4Ohm Boxen an 8Ohm Verstärker?

Nov 02, 2003 57 Replies

Ach, das wollte ich irgendwie auch provozieren. Wo hat ein 4-Ohm Lautsprecher denn 4 Ohm? Oder gar eine Box mit Filtern drin.

MfG

Die Bandbreite ist ja bei meinen Ohren eh schon wurscht. Alles über 8 kHz ist Ultraschall. Und der Tinnitus liegt nahe bei

50dBa, 7kHz.

Meingott naaa, bei dem, was heutzutage [tm] als Musik gilt, isses eh wurscht, ob die Membrane frei schwingt oder mit einem elliptischen Blecheimerdeckel synchronisiert ist.

MfG

Es gibt Lautsprecher, die mögen das eine, andere mögen das andere. Das hat schon Hifi-Puristen in den Wahnsinn getrieben, dass ihre Lautsprecher mit dem neuen Verstärker mit besserem Dämpfungs- grad schlechter klangen. Dass dann nach Einbau von miesem Klingeldraht als Lautsprecherleitung statt der Anlasserkabel der Klang plötzlich wieder besser wurde, hat sie endgültig verzweifeln lassen. Schliess- lich kursierte der "Geheimtipp", einen Widerstand, wenige Ohm, einzubauen (etwa in die Daumendicken Lautsprecherstrippen ;-)). Es kursieren auch Schaltungen, in denen die Gegen- kopplung in der Transistorendstufe an einem Mess- widerstand erfolgt, also Stromgegenkopplung, mit Ausgangswiderstand im kOhm-Bereich. Viel tat sich da, zum erneuten Entsetzen, auch nicht am Klang.

Impedanz: Viele Lautsprecher haben ja schon bei DC die Nennimpedanz, so was wie cos(phi) haben die gar nicht ;-)). Andere sind berüchtigte Verstärkerkiller. Bei magnetischen Planarlautsprechern sackt die Im- pedanz je nach Frequenz unter IIRC 1 Ohm (0.2 Ohm?) ab, da kann man sich schon vorstellen, dass die an gewissen Verstärkern schlecht klingen.

Du bist dir aber bewußt, das die tubenendstufe mit der qualität des ausgangsübetragers steht und fällt?

Du meinst doch nicht etwa die PPP endstufe?

Und ob ich den kenne. Alles unter 300Hz? wurde radikal abgeschnitten. Deshalb konnten die siebmittel bescheiden ausfallan. Alles über 3-4kHz auch. Womit die balance grob gesehen, gewahrt wurde ;-) Und leicht war das ganze auch noch. Hätte glatt aus Taiwan stammen können.

Da wurde noch auf wirkungsgrad geschaut. Scheint heutztage bei lautsprechern eine unbekannte eigenschaft zu sein.

Hörst du dann neben deinem tinitus überhaupt noch etwas anderes?

Ertappt. Ich wollte doch mal mit meinem wissen glänzen.

Habe mich genug mit röhrenendstufen rumgeärgert. Haben durchaus auch ihre tücken.

Ein 4 Ohm Lautsprecher erreicht eine 4 Ohm Impendanz bei einer frequenz von 1000 Hz. (Per Definition!)

Interesieren würde mich ob man jetzt den Vorwiderstand Ohmisch oder Ohmisch Induktiv auslegen soll. Oder gar nur Induktiv?

IMHO würde mir die Ohmisch Induktive am ehesten liegen weil ich den gleichen winkel beibehalte. oder nicht ?

lech w.

Hallo, Lech,

Du (lechw) meintest am 06.11.03:

Verwechsest Du das vielleicht mit der Spulengüte?

Viele Grüße! Helmut

Hallo

"Lech Wiecierzynski" schrieb

Nein. Da hast du den uU sehr grossen induktiven Anteil der Schwingspule vergessen. So mancher Bass haette dann ja >30Ohm.

Nach DIN hat ein LS eine _Nennimpedanz_ von X-Ohm, wenn er diese Impedanz bei keiner Frequenz seines Uebertragungsbereiches um mehr als 20% unterschreitet.

Fuer Z_nenn=4Ohm -> R_dc>3.2Ohm, fuer Z_nenn=8Ohm -> R_dc>6.4Ohm

? 'Dunkel ist der Worte Sinn...'

