Betonkernaktivierung

Hat zufällig noch jemand den folgenden Zeitschriftenartikel zur Hand:
DEUTSCHES ARCHITEKTENBLATT, Ausgabe Baden-Württemberg; ISSN: 0012-1215,
Jg.: 37, Nr.1, 2005; Graubner, C.A.; Richter, Lars; S.101-104:
Klimatisierung durch Betonkernaktivierung. Ein ökologisches und
ökonomisches Heiz- und Kühlsystem
... und könnte mir die vier Seiten zum privaten Gebrauch als pdf-Scan
per eMail überlassen? Würde mir vermutlich helfen.
Auch über andere Hinweise oder Erfahrungen zur Bauteil- bzw.
Betonkernaktivierung im Wohnungsbau (kompaktes mehrgeschossiges EFH,
Wärmequelle Erdwärmepumpe) würde ich mich freuen, bzw. diese hier gerne
auch diskutieren.
Die Konstruktionsart ist mir prinzipiell bekannt. Bisher existieren nur
wenige Veröffentlichungen über B. und diese anscheinend ausschließlich
zu großen Büro- oder Wachstumsprojektionen. Gibt es bekannte oder
vermutete Gründe, die gegen den Einsatz bei Wohnbauten sprechen oder ist
nur noch niemand auf diese Idee gekommen?
Wolfgang
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Wolfgang Thiessen
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Hallo,
Wolfgang Thiessen schrieb:
Betonkernaktivierung wird oft zur Kühlung verwendet. Bei ordentlich geplanten Wohngebäuden ist Kühlung nicht nötig bzw. sind andere Maßnahmen (z.B. außenliegender Sonnenschutz) deutlich preiswerter.
mfg
Robert
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Robert Pflüger
Hallo Wolfgang,
"Wolfgang Thiessen" schrieb
ich schau mal in der Scheune, womöglich liegt das nich irgendwo, nur wo?
Wäre aber hardmail, da ich keinen Scanner mehr habe. Melde mich, fall sich es finde, an dieser Stelle.
Gruß
Tobias
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Tobias Knittel
Ich hatte vor dem Umzug alle diese Hefte in den Papiercontainer geworfen. Es war dabei. K=2EL.
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Karl-Ludwig Diehl
Damit kommen wir zu den Thema Informationsspeicheurng, Platzbedarf und Wohnfläche.
Früher so 1978 kalkulierte ich den Regalbedarf mit
52 * pro Jahr Perry Rhodan, Atlan, Terra Astra zu je 4mm 12 * Bild der Wissenschaft zu 5mm 26 * Hobby zu 5mm
Von einer Dunkelkammer träumte ich In den selbst gebauten Möbeln gab es einen Schwenkarm mit Dia Projektor.
Unter der Stereoanlage ein großer Speicher für CDs Daneben die Sammlung an Musikkasetten.
Ein ganzer Schrank für die Diasammlung.
Heute ist dies alles auf einer 2,5" Harddisk in meinen Notebook möglich.
Spätestens bei der dritten Übersidelund merkt man beim Schleppen des fünften Kartons mit Perry Rhodan, daß man mit Papier verdammt viele Moleküle pro Bit Information schleppen muß.
Also wäre es doch logisch, daß die Wohnfläche pro Mensch seit jahrzehnten sinkt.
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Roland Mösl
Eigentlich m=FC=DFte sie wachsen, weil der ganze M=FCll um einen herum wegf=E4llt und mehr Platz da ist.
K=2EL.
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Karl-Ludwig Diehl
Robert Pflüger schrieb:
Im konkreten Planungsfall ist die Betonkernaktivierung die Alternative zur klassischen Fußbodenheizungen. Über die eingelegten Heizleitungen im Sommer auch bei minimalen Betriebskosten Kühlen (und die Wärme in den Erdwärmesonden teilweise "einlagern") zu können, ist da nur ein attraktiver Nebeneffekt. Die Kosten beider Systeme differieren nur leicht und dies zu Gunsten der BA. Ein weiterer Pluspunkt liegt in den deutlich verringerten Bodenaufbauten. Bei derartigen Vorteilen stelle ich noch einmal die Frage nach bekannten oder auch nur denkbaren Nachteilen, insbesondere in einem Wohngebäude mit nur einer Wohneinheit.
