitätstheorie von Schwed- ler entgegen, eine einseitige Belastung werde eine Formänderung erstreben, sie werde aber nicht ein- treten, da die Druckfestigkeit des Baustoffes dies verhindere. Winkler hält dem entgegen, Druckfestig- keit und Elastizität seien zwei völlig verschiedene Dinge, sodaß durch diese Kritik von Hoffmann der Wert der Elastizitätstheorie nicht abzuschwächen sei.
Ich frage mich, wie diese Theorie dem Laien an- schaulich gemacht werden kann. Winkler gibt nach mehreren theoretischen Überlegungen diese For- mulierung:
"Läßt sich eine Stützlinie konstruieren, welche mit der Mittellinie zusammen fällt, so wird diese hier- nach die richtige sein," (18)
woraus sich ergebe, daß die unter dem Namen Seil-Theorie ausformulierte Methode nahezu die richtige ist, nämlich dann, wenn man der Gewölbe- achse genau die Form der Stützlinie gebe. Die Form des Gewölbes sei vermutlich auch die ratio- nellste, bei welcher bei totaler Belastung die Ge- wölbeachse mit der Stützlinie zusammenfalle. (19) Um die Form der Mittellinie zu bestimmen, sind mehrere statische Verfahren notwendig, aus den- nen sich die Dicke der Wölbung ergeben muß, auch um herauszufinden, wie sich innere und äußere Wölblinie belasten lasssen und wie sich dabei die Stützlinie von der Mittellinie entfernen kann.
Winkler weist nun darauf hin, daß alle diese Über- legungen, die dazu hinführten, herauszuarbeiten, daß die Elastizitätstheorie die richtige sei, am nor- malen Zustand des Gewölbe abgehandelt wurden. Dieser Zustand gehe aber verloren, sobald das Lehrgerüst einer Wölbung weggenommen werde. Man müsse in der Folge bereits eine Deformation des Lehrgerüstes schon während der Bauphase an- nehmen, sodann sei davon auszugehen, daß die Widerlager des Gewölbes sich nach dem Entfernen des Lehrgerüstes verschieben werden, außerdem rufe eine Temperaturveränderung, die auf das Ge- wölbe wirkt, Einflüße auf die Gewölbeform hervor. Es entstünde bei diesen Störungen des Ge- wölbes ein Aufklaffen von Fugen. Auf alle diese Auswirkungen sei Rücksicht zu nehmen, durch Gelenke, durch offene Fugen, die nach dem Aus- rüsten der Schalung geschloßen werden, usw. (20)
Gewölbetheorien, obwohl eine komplizierte Ma- terie, müßte man so zur Erklärung bringen, daß sie für jeden Laien anschaulich werden. Es bleibt die Frage, wie lassen sie sich jedem erklären, der sich dafür in einer Ausstellung interessiert. Das da- bei die Entwicklung der Gewölbetheorien bis in un- sere Zeit weiterzuverfolgen ist, ergibt sich von selbst
K.L.
Dieser Text von Karl-Ludwig Diehl wurde in http://groups.google.com/group/de.sci.architektur zur Diskussion gestellt. Der Autor ist über folgende Emailadresse erreichbar: baugeschichte (at) email.de
Anmerkungen: (1) siehe: E.Winkler: Lage der Stützlinie im Gewölbe. S.117-118 in: Deutsche Bauzeitung. Heft Nr.23. Berlin, 1879. S.117f. (2) zitiert aus: E.Winkler, wie vor, S.117 (3) siehe: E.Winkler, wie vor, S.117f. (4)-(6) zitiert aus: E.Winkler, wie vor, S.118 (7)-(8) siehe: E.Winkler, wie vor, S.118 (9)-(11) siehe: E.Winkler, wie vor, S.118 (12) siehe: E.Winkler, wie vor, S.119 (13) siehe: E.Winkler: Lage der Stützlinie im Gewölbe. S.127-130 in: Deutsche Bauzeitung. Heft 25. Berlin, 1879. S.127 (14) Culmann zitiert bei: E.Winkler, wie vor, S.127 (15) zitiert aus: E.Winkler, wie vor, S.127 (16)-(17) siehe: E.Winkler, wie vor, S.127 (18) zitiert aus: E.Winkler, wie vor, S.128 (19) siehe: E.Winkler, wie vor, S.128 (20) siehe: E.Winkler: Lage der Stützlinie im Ge- wölbe. S.58-60 in: Deutsche Bauzeitung. Heft 11. Berlin, 1880. S.58ff.
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Am Sun, 20 Apr 2008 07:52:37 -0700 (PDT) schrieb Karl-Ludwig Diehl:

