Ein Haus mit Auto-Batterie

Das Auto ist nicht nur Auto, sondern auch ein Energiespeicher auf
R=E4dern. Im Norderstedter "Sonnendorf" sollen H=E4user entstehen, die
alle eine Fotovoltaik-Anlage auf dem Dach haben, die im Jahr
mindestens 3000 Kilowattstunden Strom produziert. Jeder Bauherr
verpflichtet sich, f=FCr 29 000 Euro den Karabag Fiat 500e mit seiner
Lithium-Polymer-Batterie zu kaufen. =DCber das Auto wird das Problem der
Speicherung der regenerativen Energie gel=F6st, die im Gegensatz zur
herk=F6mmlichen Energie nicht an- und abschaltbar ist. "=DCbersch=FCssige
Energie wird im Auto gespeichert", sagt Karabag. Sie kann dort f=FCr die
Mobilit=E4t genutzt werden oder in der Nacht oder in sonnenarmen
Perioden wieder an das Haus abgegeben werden.
Eine Puffer-Batterie mit einer Kapazit=E4t von drei Kilowattstunden
=FCberbr=FCckt dabei die Zeit, in der das Auto unterwegs ist.
Energieautark ist Karabags Projekt nicht. Ein mit Gas betriebenes
Blockheizkraftwerk wird den L=F6wenanteil des Stroms und der W=E4rme f=FCr
das Wohngebiet liefern. Wer an der M=FCllerstra=DFe bauen will, muss sich
an das Heizwerk anschlie=DFen lassen. Es soll au=DFerdem benachbarte
Wohngebiete und die Schule M=FCllerstra=DFe mitversorgen. Sirri Karabag
pr=FCft, ob er das Gas f=FCr das Blockheizkraftwerk =FCber eine nass-
fermentierten Bio-Gasanlage besorgen kann. Einige Landwirte h=E4tten
Bereitschaft signalisiert, die Anlage zu betreiben.
Quelle:
formatting link

Hier das Auto:
formatting link
Prospekt
formatting link
Seite 9 sieht man uebrigens das induktive Ladesystem. Einfach das
Auto in die Garage fahren und das Auto haengt am Stromnetz, es muss
kein Stecker mehr eingesteckt werden.
Reply to
Martin Kobil
Loading thread data ...
Hm, wie sieht es denn dann mit der Amortisation aus? Also angenommen, man würde sich einen äquivalenten Kleinwagen zulegen, mit dem man gleiche Kilometerleistungen fährt Ein Fiat 500 "nackt" kostet so um die 11.000 EUR. Das macht im Vergleich zum E-Mobil eine Differenz rund 18.000 EUR aus. Bei einem Benzinpreis von 1,50 EUR kann man damit 12.000 Liter Sprit tanken. Bei sparsamster Fahrweise schafft man mit dem Teil einen Verbrauch von rund 5 ltr/100km. Das heisst wiederum, dass man mit der Preisdifferenz allein vom Autokauf Sprit verbraten könnte, der für 240.000 km reicht. Da fällt die Kiste schon viermal auseinander.
Hinzu kommt, dass die Energie, die für das Laden der Akkus des E-Mobils benötigt wird, dann nicht für das Einspeisen ins Stromnetz zur Verfügung steht. Das hat zur Folge, dass man für die Ladezeit keine Einspeisevergütung bekommt. Aber ohne solche Subventuion rechnet sich PV-Anlage erst bis zum St. Nimmerleinstag.
Kurzum, das ist wohl ein Marketinggag für Leute, die zuviel Kleingeld in der Tasche haben und für die es als "hipp" gilt", mit einer fahrender Taschenlampe herumzufahren.:-(. X'Post: de.etc.fahrzeug.auto, de.sci.ing.elektrotechnik, de.sci.architektur F'Up2 : de.etc.fahrzeug.auto
Reply to
Harald Maedl
Am 04.09.2011 10:46, schrieb Martin Kobil:
Die meiste gespeicherte Energie dürfte sich in den ca. 30 bis 100 Litern Treibstoff im Speicher befinden.
Da wird sich Fiat und der lokale Fiathändler aber freuen.