Darüber, was ganz allgemein die "ordentliche" Planung von Wohngebäuden ausmacht, lässt sich davon unabhängig sicherlich auch debattieren.
Wolfgang
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Wolfgang Thiessen
Am Thu, 02 Nov 2006 00:24:15 +0100 schrieb Wolfgang Thiessen:
Der Nachteil liegt in der geringeren Leistungsfähigkeit und der Nichtregelbarkeit der versorgten Räume, da das System sehr träge ist. Es gibt lediglich einen physikalischen Selbstregeleffekt durch die Veränderung der Temperaturdifferenz bei Abweichungen. Wem das jedoch ausreicht, der kann IMO auch im Wohnungsbau zur BKT greifen. Bleibt noch zu erwähnen, dass das System im Havariefall so gut wie überhaupt nicht repariert, sondern lediglich abgesperrt werden kann.
Nen Estrich kann man schonmal rauskloppen, aber eine ganze Betondecke? In Büro- und Verwaltungsgebäuden wird diese Technik niemals alleine, sondern immer nur unterstützend eingesetzt, wobei die Resttechnik auch in der Lage wäre zumindest die volle Heizlast ohne BKT zu erbringen.
Ciao CHRiSTiAN.
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Christian Küken
1) Extrem tr=E4ge Regulierbarkeit. 2) Keine Trittschalld=E4mmung oben drauf m=F6glich. 3) W=E4rmeabgabe nach unten in ungeheizte R=E4ume. 4) Praktisch nicht reparierbar. Verlegung zu einem Zeitpunkt n=F6tig wo die gr=F6bsten der Grobmotoriker auf dem Bau sind.
1) Macht die Anwendung z.B. in Kinderzimmer absurd. Kleinkinder spielen tags=FCber am Boden, also W=E4rme gefragt. In der Nacht soll es aber k=FChler sein. Bis die Decke f=FChlbar abk=FChlt ist der n=E4chste Tag rum. L=F6sung: Nur Grundlast und doch wieder Heizk=F6rper dazu. Wers haben will solls zahlen.
2) kann man durch brutal massive Decken etwas ausgleichen. Macht 1) aber noch schlimmer.
3) Kellerr=E4ume die nicht Wohnzwecken dienen, aber auch Speisekammern sollen k=FChl sein. Also doch wieder Deckenisolierung anbringen?
Deckenbezeizung ist gegen=FCber "normaler" FB-Heizung im Wohnbereich die schlechtere Wahl. Sie hat systembedingte Nachteile ohne reale Vorteile zu bieten.
Walter
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Walter
Das liest sich wie Selbst=FCbervorteilung, wenn man sich das einbaut. K=2EL.
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Karl-Ludwig Diehl
done. (als jpg - das legt der DruckerScanner so fest)
Thomas
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Thomas Graser
Walter schrieb:
Die Phasenverschiebung liegt laut dem anfangs von mir gesuchten Artikel bei real rd. 1,5 Tagen. Eine Nachtabsenkung um 2 - 5 Kelvin ist damit also prinzipiell zwar möglich, aber fragwürdig. Durch die Trägheit des Systems lässt sich eher eine beständig gleichmäßig Temperatur erzielen. Durch die Speichermasse werden Außeneinflüsse "weggepuffert".
Die beschriebene Mischnutzung eines Raumes mit alternierend höherer und niedrigerer Temperatur ist damit "unbehaglich" wenn auf parallele schnell reagierende weitere Heizflächen verzichtet wird. Oder umgekehrt: Schlaf- und andere Aufenthaltsräume sollten bei Betonkernaktivierung beständig unterschiedliche Temperaturen haben und sind damit für eine alternierende Nutzung unattraktiv. Eine Nachtabsenkung der Innentemperatur bei Wohngebäuden wird unabhängig von der Behaglichkeitsfrage mittlerweile von verschiedenen Haustechnikern und Heizungsbauern als Nullsummenspiel in Frage gestellt.
Nach Einschätzung des im konkreten Projekt planenden Haustechnikers wird bei Lage der Heizleitungen in der Mitte der Betondecke durch den Estrich und sonstigen Oberbelag nur rd. ein Drittel der Wärme nach oben, zwei Drittel nach unten abgegeben, so dass die oberseitige Oberflächentemperatur mit 1 bis 2 Kelvin nur marginal über der Raumtemperatur liegt und sich eine Nachtabsenkung damit praktisch erübrigt.
