Balkonkraftwerk und Smartmeter

Mar 11, 2026 Last reply: vor 4 Monaten 70 Replies

Hallo, ich hab eine Verständnisfrage: mein Balkonkraftwerk 600W betreibe ich, um bei längerem Stromausfall eine Mindestversorgung mit Energie zu gewährleisten (Kühlschrank, Handy laden usw). Nicht verbrauchte Energie fließt z.Zt. ins Netz ab. Bei Stromausfall will ich, dass zuerst meine Geräte versorgt werden. Wenn jetzt das Netz niederohmiger ist als mein Kühlschrank, bleibt keine Energie für mich übrig. Brauche ich sowas wie einen automatischen Trennschalter? Kann mir jemand die Zusammenhänge erklären? Danke Udo



Am 11.03.2026 um 14:52 schrieb Udo Dawid:

Funktioniert nicht, da Balkonkraftwerke nur Strom liefern wenn das Netz da ist. Größere Solaranlagen genau so.

Ja. Und einen Wechselrichter mit Notstromfunktion.

Wenn das EVU den Strom abschaltet, dann wäre es schlecht, wenn Du das Netz quasi von hinten weiter versorgst. Erstens würden dann alle Haushalte die parallel zu Dir an der Leitung hängen von Dir versorgt, und 2., was wichtiger ist, könnte es passieren dass jemand versucht die Leitung zu reparieren, der sich darauf verlässt dass sie stromlos ist.

Was hat das jetzt mit dem Smartmeter zu tun?

Das geht nur mit Netztrennung und mit Akku (in der Szene umgangssprachlich "Batterie"). Für Geräte bis 2kW gibt es fertige Lösungen von ecoflow. Mein Rechner z.B. höängt HINTER derm Akku, der durch 800W Solar gespeist wird.

Weil aber aus Sichherheits- und Gesetzgebung der Wechselrichter "aus"-macht wenn der Netzstrom ausfällt habe ich da noch eine USV vor, die den Akku immer mit 50Hz versorgt.

Kommt nicht vor, aus Sicherehitsgründen wird sowas vom Wechselrichter unterbunden.

Im Prinzip ja, für das Verständnis. In Real gibt es Lösungen (s.o.).

Wenn du diene Frage vollständig stellst (Smartmeter?).

Am 11.03.2026 um 14:52 schrieb Udo Dawid:

Bei einem Stromausfall trennt der Netz- und Anlagenschutz deinen Wechselrichter vom Netz, du hast bei Stromausfall keinen Strom im Hausnetz.

Du könntest aber deine Module an einen Inselwechselrichter anschließen und über diesen den Kühlschrank usw. betreiben, solange der Strom den die Module liefern reicht.

Ansonsten benötigst Du einen Akku oder eine Powerbank.

Heiko

Derzeit schon verfügbar sind Solar-Akkus, die

A) bei Netzbetrieb und fehlender PV-Leistung bei gegebenem Verbrauch diesen aus dem Akku-Wechselrichter ins heimische Netz einspeisen lassen (max. 800 W), statt Energie aus dem externen Netz zu beziehen

B) Inselbetrieb über eine eingebaute Steckdose mit 2 kW erlauben.

Statt Basteleien mit Trennschaltern kann man bei längerem Stromausfall die gewünschten Verbraucher einfach per Verlängerungskabel an jener Steckdose anschließen.

Ja, aber die Ursprungsfrage war für ein System ohne Akku gestellt. Mit Akku gibt es zwei Möglichkeiten:

1) Der Akku wird immer, wenn der Strom ausfällt, gerade (fast) leer sein. 2) Der Akku wird als Notreserve voll gehalten und sieht auch in zehn Jahren so wenige Zyklen, daß jede aus ihm bezogene Kilowattstunde Unmengen kostet.

Selbst bei täglichen Zyklen, die über das Jahr gemittelt pro Tag 50 % der Nennkapazität ausmachen, kostet über zehn Jahre bei heutigen Preisen jede gespeichterte kWh 16 Cent -- plus die Verluste und plus den Preis für ihre Erzeugung.

Heute ist das nichts. Sollte der Natriumakku richtig billig sein, könnte es etwas werden. Ich hoffe darauf.

Am 12.03.2026 um 21:00 schrieb Axel Berger:

Wie ist da die Kalkulation? BYD 10.2kWh Akkus gibt's aktuell für 3.1k€. Soll 6000 Zyklen schaffen, damit sind's 5 Cent je abgerufener kWh.

Hendrik vdH

Ich habe kleinere angesehen. Aber auch hier komme ich auf genau denselben Wert.

Wie oben gesagt rechne ich mit einer Zyklentiefe von 50 % der Nennkapazität im Jahresmittel und mit zehn Jahren. Das sind dann 5.1 *

365 * 10 = 18.6E3 kWh.

Macht bei 3.1 k€ 16 Ct/kWh.

Du kannst natürlich andere Annahmen einsetzen, aber dann führe vor, wie Du denen in der realen Praxis nahekommen willst.

Ein PV System ohne Akku hat bei Netzausfall keinen Notstrom, die Frage des OP beruht auf einem Irrtum.

