NiMh Akku als Ersatz f├╝r Bleibatterie

geschrieben:


Ich weis schon, weil die Konzerne nur nach "Shareholders Value" agiert haben. Und ihnen die Versorgungssicherheit eben nichts wert war. Da funktioniert der Wettbewerb ja auch nicht wirklich. Egal an welchen Anbieter ich das Geld f├╝r meinen Strom ├╝berweise, es bleibt doch diesselbe Spannung und Frequenz, die eben mehr oder weniger stabil ist und wenn das Netz ausf├Ąllt, dann ist beides Null.

Wie bezifferst du den Geldwert davon, das Licht, Computer oder Fernseher abends nicht dunkel bleiben? Du kannst nat├╝rlich mit den Anschaffungskosten eines Aggregates und des n├Âtigen Sprits argumentieren - wie bezifferst du dann den Geldwert der Tatsache, das man sowas ├╝blicherwiese nicht im Wohnzimmer betreiben will?
--
Martin

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begin quoting, Martin Lenz schrieb:

Weil kein Geld f├╝r Wartung da war, da trotz "Liberalisierung" Lieferpflichten bestanden, aber keine angemessenen Preise verlangt werden durften.

Das bewertet halt der Markt - f├╝r mich treten, wie ich schrieb, bei einer drastischen Verschlechterung der Verf├╝gbarkeit um ein Prozent keine Ausfallkosten auf, f├╝r die ich Vorsorge zu tragen oder mehr zu bezahlen bereit w├Ąre. Wer aber auf die Versorgungssicherheit nicht verzichten kann, mu├č eben vorsorgen - USV usw. existieren.
Gru├č aus Bremen Ralf
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Ralf Kusmierz wrote:

Die VWL-er und BWL-er haben die Welt im halbgebildeten Bereich schon derartig mit ihrem Materialismus ├╝berzogen wie der Sporcht im ungebildeten.
scnr
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Ein Physiker ist jemand, der jeden technischen Defekt erkl├Ąren,
aber nicht reparieren kann.
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begin quoting, "Franz Glaser (KN)" schrieb:

Wie meinen? Was ist "Sporcht"?
Gru├č aus Bremen Ralf
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* Ralf Kusmierz wrote:

[Prius-Batterie]
Diesem hier <http://www.ctts.nrel.gov/analysis/pdfs/31306.pdf zufolge nutzt der Prius effektiv tats├Ąchlich nur etwa 40% der angegebenen Kapazit├Ąt (und das ist keine Zahl von Toyota, sondern Ergebnis eigener Messungen), und das Ladeverhalten ist sogar noch erstaunlicher: Es wird versucht, die Batterie immer nahe an 56% zu halten.
--
Oliver C.
45n31, 73w34
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Am Fri, 14 Jan 2005 17:44:11 -0500 schrieb Oliver Cromm:

Danke f├╝r den sehr aufschlussreichen Link auf das US Energieministerium. An so einem Service k├Ânnte sich unser Herr Trittin mal ein Beispiel nehmen.
├äu├čerst interessant finde ich, dass bei beiden Batteriepacks tats├Ąchlich keine Batterien parallel geschaltet werden, um die Stromlast der einzelnen Zellen zu mindern. Sehr aufschlussreich ist auch, dass die Belastung immer relativ kurzfristig ist und extrem hoch (Str├Âme bis 10 x C), und dass mit eben so hohen Str├Âmen eben so kurz wieder geladen wird.
Dieser Betrieb ist nat├╝rlich nicht vergleichbar mit dem an Bord eines Segelboots, wo man doch eher eine relativ niedrige Grundlast hat, die in den fr├╝hen Abendstunden am h├Âchsten ist, und dann je nachdem, ob man elektrisch kocht oder KW-Funk betreibt, einige sehr kurze Spitzen bis zu 2 kW hat. Dem gegen├╝ber steht ein relativ gleichm├Ą├čiger Ladestrom aus Solarmodulen und Windgenerator, der mittags seinen H├Âhepunkt von vielleicht maximal 20 oder 30 A (14V) erreicht und nachts auf 3 oder 4A sinkt, und dann noch Ladestr├Âme mit vielleicht 100A aus der Lichtmaschine oder einem Benzingenerator. Diese Str├Âme relativieren sich allesamt sehr stark, da z.B. f├╝r ein 12V/400Ah System 40 Batteriepacks zu je 10 in Reihe geschalteten Zellen parallel geschaltet werden. In dem Fall durchfliesst also nur 1/40 des genannten Stroms die einzelne Zelle.
Insgesamt stimmt mich das alles doch recht zuversichtlich, dass meine Idee realisierbar ist, zumal der Akkupack im Honda ja sogar aus eben jenen Monozellen besteht, die f├╝r g├╝nstiges Geld ├╝berall verf├╝gbar sind.
Gru├č Tom Berger
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Am Fri, 14 Jan 2005 10:25:36 +0100 schrieb Ralf Kusmierz:

So ein Verdr├Ąngerboot ruht in seinem eigenen Wellensystem, also zwischen Bug und Heckwelle. Wird versucht, die Geschwindigkeit ├╝ber die Rumpfgeschwindigkeit zu bringen, dann werden nur die Amplituden der Wellen h├Âher.
Aber wenn jetzt das Schleppkabel stark genug ist, die Klampen halten, und das Boot aus Stahl ist und nicht auseinander reissen kann, dann wird es aus dem Wasser katapultiert und wird - vermutlich auf seiner Backe liegend und den Mast abreissend - so ├Ąhnlich hinter dem Frachter her hopsen, wie eine Gummiente, die Du an einer Leine hinter einem schnellen Boot her ziehst :-)

Ja. Aber erstens stellt das in absolut keiner Weise einen Notfall dar, und zweitens ist es wirklich so, dass viele Frachter dieser Pflicht zur Hilfeleistung nicht mehr nachkommen. Tats├Ąchlich ist bei diesen P├Âtten auf offener See oft noch nicht mal die Br├╝cke durchg├Ąngig besetzt.

Ja, von sowas hab' ich auch gelesen. Heute scheitert das nat├╝rlich schon alleine daran, dass die dicken P├Âtte keinen Diesel in F├Ąssern haben.

Ja. Deswegen ja auch mein Vorschlag mit den zwei B├Ąnken, die abwechselnd genutzt werden. W├Ąhrend die eine Bank das Bordnetz speist, wird die zweite mit Solar und Windenergie geladen. Ist ausreichend kurz vor dem Umschalten zwischen den Batterieb├Ąnken klar, dass Solar und Wind noch nicht ausreichend geladen haben, l├Ąsst man halt noch den Benzin- oder Dieselgenerator f├╝r 'ne zus├Ątzliche Stunde laufen.
Einer der wichtigsten Gr├╝nde f├╝r die Abkehr von Bleiakkus ist neben dem Gewichtsvorteil der m├Âgliche hohe Ladestrom. Bleiakkus werden am besten mit 1/10 C geladen - da wird auch die Energie vom kleinen 1 kW Generator zum gr├Â├čten Teil verschwendet, und man ist stundenlang dem L├Ąrm ausgesetzt. Einen NiMh Akku kann man "langsam" mit 1/1 C laden - also mit dem gegen├╝ber dem Bleiakku 10fachen Strom, also mit 1/10 der Ladezeit - oder bei Bedarf sogar noch viel schneller.