Im konkreten Projekt sind die nackten Decken sowieso schon 25 cm, einige 35 cm stark. Plus Verbundestrich macht das mind. 30 cm ohne Belag. Das ergibt eine flächenbezogene Masse von 750 kg/m2 und damit frei nach DIN 4109 Beiblatt 1 ein R'w,R von rd. 60 dB bzw. lt. Schneider, Bautabellen für Architekten, Ausgabe 2006, Tafel 3.55b bereits bei nur 500 kg/m2 ein R'w,R von 55 dB, so dass zuverlässig von mind. 60 dB ausgegangen werden kann, einem Maß, welches die Mindestwerte der DIN 4109, Tabelle 3 für Wohnungstrenndecken, nämlich 54 dB, locker überschreitet.
Nein, im untersten temperierten Geschoss soll mit konventioneller Fußbodenheizung temperiert werden, so dass der Keller durch die Wärmedämmung unter dem Heizestrich "gedämmt" und damit kalt bliebe.
Dein "4" (Einbauzeitpunkt) erscheint auch mir ein als besonderes Risiko, das sich nur durch spezielle Maßnahmen reduzieren ließe.
Übrigens sind auch
Vorteile wären im konkreten Fall: - geringere Kosten durch Entfall von Wärmedämmung - dünnere Decken (OKFF oberstes Geschoss ist durch Gestaltsatzung fixiert - beschleunigte Estrichtrockung - die Wärmepumpe kann wegen besonders niedriger Vorlauftemperatur mit maximalem Wirkungsgrad arbeiten - leichte sommerliche Kühlung ist mit minimalem Energieaufwand möglich
Wolfgang
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Wolfgang Thiessen
Falsche Bezeichnung. Richtig: "Entfall der Trittschalld=E4mmung". Und kein Mensch der bei Sinnen ist wird die weglassen. Sp=E4testens wenn die Kinder oben toben oder sp=E4ter die fette Bassbox aufstellen weisst du warum. Und wirst dir w=FCnschen diesen geringen Betrag ausgegeben zu haben.
Du schreibst oben dass du das Problem der mangelhaften Trittschalld=E4mmung durch fette 30+ Decken beheben willst. Wass jetzt, d=FCnn oder dick?
Unsinn. Der Estrich enth=E4lt schwimmend oder auf Beton gleich viel Wasser und das braucht in beiden F=E4llen gleich lang bis es raus ist. FBH-Estrich trocknet durch Aufheizen nach Herstellervorgabe sogar schneller.
Auch falsch. Du schreibst selbst dass du im EG normale FBH einbauen willst. Wenn Deckenheizung eine geringere Vorlauftemperatur braucht, wo kriegst du dann die h=F6here f=FCr die EG-FBH her? Wenn du das so planst brauchst du aus der WP die h=F6chste n=F6tige Vorlauftemperatur und reduzierst sie wo gew=FCnscht durch R=FCcklaufzumischung.
Wenn du im Hochsommer R=E4ume leicht k=FChlen willst, dann ist Erzeugen von Fussk=E4lte das falscheste. Sowas macht man =FCblicherweise, und zwar weil es sich als die wirtschaftlichste und wohnklimatisch beste L=F6sung erwiesen hat so: Kupferschlangen mit Lamellenfl=FCgelchen in der Dachschr=E4ge (da ist das Problem ja am akutesten), diese werden an die WP angeschlossen so dass kalte Sole durchfliesst. OSB+GK- oder Holztafeln mit Spalt unten und oben abnehmbar davorh=E4ngen. Dadurch entsteht Zirkulation der Warmluft, die etwas gek=FChlt wird. Funktioniert sehr gut und gibts nicht mal so teuer fertig zu kaufen. Reduziert =FCbrigens auch den Staub, der bleibt drin h=E4ngen. Hin und wieder nimmt man die vorgeh=E4ngten Tafeln ab und dann Staubsauger + abwischen.
Walter
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Walter
Wenn schon, dann würde ich Heizen und Kühlen trennen, Heizen normal mit FBH im Estrich der wie üblich nach Unten gedämmt ist, anstelle der BA würde ich mir überlegen so eine Kühldecke zu montieren, oder hat die Speicherung im Beton Vorteile?
