Photovoltaik

.... u.a. zur Hausstromversorgung und Betrieb von Elektroautos.
Die Fachzeitschrift Photon ist mit einer Tochterfirma ins
Photovoltaikgeschaeft eingestiegen und hat die Kosten fuer ihre schluesselfertige PV Anlage veroeffentlicht. Es sind nur noch 1700 EUR/ kWp, woraus Stromgestehungskosten von nur rund 17 Cent/kWh resultieren. http://www.photon.de/news_archiv/details.aspx?cat=News_Archiv&sub=Praxis&pub=1&parent=3249
Zum Vergleich die PV Anlagenkosten im Lauf der Jahre. Man sieht wie rasant sie u.a. getrieben durch das EEG und dessen Vorlaeufer gefallen sind:
1990: 14.000 EUR/kWp (140 Cent/kWh) 1995: 10.000 EUR/kWp (100 Cent/kWh) 2000: 7.000 EUR/kWp (70 Cent/kWh) 2005: 5.200 EUR/kWp (52 Cent/kWh) 2009: 3.000 EUR/kWp (30 Cent/kWh) 2011: 1.700 EUR/kWp (17 Cent/kWh)
Quelle:
http://www.solaranlage.eu/files/kostenentwicklung-photovoltaik.jpg
Zum Vergleich die Stromgestehungskosten von anderen, *neu* zu installierenden Kraftwerken:
Braunkohle: 8.80 bis 9.70 Cent/kWh Steinkohle: 10.40 bis 10.70 Cent/kWh Erdgas GuD: 10.60 bis 11.80 Cent/kWh Kernkraft: 10.70 bis 12.40 Cent/kWh Windkraft offshore: 3.00 bis 15.00 Cent/kWh Wasserkraft: 3.47 bis 12.67 Cent/kWh Windkraft onshore: 4.50 bis 8.50 Cent/kWh Biomasse: 7.71 bis 11.55 Cent/kWh
Quelle: http://www.umweltbewusst-heizen.de/Strom/Strompreis/Zusammensetzung/Stromgestehungskosten/Strompreis-Stromgestehungskosten.html
IMHO in sptestens 10 Jahren wird die Photovoltaik in Deutschland alle anderen Kraftwerke hinter sich lassen und den gnstigsten Strom von allen *neu* installierten Kraftwerken erzeugen.
Und das gute daran: Nach der 20jaehrigen Abschreibungsdauer werden diese Anlagen Dank der extrem niedrigen Grenzkosten gegen 0 auch Stromgestehungskosten fast von 0 Cent/kWh haben. Und damit selbst heutige, abgschriebene AKWs sehr weit hinter sich lassen.
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snipped-for-privacy@epost.de on Sun, 19 Jun 2011 03:47:22 -0700 (PDT):

Bis 2009 linearer Preisverfall von ca. 30%/5a , der hinter dem von Handys zurückbleibt. Einbruch der Preise durch Erscheinen der Chinesen 2010?

Die Rechnung, wie aus kwp, dem PMPO der Solarindustrie, ohne Angabe der Aufstellart und des Breitengrades kwh werden würde mich mal interessieren.

photovoltaik.jpg
Andere Quellen, andere Zahlen.

Dazu müsste die Quantenausbeute aber deutlich über 1 steigen (Insiderwitz), während Windkraft noch viel Luft nach oben (z.B. durch neue Werkstoffe, bessere Aerodynamik, Winkelverstellung, ein-Blatt- Systeme oder variable Flügelgeometrie) hat. Repowering ist bei Windkraft zum Teil ohne Abriss möglich. Mit dem Wegsinken der Förderung, spricht der höhere Erntefaktor der Solarthermie bei den privaten (Dach-)Flächen für eine Nutzung der Fläche zum Heizen und moderne gewerbliche Leichtbauhallen können auf ihren Aluminiumdächern keine Solaranlagen tragen, da diese manuelles (=teures) Abräumen von Schneemassen erfordern, was neuerdings zur Auflage bei der Baugenehmigung gemacht wird. Durch Energie-Landwirtschaft entsteht schon jetzt Flächenkonkurrenz bei vergleichsweise hohen Flächenerträgen und geringen Einstandskosten.
Kurz: die für PV in Frage kommende Fläche wird eher kleiner.