Das scheint wirklich so zu sein. Was mich bei der Beschreibung des Akkus ein wenig gewundert hat: da sind jeweils 6 Zellen in Reihe geschaltet und bilden einen Block, 38 dieser Bl├Âcke sind dann nochmals in Reihe geschaltet. Das macht in der Summe eine Reihenschaltung von 228 Zellen, also 273,6 V. Der ganze Akku speichert nur 1,8 kWh Energie, aber dabei ist unklar, ob das die entnehmbare Energie ist oder die Gesamtkapazit├Ąt des Akkus, die nur zu 30 odeer 40% genutzt wird. Letzteres kommt mir eher unwahrscheinlich vor, zumal das Gewicht des Akkus mit 50 kg angegeben ist (bei 80 Wh/kg macht das 4 kWh, wovon 1,8 kWh dann 45% nutzbare Energie darstellen). Die h├Âchste entnehmbare Leistung wird f├╝r die Batterie mit 45 kW angegeben, wovon der Prius allerdings nur 19 kW nutzt. Aber auch 19 kW sind noch ziemlich viel, was den Schluss nahe legt, dass mehrere dieser 228-Zellen-Reihen parallel geschaltet sein m├╝ssen - eine einzelne Zelle m├╝sste sonst 58A bis maximal 138A Strom verkraften.
Au├čerdem noch ein Hinweis, den ich auf einer einzigen Webseite dazu gefunden habe: dort wurde davon gesprochen, dass es sich bei dem Akku um einen "NiMH-Gel-Akku" handeln soll. Zu einem Akkutyp mit dieser Bezeichnung gibt's aber keine weiteren Hinweise im Netz.
Gru├č Tom Berger
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Tom Berger schrieb:

Hallo,
bei grossen Akkupaketen gibt es auch die Gefahr des "thermal runaway". Da kommt durch ▄berhitzung der Akku in einem Zustand wo er sich auch ohne weitere Stromentnahme noch weiter erhitzt, bis zum b÷sen Ende. http://www.varta-automotive.com/eng/content/knowhow/batterielexikon/entwicklung.html
Bye
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begin quoting, Tom Berger schrieb:

Haben Regattaboote neuerdings keine tonnenschweren Kielbomben mehr? Da k├Ânnte man doch mal das Angenehme mit dem N├╝tzlichen verbinden und das Gewicht genau dahin packen, wo es hingeh├Ârt, und das teure Blei gleich n├╝tzlich verwenden. ;-)
Gru├č aus Bremen Ralf
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Ralf Kusmierz schrieb:

Hallo,
er schrieb doch von Mehrrumpfbooten, die brauchen keine tonnenschwere Kielbombe.
Bye
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begin quoting, Uwe Hercksen schrieb:

Sorry, ist mir entgangen.
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Am Wed, 12 Jan 2005 16:05:25 +0100 schrieb Ralf Kusmierz:

Der Link auf den Spiegel-Artikel ├╝ber Ellen McArthur's Rekordritt um die Welt ist durchaus lesenswert, obwohl ich als Segler da nat├╝rlich einige Falschinformationen richtig zu stellen h├Ątte :-) Alternativ wirst Du bei http://www.yacht.de etwas besser informiert. Mit einem Bleitransporter (iaW: Einrumpfboot mit Kiel) ist so eine Rekordfahrt nat├╝rlich nicht machbar, aber parallel zu McArthur ist die Flotte der Vend├ęe Globe (Einhandregatta um die Welt) unterwegs: http://www.yacht.de/yo/yo_news/powerslave,id,3635,nodeid,33.html .
McArthur liegt derzeit ├╝ber 5 (i.W.: f├╝nf!) Tage (!) vor dem aktuellen Rekordhalter. Sie hatte zwischenzeitlich auch mal erhebliche Energieprobleme, weil der wichtigere ihrer beiden Benzingeneratoren ausgefallen ist. Um Gewicht zu sparen, hat sie nat├╝rlich auch keine Trinkwasservorr├Ąte an Bord, sondern erzeugt ihr Wasser ├╝ber eine strombetriebene Entsalzungsanlage - und damit sah es nach dem Ausfall des ersten Generators schlecht aus, was fast zum Abbruch des Rekordversuchs gef├╝hrt h├Ątte.
Ich konnte leider noch nicht in Erfahrung bringen, mit welchen Batterien McArthur unterwegs ist. Dass das Thema des Subjects hierbei aber durchaus sehr gro├če Relevanz hat, d├╝rfte damit klar sein :-)
Gru├č Tom Berger
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geschrieben:

Wieviel Energie braucht so eine Entsalzungsanlage? D.h. wieviel Liter Wasser kann ich "aus" einem Liter Benzin damit machen?
--
Martin

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Am Wed, 12 Jan 2005 18:05:22 +0100 schrieb Martin Lenz:

Da fragst Du den Richtigen - ich habe vor einem halben Jahr eine Entsalzungsanlage zum Patent angemeldet, die weniger als die H├Ąlfte der Energie der sparsamsten bisher verf├╝gbaren Anlagen verbraucht :-)
Sehr sparsame Anlagen verbrauchen heute etwa 3 Wattstunden pro Liter Trinkwasser (siehe http://www.shipshop.de/BlueWater/Wasser__/LIVOL/livol.html ). Ein Liter Benzin hat ├╝berschl├Ągig einen Energiegehalt von 10 kWh - wieviel Strom Du daraus erh├Ąltst, h├Ąngt vom Generator ab. Mit einer guten Brennstoffzelle kriegst Du da schon fast an die 5 kWh, also 1,6 Kubikmeter S├╝sswasser :-)
Gru├č Tom Berger
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geschrieben:

Das dachte ich mir, da du dich ja offensichtlich intensiv mit dem Thema Energie an Bord besch├Ąftigst.

Wenn sie schon patentiert ist, osllte doch nichts dagegen sprechen, das Grundprinzip kurz zu umreissen? Ich will da nichts bauen, bin aber einfach an genialen technischen L├Âsungen interessiert.

Ich rechne i.A. eher f├╝r einen guten herk├Âmmlichen Generator ├╝berschl├Ągig mit 3kWh, aber selbst da kannst du mit einem Liter Benzin 1000l Wasser entsalzen. Das zahlt sich also wirklich aus.
--
Martin

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Am Thu, 13 Jan 2005 12:19:55 +0100 schrieb Martin Lenz:

Gerne. Wie sagt ein Herr aus Celle immer? "Einfach ist genial". Und "einfach" ist meine Erfindung durchaus.
Die sparsamste Entsalzung geschieht heute mit Umkehrosmose an einem Molekularsieb. Dazu trennt das Sieb (eine Membran, die Wasser durchl├Ąsst, Salzionen aber nicht) S├╝sswasser von Salzwasser. Dabei ergibt sich ein osmotischer Druck, beim Meerwasser ist das aufgrund des Salzgehalts ein Druck von 27 bar, mit dem S├╝sswasser durch die Membran auf die Salzwasserseite dr├╝ckt. Wenn man nun auf der Salzwasserseite einen Druck aufbaut, der h├Âher als der osmotische Druck ist, dann kehrt sich die Fliessrichtung um - Wasser dringt von der salzigen Seite durch die Membran auf die S├╝sswasserseite. So entsalzt man Wasser.
Der Haken ist nun, dass man nat├╝rlich nicht Salzwasser in die eine Kammer einf├╝llt, drauf dr├╝ckt, und dann nach einiger Zeit alles Wasser auf die S├╝sswasserseite gedr├╝ckt hat und auf der Salzseite die ├╝brig gebliebenen trockenen Salzkristalle aufkehrt, sondern dass man, je nach aufgebrachtem Druck, nur einen bestimmten Teil des Salzwassers als S├╝sswasser gewinnt. Typischerweise arbeiten diese Entsalzungsanlagen mit Dr├╝cken von 40 bis 60 bar, und sie haben eine Ausbeute von vielleicht 10 bis 20%.
Da man aber nat├╝rlich den Druck auf das volle Volumen von 100% Salzwasser aufschlagen muss, wovon bei sparsamen Anlagen (je niedriger der Druck, desto sparsamer, aber desto langsamer) 90% als leicht aufkonzentrierte Sole wieder abfliessen, w├╝rde man 90% der in die Druckaufschlagung gesteckten Energie verlieren. Dennoch arbeiten auch heute noch viele gro├čindustrielle Anlagen mit dieser Verschwendung.
Es gibt nun eine ganze Reihe von Patenten, die es erm├Âglichen, den aus der druckbelastet abfliessenden Sole den Druck zur├╝ck zu lenken. Das geht nat├╝rlich nur mit einem begrenzten Wirkungsgrad.
In meinem System dagegen fliesst die Sole gar nicht erst unter Druck ab, sondern das System arbeitet zyklisch. In der einen Phase wird die Salzwasserseite drucklos bef├╝llt. In der zweiten wird Druck mittels Druckluft aufgeschlagen, w├Ąhrend das Salzwasser drucklos (genauer: isobar) umgew├Ąlzt wird, bis die gew├╝nschte Ausbeute erreicht ist. Dann wird wieder Phase 1 durchgef├╝hrt - der Druckluftbeh├Ąlter wird abgesperrt, das Seewasserventil ge├Âffnet, und dieselbe Pumpe, die vorher das Salzwasser in einem Kreislauf umgew├Ąlzt hat, pumpt jetzt wieder isobar die Sole raus und gleichzeitig frisches Seewasser ein.
Ich verbrauche also exakt so viel Energie, wie in der unter Arbeitsdruck stehenden Druckluft gebunden ist, die das selbe Volumen wie das gewonnene S├╝sswasser hat. Aus dieser Druckluft aber kann ich sogar wieder Energie zur├╝ck gewinnen, am einfachsten aber verwende ich sie als Antrieb f├╝r die Umw├Ąlzpumpe.
Der Druck liesse sich nat├╝rlich auch anders als durch Druckluft erzeugen, aber das bei weitem teuerste und ma├čgeblich preisbildende Teil der herk├Âmmlichen Entsalzungsanlagen sind die seewasserbest├Ąndigen Hochdruckpumpen, auf die ich nun v├Âllig verzichten kann. Mir gen├╝gt eine einfache Umw├Ąlzpumpe, wie sie f├╝r Aquarianer billig angeboten wird, und ein einfacher Luftkompressor. Eine nach meinem System aufgebaute kleine Entsalzungsanlage f├╝r ein Boot kostet in der Herstellung um die 300 Euro, eine herk├Âmmliche mindestens 1.000 Euro - das wesentliche Argument ist also nicht der niedrigere Energieverbrauch, sondern sind die niedrigeren Anschaffungskosten.
Mein System eigenet sich u.a. auch deshalb so gut f├╝r den Einsatz an Bord einer Segelyacht, weil viele Segler auch Taucher sind und sowieso Druckluft in Taucherflaschen mitf├╝hren. Eine Taucherflasche reicht f├╝r die Gewinnung von 100 bis 150 Litern S├╝sswasser aus, Taucherflaschen bekommt man ├╝berall bef├╝llt, wo man mit Booten hinkommt, so dass man noch nicht mal einen eigenen Kompressor ben├Âtigt. Und nat├╝rlich haben heute viele Segelyachten nicht nur deshalb Entsalzungsanlagen an Bord, weil das Wasser in den H├Ąfen dieser Welt meistens von sehr zweifelhafter Qualit├Ąt ist (das mittels Umkehrosmose entsalzte Meerwasser dagegen erf├╝llt unsere Trinkwasserverordnung), sondern auch aufgrund der Gewichtseinsparung. Bei einer Atlantik├╝berquerung hat ein Boot mit zwei Personen vielleicht 400 Liter Trinkwasser in den Tanks. Mit einer Entsalzungsanlage gen├╝gt ein minimaler Notvorrat von vielleicht 100 oder 150 Litern.
Bei Rennyachten wie der im weiter oben beschrieben Yacht von Ellen McArthur befinden sich sogar zwei Entsalzungsanlagen an Bord, womit der Notvorrat noch weiter verringert werden kann. Da kommt es eben auf jedes kg an, das man einsparen kann. Gru├č Tom Berger
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begin quoting, Tom Berger schrieb:

Aber nur, wenn man das Wasser durch eine Drossel entweichen l├Ą├čt. Wenn es durch eine Arbeitsmaschine entspannt wird, gewinnt man die Energie gr├Â├čtenteils zur├╝ck.

