Ein Jahr ist wider herum und ich habe erneut die Daten von Agora ausgewertet. Es gibt dort den stundenweisen Marktpreis des Strom und die stundenwise Erzeugung aus verscheidenen Quellen. Damit kann ich für jede Quelle den Wert des erzeugten Stroms aufaddieren und einen Mittelwert bilden. Die Unterschiede sind wieder kleiner als von meinem Vorurteil erwartet, aber da. Und sie werden größer. Photovoltaik wird ja genau dann in Massen erzeugt, wenn die Preise negativ sind. In den jährlichen Jubelmeldungen über den "Anteil der Erneuerbaren" wird nur die Erzeugung gewertet ohne Im- und Export und aller Solarstrom, der zum Schutz der Netze kostenpflichtig entsorgt wurde, zählt positiv.
Marktwert des erzeugten Stroms aus verschiedenen Quellen Stundenwerte gemittelt über ein Jahr Ergebnisse in Euro pro MWh:
Zeitraum Dezember 2023 bis November 2024. Solar 46.0 Wind Onshore 60.7 Wind Offshore 68.4 Biomasse 74.9 Wasserkraft 76.4 Erdgas 84.0 Braunkohle 88.2 Steinkohle 91.6
Dezember 2024 bis November 2025: Solar 46.5 Wind Onshore 76.0 Wind Offshore 85.6 Biomasse 92.2 Wasserkraft 94.0 Braunkohle 106.4 Erdgas 107.7 Steinkohle 114.3 Pumpspeicher 133.5
Didn't find your answer? Ask the community — no account required.
R
Ralph Aichinger
Gibt es eien logische Erklärung darfür, dass die fossilen Energieträger (wenn auch geringe) Preisunterschiede in diese Richtung haben?
/ralph
H
Hergen Lehmann
Am 07.12.25 um 13:38 schrieb Axel Berger:
Nicht allzu überraschend. Billig in der Erzeugung, aber durch die Unzuverlässigkeit auch wenig wert.
"Erneuerbar" ist nicht nur Solar. Interessanterweise zeigen "Wind onshore" und "Biomasse" einen ähnlichen Wertanstieg wie die fossilen Energieträger, während "Wind offshore" sie sogar deutlich überholt.
Es scheint relativ klar, worauf man setzen sollte...
R
Ralph Aichinger
Als jemand der ein bißchen Einblick in diese Branche hat, kann ich nur sagen: Das wird eh gemacht. Wenn du im Bereich "Wind offshore" arbeitest, dann bist du mit Aufträgen bis in die 2030er-Jahre eingedeckt.
Die haben eher das Problem dass sie mit der Produktion der Anlagen nicht hinterher kommen.
/ralph
G
Gerd Schweizer
Axel Berger schrieb:
Das sind halt Ideologen die keine Ahnung haben oder absichtlich falsch "informieren".
S
Sieghard Schicktanz
Hallo Ralph,
Du schriebst am Sun, 7 Dec 2025 12:42:30 -0000 (UTC):
Herstellungs- bzw. Ausbeutungsaufwand? Und teils wohl auch Transportkosten.
S
Sieghard Schicktanz
Hallo Axel,
Du schriebst am Sun, 07 Dec 2025 13:38:56 +0100:
D.h. den Börsenpreis, also den Preis für den Anteil, der nicht schon im Vorfeld verplant war, sondern kurzfristig irgendwie beschafft werden muß (sog. "Spotmarkt")? ...
Vor allem werdne die Preise am "Spotmarkt offenbar höher, was beduten könnte, daß die Planung der "Futures" besser geworden ist, zumindest enger kalkuliert wird.
Was halt wieder mal nahelegt, daß da was ganz dringend benötigt wird, was schon lange fehlt: _S_P_E_I_C_H_E_R_. Und zwar nicht grade groß angelegte Batteriespeicher, sondern vornehmlich schnelle Speicher mit hoher Kapazität wie die Pumpspeicher, und zwar _extrem große_ solche, z.B. Großanlagen im Meer, um die Windparks herum, _Aus_pumpspeicher. ...