Hi Axel,

Ich hatte den OP eher im Szenarium 2 verstanden. Das muss man dann rechnen, wie man Versicherungen rechnet. Wenn man den Fall nicht hat, dann hat es nur gekostet. Wenn der Schadensfall eintritt, zahlt sich die Versicherung ggf. vielfach aus. Dumm nur, wenn man viel bezahlt und im Schadensfall (zu) wenig bekommt.

Marte

Systeme ohne Akku kannst du fast nur für die Warmwasserbereitung einsetzen - und dafür kannst du gleich Solarthermie verwenden, die hat den besseren Wirkungsgrad.

Ohne Akkupufferung reagieren manche Geräte empfindlich, wenn denen immer wieder die Versorgungsspannung wegbricht,

Ohne Akku kannst du auch keine stromhungrigeren Geräte kurzfristig bedienen, weil deine 10 Watt morgens um 9 nicht für deine Espressomaschine reichen,

Die Preise sind deutlich im Sinkflug. Deine 50 % Nennkapazität klingen schon recht optimistisch. Aber nehmen wir sie mal als Rechenbasis:

Akkuspeicher mit 3,55 kWh kostet aktuell 490 €. Lebensdauer 10 Jahre,

10 Jahre * 365 Tage/Jahr * 3,55 kWh * 0,5/Tag ergibt 6 478,75 kWh 490 € / 6.478,75 kWh = 0,076 €/kWh

Das ist erheblich weniger als du aktuell deinem Netzbetreiber bezahlst. Ob der Akku 3650 Ladezyklen aushält ist ungewiss - aber da scheint alles im Bereich von 500 bis 5000 Ladezyklen plausibel.

Wie kamst du auf deinen Rechenwert?

Mein Solarertrag mit einem 800 W BKW lag 2025 bei knapp 1000 kWh. Mein Stromanbieter EWS Schönau verlangt derzeit ca 31,30 ct/kWh. Da habe ich die Solaranlage innerhalb weniger als zwei Jahren reingewirtschaftet

- faktisch schon nach weniger als einem Jahr, weil ich beim Komplettpreis von 400 € noch 200 € Zuschuss bekam, inzwischen sogar 2000 kWh erzeugt habe. Aktuell läuft der Zähler weiterhin rückwärts, weil der Energieversorger den Zähler noch immer nicht getauscht hat.

Sobald das der Fall ist wird der Speicher interessant und relevant.

Am 13.03.2026 um 08:27 schrieb Marte Schwarz:

Mit einem Hausakku an der PV kann man die Versicherungswirkung (Notstrom/Ersatzstrom) mit der Eigenverbrauchserhöhung kombinieren. Ich habe die Entladegrenze mit Netz-ist-da-Betrieb auf 20% eingestellt - und damit praktisch ein Akkumodul als einmalige Versicherung bezahlt. Die restlichen 80% des Akkus haben meinen PV Eigenverbrauchsanteil ca. verdoppelt, ist aber eine mittelgroße Dachanlage.

Mit einer Steckersolaranlage wird das etwas schwieriger, aber wenn man die Grenzen 2kWp DC direkt in den Akku und daran 800VA netzparallele Einspeisung ausnutzt, kommt das für einem kleineren Energiebedarf auch hin. Man sollte in diesem Fall den Akku nicht bis auf die untere Entladegrenze ab Werk entladen lassen, wenn man noch etwas Notstromsicherheit haben möchte. Solche Akkusysteme (IIRC bis >9kWh) mit 4MPPT für 2kWp und einen 800VA netzparallelen Wechselrichter gibt es ja - nur ob man die Freiheit beim einstellen der Entladegrenze im Netzparallelfall hat, die im Notstromfall nicht gilt, weiß ich nicht, die Verkäufer solcher Teile hoffentlich schon. Eine nicht-netzparallele Notstromsteckdose ist an den Geräten in der Regel gesondert vorhanden, teilweise auch _ohne_ Netzausfall nutzbar, bei 2kWp PV und >2kVA "Notstromsteckdose" u.U. eine interessante Anwendung. Vorsorglich: die 800VA Grenze zur Einspeisung wird damit nicht unterlaufen.

Am 12.03.2026 um 17:46 schrieb Martin Τrautmann:

Natürlich ist eine Bastelei mit "Trennschalter" am sinnvollsten, es kommt halt auf den Bastler an und ob der an der Anlage rechtlich basteln darf.

Heiko

Die Ursprungsfrage war klar ohne Sachkenntnis gestellt und ließ diesen Schluß keinesfalls zu.

Grüße Marc

--

---------------------------------------------------------------------------- Marc Haber | " Questions are the | Mailadresse im Header Rhein-Neckar, DE | Beginning of Wisdom " | Nordisch by Nature | Lt. Worf, TNG "Rightful Heir" | Fon: *49 6224 1600402

Ok, du legst 100% der Anschaffungskosten auf 30% der Nennkzyklen (10*365*0.5 = 1825 von 6000) um. Damit steigt der Preis je kWh. Danach wäre der Akku aber nicht wertlos. Nagut, vielleicht sind die 10a Alter eher ein Problem als die Zyklen.