Rudi Fischer

-- ...and may good music always be with you

Hallo Christoph,

den Unterschied kenn ich gut genug, Ideal betrachtet sollte die Impedanz rein real sprich ohmisch sein, alles andere ist ohnehin mit einem akustischen Fehler gleichzusetzen. (was wiederum nur deutlich macht, warum es wenig Sinn macht, den Verstärker auf messtechnisch fast nicht mehr nachweisbare Frequenzlinearitäten zu optimieren, wenn man die Realität der Boxen betrachtet). Aber besagterweise...

Die Dimensionierung ist dann auch nicht mehr tragisch: angenommen es werden 50 m Leitung verlegt, so sind das 100 m "Widerstandsdraht". für die 4 Ohm darf der Querschnitt bei Kupfer dann :

0,01786 *100/4 = 0,4465 mm² sein. das ist ein wenig stärkerer Klingeldraht mit 0,75 mm Durchmesser, wenn ich mich nicht vertippt habe. Die Induktivität einer verdrillten Klingeldrahtleitung dürfte indes ziemlich mau ausfallen um an den 4 Ohm bei 20 kHz noch ein mehrbares an Verlust zu generieren musst Du schon ein bischen was als Spule dazwischen setzen. Mit den angeblichen kapazitiven effekten kannst Du mich auch nicht schrecken. Dafür hab ich so was schon viel zu oft einfach gemacht... so richtig schön feine Litzen lassen sich fast unsichtbar verlegen und gehört hats de facto niemand. Ich bin berühmt für meine Blindversuche...

Martin

Ist die schwingende Spule eines ("ideal betrachteten") Lautsprechers rein ohmisch, wenn die Membrane festgehalten wird? Wenn sie sich bewegen kann? Ab wann wird sie zum Generator, wenn die Membrane ein Eigenleben entwickelt?

Ist es egal, ob die Spule hochinduktiv ist, wenn die Quelle (der Verstärker) einen hohen Innenwiderstand hat ("Röhrenverstärker" [tm])?

Wie verhalten sich 2 oder mehrere Lautsprecher in Serienschaltung, deren Membranen verschieden gedämpft sind?

MfG

Puristen sind glaubenstäter. Man kann denen x-mal erklären, das der verstärker zum lautsprecher passen muß, sie wollens nicht glauben. Es ist nunmal so, das der lautsprecher am besten an dem verstärker "klingt", an dem er mal entwickelt wurde. Na ja, es gibt auch hier ausnahmen.

Und die ist frequenzabhängig. Obendrein ist sie - in geringem maß - aussteuerabhänging. Dazu kommen noch die weichen. Es kann nur von vorteil sein, zwischen der endstufe un dem lautsprecher einen geringen widerstand einzufügen ;-)

Abhilfe schafft ein autotrafo.

Die impedanz des lautsprechers ist stark abhängig von der mechanischen dämpfung. Es ist nicht egal, ob lautsprecher im gehäuse gemessen wird oder ohne.

Das macht dann einen gravierenden unterschied, wenn lautsprecher ersetzt werden muß, weil spule abgeraucht ;-(

Die jeweiligen impedanzen addieren sich.

Interessant wird es, wenn man die übertragungskennlinie von lautsprechern mit einem extrem langsamen gleitton mißt. Ich versichere, das nach auswertung der kurven sich ein "abgeklärter" standpunkt einstellt. Wenn auch nicht sogleich ;-))

Induktivität

Erzähl das mal einem, der mir erklärt hat, wieso eine andere (sündhaft teure) Steckdosenleiste mit "sternförmig verdrahteten Dosen" anstelle "busartig verdrahteter" Dosen auch einen anderen, "deutlich" besseren Klang erzeugt. Vor allem die "präziseren Höhen" - oder waren die Bässe? - seien nur mit dieser Leiste "differenzierbarer" und "transparenter" geworden.

Ich allerdings meine, dass einem vernünftigen Netzteil sowas scheißegal sein dürfte. Zumal hinter halbsweg vernünftig dimensionierten Siebelkos.

Ich bin auch brutal. Meine Kunden kriegen entweder 2x2,5qmm Litze ins 20er Lehrrohr gezogen, oder sie sollen zusehen, wie sie ihr "Oxygen free copper" 10-Quadrat-Gedönse da durch kriegen. Als Dosen nehm ich allerdings mittlerweile nur noch die von Berker, die sind mechanisch einfach sauber und lassen sich mit jeder TAE-Zentralscheibe jedes Herstellers verbauen.