??? Du meinst aber schon dasselbe wie ich?

Beim zweiten Lesen glaube ich zu verstehen: nicht die Druckbeaufschlagung an sich ist energieintensiv, sondern das Pumpen eines Solestroms gegen ein Druckgef├Ąlle. Ich habe das also so zu verstehen: in einen Zylinder wird ohne Energieaufwand Sole eingef├╝llt und der mit einem Kolben verschlossen, anschlie├čend wir der Kolben wiederum ohne Energieaufwand mit einem Gewicht belastet und das Volumen unter Druck gesetzt, und anschlie├čend wird das Gewicht wiederum ohne Arbeit entfernt und dadurch der Druck fortgenommen, und das "Gewicht" (bzw. der Kolben) ist bei Dir Pre├čluftdruck.

... und die dient nur zum Durchmischen der Sole, um die h├Âheren Salzkonzentrationen vom Diaphragma zu entfernen?

Erstaunlich, da├č es das noch nicht gab.
Gru├č aus Bremen Ralf
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Am Fri, 14 Jan 2005 16:36:46 +0100 schrieb Ralf Kusmierz:

Wenn ich jetzt w├╝sste, *was* Du meinst ... :-)

Ja, genau. Eine Zeichnung findest Du hier:
http://www.archtools.de/entsalzungsanlage-1.jpg
Beim Sp├╝lvorgang bzw der Neubef├╝llung des Systems wird einfach das Vierwegeventil um 45 Grad nach links gedreht.

Richtig, auch wenn "Durchmischen" nicht ganz richtig ist. Am besten wird das Salzwasser ein einziges mal komplett umgew├Ąlzt, so dass also immer frisches Seewasser an der Membran anliegt, denn sobald sich die Salzkonzentration erh├Âht, ist auch gr├Â├čerer Druck n├Âtig.

Ja, das dachte ich auch :-) Eines der wenigen Patente, die sich damit befassen, ist wirklich sehr nahe an meinem einfachen Dingens dran. Der Erfinder verwendet hier einen Druckbeh├Ąlter mit drei Kammern, die durch elastische H├Ąute voneinander getrennt sind. Eine der Kammern nimmt das Salzwasser auf, die zweite die Sole, die dritte S├╝sswasser, wobei es sich hier nicht um das gewonnene S├╝sswasser handelt, sondern dieses immer wieder verwendete S├╝sswasser als Druckkolben dient. Er pumpt also st├Ąndig S├╝sswasser in die dritte Kammer rein, um den Druck aufzubauen, und pumpt es dann wieder raus. Dabei ben├Âtigt er auch eine Hochdruckpumpe, aber die kann billiger hergestellt werden, weil sie nicht mit dem aggressiven Salzwasser in Kontakt kommt.
Manchmal ist es erstaunlich, wie nahe jemand einer praktikablen L├Âsung kommt, um dann ganz kurz davor stehen zu bleiben :-)
Gru├č Tom Berger
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Da Wasser ein inkompressibles Medium ist, wird in ihm eigentlich kaum Energie gespeichert - im gegensatz zu Gasen. Wenn man die Komponenten der Anlage steif macht, soda├č m├Âglichst wenig Energie in elastische Verformung umgesetzt wird, sollte man mit winziger Pumpleistung auskommen, man mu├č ja nur soviel f├Ârdern, wie an S├╝├čwasser durch die Membran dringt.

Das zyklische Verfahren scheint wirklich die Energieeinsparung zu bedeuten, da nicht st├Ąndig Sole abflie├čt.

