Eure Einschätzung zum Thema Solarspeicher

Dec 05, 2025 Last reply: vor 6 Monaten 68 Replies

Hallo zusammen,



eine gute Bekannte aus der Nachbarschaft hat sich eine Wärmepumpe aufschwatzen lassen, weil ... Dazu hat sie sich wegen der auslaufenden Solarförderung für ihre 8,4 kWp Solaranlage einen Speicher mit 5,5 kWh bestellt. Jetzt kam sie gerade bei mir vorbei um mich nach meiner Meinung zum angebotenen Upgrade auf



10 kWh zu fragen, weil ja die Wärmepumpe möglichst viel vom selbstproduzierten Strom bekommen soll.

Ich kenn' die Story von wegen, dass die Sonne keine Rechnung schreibe... :-(



Ich schreib mal die paar Randbedingungen, die ich bisher ermitteln konnte:



Zwei-Personenhaushalt im freistehenden Gebäude (eben knapp jene 20 Jahre jung).



Photovoltaik auf (angeblich) idealem Süddach mit auslaufender Förderung:



8,4 kWp, Ertrag 2025 hochgerechnet 7660 kWh (eher weniger, weil sie bzw ihr "Berater" den Dezemberertrag vom Novemberertrag übernommen hatte). Irgendwie passt das IMHO aber nicht zum Zählerstand von 34360 kWh derzeit. Bei knapp 20 Jahren Betrieb kommt mir das wenig vor, oder?


6 m² Solarthermieanlage ohne weitere Daten, deren Ertrag wurde scheinbar nie irgendwie gemessen / überwacht.



Gasverbrauch der letzten Jahre ca 850 m³/a = 8700 kWh/a Strom der letzten Jahre ca 3000 kWh/a.



Die WP und der kleine Speicher (5,5 kWh bzw 5 kWh bei 3,5 kW Leistung lieferbar) sind wohl schon bestellt, es geht gerade um ein Upgrade auf einen 10/11kWh Speicher (also 11 kWh Kapazität, von der netto 10 kWh nutzbar seien und 7 kW liefern kann). Angeblich könne sie dann den Strom ihrer Photovoltaik besser mit der WP nutzen. Aufpreis "nur" 4820 €!



Ich hätte aus dem Bauch heraus gesagt, dass von den 8 kWp die 10 kWh zumindest dann, wenn die WP im Betrieb sein sollte, nie gefüllt werden können. Was meint Ihr dazu?



Man macht den Leuten Angst, was passieren würde, wenn in ein paar Jahren der Gaspreis explodiere (CO2-Umlage- Krieg ...) und außerdem die 20 Jahre alte Gastherme irgendwann kaputt gehe und nicht mehr repariert werden könne, weil es keine Ersatzteile mehr gäbe (VT200?)... Was soll denn dieser Unfug? Ist das die neue Masche im Vertrieb? Meine Junkers ist BJ 83 oder 87 und läuft wie ein Uhrwerk. Die zwei Elektronikprobleme in den letzte fünf Jahren haben mich kein 50 € bei Ebay gekostet (diese Baugruppen hab ich natürlich im Haus auf Vorrat ;-)



Gruß Marte


Marte Schwarz schrieb:

Unsere 10kwp Anlage mit je acht Modulen Süd und Nord hat 7,8 kWh Speicher. Das ist wohl eine passebde Große. In der helleren Jahreszeit ist der größere Speicher dort wegen der Wärmepumpe vielleicht besser. Was würde der größere Speicher derzeit kosten?

Das wird heute ja meist die sinnvollste und zukunftssicherste Variante sein. Ihr Deutschen habt aus irgendwelchen Gründen eine große Skepsis gegenüber Wärmepumpen, bei uns in Österreich sieht man bei Erneuerungen fast nur solche. Selten dass mal jemand einen Gaskessel gegen einen neuen Gaskessel tauscht. Das war vor 5-10 Jahren noch anders.

Typischeerweise werden Zähler gelegentlich getauscht, wenn irgendeine Eichfrist vorbei ist (und eine Stichprobe von baugleichen Zählern nicht mehr genau geht). Ich würde nix auf absolute Zählerstände geben, die sind willkürlich. Man kriegt auch nicht immer einen mit "0".

Bei mir in der Arbeit haben einige Leute so ähnliche Anlagen (ich bin mir nicht sicher mit wieviel Speicher) und die sind hochzufrieden. Mein Nachbar hat eine Wärmepumpe ohne Solar und Batterie und ist auch zufrieden. Ein Teil bei sowas ist halt auch immer Hobby. Stolz zeigen sie her, wie gut gefüllt ihr Speicher gerade ist, etc., das ist für viele auch ein Aspekt warum sie solche Anlagen wollen. Aber die meisten von denen können rechnen, und die Frage ist eher *wann* sich sowas amortisiert als *ob*. Draufzahlen dürfte langfristig keiner.