Was soll der Unfug? wir leben nicht im Mittelalter oder doch?
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Moin,
Peter Niessen schrub:

Wie? Weil wir nicht im Mittelalter leben, gibt es auch keinen Grund mehr Laien verständlich zu machen, weswegen es heute noch so viele mittelalterliche Bauten gibt, die immernoch stehen und ohne Stahlbeton gebaut wurden?
Oder muss ein Bauing von Heute keine Ahnung von Gewölben mehr haben, weil man sowas, wenn man es mal braucht, ja einfach per FEM durchrechnen kann?
Beides wäre ein trauriges Bild.
Allerdings beim Überfliegen des Aufsatzes fiel mir auf, wie viele Teiltheorien letzlich dazu erfunden wurden, die Imperfektionen (srumpfende Fugen, nachgiebige Auflager,...) zu berücksichtigen, und das auch noch auf aus heutiger Sicher recht merkwürdig stümperhafte Weise. Praktisch sind Fragen danach, wass passiert wenn man das Gerüst wegnimmt oder so natürlich wichtig. Allerdings will heute praktisch tatsächlich niemand mehr eine gotische Kathedrale bauen. Für das Verständnis der Funktion des Tragwerks sind diese Randprobleme jedoch nicht wichtig, bei einer Erklärung für Laien kann man sowas also getrost weglassen und braucht nicht die ganze Historie durchorgeln.
CU Rollo
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Hallo,
Roland Damm schrieb: ...

Vor allem müssen das die leuts aauch erst mal können und den Ansatz richtig programmieren/konfigurieren.
Ohne Verständnis der Physik ist das "so eine Sache".
--

Viele Gruesse Klaus-Holger Trappe
(E-Mail hierauf verbleibt unbeachtet)
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Es besteht eigentlich die Notwendigkeit, den Laien sehr viel Kenntnis davon zu geben, erstens sind sie Wähler von Stadträten, Landtagsabgeordneten usw., zweitens agieren sie oft genug in Protestbe- wegungen mit, um häßlichkeit aufzuhalten. Wer ihnen Qualität nahebringen kann und ihnen nicht nur den Schutz alter Gewölbebauten schmack- haft machen kann, sondern auch die Qualität der neuen Gewölbeformen nahebringt, hat es im Auseinandersetzungsfeld, was zu bauen ist, sicherlich weitergebracht.

Der Begriff "stümperhaft" ist sicherlich fehl am Platze. Die Leute mußten sich eine Innerlichkeit erarbeiten, die ihnen langsam aber sicher deutlich machte, das ein Gewölbe, so konzipiert, halten wird. Andere gingen weiter, und optimierten sogar. Die Arbeitsansätze richtig aus ihrer Zeit heraus nachzuerleben, macht mehr Sinn. Parallel dazu kann ja ausgesagt werden, wie sich zu anderen Zeiten der Erkenntnisgang ver- besserte. Das, was heute passiert, wird kaum das Optimum sein können. In Norddeutschland u.a.wo sind trotz moderner Darstellkungsverfahren Wölbungen in sich eingestürzt.

Ich hatte das Glück, über viele Monate die Arbeit des Ziegelschalenbauers Eladio Dieste und seine crew zu verfolgen. Ich habe dadurch gewisse Grundzüge des Ziegelschalenbaus nach- vollziehen können und die Knackpunkte heraus- stellen können, worin bei diesen Leuten der Fortschrittsgedanke angelegt war. Dieste selbst hat nie mit den neuen Möglichkleiten des PC's gearbeitet, da er aus einer anderen Generation stammte als die meisten Mitarbeiter. Er hatte, um seinen modernen Ziegelschalenbau zu entwickeln, natürlich die alten Gewölbetheorien durchgearbeitet, um sich nachvollziehbar zu machen, worin weiterge- gangen werden kann. Da er Entwickler war, zugleich Hochschullehrer, mußte er das auch so machen. K.L.
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Moin,
Karl-Ludwig Diehl schrub:

Ich meinte diesen auch in Anführungszeichen, also aus heutiger Sicht. Damals hat man sich sicher durchaus vernünftig an das Problem herangetastet.

Die Frage ist da, wie weit man das für einen Laien aufdröseln will.