Ähem. Wenn ich losfahren will, drehe ich den Schlüssel rum und fahre los. Das geht nur, weil ich gespeicherte Energie an Bord habe. Mit der Stromproduktion kann man ganz genauso verfahren. Sobald genug nicht speicherbare Energieformen verstromt werden, stellt man ganz einfach die thermodynamische Stromproduktion ein. Die Energiespeicher (Treibstoffe) werden dann so lang nicht mehr angetastet, bis sie wieder gebraucht werden. Billiger und effektiver dürfte sich Energie kaum speichern lassen. Wozu also der Umweg Stromproduktion -> chemische Energie (sind Treibstoffe auch) -> Stromproduktion? Jeder Umwandlungsprozess ist i.d.R. gehörig mit Verlusten verbunden und kostet Geld. Treibstoff einfach liegen zu lassen, ist wesentlich billiger und dabei auch noch wesentlich effektiver.
Klar ist das denkbar. Wie lange halten die Batterien? Wie viele Ladezyklen halten sie aus? Was kostet also ein Ladezyklus? Ich fürchte, dass man damit nicht recht glücklich werden wird.
Derlei Stromspeicher dürften vor allem für sehr kurze Stromspitzen hervorragend geeignet sein. Dabei geht es aufgrund der kurzen Zeit aber weniger um Energie, sondern vielmehr nur um kurzfristige hohe Leistung.
Das dürfte auch zu teuer sein.
Solche Dinger kann man doch abschalten, wenn genug Solar- und/oder Windstrom im Netz ist. Das Gas wird NICHT angezündet. Man kann es für schwache Zeiten bevorraten.
Von Zwangsmaßnahmen halte ich nicht viel. Dann ist i.d.R. was faul im System. Gute Systeme brauchen keinen Zwang.
Damit kann er aber nur Tagesschwankungen überbrücken. So, wie ich die realen Systeme kenne, wird das BHKW auch auf eine maximale Zahl an Volllaststunden hin optimiert. Macht man halt so.
Die bauen dann eigens mit riesigem Düngemittel- (und damit Energie-)aufwand Mais an?
formatting link
formatting link
auf Seite 9 sieht man uebrigens das induktive Ladesystem. Einfach das
Induktive Ladesysteme haben i.d.R. einen recht miserablen Wirkungsgrad und jemand mit Herzschrittmacher sollte dem Ganzen auch möglichst fern bleiben. Als beispielhaft würde ich diese Technologie deshalb nicht bezeichnen. Der Aufwand sollte eher in eine automatische mechanische Kontaktierung gesteckt werden. Damit gehen die Verluste gegen Null und die Streufelder kann man ebenfalls beinahe eliminieren.
Fazit: Gut gemeint ist noch lange nicht gemacht.
Reply to
Christoph Müller
Kombinierte Loesungsversuche sind erst einmal nicht schlecht. Zwang ist natuerlich laestig. Aber es steht ja jedem frei, im "Norderstedter Sonnen- hof" ein Haus + E-Auto zu kaufen oder nicht.
Es gibt Wohngebaeude, die nur von denen bewohnt werden duerfen, die ueber k e i n Auto verfuegen. Das ist natuerlich in Grossstaedten von Vorteil fuer das staedtische Zusammenleben. Es gibt Organis- men, denen man sich anschliessen kann, die Autos auf Abruf zur Verfuegung stellen.
Was befremded ist natuerlich, dass man nur diesen Karabag kaufen soll. Es gibt ja auch andere E-Cars. Ausserdem sollten diejenigen, die in der Siedlung le- ben wollen, von vorneherein ein Mitgestaltungsrecht haben. Dadurch kaeme es zur kritischen Aufarbeitung und zu Verbesserungen, denn:
Das liest sich ja schrecklich. Also ist ein Sonnenhof nur fuer Leute ohne Herzschrittmacher bewohnbar. Wenn das so ist, darf das Projekt gerne eingestellt werden oder es muessen erhebliche Veraenderungen erzwungen werden.
K.L.
Reply to
Karl-Ludwig Diehl
Karl-Ludwig Diehl schrieb:
Da der Kreditvermittler der Häuser zufälligerweise Hersteller dieser Marke ist, ist an einem Koppelgeschäft zur Hebung seines Absatzes gar nichts befremdlich. Das wird es erst, falls in irgendeiner Form öffentliche Mittel dafür fliessen.
