Na ja - bei deinen Beispielen geht's auch nicht um sicherheitsrelevante Codes. Dein Beispiel entspräche eher einem Pullover, bei dem manche Maschen nicht richtig gestrickt sind. Vielleicht mal etwas zu viel oder zu wenig Spannung drauf. Vielleicht stimmt die Farbe an manchen Stellen nicht ganz. Als Pullover taugt das Ding aber zumindest. Die Patches, die du meinst, gehen in die Richtung, dass man die Fadenspannung nachträglich noch etwas hinzupft und Fehlstellen in den Farben korrigiert. Wäre die Fadenspannung und die Farbfehlstellen sicherheitsrelevant, dann würde der Code wesentlich mehr, intensiveren und damit auch teureren Prüfungen unterzogen, damit eben genau das nicht vorkommt.
Eben.
Das hängt aber nicht mit der Stückzahl zusammen, sondern mit der Sicherheit, die die Programmierer bieten müssen. Allerdings: je höher die Stückzahlen, desto aufwändiger können auch die Sicherheitsprüfungen gemacht werden. Was meinst, was alles ab geht, wenn ein sicherheitsrelevantes Bauteil geprüft wird? Da macht sich der Laie auch keine Vorstellung drüber. Für den ist es nur ein Teil wie jedes Andere auch. Der Verbraucher geht schlicht davon aus, dass die notwendigen Sicherheitsprüfungen selbstverständlich mit bestanden sind. Weiter Details interessieren ihn nicht.
Trotzdem ist man Thema längst angegangen. Man kann das Problem ja in leichter handhabbare Einzelteile zerlegen. Vielleicht so ähnlich, wie in der Biologie auch. Da gibt es eine ganz primitive Reflexebene (in Hardware gegossene Software), die agiert, noch bevor das Gehirn überhaupt mitkriegt, was läuft. Ob die Reaktion ein paar Millisekunden später wieder abgeblasen wird oder nicht, muss das Hirn (die nächste Softwareebene) erst mal mit mehr Informationen verarbeiten. So ähnlich könnte ich mir solche Software auch vorstellen.
Sicherheitsrelevante Dinge werden kaum auf dicken Betriebssystemen aufsetzen, sondern eher hardwarenah programmiert, was auch entsprechend teuer ist. Man kann es sich nicht leisten, dass plötzlich irgendwelche unkontrollierbaren Einwirkungen von irgendwelchen unbekannten Programmpaketen auf sicherheitsrelevante Dinge wirken. Das sind Dinge, in denen absolute Klarheit herrschen muss.
Trotzdem sollte dir klar sein, dass multiuserfähige Betriebssysteme, auf die der Benutzer beliebige Software aufspielen kann, für sicherheitsrelevante Systeme wahrscheinlich fehl am Platz ist. Das ist eine ganz andere Art von Software, wie sie Normaluser kennen. Der "Überlebensteil" wird sicher keine allgemeine Verfügungsmasse für den Benutzer darstellen. Er wird sich in ganz speziell gesicherten Bereichen befinden, an die Normalsterbliche nicht so einfach dran kommen. Entweder sind sie echte Spezialisten oder eben beinharte Schwerstkriminelle, die ihre Zerstörung mit aller Macht (die werden sie brauchen) durchsetzen. Nicht nur locker flockige Hacker.
Du beschreibst hier ein Szenario, das mittlerweile auch schon seit Jahrzehnten intensiv beackert wird. Andernfalls hätte es garantiert niemand gewagt, Flugzeuge zu bauen, die nur noch über elektrische Drähte bedienbar sind.
Letzte Woche in Bayern 5 aktuell.
Kann man einstellen. Ich bemerke deshalb jeden Patch, den mir Microsoft anbietet.
Diese wiederum ist eine Frage der Konstruktion und der Qualitätssicherung. Man kann das Ziel mit gewagten Konstruktionen und dafür irrer Qualitätssicherung erreichen oder mit eigensicheren Konstruktionen und dafür etwas legereren Qualitätskontrollen. Ein Restrisiko bleibt allemal. Wie hoch es sein darf, sollte etwa der gesellschaftliche Konsens widerspiegeln. Wird es zu hoch, kommt die Konstruktion nicht zum Einsatz. Kommt sie zum Einsatz, dann ist das Restrisiko im akzeptablen Rahmen. Andernfalls wird sie verboten. Warum meinst du, fährt das selbstfahrende Auto aktuell noch nicht? Die Wesentlichen Entwicklungen sind alle gemacht. Jetzt geht es um den Feinschliff. Ist fein genug geschliffen, ist die Konstruktion marktreif und wird vermarktet.
wie gesagt - schreibst von einem andern Planeten. Sicherheitsrelevante Software läuft anders. Da wird man sich auch nicht auf einen einzigen Rechner verlassen, sondern mehrere unabhängige mit unterschiedlichen Prozessoren, unterschiedlichen Betriebssystemen und von unterschiedlichen Teams geschriebener Software arbeiten, die alle die gleiche Aufgabe bewältigen und dann mehrheitlich abstimmen.
Das sind im Moment noch ungelegte Eier. Willst du jetzt schon darüber befinden, ob sie gut oder schlecht sein werden?
Servus Christoph Müller