Nun war der aber kein Laie. Und er hat etwas gemacht, was Laien auch nicht tun wollen: Er hat Gewölbe selbst gebaut. Natürlich muss sich so jemand mit Schwund, Setzung, .... befassen. Aber für das Verständnis der Funktion des fertigen Gewölbes ist das nicht nötig.
CU Rollo
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Die ganze Spannbreite der Vernunft kam zum Einsatz. Bloß: wir wissen wenig, was da ablief. Schriftlich fixiert und durch Zeichnungen ist wenig. Manchmal mehr als man denkt. Schön wäre es ja, wenn man in diesem ganzen Material herumstöbern könnte, ohne irrsinnige Reisekosten und Unterbringung organisieren zu müssen. Zeit hat jeder gleich viel: 24 Stunden pro Tag, abzüglich Reproduktionszeit.

Mathematik, wenn in Formeln geschrieben, besteht trotzdem aus Sätzen und ganzen Textabschnitten, die auf Formel heruntergekürzt sind, weil Verhältnisse in Beziehung gesetzt werden. Die eigentliche Kunst besteht wohl darin, daß in einfachen Worten zu erklären, so, daß es nachvollziehbar wird. Man kann sich dabei Mühe geben, oder nicht. Statt vieler Sätze lassen sich Baumodelle aus Materialien gestalten, die das ganz einfach und sofort sichtbar machen, um was es geht.
Solches Zeug suche ich.

Es gab genügend Bereiche, die mir nicht nachvoll- ziehbar wurden. Ich schlug mich mit dem ikono- logischen Gehalt dieser Bauten herum, also woher bei ihm die Anstöße kamen, warum er unbedingt Backsteine nahm mit Bewehrung in den Fugen. Wie er zu der Gestalt seiner Schalen kam, die eine Weiterführung des alten Betonschalenbaues waren.
Es gibt Laien, die Gewölbe selber bauen wollen. Die wollen natürlich auch wissen, wie das zu konzipieren ist. Andere wollen diese Art der Bautechnik zumindest geistig nachvollziehen und bewundern Gewölbe. Dann gibt es noch solche, die sich für alte Gewölbe begeistern und sich Altbauten kaufen, um sie für sich zu restaurieren. Und viele andere Interessenten. Es gibt auch Leute, die unbedingt moderne Gewölbe mauern wollen.
In den mediterranen Ländern ist es nach wie vor üblich, Flachziegelschalen über Kellern freihand zu mauern. eingefuchste Maurer machen das jeden Tag. Diese Wölbungen haben "keinen" Seitenschub und können an fast allen Stellen problemlos durchlöchert werden.
Die Frage ist bei allem, ob es Leute unter den Bauings gibt, die andere für Gewölbe interessieren wollen und denen wirklich daran liegt, ihnen den Gewölbebau zu erläutern, um sie für diese Bautechnik noch stärker zu begeistern. Dieste hatte zusammen mit seinem Freund Montanez diese Begeisterung für seine Schalen in den 1950er Jahren initiiert. Die Leute wollten dann unbedingt über Wohnbauten, Kaufhallen, Tankstellen, Kirchen, usw. Ziegelschalen sehen.
Diese Leute fehlen in D. Du findest hier überwiegend Leute, die abblocken, schlecht machen, Abwehrhaltungen erzeugen wollen, usw., anstatt die Leute dafür zu begeistern. Ochsenkopf hat in Boston einen Kreis gegründet, der Bauversuche mit Flachziegeln unternahm. Daraus ging ein Projekt in London hervor, das wirklich ungewöhnlich ist.
Nur auf dieser Ebene sollte ein solches Thema wie Gewölbe, Gewölbetheorie, usw. durchdacht werden. Das Thema Gewölbe muß bei uns auf jeden Fall weitergebracht werden.
Es gibt dafür auch andere Baustoffe wie Backstein und Beton. Alle Wege wären zu beschreiben und dafür zu werben. K.L.
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Karl-Ludwig Diehl schrieb:
... ...

Ein Gewölbe ohne Seitenschub, das musst Du mir mal zeigen.