Hendrik vdH

Ja natürlich. Die Nennzyklen sind eine Angabe des Herstellers, wieviele Zyklen man in einer *dafür* optimierten Betriebsweise hinbekommt. Die geben mir ein gewisses Vertrauen, der Speicher wird auch nach Ablauf der zehn Jahre wohl eine Weile klaglos weiterfunktionieren.

Für eine Kostenrechnung mag ich so lange Zeiträume eher nicht und für die Betriebsweise versuche ich abzuschätzen, wie gut ich diesen Akku in einem gegebenen Umfeld voraussichtlich ausnutzen können werde.

Alle Parameter sind naturgemäß grob geschätzt. Du kannst mit mehr als 10 Jahren rechnen und mit tieferen Zyklen auch im Jahresmittel und wirst auf bessere Werte kommen. Vor einer größeren Ausgabe schätze ich lieber pessimistisch.

Meine jetzt anderthalb Jahre alte Balkonanlage wird voraussichtlich vier bis fünf Jahre brauchen bis sie bezahlt ist. Zu dem Zeitpunkt habe ich noch gar nichts gewonnen. Erst danach beginnt sie, Geld einzubringen.

Ich hoffe nicht. Aber wie gesagt, erst nach Ende der Amorisationszeit beginnt sich die Anschaffung überhaupt zu lohnen. Die Lebensdauer sollte also schon deutlich größer ausfallen.

Mit 600 € für 2 kWh Nennkapazität.

Hättest Du für

einen Link für mich? Das klingt so, daß es sich für mich lohnen könnte.

Ja klar, wenn ich Deine Anlage bezahle wird sie für Dich billig. Auf der Basis kann man aber keine technische Abschätzung machen, ob etwas für Rohstoffverbrauch und Umweltbelastung einer Ersparnis einbringt oder eine Zusatzbelastung.

Meine Anlage ist für mich in erster Linie eine Meßeinrichtung zur Datenerfassung. Daß ich sie nicht selbst bezahlen muß sondern Ihr sie mir mit Euren Steuern kostenlos schenkt, macht sie für mich reizvoll. Für mich -- volkswirtschaftlich und im Staatshaushalt sieht es anders aus.

Die Werte sind nicht mehr zeitgemäß

Kannst du bitte mal deine Zeichensatzdeklaration reparieren? Euro-Zeichen sind heute Standard.

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Pylontech US3000C, 3.55kWh, 489 €
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Marstek B2500, 2.24kWh, 319 €

Mit dem Zuschuss war sie nach weniger als einem Jahr bezahlt - ohne Zuschuss nach weniger als zwei, aber auch wegen der Umlegung auf die Allgemeinheit, weil der Zähler rückwärts lief.

Du kannst auch für die Allgemeinheit gegenrechnen, was ich dort alles nicht verbraucht habe - denn CO2, Atomendlager usw. zahlt ja auch die Allgemeinheit.

Der nackte Akku ohne Lade- und Entladeelektronik. Der Preis ist nicht schlecht aber nach Vervollständigung ein anderer.

Vergleichbar mit dem Growatt, den ich gefunden hatte. Preislich langsam interessant, Danke.

Für mich wegen Cloudzwang und mangelnder Steuerbarkeit ungeeignet, aber es lohnt sich langsam, den Markt zu beobachten.

Das kann man sich weitgehend sparen. Die Technik rund um Photvoltaik ist industrielle Massenfertigung. Der Preis spiegelt Energie und Rohstoffe, so gut wie keine Arbeit. Die Industrie bezieht Energie günstig und die Endprodukte sind subventioniert und sei es nur die Mehrwertsteuer. Im Gegenzug sind Steckdosenstrom und Tankstellekraftstoff die mit Steuern und Abgaben höchst belasteten Energiequellen.

Was an dieser Technik nicht *deutlich* Geld spart, das spart sehr sicher auch weder Energie noch Rohstoffe noch Emissionen. Geneueres Eingehen auf Details ist dann vollkommen überflüssig.

<Ironie>

Ja, es ist wichtig zu warten und noch nicht zu kaufen. Denn nur wenige Monate später wird es billiger sein. Immer. </Ironie>

Anfang/Mitte 2023 war es für mich wichtig und ein Pflichtpunkt meiner Anforderung, dass alle Basisfunktionen des Wechselrichters und des Akkus völlig ohne Internet (d.h. auch ohne Cloud der Hersteller) funktionieren.

Ja, hübsche umfangreiche Statistiken und per Hersteller-Website einstellbare Shellys für Solarüberschuß gehen nur via RZ/Cloud des Herstellers. Schön, vielleicht gibt es SMA noch einige Zeit.

*Aber* : Wechselrichterfunktionalität inklusive Ersatzstrom, laden + entladen des Hausakkus sowie Zugriff via W/LAN auf den Wechselrichter (mit einigen Basis-Statistikdaten) sowie PV Überschussnutzung via Modbus TCP (bei mir mit EVCC) gehen nur mit LAN/WLAN, aber ohne Internet und ohne Cloud.

Geht bei mir alles so seit Ende Sommer 2023.

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