Ich hab leider selbst keine Überschlagswerte, *aber*:

Was man bei diversen Wirtschaftlichkeitsrechnungen miteinbeziehen sollte ist, dass der Stromtarif für die Wärmepumpe einen gigantischen Unterschied macht:

  • Durch die höhere Abnahmemenge kriegt man den Strom u.U. billiger
  • Man kann einen dynamischen Tarif nehmen, und selbst stundenweise nach Preiskriterien (manuell oder automatisiert) die WP abdrehen. Man muß nicht in der Stunde mit dem teuersten Strom heizen, man kann die natürliche Trägheit nutzen und für eine Stunde oder so pausieren.
  • Es gibt auch spezielle Wärmepumpentarife, die das umgkehrte machen (Lastabwurf vom EVU, wenn die Preise zu hoch werden).

Das hat schon einen wahren Kern. Wärmepumpe ist sicher für eine Heizungserneuerung das vernünftigste heute. Insbesondere wenn es Förderungen gibt oder einfach möglich ist. Bei mir in der Nachbarschaft ploppt alle paar Monate vor einem Haus die charakteristische Außeneinheit auf. Ich hab noch nie jemand mit dem ich geredet habe darüber schimpfen gehört. Mein Nachbar insbesondere ist ein großer Fan, der behauptet mit ca. 2000 Euro Strom pro Jahr *alles* abdecken zu können, Wärmepumpe und Haushaltsstrom. Ja, er hat ein relativ kleines Haus, und sie sind nur zu zweit, aber es ist deutlich günstiger als die Ölheizung die vorher drin war. Ja, er hat sicher seinen Stromliefervertrag klug gewählt.

/ralph

Am 05.12.2025 um 15:29 schrieb Marte Schwarz:

...

...

Die o.a. Daten sind Summen und können u.U. mehrere unterschiedliche Meinungen entsprechen, aber im konkreten Fall stimmt es dann doch nicht.

Haben die kein Monitoring? An welchen Tagen hatten sie Bezug aber auch Einspeisung? (Vortag und Folgetag mit betrachten, weil die Uhrzeit ja auch ein Rolle spielen kann.

Wenn man mit einer mittleren PV wie dieser 8,4kWp eine kleine Akku schnell voll hat, dann einspeist und bereits in den späten Nachmittagsstunden den Akku schon entladen hat und Energie bezieht ist neben einer überlegenswerten Nutzung vielleicht auch nur der Akku zu klein.

Mit einer 8,4kWp Anlage ist ein 10 oder 11 kWh Akku nicht unbedingt überdimensioniert - *wenn* man ihn denn auch tatsächlich nutzt, deswegen Auswertung der Tageswerte. Früher "macht das Dach voll und ja keine Akku" ist spätestens mit dem Solarspitzengesetz überholt und was Elektriker oft sagen "ist ja nur, dass man über die Nacht kommt" mag manchmal stimmen, oder eben auch nicht.

Damit man mit einem Akku das ganze Haus mit einer WP ohne Bezug betreiben kann ist auch ein auch ein 11kWh Akku eher zu klein.

Kurz: Entscheidung auf Basis der Tages-Messdaten. Kleinen Akku den man erweitern kann, aber deutlich >11kWh. Welche Größe: Messdatenbasis plus Wirtschaftlichkeitsrechnung.

erste Abschätzung: HTW Rechner (ja, wirklich)

BTW: dass die Elektrikerempfehlung 7,6kWh bei meiner privaten Anlage zu klein war, habe ich bereits im ausklingenden Sommer in den ersten Wochen auf Basis der Tagesdaten gesehen. Das mag auch mit an der SW Ausrichtung liegen.

Am 05.12.2025 um 15:29 schrieb Marte Schwarz:

Das ist zu teuer, aller spätestens bei 2500€ sollte da Schluss sein.

In den Wintermonaten kommen im Schnitt schon 8KWh am Tag von der PV, kommt also darauf an was wird direkt verbraucht und was könnte eingespeichert werden.

Heiko

Am 05.12.25 um 18:20 schrieb Heiko Neubauer:

Auf jeden Fall wird im Winter, wenn die Wärmepumpe pumpt nicht mehr von den erzeugten kWh übrig bleiben als in den 5,5kWh Speicher passt. Insofern sehe ich ein Upgrade der Kapazität als wenig hilfreich an.

Marcel

Das sollte eher im Monat reinkommen. Ich habe Richtung Süden mit 800 W dieses Jahr 931 kWh geerntet. Mit zehnfacher Leistung waren es bei ihr dann also wohl eher 8 400 kWp - Dezimalstellenfehler?