Es ist ja ehrenwert sich mit historisch alten Baukonstruktionen auseinanderzusetzen. Das ist hier aber nicht der Punkt, Dein Oberthema lautet doch "Wie lassen sich Gewölbetheorien für Laien verständlicher machen". Nur hierzu hast Du kritische Anmerkungen bekommen, denn dieses Ansinnen hat mehrere Haken.
- Selbst unter den Ingenieuren ist der Kreis klein, der sich für "alte ...theorien" interessiert(warum wohl?). - Unter den Laien wirst Du kaum noch einen finden, der sich für eine statische Theorie interessiert, denn schon die Architekten interessieren sich dafür letztendlich nicht, Statik ist ein Alptraum für sie. Frag mal die Bauherren ob sie die Statik für ihr Haus aufgehoben haben. Warum ist das so? - Man kann die Wirkung von Kräften spüren, aber man kann sie nicht sehen, oder hast Du schon mal eine Kraft gesehen? Menschen sind in erster Linie Augenmenschen, was man nicht sehen kann, interessiert die Menschen erstmal nicht. Wohin gehen die gelangweilten Menschen? Natürlich in die Museen, weil dort schöne Bilder hängen. Hinschauen ist angenehm, Nachdenken tut den meisten weh. Ein Fahrrad wird gekauft, weil es schick aussschaut oder weil es leicht ist, aber wer intereessiert sich für die Spannungsspitzen im Fahrradrahmen, wo sich demnächst vielleicht ein Bruch einstellt?
Man muss lange üben, bis man sich einen Kraftfluss vorstellen kann, wobei man dann immer noch Überraschungen erlebt. Das ist nichts für Laien. Ich hatte mal ein Aha-Erlebnis mit Bühnentechnikern, die mussten Scheinwerfer an flach gespannten Seilen aufhängen, ich sollte ihnen (natürlich möglichst anschaulich u. ohne mathematische Gleichungen) erläutern, wie groß die Kräfte in den Seilen und den Verankerungspunkten werden. Selbst als ich ihnen die anschauliche Methode (Seileckkonstruktion) beigebracht hatte, haben sie mir nicht geglaubt, dass die Seilkräfte deutlich größer werden können, als die Gewichtskräfte der aufzuhängenden Scheinwerfer. Von mathematischen Gleichungen wollten sie natürlich überhaupt nichts mehr hören: "wir als Praktiker ...".
In Deinem Museum kannst Du ein Bild aufhängen und die Situation darstellen und schreiben "so ist es" (was dann hoffentlich auch richtig ist), mehr geht (ohne Geld) nicht. Wer wird sich die Mühe machen, ein Thema auszuarbeiten, für das er noch nicht einmal soziale Streicheleinheiten bekommt.
Mit Gruß Ernst Sauer
Mit Gruß Ernst Sauer
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Mit dem Finger vor Ort? Wir sollten einmal die Forschungen im frühen 19.Jh. in Paris dazu bemühen. Die hatten sich lustige Versuchsanordnungen ausgedacht, um darauf zu kommen, daß "kein" Seitenschub entsteht. Die Ko- häsion verhindert offensichtlich ein _sichtbares_ Verschieben. Was die Mathematik dazu erbringt, sagt dann etwas anderes. Die treibt aber auch lustige Späße. Dieste sprach gerne darüber.
Die Guastavinos hatten in NYC ihre Flachziegelschalen vielen Belastungsversuchen ausgesetzt, um sich ein Tabellenwerk anzulegen. Was alles dazu gerechnet wurde, läßt sich nachvollziehbar machen. Auch, ob Zugelemente eingesetzt wurden und wo. Es haben sich die Pläne dieser Firma in vielen Fällen erhalten. Dein Wissen wollen setzt also die Bereitschaft der Beschäftigung mit früheren Vorgängen voraus.

Es ist unehrenhaft, solche Gebiete brachliegen zu lassen, wenn sie leicht weitergebracht werden können.

Haken und Ösen. Ich sehe nirgendwo ein Problem, das so gelagert ist, Auskünfte in einer Diskussion zu verweigern, wenn Fachwissen in der öffentlichen Diskussion steht wie hier. Natürlich ist zu klären, wie sich Gewölbetheorien für Laien _verständlicher_ machen lassen. Architekten sind dann Laien, da nicht vom Fach Bauingenieurwesen. Es gibt aber noch andere Laienspielgruppen.

So alt sind diese Theorien garnicht. Soviele Namen, die als Verfasser in Frage kommen, gibt es auch nicht. Dieses "Warum wohl?" ist keine Frage, die ich beantworten kann. Wenn es Bauings gibt, die eine solche Debatte verweigern, so sagt das ja nicht, daß alle so gelagert sind, nur der oder der. Die mögen als Groupies Ablehnungsverhalten an den Tag legen. Es gibt auch Leute, die nur Aral tanken.

Das kannst Du nicht wissen. Den Neanderthaler würde auch niemand interessieren, wenn Archäologen sich nicht für Vor- und Frühgeschichte begeistert hätten, um Frühmenschen aufzufinden. Da mögen immer Zufalls- funde eine Rollen spielen. Inzwischen gibt es einen großen Kreis derjenigen, die das interessiert.

Natürlich kann man sie sichtbar machen und erklären, wie der Kräfteflúß verläuft. Bei jedem Ringer oder Gewichtheber wird das sichtbar.

