E-Autos: europaweite Standards

Mar 11, 2009 44 Replies

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Roland Damm schrieb:

Die Idee des in Minuten aufladbaren Akkus war nicht von mir, aber Anlaß für diesen Thread. Und ja, es ist wünschenwert, einen Tankstopp so kurz wie einen herkömmlichen Gestalten zu können, insbesondere, da Elektrofahrzeuge den häufiger nötig hätten. Wobei es dazu Alternativen geben könnte, z. B. "Ladespuren" auf der Autobahn: Wenn der Akku schlapp wird, fährt man am rechten Rand eine solche abgeteilte Ladespur an, es senkt sich ein Stromabnehmer mit Schleifkontakten unter dem Wagen auf Stromschienen ab, und dann fährt man ungefähr fünf Minuten, also so ca. 1500 m lang, mit etwa 20 km/h auf der Ladespur entlang und dann wieder in den normalen Verkehr hinein. (Abrechnung elektronisch, sollte kein Problem sein.) Ladeabschnitte alle 50 km sollten ausreichen (wie dicht ist das Tankstellenentz an Autobahnen?).

Im Prinzip nichts, aber wozu? Man ist von vergoldeten Kontakten eigentlich schon länger abgekommen, weil es billigere Alternativen gibt (wobei Gold so umwerfend teuer nun auch nicht ist). Und Gold ist auch nicht die Patentlösung von allem und jedem: Gegen ein Kaugummi oder ähnlichen Schweinkram ist auch ein vergoldeter Kontakt machtlos. Diese Kontaktreiberei halte ich im übrigen für überflüssig - die Kontakte aus Kupfer zu machen und simpel als Schutz gegen Verschmutzung einzufetten, würde völlig ausreichen. (Nein, das Fett stört genausowenig wie Batteriepolfett - sehr dicht an der Anwendung dran.)

Gruß aus Bremen Ralf

*Tom Berger* wrote on Fri, 09-03-13 18:35:

Kann das jemand bestätigen? Bei 1 % Ladungsverlust wäre das eine Spanne von 1 % zwischen Lade- und Entladespannung. Das glaube ich einfach nicht.

Ich habe einfach Deine Zahlen rückwärts verwendet und stelle eine deutliche Neigung fest, die Verbrennung schlecht zu rechnen. Natürlich gibt es Fahrzeuge mit solchen Daten. Aber teure optimierte Hightech auf der einen Seite sollte auch mit hochwertiger Spitzentechnik auf der anderen verglichen werden.

Eben, und alle sind nicht nur billig sondern steigern zudem den Komfort. Trotzdem läßt sich nicht einmal das am Markt durchsetzen.

Ganz genau. Das begrenzt dann aber bis auf recht kurze Spitzen die Höchstgeschwindigkeit. Wenn es Dir gelingen sollte, angemessen motorisierte Fahrzeuge zu verkaufen, dann fragt es sich, ob Hybride noch genug bringen, um den Mehrpreis zu rechtfertigen. Wenn es Dir nicht gelingt, dann sind Hybride Werbegags und Modestatussymbole mit so miesen Daten wie der Prius, also sinnloser Blödsinn.

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Axel Berger schrieb:

Ich auch nicht. Das dürfte nicht einmal der Coulombwirkungsgrad sein. Inkl. Selbstentladung dürfte kein Akkumulator bessere energetische Speicherwirkungsgrade als 80 % aufweisen, wobei der wegen des Innenwiderstands auch noch belastungsabhängig ist.

Gruß aus Bremen Ralf

Am Sat, 14 Mar 2009 15:49:08 +0100 schrieb Ralf . K u s m i e r z:

Die Ladelektronik habe ich nicht berücksichtigt - die hat wohl einen Wirkungsgrad eher bei 90 bis 95%. Die Selbstentladung ist bei unseren Anwendungen restlos ignorierbar. Ansonsten hab' ich mich aber geringfügig falsch erinnert - die Wikipedia beziffert den Wirkungsgrad mit 96%:

formatting link

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Tom Berger schrieb:

Was da steht ("Verhältnis zwischen Entlademenge zu Lademenge"), sieht aber sehr nach dem Coulombwirkungsgrad aus. Und bei einer Spanne zwischen der Entladeschlußspannung von 2,5 V und einer Ladeschlußspannung von 4,2 V kann von so geringen Verlusten nun auch keine Rede sein. Und offenbar wird bei der gravimetrischen Energiedichte auch erheblich gemogelt, wenn Entladungen unter 40 % der Kapazität die Lebensdauer stark reduzieren. Da ist offenbar nicht alles Gold, was glänzt...

Gruß aus Bremen Ralf

Moin,

Ralf . K u s m i e r z schrub:

Aber ein paar Sekunden ist IMO ein überflüssiges Ziel. Tanken kostet Zeit, man muss zur Ladestation hinfahren, man muss eventuell noch von Hand abrechnen, man muss Aussteigen, einsteigen,.... All das kostet Zeit - ob es da so relevant ist, dass man die Ladezeit von 60 Sekunden auf 10 Sekunden verkürzt?