Ich kenne keine PV-Anlage, die nach 10 Jahren nicht mit Delamination, Degradation, Ablösen der Kontaktierungen, Glaskorrosion oder anderen Problemen zu kämpfen hat. Um zu bezweifeln, dass PV-Anlagen 20 Jahre durchhalten, brauche ich nicht mal an Antec Solar oder Solartec, München zu denken. Und wenn ich trotzdem daran denke, fällt mir das örtliche Antec-Opfer ein, der einen 5-stelligen Betrag für die Sondermüll-Entsorgung in seiner Kalkulation mit aufnehmen durfte.

Nur wenn die Fläche nichts kostet und eine andere Nutzung der Fläche keine höhere Rendite verspricht. Fällt die Kapitalrendite unter 6%, ist man mit einem Finanzprodukt eh besser bedient. Diese Schwelle ist nur durch aussetzen, der Absenkung nicht überschritten worden.
Falk D.
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Es ist waere natuerlich optimal, serioese Daten zum Alterungsprozess von PV-Platten zur Hand zu haben, die keinerlei Zweifel lassen, was im Laufe der Zeit mit den Platten geschieht. 20 Jahre als Zeitraum ist eine kurze Zeit.
K.L.
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F@lk Du_bbert schrieb:
Er schrieb nicht nur, sondern xpostete wie wild und wie üblich. Muss das sein?

Spanienmarkt brach weg usw.

2012? 2013? Das wäre interessant. Schweinezyklus die erste? Was kostet die Solaranlage, wenn die Zellen gratis sind? Hier in CH gibt es jetzt grosses Geschrei, da Anlagen ab einer gewissen Grösse Lastgangdokumentation brauchen. Und, man stelle sich mal vor, so was ist nicht umsonst. Sicher eine Weltverschwörung der Atommafia. Ein weiterer interessanter Schritt dürfte dann erfolgen, wenn jeder bei der Bereitstellung von Regelleistung und Blindleistung mitmachen darf.

Hmf, hier musste ich zweimal lesen. In Berlin lohnen sicher Vertikalturbinen, viel heisse Luft nach oben...

PV wird eh erst bei höherem (und trotzdem bezahlbaren) Wirkungsgrad interessant, jedenfalls für mich und ich schliesse jetzt mal von mir auf andere ;-)

Solche Überlegungen verstehe ich ohnehin nicht wirklich, ich habe offenbar das nötige Gen von meinem Vater nicht geerbt. Immerhin ahne ich, dass ein Modell, das auf der Annahme beruht, alle montierten sich jetzt mit gepumptem Geld so eine Anlage aufs Dach und erwirtschaften damit Gewinn, irgendwie nicht nachhaltig ist. Aber immer schön andere als Abzocker bezeichnen.... Da ist es erfolgversprechender, einen grossen Magneten in Keynes Grab zu versenken und ein paar grosse Spulen aufzustellen.
--
mfg Rolf Bombach

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On Mon, 20 Jun 2011 23:15:44 +0200, Rolf Bombach

Natürlich ist es eine Maßnahme der bisherigen Stromversorger um sich unliebsame Konkurrenz vom Hals zu halten. In D braucht man das nicht, also warum in der CH?

Das können heutige PV-Wechselrichter problemlos. Bisher hat man sie nur nicht gelassen.

Der Wirkungsgrad ist völlig ohne Bedeutung das das Angebot an Energie den Bedarf vieltausend-fach übersteigt. Entscheidend sind die Kosten pro erzeugter kWh. Z.B. liefern die Dünnschichtmodule den Strom nur mit etwa 10 % Wirkungsgrad. Da aber die Produktionskosten mittlerweile im Bereich von 50 ct/Wp liegen liefern sie die kWh deutlich günstiger als hoch effiziente Module von Sunpower die 20 % Wirkungsgrad haben und für deutlich über 2 ¤/Wp verkauft werden. Die Fabrikabgabepreise in China für Module mit durchschnittlichem Wirkungsgrad von 13-14 % liegen derzeit bei großen Stückzahlen schon bei etwa 1,1-1,2 ¤/Wp.
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begin quoting, Emil Naepflein schrieb:

Mag sein, daß sie das können, nur wäre es schlicht Unfug, sie das machen zu lassen. Es ist nämlich bei näherem Hinsehen nicht sinnvoll oder auch nur notwendig, den Regenerativen Netzdienstleistungen aufzuerlegen.
Hinsichtlich der Blindleistungsbilanz existiert das Problem schlicht nicht: Die kann man weitgehend mit dem Hochspannungsnetz einstellen, wird Blindleistung benötigt, dann läßt man die Leitungen im unternatürlichen Betrieb laufen, andernfalls umgekehrt. Für den restlichen Regelungsbedarf kann man hervorragend Phasenschiebermaschinen verwenden, beispielsweise die Generatoren der stillgelegten KKW im Leerlauf am Netz lassen und durch die Erregersteuerung Blindleistung nach Wunsch erzeugen (kostet nicht viel, praktisch nur ein bißchen Stromverluste und die Erregerstromerzeugung). Das hätte auch noch den Vorteil, die Kurzschlußleistung der Netze deutlich zu erhöhen. (Und die Spannungshaltung vor Ort findet logischerweise durch Trafoumschaltung statt.)
Was die Wirkleistungsbilanz (Frequenzhaltung) angeht, muß man sich mal klarmachen, daß hohe Anteile regenerativer Erzeugung zwangsläufig große Speicher voraussetzen. Die sind aber erst noch zu errichten, parallel zum Ausbau der regnerativen. Sollen die doch die Frequenzhaltung machen, ist viel billiger, weil nicht so dezentral. Es ist doch Quatsch, regenerative Kraftwerke anzudrosseln - was die dadurch nicht erzeugen, wird doch hinterher wieder als CO2 emittiert. In Anspruch genommene negative Regelleistung konventioneller Kraftwerke geht hingegen automatisch mit verringertem Brennstoffverbrauch einher.
Es ist dringend erforderlich, der derzeitig laufenden Verdummungskampagne der Netzbetreiber entgegenzutreten.

Das ist natürlich Unsinn.
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Ralf . K u s m i e r z schrieb:

Spannungshaltung (Blindleistungsbereitstellung) erfolgt im ÜN mit den Kraftwerken, direkt angeschalteten Drosseln oder Drosseln an den Tertiärwicklungen der Netzkuppler/-trafos und, so man denn zu den Glücklichen zählt, mit Kondensatorbänken. Einfach Leitungen ausschalten, um das Parallelsystem in den über- natürlichen Betrieb zu zwingen hat u.U. hässliche Effekte zur Folge, wenn genau dieses System auch noch auslöst. Solche Nummern machen wir nur in Schwachlastzeiten, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Für den Starklastfall stellt sich die Frage nicht, da dann eh alles eingeschaltet ist, um die Leistung durch's System zu bekommen.

Diese Überlegungen gibt es in der Tat. Die Frage ist nur, ob das so einfach geht, da diese Anlagen immer noch dem Atomrecht unterliegen.

gut bezahlen lassen </Glaskugel>

Ack.
Was verstehst Du unter Trafoumschaltung? Ausschaltung? Anderes Teilnetz? Stufung?

Erzähl mal...
LG Jörg
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begin quoting, Joerg Bradel schrieb:

Ok, das ist ein Argument...

Insofern brauchen dann eher die Regierungen/Genehmigungsbehörden ein wenig Nachhilfe. Call (oder mail) your congressman...
Das klingt aber in der Tat nach einer interessanten juristischen Frage.

Und das können sie sicher auch, weil es ja so gar keinen Wettbewerb im Markt gibt...
Ob die da wohl die Rechnung ohne den Wirt gemacht haben?

Ich meinte die Stufenumschaltung bei der Einspeisung ins Mittelspannungsnetz.
(Die Idee, 100 kVA Blindleistung aus einem Niederpannungsnetz zu ziehen, damit man dort ohne Spannungsanhebung 5 kW Sonnenstrom einspeisen kann, finde ich hochgradig schwachsinnig, denn das dürfte den Nettoeffekt in etwa aufheben, heißt, die 5 kW werden dann dafür verbraucht, um die erforderlichen 100 kVA zu erzeugen. Aber man könnte schon schauen, daß man Ortsnetze mit entsprechenden Einspeisungen dann mittelspannungsseitig entsprechend anpaßt - geht natürlich auch wieder nicht ohne Umbauten ab, weil nicht an allen Ortstrafos die gleichen Einspeisungsverhältnisse vorliegen. Aber man kann schon einmal schauen, ob man das nicht so geschaukelt kriegt, daß die Spannung überall im Toleranzband liegt. Schlimmstenfalls muß an einigen wenigen Stellen das Niederspannungsnetz verstärkt werden (ja, teuer...), aber Umrüstung aller Ortstrafos auf umschaltbar kommt natürlich nicht in Frage.)