Absurd. Das hat man schon bei vielen Themen behauptet. Es handelt sich um Ausgrenzungsdebatten. Die anderen sollen das nicht verstehen dürfen. Aber das ist keine gute Haltung. Früher las man die christlichen Messen auf Latein, damit die Leser sie nur murmeln, aber eigentlich nicht verstanden. Das machte den Beruf des Priesters wichtiger, weil nur er ihnen alles erklären konnte. Murmel, murmel... Mit math.Formel ist das genauso. Man kann sie wieder zurückführen auf den Wortwörtlichen Gehalt, also erklären, was da abläuft.

Es gab auch immer Leute, die Ideen absprenstig machten, es könne zum Mond geflogen werden.

Ich habe erst einmal durch diesen Vorgang, ein Gewölbemuseum besteht wirklich, deutlich gemacht, es kann so etwas existieren und in kleinen Schritten aufgebaut werden. Tatsächlich geht das. Jetzt hat sich ein erster Kreis gebildet, der die Gewölbereihen unter der historischen Altstadt systematisch begehen will, um daraus mehr zu machen. Die große Idee wird in kleinen vernünftigen Schritten realisiert.

Nun. Es haben hier Leute eine Westerwälder Tafel gegründet, zu denen Leute gehen, um sich Lebens- mittel kostenlos abzuholen, da inzwischen die Verhältnisse in D so sind, daß sich Armut immer stärker verbreitet, andererseits großer Reichtum anderen rascher zuwächst.

Also doppelt gemoppelte Grüße ! Welcher ist das Original? Welcher Gruß die Kopie? Aber Spaß beiseite:
Die Frage, wie sich Gewölbetheorien für Laien verständlicher machen lassen, hilft auch den Bauings selbst weiter. An dieser Frage kann nichts falsch sein.
K.L.
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Ja, warum, deiner Meinung nach? Manche haben doch so eine Lebensphase, in der sie ihrem Gewerk mal ein bißchen auf den Grund gehen wollen - was dabei rauskam, wäre ja vielleicht auch für andere interessant. Die Leute befassen sich doch mit allem möglichem, u.a. Familiengeschichte, und stoßen dabei auf alte Baugeschichten und historische Orte und was weiß ich.. nicht daß das direkt was mit Statik zu tun hat, aber diese völlige prinzipielle Uninteressiertheit halte ich für ein Gerücht. Galileo und so'n Zeug hatte auch ein begeistertes Publikum.

Das könnte man aber doch gestenreich erläutern und evt. mit einem entsprechenden Modell oder einer Animation veranschaulichen. Und wenn dann noch paar Katastrophenanekdoten eingeflochten werden, werden die Leute ganz andächtig. Ja, Anschaulichmachen ist nicht ganz leicht, wenn man sonst eher abstrahiert, und das Abstraktionsniveau läßt sich Laien nicht komplett vermitteln, klar. Aber so ansatzweise erklären, worum und wie es geht, das müßte doch möglich sein. Auch bei Formeln.

Der, der sein Fahrrad eine Weile haben will und nicht gleich wegwerfen, auf alle Fälle!!

Gegen den jugendlichen Glauben an die eigene Unsterblichkeit hilft halt nur älter werden.

Bah, wo Publikum, da Interesse.
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Helga Schulz schrieb:
... ...

Weil Ingenieure eher Leute sind, die nach vorne schauen, bzw. nach vorne schauen müssen.
Das beginnt doch schon im Studium. Architekten nehmen sich im Studium viel Zeit für Baugeschichte, die sie allerdings Architekturgeschichte nennen (warum wohl?). Ein Ingenieurstudent dagegen kann sich im Studium nicht lange mit der Vergangenheit beschäftigen, sonst ist er "weg vom Fenster". Das mag man ja beklagen, aber so ist es nun mal.

Dann machs doch mal und berichte hier.