Ja ja... und schon in kürze werde ich bei HP Druckerpatronen kaufen können, die ich auch in einem Epson-Drucker einbauen kann. Weil technisch möglich ist das ja schon:-)

Also da sehe ich Astrail als weit aus preiswerter und realistischer an.

Ist das Polfett elektrisch leitfähig?

Apropos elektrisch leitfähig: Ganz ohne großen Kraftaufwand kann man einen Drahtkontakt in ein Quecksilberbad eintauchen. Und hat eine prima große saubere Kontaktfläche. Vielleicht kann man aus der Idee ja was zusammenspinnen...

CU Rollo

Moin,

Axel Berger schrub:

Ganz so, wie man es im Alltag braucht. Mein 50kW-Astra ist sicher keine Rennmaschine, aber auf der Autobahn fehlt mir am meisten die Möglichkeit, bei höheren Geschwindigkeiten noch deutlich beschleunigen zu können. Die Höchstgeschwindigkeit die man mit

20km Anlauf erreichen kann ist praktisch sowieso kaum fahrbar wegen der Verkehrslage. Daher: 150km/h Dauerhöchstgeschwindigkeit reicht meist aus. Ein herkömmliches Auto welches diese 150km/h aber erst nach 20km Schwung hohlen erreicht, gilt aber als recht lahm. Wenn es diese Geschwindigkeit innerhalb von kurzer Zeit erreichen kann, entspricht es den üblichen Erfordernissen viel besser.

Ein 2kW-Notstomagregat, welches Generator und Verbrennungsmotor beinhaltet, kostet im Baumarkt unter 200?. Da kann wohl kaum ein Hersteller erzählen, dass das so unglaublich teure Technik ist. Klar ist die Entwicklung von Autos teuer, aber das liegt wo anders dran. Nicht zuletzt auch daran, dass die Entwicklung halt so teuer sein darf.

Man müsste einfach mal mit ganz anderen gedanklichen Ansätzen an das Problem herangehen. Derzeit wird immer gefordert, dass jedes neue Auto immer alles das können muss, was bisherige Autos auch konnten, nur noch mehr. Daraus resultiert ja auch die konsequente Gewichtszunahme der Autos in den letzten Jahrzehnten. Man müsste irgendwie mal wieder von vorne anfangen... Loremo finde ich da eine gute Idee, wobei die da auch schon wieder viel zu sehr Wert auf Schickimicki legen und z.B. auf Biegen und Brechen einen Dieselmotor verwenden wollen, auch wenn die Spritersparnis die Mehrkosten in der Entwicklung kaum aufwiegt.

CU Rollo

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Roland Damm schrieb:

Natürlich nicht, das isoliert sogar ziemlich gut, wahrscheinlich besser als Wasser. Es wirkt als Korrosionsschutz und hält die Metalloberflächen blank, weswegen die dann willig Kontakt geben. (Das Polfett macht dann brav Platz.)

Polfett ist billiger und ungiftiger. Man /könnte/ die Kontakte auch einfach zusammenlöten, aber wozu? Das Problem ist keines. Diese ganze High-Tech-Kontaktwissenschaft braucht man nur für häufig verwendete ungewartete Kontakte mit Lastschaltvermögen, aber doch nicht für so Klötzchen mit wenigen tausend Benutzungsspielen. Wenn normale Steckdosen nicht so abgrundtief dämlich konstruiert wären, dann kämen sie mit der Angelegenheit eigentlich schon zurecht.

Gruß aus Bremen Ralf

*Ralf . K u s m i e r z* wrote on Sat, 09-03-14 21:43:

Hier muß ich Dir widersprechen: Diese Spanne ist irrelevant. Worauf es ankommt sind die beiden Spannungen, die anliegen, wenn Du beim Entladen von oben kommend z.B. 57 % der Kapazität durchfährst oder denselben Punkt beim Laden von unten kommend. Und dazwischen liegen bei den meisten Zelltypen mehrere Zehntel Volt.

*Roland Damm* wrote on Sat, 09-03-14 23:30:

Nein, aber es wird durch den Kontaktdruck besser verdrängt als die Oxidschicht, die es verhindert. Fett ist aber eher etwas für selten gebrauchte Verbinder wie die Anhängersteckdose. Bei häufig gesteckten Verbindungen wäre ein täglich aufgetragener dünner Sprayfilm besser.

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Axel Berger schrieb:

Stimmt, Fläche der Hysteresekurve.

Ich nehme an. daß beim "Umschalten" von Entladen auf Laden die Spannung praktisch sprunghaft auf einen relativ konstanten oberen Wert ansteigt, der dann bis "kurz vor voll" annähernd konstant bleibt. Die Extremwerte kommen wohl nicht so häufig vor.