Ernst
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Ernst Keller
Walter schrieb:
Nein, die Bezeichnung ist genau so gemeint wie geschrieben und die trotzdem ausreichende Trittschalldämmung hatte ich bereits vorgerechnet, denn "die Masse macht's". Trittschalldämmung zwischen über ein Luftvolumen miteinander verbundenen Räumen ist darüber hinaus sowieso sinnfrei. Außerdem ist allgemein bekannt, wie oft schwimmender Estrich eben doch nicht schwimmt, sondern steht und damit seine praktische Wirkungslosigkeit Geld gekostet hat.
Beides! :-)
Da die nackten Stahlbetondecken laut Statik bereits eine Stärke von 25 cm benötigen, können sie nicht dünner sein. Weiterhin besteht spätestens mit einem dünnen Estrich auf Trennlage kein Trittschallproblem mehr (siehe hoffentlich nachvollziehbare Berechnung von vorgestern), so dass der Verzicht auf die Wärme- / Trittschalldämmung einige Zentimeter Höhe bringt, ebenso der entfallende Auftrag der Heizleitungen im Estrich, denn diese liegen voll integriert mit Höhe 0 cm in der neutralen Zone der 25 cm StB-Decke. Dünner geht's bei der gewünschten Spannweite nicht, auch nicht mit anderen Schichtaufbauten.
Richtig, aber nur wenn er die selbe Schichtdicke hat wie "Ausgleichsestrich". Diese Annahme lässt unberücksichtigt, dass ein schwimmender Heizestrich zwangsläufig dicker ist (nämlich mindestens um die Leitungsstärke), als ein Estrich auf Trennlage sein kann. Letzterer ist deshalb hier vorgesehen.
Nein, denn auch die Decke über unterstem Geschoss gibt ca. zwei Drittel ihrer Leistung als Strahlung ab - nach unten. Die Fußbodenheizung muss hier also nur ein Drittel der bei ihrem alleinigen Einsatz erforderlichen Energie aufbringen, der überwiegende Teil kommt ja von oben. Das schafft sie auch mit dem niedriger temperierten sparsamen Vorlauf.
Noch einmal: Betonkernaktivierung wirkt überwiegend nach unten, also kühlt die Decken*unterseite* leicht, das ist auch im Sommer gut für einen "kühlen Kopf", die Oberseite hingegen kühlt nur kaum spürbar ab.
Interessanter Punkt, aber das hier diskutierte Haus wird keine Dachschräge haben, sondern soll ein massives, intensiv begrüntes Flachdach (Dachgarten) bekommen. Da gibt es keine thermische Sondersituation im obersten Geschoss.
Kühlsysteme mit Kupferrohrregistern sind übrigens mit Abstand die teuersten auf dem Markt - ohne unbedingt weniger havarieanfällig oder besser montierbar zu sein. Allerdings haben sie wohl den höchsten Wirkungsgrad - behauptet zumindest einer der großen und teuren Anbieter: Zent-Frenger.
Ein interessante Variante - für geneigte Dächer.
Wolfgang
Nebenbei: Mir scheint, Du benutzt sehr schnell und oft Worte wie "Unsinn" und "falsch" o.ä.
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Wolfgang Thiessen
Christian Küken schrieb:
Den Heizwärmebedarf abzudecken ist aufgrund einer sehr kompakten Kubatur mit minimaler freier Außenhaut (Reihenmittelhaus) kein Problem.
Solch ein System hat ja genau wie eine Fußbodenheizung Leitungskreise, die sich raumbezogen steuern lassen. Im Bürobau wird üblicherweise relativ großräumig geregelt, aber das ist ja nicht zwingend. Oder wie meinst Du die "Nichtregelbarkeit"? Die "Massenbeharrung" von bis zu 36 Std. habe ich schon verstanden.
Ein wirklich schwerwiegender Haken. Prinzipiell könnte man die Decke ja auch punktuell mit einer Kernbohrung "öffnen" oder aufstemmen, aber das setzt natürlich eine hinreichend präzise und zuverlässige Leckortungstechnik voraus.