...
Da stehen solche, wenn auch in "konventioneller" Bauart, wenigstens mal drin und zeigen, daß die sich doch eigentlich lohnen können müßten?
A
Axel Berger
Ich vermute, Steinkohle ist echt etwas teurer und wird nur in Spitzen aufgedreht. Braunkohle und Gas haben im Vergleich zum Vorjahr die Reihenfolge vertauscht.
Alle Unterschiede sind viel kleiner, als mein Vorurteil erwartet hatte.
R
Ralph Aichinger
Anders gefragt: Wenn Gas billiger ist als Kohle, warum schaltet man dann nicht die Kohle öfter ab?
/ralph
A
Axel Berger
Ja. Das ist die Zahl, an die ich drankomme. Es ist m.W. auch die Grundlage, aus der dynamische Endverbraucherpreise abgeleitet werden.
Standen sie im letzten Jahr auch schon, da hatte ich sie nur nicht in meine Tabelle aufgenommen. Bei Agora reichen die Daten übrigens bis 2012 zurück. Wer mag, kann weit mehr auswerten, als ich es getan habe.
T
Thomas Einzel
Am 07.12.2025 um 22:13 schrieb Ralph Aichinger:
Zeitkonstante der Regelung ist größer.
A
Axel Berger
Richtig ist natürlich, auf Geschwindigkeit sind die kleinen Spitzenlast-Gasturbinen optimiert. Die heutigen gasbetriebenen Großkraftwerke sind der Kohlendioxidreligion geschuldet und besonders schnell sind GUD-Kombinationen nicht.
Wenn man nicht Minuten sondern Stunden betrachtet, stimmt das mit den schlecht regelbaren Kohlekraftwerken offenbar nicht. Ich sehe mir immer wieder Tage an, mit einem besonders großen Hub zwischen Minimum und Maximum der knoventionellen Erzeugung. In der deutlichen Mehrheit der Fälle ist das Verhältnis Minimum zu Maximum in einem 24-h-Zeitraum bei Braukohle größer als bei Gas.
S
Sieghard Schicktanz
Hallo Axel,
Du schriebst am Sun, 07 Dec 2025 22:31:29 +0100:
...
Mich würde da halt interessieren, ob die Speicher deswegen so hohe Preise kriegen können, weil sie besonders schnell und flexibel reagieren können, oder ob das Preise sind, die sie wegen inhärenter Kosten verlangen müssen, um rentabel zu sein. Ersteres würde ja sehr dafür sprechen, Speicherkapazitäten möglichst zügig auszubauen, um das Netz stabil zu halten und die Volatilität sowohl des Verbrauchs, die bisher schon bestend, als auch der Erzeugung, die mit den "Erneuerbaren" dazukommt, sicher ausgleichen zu können. (Fast schade, daß nicht mal jemand dem Berliner Regierungssitz die Versorgung bisserl "moduliert", damit die Politiker auch mal sehen, was "Volatilität" bedeutet...)
A
Axel Berger
Es sind Preise, die in der jweiligen Stunde alle bekommen, egal wie teuer oder günstig sie produzieren. Entscheidend für Speicher ist vor allem, sie sind klein und schnell leer. Man hebt sie also für die Stunden auf, wo es besonders knapp wird, und das sind naturgemäß die teuren.
Als Richtschnur kann Biogas gelten. Die Anlagen produzieren ohne Rücksicht auf irgendwen 24/7 konstant durch, egal ob das wer haben will oder nicht. Wessen Strom weniger wert ist, der produziert vor allem in Überschußzeiten, wo ihn keiner will. Auf die teuren kann man sich verlassen, die stehen in Mangelstunden verläßlich bereit.
S
Sieghard Schicktanz
Hallo Axel,
Du schriebst am Tue, 09 Dec 2025 07:53:09 +0100:
Aber auch die kritischen, wo ein schnelles Einspringen wesentlich ist - also dürfte das durchaus, auch, ein relevantes Kriterium sein.