Was möchtest Du denn wissen?
Gruß aus Bremen Ralf
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Ralf . K u s m i e r z schrieb:

Ack. Wenn dann die Juristen durch und die Techniker dran sind, wird es erst richtig interessant ;-) Ist ja alles Neuland, ähnlich den Offshore-WP. Da sind wir auch gerade richtig am Lernen.

Darauf wollte ich hinaus. Man wird wohl hingehen und sagen: Ihr wollt das, wir können das, aber die technischen Umrüstungen müsst ihr bezahlen, weil, ihr wollt das. Mal schauen, was daraus wird.

Keine Ahnung, aber sie haben IMHO gute Karten. Einen regelbaren SVC bekommt man nicht auf die Schnelle.

Ah ok, ich konnte mit dem Begriff nichts anfangen. Also das, was man heute mit Netztrafos schon macht.

Naja, wie kommst Du auf Verdummungskampagne?
LG Jörg
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begin quoting, Joerg Bradel schrieb:

Ich dachte, Ironie funktioniert auch ohne Kennzeichnung.

Na, dann wollen wir mal:
Was machen Netzersatzanlagen am liebsten? - Richtig: Probebetrieb! Mit dem Strom könnte man sie schon fast finanzieren.
Wiewviel GW NEA mit rotierenden Maschinen hätten wir denn da so in D? Wenn man mit denen einen Deal macht: Sie dürfen ihren "Probebetrieb" ausweiten, wenn sie 1. ein fernsteuerbares Zusatzgerätchen einbauen, mit dem der Netzbetreiber an Wirk- und Blindlast drehen kann, und sie 2. das Ding für lange (ggf. 24/365) laufen lassen (meistens im Leerlauf), dann kriegen wir da doch schon ganz nett Regelleistung zusammen, nicht? (Und zwar nicht nur Blindleistung. sondern sogar Spitzenleistung, wenn's ansonsten mal "brennt" - wochenlange Flaute im Winter, Pumpspeicherwerke usw. leergelaufen/zugefroren... - wird natürlich zu den (dann) gepfefferten Spotpreisen vergütet.)
Schön, das geht nicht immer und überall - so ein Notstromdiesel mag das ja nicht unbedingt, im Leerlauf gedreht zu werden, und auskuppeln geht wohl nicht immer - aber grundsätzlich ließe sich da schon was machen.
Und da kreucht und fleucht ja auch noch einiges andere im Netz - Mittellastkraftwerke, Kaltreserve - alles so'n Zeug, was auch nicht wesentlich stärker verschleißt, wenn sich die Turbosätze mitdrehen und der Kessel aber aus bleibt. Von daher: Brauchen wir denn die KKW-Blöcke? Wohl nicht zwingend, also sind die Verhandlungspositionen der Interessenten gar nicht so schlecht.
Aber falls doch, empfehle ich Artt. 14 f. GG zur Lektüre. Ja, das steht etwas von Entschädigung. Und dann sieht der Prozeß vor dem BGH bzw. BVerfG in etwa so aus:
Kläger (K): "Das verletzt aber ganz doll unser Eigentumsrecht, Hohes Gericht! - Regierungsvertreter (RV): "Gemeinwohl, zwingend und unabweisbar, datt darf datt (Artt. 14 f. GG)." K: "Aber dann Entschädigung!" - Gericht (G): "Wie hoch ist denn der Schaden?" K: "Die haben uns unsere schönen KKW stillgelegt und wollen auch noch Brennelementesteuer, und jetzt sollen wir denen ihren grünen Strom auch noch veredeln!" - G: "Ja, das ist Gesetz. Und welcher Schaden entsteht nun?" K: "Ja, wenn wir uns mal wieder eine genehme Regierung gekauft haben, dann könnten wir die KKW aber vielleicht wieder laufenlassen..." - G: "Mag sein. Aber das geht doch auch, wenn sich die Generatoren in der Zwischenzeit drehen, nicht wahr? Oder nutzen die sich dabei sehr ab?" K: "Ähm, nein, eigentlich nicht. Aber wir verbrauchen natürlich Strom und haben auch gewisse Wartungskosten..." - RV: "Die sollen Sie auch ersetzt bekommen..." K: "Wir könnten aber die Maschinentrafos ausbauen und nach Rußland verkaufen, die sind doch noch gut und brennen nur selten ab..." - G: "Aber ohne die Trafos kann man die KKW dann nicht wieder in Betrieb nehmen, richtig? Und was sind die Turbosätze dann noch wert?" K: "Naja, die sind teilweise radioaktiv und schon 'ziemlich speziell', die will sonst keiner haben, aufwendiger Transport und so ... also, äh, eigentlich nur Schrott. Aber wenn *wir* den Blindleistungsbetrieb damit machen, dann könnten wir damit richtig fett abzocken..." - G: "Dafür müßten dann aber schon noch Maschinentrafos vorhanden sein?" K: "Ähm, naja..." - RV: "Ohne die zu enteignenden Netzdienstleistungen der Turbosätze der Kläger wäre die Versorgungssicherheit gefährdet. Es müßten aufwendig Kompensationsanlagen errichtet werden, die die Energiekosten erheblich belasten und damit die wirtschaftliche Stabilität usw. beeinträchtigen würden. Die Börsenpreise für Netzdienstleistungen würden extrem steigen und durch die Kostensituation nicht zu rechtfertigende Monopolrenditen generieren."
Tja, und wie ginge das dann wohl für die Kläger aus?
Ich würde mal denken, die werden angewiesen, die Dienstleistung zu regulierten Preisen zu erbringen, die im wesentlichen nur die variablen Kosten (Energieverbrauch, Wartung, Personal) abdecken, mit der Begründung, daß die Anlagen wegen des gesetzlichen Verbots, sie entsprechend der ursprünglichen Bestimmung zu betreiben, wertlos geworden sind und deswegen kein zu ersetzender Nachteil voeliegt. Vielleicht gibt es noch eine kalkulatorische Entschädigung für den Rest-/Schrottwert der Generatorsätze und Blocktrafos. (Fürs Gebäudeheizen und -bewachen gibt's nix, denn das ist als Bestandteil des Rückbaus ohnehin erforderlich, also "Soda"-Kosten.)
Unnu?