Wie häufig sind Leckagen bei den gegenwärtig gebauten Fußbodenheizungen aus Kunststoffleitungen beim Einbau und dann im laufenden Betrieb? Mir ist bei einigen tausend m2 geplanter Flächen bisher noch auf keiner Baustelle derartiges begegnet, aber das waren immer große und geschlossene Flächen, mithin nicht vergleichbar mit einem EFH. Zusätzlich zur BA noch ein Parallelsystem als Reserve vorzuhalten oder auch nur die Grundverrohrung dafür erscheint als sehr aufwändige Sicherheitsmaßnahme. Gibt es wirklich eine nennenswerte Wahrscheinlichkeit, dass eine Leckage erst mit deutlicher Verzögerung nach dem Betonieren entdeckt?
Wolfgang
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Wolfgang Thiessen
Am Sat, 04 Nov 2006 22:14:15 +0100 schrieb Wolfgang Thiessen:
Naja, wenn Du das verstanden hast, dann müsste auch klar sein, dass man ein System mit Totzeiten von bis zu 36 h nicht regeln kann. Das heisst, wenn es es dem bewohner bspw. zu warm ist, dann wird er sehr lange warten müssen, bis die richtige Temperatur sich eingestellt hat. Aber für diese "richtige" Temperatur muss er *ausprobieren*, d.h. er muss an der Vorlauftemperatur rumspielen. Eine Regelung hat keine Chance die Raumtemperatur wie sonst üblich durch Mengenvariation oder Temperaturvariation einzustellen.
Eigene Erfahrungen zu diesem Thema habe ich noch nicht gemacht, aber bei einer Herstellerveranstaltung wurde erwähnt, dass das schon vorkommt. Die Rohre werden ja in die Armierung verbracht. Da hilft nur mehrere Kreise legen, so dass man einzelne dann absperren könnte. Ganz wichtig ist ordentliches Abdrücken der Leitungen vor dem Einbringen des Beton.
Ciao CHRiSTiAN.
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Christian Küken
Christian Küken schrieb:
Ich stelle mir bisher vor, dass die Regelungstechnik eben genau an der Mengenvariation ansetzt. Dafür benötigte sie aufgrund der langen Vorlaufzeit theoretisch eine Vorabinformation von 36 Std. Das heißt ihr müsste heute gesagt werden, welche Außentemperatur übermorgen erreicht werden wird. Das kann natürlich nur über eine vernünftige Wettervorhersage passieren, denn keine momentan vorhandenen Regelungstechnik kann flexibel vorausschauen und Wochentagsprogrammierungen würden hier ja nicht weiterhelfen.
Da es in Norddeutschland keine so starken Temperaturschwankungen gibt, und die Speichermasse ja auch parallel schon aktiviert werden kann, lässt sich damit vermutlich leben. Bei einem plötzlichen starken Kälteeinbruch ließe sich das entstehende "Wärmeloch" von rd. 24 Std. durch Befeuerung des Kaminofens füllen, der wegen geringer freiliegender Hüllflächen und guter Wärmedämmung des Hauses zu dessen Beheizung völlig ausreicht. Der umgekehrte Fall des plötzlichen Hochsommertages wird schon im ungedämmten massiven Altbau erst nach mehreren Tagen ein Problem, ein Zeitraum in dem die BA aber auch schon ordentlich vorgekühlt haben dürfte.
Insgesamt scheint eine besonders pfiffige MSR erforderlich zu sein. Ich habe den Eindruck, dass diese primär aussentemperaturabhängig gefahren werden müsste. Als zweite Steuerungsebene käme dann eine raumbezogene Regelung dazu. Da ist in jedem Falle der Haustechnikplaner gefragt.
Vielleicht ist das ja die Verlegung paralleler Heizkreise auch regeltechnisch sinnvoll zu nutzen. Große Heizkreisverteiler benötigen aber leider auch viel Platz und das geplante Haus ist recht "kompakt". Auch das wird sich lösen lassen.
Abdrückprotokoll und Abnahme durch den Bauleiter TGA sind bei BA ein absolutes "Muß" und deshalb bei diesem Projekt bereits vereinbart. Und einer der Bauleiter bleibt während der gesamten Deckenbetonage mit Argusaugen neben dem Verdichter. Vor weiteren Rohbauschritten könnte man dann ja noch einmal zusätzlich Abdrücken lassen, quasi als Beweis, dass die Leitungen noch intakt sind. Oder noch besser: Während der Betonage die Leitungen unter Druck lassen. Bei Druckabfall dann sofortiger Beton-Stop, Lecksuche und Reparatur. Der Rohbauer wird sich bedanken, aber bei Sichtbeton stellt man auch vorher Havariepläne auf, um Überraschungen weitgehend minimieren zu können.