Das verteuert den Strom dann aber auch, weil in den "Leerzeiten" ja keine Kompensation für den Resourcen-Verbrauch und den Betrieb zustandekommt.
Bzw. sind sogar dazu verpflichtet, AFAIK auch vertraglich. Damit ist also keine definitive Antwort auf die Frage zu erhalten, aber die Informationen legen durchaus nahe, daß die teuren Speicher nicht unwesentlich aufgrund ihrer Reaktionszeiten teuer sein können.
A
Axel Berger
Vorsicht, ob sie teuer sind oder nicht, wissen wir nicht. Das, was sie bieten können, ist im Markt viel wert. Die Begriffe sind verwandt, aber nicht identisch.
M
Marte Schwarz
Hi Axel,
Das ist eine Krux an der Sache. Aber so ist der Markt. Er müsste aber nicht so sein. Angeblich ist er ja auch nicht so ;-) Da bin ich aber kein Experte, ich weiß aber wen ich fragen könnte.
Das kommt auf den Speicher an. Viele Speicher dürften einfach gerne mehr Leistung haben, um sinnvoll nutzbar zu sein, z. B. für einen Durchlauferhitzer, um die ohnehin zu schwachen Leitungen in die Häuser damit ausstatten zu können und diese völlig uneffizienten Warmwasserspeicher und Zirkulationsleitungen wegwerfen zu können. Aber nein, daran wird gespart. Dabei läge genau hier richtig Sparpotenzial. Die eigentliche Kapazität müsste dafür meist gar nicht sooo groß sein.
Weil das Gas eben kontinuierlich anfällt und man es nicht speichern will. Das würde Kosten verursachen, die noch teurer sind.
Das ist Unsinn. Man produziert ihn dann, wenn die Energie dafür da ist, sei es Wind, Sonne, Wasser oder Biogas ... Wenn er dann eben gerade nicht gebraucht wird, Pech gehabt. Bei Wind, Sonne und Wasser kann man wenigstens übers Drosseln Regelkapazität zur Verfügung stellen. Das wird derzeit aber zu wenig vergütet, also schafft man nicht die erforderliche Überkapazität.
Und das lassen sie sich fürstlich bezahlen. Das ist sie ja dann auch wert. Mangel hat schon immer wertvoll gemacht, vor allem von solchen Dingen, die man nicht einfach auf Halde legen kann.
Warum man Privatleuten deren Speicherenergie nicht anständig honorieren mag, bleibt ein Rätsel. Ich finde Christophers Idee mit den Frequenzabhängigen Tarifen echt clever. Von seinen restlichen Thesen bin ich nicht so überzeugt, aber den Strompreis an der Frequenz anzubinden hätte echt Charme. Das ist lokal einfach messbar und wäre voll transparent. Man kann sich über die Preis-Frequenz-Kennlinie streiten, wie man die gestalten müsste, damit das System sich stabilisiert statt aufschaukelt, aber das wäre sicher auch transparent machbar.
Einen solchen Zähler und Tarif würde ich sofort buchen und dann auch sehr wahrscheinlich in die Photovoltaik und Speichertechnik einsteigen.
Weiter wundert mich immer noch, warum die Heimspeicher seltenes Lithium vergeuden, statt billige und vergleichsweise umweltfreundliche Ni-Fe-Akkus zu verwenden. Ansbchinend ist Li immer noch zu billig auf Kosten der Natur ausbeutbar. Selbst natriumbasierte Akkus haben es noch schwer, obwohl es sie angeblich schon gibt und sie auf den gleichen Anlagen fertigbar sein sollen, wie die Lithiumzellen auch..
Marte
S
Sieghard Schicktanz
Hallo Axel,
Du schriebst am Tue, 09 Dec 2025 22:24:58 +0100:
Was ja genau meine Frage an Dich war aufgrund Deiner Analyse - Du hättest einfach antworten können, daß Du da nicht weißt und nicht geprüft hast.