Ja, man muß nur häufiger schalten, wenn der Strom gelegentlich rückwärts läuft.
(Man könnte auch überlegen, im einigen Abschnitten zusätzliche Mittelspannungskabel zu verlegen, die über einige dezentrale Spartrafos mit den anderen verbunden wrden, und dann an "kritischen" Ortstationen Umschalter vorzusehen, die auf die niedrigere Spannung umschalten, wenn zuviel rückgespeist wird. Das könnte billiger kommen als eine NS-Netzertüchtigung und neue Ortstrafos.)

Es werden technische Notwendigkeiten behauptet, die real nicht existieren. (Als die Stromversorgung vor fast dreißig Jahren dereguliert wurde, war das auch so. Die ganze Zunft war extrem erbost, als ihr Börsenpreise nach merit order zugemutet werden sollten, und beschworen mal wieder den Untergang des Abendlands.) Ich nenne das Verdummungskampagne - bis in den Rundfunk haben sie es auch schon geschafft: DLF - Wissenschaft im Brennpunkt v. 19. 6., <http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/1479997/ , <http://www.dradio.de/dlf/sendungen/wib/1484472/drucken/ .
Gruß aus Bremen Ralf
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Ralf . K u s m i e r z schrieb:

Der Detektor ist defekt.

Dann dreh' ich den Spieß mal um: Wo speisen NEA bevorzugt ein? Richtig, in der Niederspannung. Wo wird die Systemdienstleistung "Spannungshaltung" erbracht und benötigt? Wo sind die KKW, über die wir sprechen, ange- schlossen? Richtig, im Übertragungsnetz. Unnu?

Ich weiss es nicht, sag Du es mir. Interessanter wären allerdings GVar...
[...]

Mit so einem Vorschlag würdest Du bei mir als Betreiber einer stationären NEA den Ausgang sehen. Das ist nicht ohne Grund eine Netz_ersatz_anlage.

[...] Ich bin kein Jurist, also werde ich das nicht kommentieren.

Jetzt bin ich aber gespannt...

Die Deregulierung der Stromversorgung erfolgte per Gesetz im Frühjahr 1998.