Druckluft ist aber eine sehr teure, wenig effiziente Energiequelle, da sich Gase beim komprimieren erw├Ąrmen - vergleiche den Thread vor einigen Monaten, wo es um das effiziente F├╝llen solcher Flaschen gegangen ist. Wie sich jetzt Gewicht und Volumen einer solchen (zus├Ątzlichen!, da die anderen Flaschen ja eigentlich zum Tauchen mitgef├╝hrt werden) Druckflasche als Energiespeicher f├╝r die Wasserentsalzung im Gesamtkonzept von Energie und Platz verh├Ąlt, kann ich jetzt nicht sagen, aber es scheint mir nicht besonders Effizient. Wenn die Kostenersparnis im Vordergrund steht, dann klingt es sinnvoll.
--
Martin

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Am Sat, 15 Jan 2005 11:21:04 GMT schrieb Martin:

Nein, denn damit w├╝rdest Du ja Deine Sole st├Ąndig weiter aufkonzentrieren.
Betrachte es so: Du hast einen unter Druck stehenden Salzwasserbeh├Ąlter, in den Du gegen diesen Druck Salzwasser reinpumpst. Von dem reingepumpten Salzwasser gehen 10% als S├╝sswasser durch die Membran, 90% fliessen als Sole durch ein anderes Ventil wieder ab.
Du kannst jetzt nat├╝rlich dieses unter Druck abliessende Wasser an Deine Pumpe bringen, mit der Du das frische Salzwasser in den Beh├Ąlter pumpst, und kannst seinen Druck mechanisch auf das frische Salzwasser ├╝bertragen. Eine Speicherung der Energie brauchst Du dazu nicht, allerdings liegt der Wirkungsgrad der Druckr├╝ckf├╝hrung eben nicht bei 100%.

Ja, so ist es. Taucherflaschen sind aber eben ├╝berall verf├╝gbar, und wer ganz auf einen Kompressor verzichten will, der kommt damit sehr billig hin. Andererseits werden f├╝r die Entsalzung nicht die 200 bis 300 bar der Taucherflaschen ben├Âtigt, sondern "nur" 40 bar. Und beim Komprimieren von Luft auf 40 bar geht durch die Erw├Ąrmung eben nur relativ wenig Energie verloren, zumal die Komprimierung relativ langsam von statten gehen kann (typisch 10 bis 30 Liter pro Stunde). Dieser Verlust wird mindestens dadurch wett gemacht, dass man die 40-bar-Luft weiter verwenden kann, z.B. f├╝r den pneumatischen Antrieb des ganzen Wassersystems.
Dennoch w├Ąre die Entwicklung eines solchen Kompressors ziemlicher Overhead, und er w├Ąre wegen der kleinen St├╝ckzahlen wohl zu teuer. Sinnvollerweise w├╝rde man dann z.B. den Druck dadurch kostant halten, indem man - gegen den Druck der Umkehrosmose - das gewonnene S├╝sswasser zun├Ąchst in einen Ausgleichsbeh├Ąlter im Salzwasserkreislauf (derselbe Ausgleichsbeh├Ąlter, in dem die Druckluft steht) pumpt. Damit bleiben der Druck und das Volumen im Salzwasserkreislauf konstant, es wird keine Druckluft verbraucht, aber daf├╝r ben├Âtigt man dann eben die Hochdruck-Wasserpumpe, die es f├╝r diese Gr├Â├čenordnungen aber problemlos und g├╝nstig zu kaufen gibt (beispielsweise f├╝r Hochdruckreiniger). Die 40-bar-Druckluft muss nur ein einziges mal bei Inbetriebnahme erzeugt werden, und das macht man dann am sinnvollsten mit einer Handpumpe, wie sie z.B. f├╝r den Druckluftbedarf im Schiesssport verwendet wird. Diese Variante w├╝rde immer noch unter mein Patent fallen.
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