Uninteressiertheit bei wem? Wenn jemand Interesse an alten statischen Theorien hat, dann möge er/sie sich damit beschäftigen. Und wenn er/sie Fragen hat, dann kann er sie hier stellen, ich und andere werden dann weiterhelfen.
Aber vorher etwas auf dem Tablett servieren, nö.
Wir wollen K.L. nicht den Spaß an der Freud nehmen, nur halte ich es für eine Illusion, dass sich Laien für statische Theorien interessieren. Mal ehrlich tust Du es, oder einer Deiner Berufskollegen?
Mit Gruß Ernst Sauer
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Vorne wird bei solchen Leuten vielleicht wenig zu sehen sein. Wenn Du wirklich ehrlich bist, wirst Du nur sagen können, Du hast Angst, von der Entwicklung in der Vergangenheit beeinflußt zu werden. Denkt man zu Ende, reduziert sich alles darauf, daß "wir alle nur 24 Stunden pro Tag arbeiten können". Diese Zeit teilt sich in Produktion und Reproduktion. Die Be- schäftigung eines Ingenieurs, der sich nicht aktiv an der Baugeschichtsschreibung in seinem Fachgebiet beteiligt, setzt sich also in der Zeit der Produktion nur für andere Themen ein. Da sagst Du, das sei das Neue. Okay, dagegen läßt sich nichts sagen. Es bleibt aber die Reproduktionszeit. Und hier wäre dann also die Teilnahme an einer entspannten Debatte zu baugeschichtlichen Themen einfachst unterzubringen. Sogar Kurzvorträge eigener Provenienz könnten hier bei guten Ings leicht unterzubringen sein. Alle Berufsgruppen haben Vortragsvereine gebildet. Bei den Architekten gibt es sie zahlreich: BDA, Deutscher Werkbund, Bund der Baumeister, o.ä. Es würde mich interessieren, was sich bei den Ingenieuren entfalten ließ.

Dort wird in der Regel auch sehr wenig gemacht.

Ich las Doktorarbeiten von Bauings, um mir klar zu machen, wieso "niemand" sich in D mit Dieste oder den Guastavinos beschäftigt hatte. Veröffentlichungen dazu waren marginal, zu Dieste war das auf ganz wenige beiläufige Bemerkungen reduziert irgendwo in der Fachpresse zu finden gewesen. Andererseits fand sich bei den Baugeschichtlern kein Arbeitsansatz, der mir den kunsthistorischen Zugang zu einer solchen Ingenieurbauweise und ihrer Formgebungsidee gegeben hätte. Die Ikonologie zu dessen Werk, besser: Gesamtwerk, war kaum zu durchdenken. Ich hatte sehr viele Monate damit zugebracht, um dieses Wahrhaftigkeitsdenken, das mit Loos und den vielen Vorgängern aufgekommen war, auf diese unglaublich reduzierte Gestalt der Dieste- Bauten zu beziehen, weil es sehr präzise mit der frühen Moderne zu tun hatte. Mit der Zeit erst wurde mir klar, wo Dieste vortäuscht und was an den Strukturen eigentlich Symbolik ist, usw. Ich fand einen umwerfenden guten Arbeits- ansatz. Dabei wurde mir der ganze Mist bewußt, den ein Adolf Loos und viele anderen ausformu- liert hatten.

Es geht überhaupt nicht um's Beklagen, sondern um einen guten neuen Ansatz zur Zusammenarbeit. Diese zu realisieren, findet im Zeitvolumen der Reproduktionszeit statt. So zu tun, als könne man nicht interessant freizeiten mit Fachkollegen, macht ja das Mitschreiben in dsa oder dsim zum Absurdum.

Werden sie weiterhelfen. Die Hilfestellung besteht u.U. in dem Satz, lapidar: Dazu will ich nix schreiben, das ist ja Vergangenheit. Ein Absurdum mehr. Da alles auf Freiwilligkeit beruht, freier Gestaltung der Reproduktionszeit, darf man auf die weitere seelische Disposition gespannt sein.

Also nur die belegten Brötchen vom Teller angeln und danach meckern, was an ihnen besser sein könnte. So die reality-show hier vor Ort.

Ich habe den Eindruck, Du sprichst vom Sexualleben, aber Freizeit war eigentlich gemeint. Essen sollen andere Kochen. Seltsam. K.L.
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Ja gut, Geld verdienen und auf dem aktuellen Stand sein müssen wir alle, und Zeit ist immer knapp. Es könnte ja vielleicht aber sein, daß hier irgendwo jemand rumschwirrt, dem das Thema über den Weg gelaufen ist, weil er mit der Herrichtung eines denkmalgeschützten oder einfach alten Gebäudes befaßt war, und dem dazu was einfällt bzw. der dazu was loswerden möchte, ob Fragen oder Beobachtungen.

Kann ich Dir drei Sachen anbieten: über Musterzeichner, über Datenbankbau oder über die gescheiterte Suche nach einer plausiblen Modetheorie. Wüßte allerdings für keins eine passende NG.