S
Sieghard Schicktanz
Hallo Marte,
Du schriebst am Wed, 10 Dec 2025 23:22:55 +0100:
AFAIK siehst Du das - leider - falsch. über Drosseln Regelkapazität zur Verfügung zu stellen, wird AFAIK derzeit nicht einfach zu wenig vergütet, es wird bestraft dadurch, daß dann die "Vergütung" für nicht abnehmbaren Strom nicht mehr gezahlt würde, sondern "nur" der Preis für den Regelstrom. Anscheinend liegt letzterer, umgerechnet auf die Bereitschaftszeit, immer noch unter dem für den entsprechend umgerechneten ersteren.
...
Das liegt ganz einfach daran, daß die erstens nur den Preis für "Börsen- Strom" kriegen, und zweitens daran, daß davon halt noch das Netzentgelt abgeht. Letzteres müssen zwar die Großkraftwerke auch bezahlen, allerdings auf einen "andreen Niveau" - sozusagen mit Mengenrabatt, und gleich in das Mittel- oder Hochspannungsnetz statt erstmal nur ins Niederspannungsnetz.
Welchen "Christopher" meinst Du hier? Oder meinst Du Christoph Müller, der immer wieder sein ASTOH-System propagiert? Der will das aber nicht frequenzabhängig machen, sondern die Preise anders festlegen und verteilen.
Naja, so "einfach" ist das mit der Meßbarkeit da auch nicht, da geht's schon um den Bereich mHz, der braucht schon ziemliche Sorgfalt.
Das wäre wohl machbar - es funktioniert zur Leistungsregelung ja schon die ganze Zeit bei den Kraftwerken - aber da noch die Stufe "Preis" dazwischenzuschalten, bringt lediglich viel Unwägbarkeit ein, zerstört evtl. die Systematik komplett.
...
Die Ni-Fe- (NiMH-) Akkus sind halt in mehreren Belangen erhablich schlechter: sie haben vor allem eine erheblich geringere Energiedichte und eine recht heftige Selbstentladung. Dazu ist der Ladevorgang "ein wenig" komplexer als bei Li-Akkus, weil nicht einfach spannungsgesteuert möglich. Dazu kommt dann noch, daß dreimal soviele Zellen wie für Li nötig sind, was ein durchaus sinnvolles BMS erheblich verteuern würde, auch wenn es in manchen Belangen einfacher aufgebautr sein könnte.
Li ist keine "seltene Erde", weder im chemischen Sinn noch in Hinsicht auf sein Vorkommen. Es ist offenbar sogar so leicht zu gewinnen, daß die Gewinnung der konkurrierender Materialien vorgezogen wird. Naja, und bez. Na-Akkus - es _gibt_ sie, sie sind aber AFAIK noch immer nicht (massen-) produktionsfähig, sondern eher noch Forschungs- als Entwicklungsthema. Da könnte man ja auch noch an andere Grundmaterialien denken, an denen auch mal gearbeitet wurde, z.B. Mg oder Al. Aber die Kosten...
T
Thomas Einzel
Am 10.12.2025 um 23:22 schrieb Marte Schwarz:
...
Durchlauferhitzer, die man auch zum duschen nutzen kann, haben schon eine recht ordentliche Leistung, oft 21kW, meist zwischen 18 und 24kW. Das liegt dann schon spürbar oberhalb von Batterie - oder Hybridwechselrichtern im heimischen, privaten Bereich. Da schaffen viele nicht mal 10kW.
Z.B. mit 25kW könnten Fronius Verto 25.0 Plus, Sungrow SH25T, SolaX Power X3-ULT-25K passen.
Der vorgesehene Akku muss diese Leistung auch abgeben können und für den Wechselrichter freigegeben sein (damit es auch nach dem nächsten Firmwareupdate funktioniert).
Macht dann in Summe etwas mehr Aufwand als ohne die Zusatzanforderung
2X kW für DLE. Muss man individuell durchrechnen.
BTW: Zirkulationsleitungen müssen nicht sein und schon gar nicht Dauerlaufpumpen.
Join the Discussion
Have something to add? Share your thoughts — no account required.
Didn't find your answer?
Ask the community — no account required
Report Content
You are reporting this content to the moderators. They will look at it
ASAP.