Gruß aus Bremen Ralf

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Axel Berger schrieb:

Wie häufig ist "häufig"? Die Tankstellenseite ist jedenfalls deutlich häufiger als die Fahrzeugseite. Dort könnte man auch deutlich mehr Aufwand treiben. (Oder fast gar keinen: Die kriegt bei jeder Benutzung ihr Fett vom Fahrzeug ab.)

Gruß aus Bremen Ralf

*Ralf . K u s m i e r z* wrote on Sun, 09-03-15 18:59:

Stimmt natürlich. Aber das Tanken einmal im Monat dürfte elektrisch vorbei sein. Bei selten denke ich an Batteriepole die jahre- und Anhängerkupplungen die oft viele Monate lang nicht benutzt werden.

Moin,

Ralf . K u s m i e r z schrub:

Das würde passieren, wenn man das Ladegerät mit einer Leerlaufspannung von 4.2V laufen lassen würde und den Ladestrom über einen Widerstand begrenzen würde. Dann würden diese großen Verluste entstehen, aber genaugenommen auch nicht im Akku sondern im Widerstand.

CU Rollo

*Roland Damm* wrote on Sun, 09-03-15 22:59:

Nein, Ralf hat das Stichwort genannt, Hysterese. Ich finde auf die ganz schnelle nichts im Netz, aber jedes anständige Buch zum Thema hat entsprechende Diagramme.

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Axel Berger schrieb:

Wirklich? Tanken an der Tanke wäre doch eher die Ausnahme - im Normalfall nuckelt die Karre friedlich in der Tiefgarage (daheim oder auf Arbeit) mit kleinen, unproblematischen Leistungen am Netz, was bedeutet, Klappe öffnen, Leitung mit Stecker herausnehmen, rein in die Dose und vergessen bzw. am nächsten Morgen abziehen und wieder unter der Klappe verstauen. Also sieht das Fahrzeug die Hochstromtanke dann doch eher nur 10-50mal pro Jahr, falls überhaupt. Dort wiederum fahren täglich 1000 Fahrzeuge vor und wollen schnellgeladen werden.

Ja, da ist der Korrosionsschutz von langfristiger Wirkung.

Gruß aus Bremen Ralf

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Axel Berger schrieb:

Nein.

Ja, mir auch.

Das ist richtig. Nur wird "der" Ladestecker (also der "problematische" für die kA) eben nur selten benutzt, weil der Normalfall (für das Fahrzeug) der gewöhnliche 230-V-Netzstecker wäre, der in eine stinknormale Wald-und-Wiesen-Steckdose käme. (Ich gehe davon aus, daß die Fahrzeuge alle ein ein fest eingebautes Klein-Netzteil für 1-2 kW hätten und bei größerer Verbreitung in sämtlichen Parkhäusern usw. Ladesteckdosen vorhanden wären, so daß es üblich wäre, bei so ziemlich jedem Parken mit moderater Leistung nachzuladen.)

Gruß aus Bremen Ralf

Moin,

Ralf . K u s m i e r z schrub:

Es könnte daher sinnvoll sein, so ein Auto mit zwei Ladestromanschlüssen zu versehen. Einmal der ganz normale Schuko-Stecker und einmal ein Starkstromanschluss fürs Schnellladen.

Da sind dann sogar wieder Gedankenspielchen möglich, wie dass der Starkstromansluss auf der Fahrzeugunterseite liegt, nur für eine Maschine mit Hydraulikkraft bedienbar ist und die Tankstelle den Kontakt mit einem automatischen Roboterarm herstellt. Ist zwar auch schon wieder eine Menge technische Spielerei (man bedenke, dass solche Autos auch mal in der 2. und 3. Welt verkaufbar sein müssen und da wird der Aufbau eines Robotertankstellennetzes sicher noch viel länger dauern als hier), aber vielleicht.

CU Rollo

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Roland Damm schrieb:

So dachte ich mir das.

Wie auch immer: Eine geeignete Hochstromverbindung herzustellen ist ungefähr genauso aufwendig wie das Anbringen einer Batteriepolklemme und auch technisch durchaus vergleichbar. Und das läßt sich robust handhaben, sowohl eine 5 kg schwere Zuleitung (so schwer wie Tankpistole mit Rüssel), als auch eine Federklemme, die ordentlich festgeklemmt wird. Und solange niemand auf die Idee kommt, PKW von Roboterautomaten betanken zu lassen, sehe ich auch nicht so recht die Notwendigkeit, die elektrische Ladung zu automatisieren.

Gruß aus Bremen Ralf

*Ralf . K u s m i e r z* wrote on Mon, 09-03-16 18:46:

Möglich. Ich ging davon aus, daß, wenn diese Schnittstelle schon genormt ist, jede Garage über so einen Netzteil verfügt und derselbe Stecker benutzt wird. Das wäre dann wie ein Telephonadapter in der 3.5 kW Wandsteckdose.

Warten wir ab, was wirklich kommt.

Join the Discussion

Have something to add? Share your thoughts — no account required.

Didn't find your answer?

Ask the community — no account required