Die Sonne liefert hier leider völlig antizyklisch. Ich hatte von April bis August 120 kWh/Monat. Aber im letzten November bis Januar waren es nur 12 kWh im Mittel, alsp 40 Wh/Tag. Im Winter wären bei ihr, verzehnfacht, also nur 400 Wh am Tag zu ernten, viel zu wenig für die Wärmempumpe, viel zu wenig für den Speicher.

Der beste Januartag hatte 1,6 kWh - also könnte sie vielleicht tatsächlich im Idealfall einen 10 kWh-Speicher vollladen. Aber das ist eher die Ausnahme. An schönen Tagen braucht sie weniger, an miesen Tagen umso mehr.

Gelegentlich schon.

Schönen Gruß Martin

912 Nennlaststunden. Bei Idealausrichtung zur Maximierung des Jahresertrages ohne Rücksicht auf Jahres- und Tagesgang ist das wenig. Mein Balkon kommt auf jetzt schon auf 850 h und der ist fast senkrecht mit deutlicher Westabweichung (fast genau 45 Grad) und Verschattung durch ein Gebäude gegenüber.

Die Märchen, die einem Leute erzählen, die nicht technisch zu denken gelernt haben. Irgendwas fehlt da. Könnte ein Wechsel vor fünf Jahren sein.

Bei 150 m2 sind das 58 kWh/m2a. Ein hervorragander aber möglicher Wert

-- für die Heizung allein. Für Warmwasser käme mindestens die Hälfte dazu. Für freistehend und 20 Jahre schon extrem gut und kaum glaubhaft, es sei denn die Thermie bringt wirklich viel.

Vor oder nach Photovoltaik gemessen? Volleinspeisung? Ich hatte im Einfamilienhaus das doppelte, war aber auch nicht sparsam.

Ich werde erst unter 150 €/kWh kaufen. Alles andere kommt nie rein. Derzeit sind 300 €/kWh handelsüblich, reine Erweiterungsmodule von 2 auf

4 oder 6 kWh weniger.

Doch, kann sie. Ich habe im letzten Januar an drei Tagen (von 31) mehr als 2.5 kWh aus 1 kW Panel erzeugt. Die meisten Tage aber spürbar unter

0.5 kWh.

Dann wird der Strom teuer. Deutschland setzt voll auf eine Monokultur von Gaskraftwerken.

Es ist eine gute und sinnvolle Technik. Ich habe aus Gebäuden, für die mir Werte vorliegen als Mittelwerte über 2 bis 5 Jahre:

Heizöl: 70.90 €/MWh 108.43 €/MWh Erdgas: 114.36 €/MWh 261.63 €/MWh Fernwärme: 198.42 €/MWh Wärmepumpe: 115.75 €/MWh

Fazit: Die Wärmepumpe scheint oft billig, weil sie meist in gut gedämmten Neubauten eingebaut ist und die Leute nur die Euro/m2a sehen und nicht deren Aufteilung.

Heizöl ist unschlagbar und ich erwarte, daß das so bleibt. Fernwärme bleibt teuer und macht abhängig. Gas habe ich nie gemocht. Es ist leitungsgebunden ohne eigenen Speicher und man ist Preisschwankungen ausgeliefert. Als Etagenheizung ohne Verluste trotzdem unschlagbar. (Der eine Eigentümer und Vermieter hat wohl ganz besonders schlau auf eine "günstige" Briefkastenfirma gesetzt. Für das Haus habe ich nur Daten von

2023 und 24.) Die Pumpe sieht mit Fußbodenheizung und Bodensonden nicht schlecht aus aber auch keineswegs besonders gut. Das (hier nicht aufgeführte) Warmwasser macht im Neubau mehr als die Hälfte des Gesamtbedarfes aus und erreicht temperaturbedingt eine erheblich schlechtere Jahresarbeitszahl -- 2.74 gegen 4.47. Daneben gelten dieselben zwei Einwände wie für Gas.

Insbesondere, wenn andere bezahlen, "lohnt" sich eine Anschaffung. Klar.

Wie viele Jahre echte Erfahrung?

Was sonst noch alles geändert?

Wie denn? 3000 kWh im Jahr sind 8.2 kWh/d.

Wie hast Du im Sommer 7.6 kWh plus Deine Direktnutzung über viele lange Sonnenstunden an einem Tag verbrauchen können?

Nicht einmal als Mittelwert, als Median schon gar nicht.

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Oder einer, der kWh und kWp nicht zu unterscheiden weiß? 912 Nennlaststunden pro Jahr sind ein realistischer Wert.