[...]

OFC-Kabel (natuerlich in transpaenter Isolation) funktionieren nur auf handpolierten Ebenholz-Kabeltrassen, da hebt sich das roetliche Kupfer so schoen ab. In der Wand verklemmen sich die EM-Wellen, die den Musikstrom auf dem Kabel umgeben mit dem Moertel uns nix ist mit Klang, nur aermliches Gescheppere quillt noch aus den Lautsprechern ;-)

Das schärfste was mir diesbezüglich mal in die Finger viel war ein ausführlicher Artikel (nein keine Glosse!) in der FAZ(!?!) über ein neuartiges KUPFERkabel, zur Verbindung zwischen CD und Verstärker (Digital versteht sich). Das Teil war in der Mitte verdickt und sollte (ohne zusätzliche Spannungsversorgung!) den Klang optimieren. Dazu bedurfte es einer "Lernphase" von ca 5 Stunden. Ach ja, das Teil sei Lichtleitern vorzuziehen, da diese aufgrund der Dispersion das (digitale!) Signal verzerrten, was wiedreum deutlich zu hören sei.......

HiFi Puristen kaufen alles, wenn es nur teuer genug ist.....

Martin Schönegg

Wie war das nochmal: Reich wird man nicht durch Arbeit, sondern indem man den Leuten Glauben verkauft, sei es mit Betriebssystemen, Religion, oder HiFi-zubehör. Wenn die Leute erstmal glauben, das Beste zu bekommen, hört der Verstand auf zu arbeiten. Autor unbekannt

Alles kalter Kaffee, das _kann_ ja nicht vernünftig klingen. Versuch mal meine Leiste "Cheops" mit pyramidal angeordneten Dosen. Kein Vergleich! Und nur 199.99 Euro, exkl. alles.

Woher auch. Die Kenngrösse, die angibt, ob jetzt die kapazitiven oder die induktiven Effekte stärker sind, ist der Wellenwiderstand. Der ist bei diesen Kabeln so um die 100 Ohm. Hat der Verstärker

0 Ohm (meist gute Näherung) Widerstand und der Lautsprecher 4 Ohm, dann ist die Induktivität im Vordergrund (nicht notwendiger- weise ist sie damit automatisch wichtig, wie du schon sagst). Bei 1kOhm Innenwiderstand an einem Audioausgang und 47kOhm Widerstand am nächsten Eingang ist dann die Kapazität schon nicht mehr ganz unerheblich. Bei einem 15m Kabel muss man dann schon einen deutlichen Höhenabfall ab 100kHz hinnehmen ;-).

Resultat: Keine Transparenz, Instrumente nicht mehr ortbar, Brillanz fehlt völlig, total flaues diffuses undefiniertes Klangbild, ein Gefühl als hätte man Watte in den Ohren.

OK, streicht lieber die letzten 3 Zeilen ;-) (zumal bei einem Röhrenverstärker, der so ungefähr dasselbe macht, das positiv gewertet würde :-])

Jetzt sagt mal bitte, ihr lustigen Leute, von was für Musik- liebhabern redet ihr denn da? Brucknerblech oder Vivaldidarm oder irgendwas perkussionisches, Chöre in gotischem Gemäuer gar?

MfG

Das sind die, bei denen jede 2.CD eine meß-Cd ist. Abwechselnd mit "HIGHLIHTS-CD_xyz". Die kabel, die den verstärker mit den schallwandlern verbinden, kosten selbstredent E 1100/m. Eingeschschaltet wir der traum natürlich nur sonntags. Werktags benutzt man eine anlage zu E 120,00 ;-)

Halt Rolf, so dann doch nicht!

Eine Grundbedingung für die Verwendung der Wellengleichungen auf Leitungen ist, dass wir und in Bezug auf die Leitungslänge in der Größenordnung von wenigstens 1/100 der Wellenlängen bewegen. Die beträgt bei 100 kHz selbst unter berücksichtigung der verminderten Impulsausbreitungsgeschwindigkeit (nähern wir großzügig auf 0,5 c) bei knapp 1,5 km. Bei 50 m Lautsprecherleitung dann noch mit Leitungstheorie zu argumentieren ist nicht mehr seriös. Da ist die Näherung mit diskreten Bauelementen sinnvoller, aber in diesem Fall quasi rein ohmisch.

Dem Rest stimme ich dann allerdings zu.

Martin

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