Ja, das weiß ich auch nicht, die wird halt postuliert. Warum ungefähr kann ich mir schon vorstellen; schätzungsweise kommt es vom einzelkämpferischen Arbeiten, wenn man stets der oder die einzige mit seinem Fach ist. Dann fehlt der Anlaß zum Austausch, bei dem man auf solche Sachen zu sprechen käme. Ich war ganz froh, daß ich im letzten Jahr nach Jahren des einsamen Vor-Mich-Hinarbeitens im stillen Kämmerlein einen Arbeitskollegen im Zimmer sitzen hatte. Es ist manchmal schon gut, wenn man jemanden vollschwätzen kann, wenn man etwas begriffen hat - man verstehts dann selber besser und bringt es gleich in eine verständliche Form. Es den Kunden mitzuteilen, ist schwieriger, weil die viel weniger Hintergrundwissen haben und man es eine Stufe weiter aufbereiten muß; mit Leuten, die genau das gleiche machen, darüber zu reden, hilft meist auch nicht so arg viel, weil man sich da zu schnell wieder in Details verbeißt und die größere Linie verliert. So jedenfalls meine Erfahrung.

Ich _bin Laie_ in Architektur wie Statik. Ja, etwas interessiert mich statische Theorie schon, denn ich interessiere mich für Häuser, und wenn der Holzdielenboden über mir wackelt, weil Nachbars um den Tisch laufen, gibt mir das schon zu denken, wie es denn da mit der Statik bestellt sei.

Über meine Berufskollegen (Datenbänkler, Anwendungsentwickler) kann ich dazu nichts sagen, denn davon kenne ich zu wenige. Es geht aber das Gerücht, daß manche Häuser oder Wohnungen haben. So völlig außerhalb ihrer Welt kanns also auch nicht sein.
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Um das auf den Punkt zu bringen: wir arbeiten alle nur 24 Stunden am Tag. Diese Zeit ist ge- teilt in Produktion und Reproduktion. Das Thema, wie sich Gewölbetheorien für Laien verständlicher machen lassen, fällt erst einmal in den Zeitbereich der Reproduktion. Das läßt sich aus Spaß an der Freud durchdenken.
Wenn sich daraus ein konkreter Arbeitsanlaß mit Finanzierung ergibt, läßt es sich problemlos in den Zeittakt der Produktion holen. Die Frage ist dann, wenn man in einem so offenen Forum wie dsa schreibt, ob sich fairer Austauschformen ergeben sollen oder Leute darauf aus sind, gute Ideen zu klauen, die sich hier in Diskussionen entfalten.
Nun ist ja keiner von schlechten Gefühlen frei. Also wird man solche Ansinnen pauschal abwehren, da zu viel Unsicherheit herrscht. Es könnten sich aber auch solche Strukturen nach Vorne bringen lassen, die nur noch auf faire Zusam- menarbeit abzielen wollen.
Dann müßten Diffamierungen sich automatisch herausfiltern lassen. Das sagt aber nicht, daß Ausgrenzungskampagnen damit gemeint sind.
Und gepflegter und konstruktiver Umgang in der Auseinandersetzungs- kultur das Ziel sein. Ich glaube immer an das Letztere.
K.L.
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Moin,
Karl-Ludwig Diehl schrub:

IMO ist so ein Ausufern dieser Diskussion Folge davon, dass du nie wirklich geschrieben hast, was du wissen willst. Willst du einem Kunsthistoriker erzählen, warum Gewölbe damals so gebaut wurden? Willst du das selbe dem Hausbesitzer erklären, dessen Haus auf dem Gewölbe steht? Willst du diesem Hausbesitzer den kunsthistorischen Aspekt des Gewölbes erklären? Willst du eine Ausstellung eröffnen und Texte für die Besucher verfassen? Willst du dem Maurer der die Arbeit macht erzählen, warum er nicht mal eben diesen Stein mit der Hilti rausholen darf, obwohl da dann gut das Rohr durchpassen würde?
CU Rollo
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Warum so kompliziert. Es ist doch erklärt:
"Wie lassen sich Gewölbetheorien für Laien verständ- licher machen?"
So lautet die einfache Frage.
Es ist bei dieser Frage völlig verkehrt, bestimmte Absichten zu unterstellen, da es rein nachdenklich um "ein Heben ins Verständnis" geht. Wenn Du so willst, wird nach einem didaktischen Modell der Vermittlung gesucht. Die Diskussion lohnt sich für jeden, eigentlich für den (Bau)ingenieur am ehesten, weil er sich selbst dabei klarmachen kann, daß sich selbst mathematisch kompliziert ausgedrückte Verhältnisse so verbalisieren und anschaulich machen lassen, daß sie jeder versteht, den man damit erreichen will.
Ähnlich wurde die Computerkultur so umgebaut, daß sie schließlich fast jedem nutzbarer wurde. Das steigerte die Nachfrage nach Computern, weil endlich eine Software vorhanden war, mit der sich umgehen ließ.
Der Gewölbebau, um es auf den Punkt zu bringen, ist durch die Fachwelt so verklausuliert worden, daß eher eine Abschreckung eintrat, als daß man mit solchen Bauformen umgehen will. Besonders fiel mir das beim dem Kompliziertheitsmythos des Betonschalenbaus auf. Sehr viel Interessantes entstand dann lange Zeit nicht mehr.
K.L.
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Moin,
Karl-Ludwig Diehl schrub:

Und die Antwort lauten eben so einfach: garnicht.
Du fängst ja gleich damit an, dass du von 'Gewölbetheorie_n_' redest. Du willst einem Laien also nicht nur klar machen, wie ein Gewölbe funktioniert, sondern ihm gleich noch darüber hinaus vermitteln, das man das nicht immer schon so genau wusste, sondern dass es verschiedene Theorien dazu gab. Und die willst du dem Laien dann verständlich machen, wobei ich unter 'verständlich machen' dann verstehe, dass du erklären willst, wieso sich die eine oder andere Theorie entwickelt hat und auf welchen Annahmen und Beobachtungen das basiert... Kein Laie wird dir bis dahin folgen wollen oder können.
Würdest du fragen, wie man einem Laien verständlich machen kann, wieso ein Gewölbe nicht einstürzt, obwohl da keine Balken drin verbaut sind, dann würde ich sagen, das geht und das ist eine interessante Frage und ein lösbares Problem.
Diese Frage zu klären ist allerdings schon mal die mindeste Grundlage dafür, dass der Laie auch das verstehen kann, was du im Subject ansprichst. Eine der Grundlagen. Des weiteren fehlt jetzt noch der gesamte naturwissenschaftshistorische Hintergrund, angefangen beim Naturverständnis in der Antike und so weiter. Wenn du das dem Laien alles vermittelt hast, dann kannst du anfangen, verschiedene Gebölbetheorien anzusprechen, denn dann hat der Laie das Handwerkszeug an der Hand um zu verstehen, warum es verschiedene Theorien gab und was eine Theorie überhaupt ist.
Merkst du? Du suchst nicht nach einem schönen Text, sondern du suchst nach einem Lehrplan in Naturwissenschaften der sich über 2 Jahre erstreckt.
CU Rollo
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Mehr wollen, als können: Damals, ein, zwei Jahre vor dem Abi quälte uns der Kunstlehrer mit Gewölben von allen möglichen Kirchen und Domen. Montags früh in den ersten 2 Stunden unter Zuhilfenahme eines Tageslichtprojektors (hießen so die Dinger, mit denen man ein gedrucktes Werk an die Wand projiziert?). Es war dunkel, warm und tödlich langweilig. Der mangelnde Elan fiel ihm auf. Eines Tages meinte er, wer sich nicht dafür interessiere könne ja ins Schwimmbadcafe gehen. Am nächsten Montag saß er mit 3 (drei) Schülern da. Die ärmsten konnten sich keine schlechte Kunstnote leisten.
--
Gruß, Raimund
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On 30 Apr., 00:13, snipped-for-privacy@raimund.in-berlin.de (Raimund Nisius) wrote:

Interessant. Ich ging dieser Tage ins hiesige Schwimmbad-Café. Welch ein Zu- fall. Der Zwang des Entweder/Oder hat hier sicherlich wenig geholfen. Wenn die Schwimmbad-Café-Sitzgruppe dazu über- gegangen wäre, das Thema "Gewölbe" didaktisch anders anzugehen, und zwar so, daß es Spaß macht, wäre dem Schulsystem und dem Lehrer geholfen gewesen. Die Schüler hätten dann wirkliche Qualität gezeigt. So demonstrierten sie ihre UNFÄHIGKEIT.
K.L.
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Schüler sind für gewönlich die Opfer der Didaktik; nicht die Täter.

Ich weiß nicht, warum man Schülern veralteten Quark nebst damit hergestellten Gemäuern unbedingt nahebringen sollte.
Es gibt eine auf der modernen Wissenschaft beruhende Bauingenieursausbildung, die deren Absolventen befähigt, so einen Kasten wie den Kölner Dom in weniger als einer Generation zu bauen und dann auch tatsächlich damit fertig zu sein.

Nicht so pauschal, bitte! Fähig waren wir zu so manchem - nicht nur zu wilden Besäufnissen. Es hat uns schlicht nicht interessiert. Wozu auch?
--
Gruß, Raimund
Mein Pfotoalbum <http://www.raimund.in-berlin.de
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