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Hallo Marcel,

Du schriebst am Fri, 5 Dec 2025 19:06:37 +0100:

IMHO eher im Gegenteil - wenn im Winter die Wärmepumpe pumpt, wird der

5,5kWh-Speicher nichtmal langen, die die Nacht über einigeermaßen zu versorgen. Da ist der Speicher schon für den Bedarf des Hauses ansonsten recht knapp, die Wärmepumpe läuft dann reinweg am Netz - je nachdem, wie man das rechnerisch halt zuordnen will.

Vor oder nach der Arbeitszahl bei der Wärmepumpe?

Bei uns im Neubau glaub ich verboten, schon jahrelang ungewöhnlich.

Naja, das ist bei vielen Dingen so. Der Staat versucht halt in eine sinnvolle Richtung zu lenken.

3 oder so.

Fenster wurden durch neue ersetzt (waren abgenutzt), alle Heizkörper getauscht. Ansonsten wurde vor 20-30 Jahren mal isoliert. Bausubstanz von ca. 1960.

/ralph

Wegen 3000/365? Hast du eine PV Anlage? Wenn ja, wie schaffst du es jeden Tag über das Jahr eine konstante Elektroenergie zu erzeugen? Diesen Ausgleich annähernd zu schaffen würde einen Akku mit der Kapazität von mehreren Verbrauchstagen erfordern. Leider noch zu teuer.

Es gibt sonnige Tage und nicht so sonnige. Einen Tag erzeuge ich mit meiner 11kWp Anlage im März fast 70kWh, an einem dunklen Novembertag nicht mal 4kWh. Und auch im November mal an einem Tag 6, dann 13, dann

2x >20kWh und am Folgetag nur 7kWh. Da war es schön, dass ich am 7kWh Tag noch ein bisschen vor Vortag aus dem Akku nehmen konnte.

Praktische Werte, die Diagramme z.B. vom letzten Monat kann ich dir schicken falls du mir nicht glaubst, PM reicht. >> BTW: dass die Elektrikerempfehlung 7,6kWh bei meiner privaten Anlage zu

Während der Sonnenstunden nicht Axel, da war es Direktverbrauch, aber am Abend und am Vormittag darauf. Denn richtig Leistung gibt es bei SW (Süd West) Anlagen erst am mittleren bis späten Vormittag. Da möchte man^H Frau aber schon gern waschen und das Geschirr wartet auch schon im Spüler und kurz vor Mittag wird manchmal ein Herd benötigt.

Ach ja, zum damaligen Zeitpunkt (2023) 4 Personen.

Meine realen Werte PV Erzeugung, 11kWp Süd-West um die 35°:

November 2024 240,6 kWh Dezember 2024 165,3 kWh Januar 2025 234,3 kWh Februar 2025 466 kWh

November 2025 334,6 kWh Dezember 2025... ist in Arbeit

Es kommt also schon recht darauf an was man genau als Wintermonate ansieht. Nur Dezember und Januar? Oder mit November, oder mit mit Februar, oder gar mit November und Februar?

Nach, im Nenner steht überall die Nutzwärme. Für die Vergleichbarkeit stammen alle Werte aus der Abrechung von Brunata oder IstA. Bei der Wärmepumpe hier im Haus könnte ich sie korrigieren, aber mir war die Einheitlichkeit wichtiger.

Ja. Das stört die Glücklichen, die eine haben, wenig. In Leverkusen gleich als die Pläne bekannt wurden noch schnell ersetzt. War beim Alter der Alten auch ohne den Druck kein Fehler und spart neben Geld auch Öl.

Dann wundert mich das. Auf der anderen Seite wirken Magnete auf Benzinleitungen nachweislich deutlich. Wer viel Geld für sowas ausgegeben hat achtet danach bewußt drauf und fährt sparsamer.

Der fährt dann auch nur einen Zyklus an mehreren Tagen und entsprechend weniger Zyklen in z.B. 10 Amortisierungsjahren. Damit wird insgesamt weniger Energie pro kWh Nennkapazität durchgesetzt, also weniger Ertrag bei gleichem Preis. Macht ihn teurer und noch weniger lohnend.

Brauche ich nicht. Ich habe eigene Meßwerte über jetzt mehr als ein Jahr.

Das war nicht die Frage. Ist Dein Verbrauch wirklich so groß?

Das sind respektable Werte. Ich hatte weiter oben nur mein Januardiagramm angesehen. Nun ist das nördliche Rheinland eher wenig sonnenverwöhnt, da geht anderswo mehr. Für Deinen Januar stimmt meine Aussage aber auch.

Fehlt (In den neuen Ländern viel verbaut) Flüssiggas in der Übersicht. ( Propan, Butan u.s.w.) Und Biogas. Hier in einigen Dörfern zu haben.

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