Ja, die Medien verdummen den Bürger, nicht die Netzbetreiber.
VG Jörg
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Am 6/23/2011 11:49:06 PM schrieb Joerg Bradel:

Und die Medien saugen sich die Verdummungs-Infos aus den Fingern? Oder werden die doch eher von gewissen Lobbys lanciert?
--
lG Ferenc

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begin quoting, Ferenc Staedter schrieb:

ACK
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begin quoting, Joerg Bradel schrieb:

Habe ich auch gerade gemerkt. Und daß die Trafo-Reaktanz aus einem großen cos phi im NS-Netz einen deutlich kleineren im Verteilungsnetz macht.

Geht das leider nicht.

Wenn man die dabei dysfunktionalen NS-Anlagen mal wegläßt, dann dürfte die vorhandene Reserveleistung annähernd so hoch sein wie die Grundlast, und entsprechend ist auch potentielle Blindleistung vorhanden. Das ist also ziemlich undramatisch.

Deren Zuverlässigkeit durch derartigen "Mißbrauch" aber steigt - wenn die in einer unkritischen Situation die Grätsche macht, juckt's keinen groß, aber durch einen solchen quasi dauernden "Probebetrieb" wird es deutlicher wahrscheinlicher, daß sich Macken *dann schon* zeigen und nicht erst, wenn die Hütte brennt. (Aber ok, NS-NEA taugen nichts als Blindleistungserzeuger.) Und daß sich das wirtschaftlich lohnt, dürfte klar sein: Anstatt daß die NEA nutzlos rumsteht, verdient sie plötzlich Geld - da kann man sich dann sogar öfter mal eine neue gönnen.

Ich auch nicht, aber letztlich geht es darum. Keine Bundesregierung wird zulassen, daß die Wirtschaft oder der Staat von Eigentümern strategischer Produktionsmittel erpreßt werden kann, und sie hat dabei rechtlich auch gute Karten, IMHO.

Und warum hast Du dann die Antwort verpennt?

Dem gingen aber Jahrzehnte Diskussionen voran. Ich kenne die Literatur dazu sehr gut, war zufällig mein Diplomarbeitsthema. Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht...

Die haben schließlich keine eigenen Sender und Zeitungen...
Gruß aus Bremen Ralf
--
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On Tue, 21 Jun 2011 21:56:31 +0000 (UTC), Joerg Bradel

Das wird der Markt regeln, genauso wie heute bei der Regelleistung.
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Emil Naepflein schrieb:

Dumm nur, dass wir hier von Blindleistung reden. Für die existiert kein Markt. Und es wird dafür auch keinen geben, da Blindleistung "knotenpunktbezogen" eingesetzt wird und man daraus keinen "Markt" konstruieren kann. Ist halt Physik, kein BWL.
VG Jörg
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Joerg Bradel schrieb:

Und niemand weiss, wie das in die Hose gehen kann, so wie an Ostern 2005 im Kernkraftwerk Leibstadt. Zitat Massnahmenpaket:
: Der technische Defekt ist laut Peter Bürgy, Abteilungsleiter Elektrotechnik, : eindeutig auf eine Wärmeausdehnung von metallischen Pressplattensegementen : im Stator des Generators zurückzuführen. Nachrechnungen mit modernsten : Methoden sowie die Analyse der geschädigten Stellen im Materiallabor zeigen, : dass der Spalt von 0.6 Millimeter unter den zum Zeitpunkt des Schadens : vorherrschenden Betriebstemperaturen zu klein war. Es kam zum Kontakt der : Segmente mit der Folge des Kurzschlusses und der Aufschmelzung der Kontaktstelle.
OK, soweit klar, die makroskopische Welt ist weitgehend deterministisch ;-), ein Grund gibt es immer. Interessanter ist, wie es dazu kam:
: Es brauchte noch einen weiteren Grund, um eine Temperatur zu erreichen, : welche die Platten so weit dehnte. Es war die spezielle Belastung in der : Nacht zum Ostermontag. Der Generator wurde dazu verwendet, das Netz zu : stabilisieren. Er musste dafür, laienhaft gesagt, Spannung vernichten. : Der Generator wurde kapazitiv gefahren, um Blindleistung aus dem Netz : aufzunehmen. Dies ist nicht unüblich. Grosse Generatoren wie derjenige : im KKL sind auch dafür gebaut.
Eben. Eigentlich, theoretisch, prinzipiell hätte es funktionieren sollen... BTW, "grosse Generatoren" meint 1.2 GVA und so.
--
mfg Rolf Bombach

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begin quoting, Rolf Bombach schrieb:

Ich wüßte nicht, warum nicht.