Wolfgang
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Wolfgang Thiessen
Am Sun, 05 Nov 2006 14:13:43 +0100 schrieb Wolfgang Thiessen:
Also eine Kristallkugelregelung. Wer's mag, für mich wär das nix. Ich gebe lieber eine Raumtemperatur vor und die Reglung hält diese. Da ist es auch nicht erforderlich, dass sie die Witterungsbedingungen der nächsten Tage kennt. Übrigens kann Sonne auch bei tiefen Temperaturen den Raum recht gut aufheizen. Auf solche Ereignisse kann nicht reagiert werden.
Klar, geht alles. Die Frage ist, ob der Nutzer das nach 2-3 Jahren noch genauso sieht.
Zu 1: Ja Zu 2: Es kann über BKT keine raumbezogene Regelung geben.
Ich bin Haustechnikplaner und da ich gefragt bin sage ich Dir, dass es hier ganz auf die Nutzeranforderungen ankommt. Du kannst jedem Raum eine andere Wassertemperatur verpassen, aber eine richtige Regelung im eigentlichen Sinn ist defintiv nicht machbar. Du könntest also für jeden Raum eine eigene Heizkurve angeben, um so durch Probieren an die richtigen Temperaturen zu kommen. Die Kosten für die DDC hast Du hoffentlich kalkuliert.
Die Verteilung braucht nicht viel Platz. Das geht immer irgendwie.
Das ist auch zu empfehlen.
Auch das ist sicher kein Fehler.
Kann man ebenfalls machen.
Ciao CHRiSTiAN.
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Christian Küken
Christian Küken schrieb:
Genau da liegt doch aber der Hase im Pfeffer. Wenn die gewünschte Raumtemperatur jetzt erreicht ist und die Regelung heruntergeht, wird es übermorgen kalt. Also ist die momentane Raumtemperatur keine zweckmäßige Bezugsgröße für die Regelung. Deshalb auch die Überlegung primär über die (über eine gewissen Zeitraum gemittelte) Außentemperatur zu regeln und nur bei voraussehbaren größeren Temperatursprüngen (>10K?) manuell zu übersteuern. Auf diese Basisregelung bezogen müssten dann einzelne Räume eine höhere (Bad) oder geringere Wärmemenge (Schlafräume) erhalten, und zwar immer.
Zum Thema der Sonnenerwärmung durch Wintersonne gibt es die Theorie, dass dabei von den Heizleitungen der "beschienenen" Kreise Wärme über den Rücklauf weiter- bzw. in den Pufferspeicher zurückgeführt wird. Das setzt natürlich eine Leitungsführung voraus, die damit in Sommer und Winter umgehen kann. Darauf sollte ich den Haustechniker noch einmal aufmerksam machen. Im Zusammenhang der ursprünglich vorgesehenen Fußbodenheizung hatte er schon einmal darauf hingewiesen.
Das muss man mit ihm jetzt in der Planungsphase unter Benennung der absehbaren Risiken und bestimmter (für die Planer verpflichtender) Kennwerte verbindlich vereinbaren. Wenn er das Risiko auch nicht will, ist das vorgesehene System für ihn und das Haus nicht geeignet.
Wieso nicht? Warum soll ich raumgenau verlegte Leitungskreise nicht auch raumgenau ansteuern können?
Der zum mittelfristigen Anpassen individueller Regelungen erforderliche Spieltrieb ist beim Nutzer vorhanden. Die Unmöglichkeit einer kontinuierlichen automatisierten Regelung mit Hilfe von Raumfühlern ist klar geworden. Wenn sich hierauf Deine Negation einer "Regelung" bezieht, habe ich Dich doch verstanden. Was sind DDC? Ich bin nur Architekt und Google führt mich lediglich zu Doggenclubs u.ä.
Für mich bleibt jedenfalls ein durch den Haustechniker zu beseitigendes Fragezeichen zur Meß- und Regelungstechnik, für die offensichtlich ein völlig anderes Konzept erforderlich ist, als bei konventionellen FuBoHzg. Ich hatte mehr Fragen zu Baukonstruktion erwartet.
Also lässt sich das Einbaurisiko minimieren und kontrollieren. Das macht den zweiten großen Haken deutlich kleiner.
Wolfgang
Reply to
Wolfgang Thiessen

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