Abgesehen davon, daß KKL bei dem Vorfall nicht außer Betrieb war, kann ich an dem Vorgang nun wirklich nichts Atomspezifisches erkennen. Sieht alles irgendwie nur nach "shit happens" aus. Wobei natürlich zu bemängeln ist, daß der Hersteller die Betriebsbereiche offenbar nicht ausreichend ausgetestet hatte. Und nachdem bei KKW reihenweise Blocktrafos hoppsgehen, ist dann eine Macke an einem Generator auch nicht gerade eine Ruhmensblatt. (BTW: Beim vorletzten Trafo-Brand in Krümmel hatten die Protokolle auch noch einen Generator-Erdschluß registriert - wurde das eigentlich geklärt? Könnte natürlich auch ein Artefakt gewesen sein.) Die Zuverlässigkeit der elektrischen Ausrüstung gehört bei den Streßtests jedenfalls auch auf den Tisch.
Bei Wikipedia steht übrigens etwas von "Erdschluß am Transformator" - vielleicht bringt das mal jemand in Ordnung (ich nicht).
Ich weiß übrigens, was gemeint ist, aber der Ausdruck "kapazitiv gefahren" ist mir unbekannt und überraschend, da ja nun eine Kapazität gerade nicht Blindleistung aufnimmt, sondern vielmehr erzeugt - bei "Spannung vernichten" wäre ich aber von einem untererregten Betrieb ausgegangen, was bei einem lastschwachen Tag dazu paßt, daß die unternatürlich belasteten Leitungen kapazitiv wirken, Blindleistung erzeugen und die Spannung unerwünscht erhöhen.
Was ist dann in der Folge eigentlich im Netz passiert, nachdem sich KKL weggeschaltet hatte? Anzunehmen ist, daß die ausgefallene Leistung von 1,2 GW durch Reserven ersetzt werden mußte. Entsprechend müßten dann auch noch andere Kraftwerke die Erregung reduziert haben, um die Spannung nicht unzulässig ansteigen zu lassen, wobei das ja nun so trivial auch wieder nicht ist, weil sich die Lastflüsse deutlich verändert haben dürften.
Gruß aus Bremen Ralf
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Ralf . K u s m i e r z schrieb:

Jep, die Maschine am linken Anschlag des Diagramms gefahren (was nun nicht wirklich ungewöhnlich ist) und vom zu kleinen Spaltmaß wusste keiner.

Ich kann mich finster an die Störschriebse erinnern: meinst Du die Anregung nach der Netztrennung?

Du hast vollkommen Recht. Aus Sicht des Kraftwerkes ist aber untererregter Betrieb kapazitive Fahrweise, der übererregte induktiv. Ist etwas verwirrend, ich musste mich auch erst daran gewöhnen. Sag' mal einem Kraftwerker "ab sofort max. untererregt", da kommt der ins Straucheln. "Max kap." versteht er sofort ;-).

Geht relativ Problemlos. Größtenteils sind in den Kraftwerken Automatiken eingebaut (U/Q-Rechner), die die Spannung am Netzanschluß durch Stufung der Maschinentrafos konstant halten. Wenn nicht, greift man zum Teflon und gibt ein neues Spannungs- band vor. Zeigt auch das keine Wirkung, greift man auf netzseitige Kompen- sationsmöglichkeiten (Drosseln) zurück. Dank Fernsteuerung dauert das nicht lange.
VG Jörg
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begin quoting, Joerg Bradel schrieb:

Ja, das war nach der (Rückfall-)Schutzanregung - der ganze Ablauf war irgendwie seltsam, aber ich kann mich an die Details auch nicht mehr so genau erinnern. Das Problem war halt, daß nicht zu erkennen war, wie denn nun der Fehlerstrom eigentlich geflossen sein soll, um vom Schutzgerät erfaßt zu werden.
So ein bißchen hatte ich den Eindruck, daß da einiges nicht gestimmt hatte - beispielsweise waren am Generatorleistungsschalter hinterher praktisch keine Spuren zu erkennen waren.

Naja, Slang...
Gruß aus Bremen Ralf
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