Die Bewohner können gestalten wie sie wollen. Den Sinn der Aktion haben sie durch den Geldfluss beim Ankauf bereits Genüge getan.
Siegfried
Reply to
Siegfried Schmidt
Wenn Solarpanele auf dem Dach liegen, zahlt der Steuerzahler mit. Es wird sicher noch so manch andere Subvention in An- spruch genommen. Solche Projekte nutzen ueblicherweise ganz bestimmte Subventionsmuster und sind eng mit der Parteienlandschaft verknuepft, die solche Subventionen vor- bauen, damit innovative Projekte angestossen werden koennen.
Deswegen muss eigentlich die Oeffentlichkeit sowieso ein Mitspracherecht haben.
Nein, demokratisches Bauen als Grundstroemung im Staedtebau und Siedlungswesen, muss dafuer sorgen, dass grundsaetzlich mitgestaltet werden kann. Das fuehrt zur kritischen Durchdringung der Bauvorhaben und kann zur Optimierung genutzt werden. Im Falle dieses Bauvorhabens scheint eine sinnvolle Veraende- rung des Projektes notwendig zu sein.
Die Verknuepfung E-Car + Solar-Haus scheint mir ge- rechtfertigt. Die Reduzierung auf Karabag + Nachteile halte ich fuer fragwuerdig. Besonders das Induktions- problem fuer Menschen mit Herzschrittmacher darf ueberhaupt nicht vorhanden sein.
K.L.
Reply to
Karl-Ludwig Diehl
Die Formel der fahrenden Taschenlampe belustigt mich. Andererseits lohnt es sich natuerlich, die so angelegte Projektidee der Siedlung konstruktiv zu erweitern. In sich ganz und gar verkehrt ist sie ja nicht. Aber es sind erheb- liche Verbesserungen angebracht. Diese waeren etwas genauer zu erschliessen.
1. Mitspracherecht der mitfinanzierenden Oeffentlichkeit. 2. Mitspracherecht der Kaufinteressierten. 3. Grundsatzdiskussion in der Kommune, in der gebaut wird, um eine sinnvolle Erweiterung der Projektidee zu erwirken. 4. Offenheit bei Karabag waere zu erreichen, sowohl das Auto, das Laden und die Siedlungsidee sinnvoll zu veraendern, wenn dazu gute Ideen eingebracht werden.
K.L.
zugleich an: de.etc.fahrzeug.auto, de.sci.ing.elektrotechnik, de.sci.architektur
Reply to
Karl-Ludwig Diehl
Karl-Ludwig Diehl schrieb:
Es waren natürlich nur eventuelle auf das spezielle Projekt bezogene Förderungen gemeint, nicht die jeder andere auch in Anspruch nehmen kann.
Allgemeine Förderungen sind an die jeweiligen Bedingungen gebunden. Ein darüber hinausgehendes Mitsprecherecht lässt sich daraus nicht ableiten.
Was soll "demokratisches Bauen" sein?
Dem ist hier doch Sorge getragen: jeder ist sein eigener Bauherr. Demokratischer geht doch kaum.
Siegfried
Reply to
Siegfried Schmidt
Martin Kobil schrieb:
Über welche Energiemenge wird hier diskutiert? Wie groß sind die Akkus? Vermutlich ist die größere Menge Energie im Kühlwasser eines abgestellten Autos.
Reply to
Gerd Schweizer
Photovoltaikanlagen werden in Deutschland nicht mit Steuergeldern finanziert.
Karbag verdient sein Geld mit Nutzfahrzeugen. Autos duerfte er auf Elektroantrieb umruesten, weil die deutschen Autobauer dies bisher nicht selbst auf die Reihe gebracht haben. Und wenn er jetzt so eine Neubausiedlung mit definierter Energieerzeugung/Energienutzung/ Mobilitaet auf die Beine stellt, dann macht er es vermutlich auch nur, weil Architekten/Bautraeger/Kommunen dies nicht selbst auf die Reihe bringen. Geld duerfte er vermutlich weder mit den Autos noch mit dem Wohngebiet verdienen. Und falls doch, ist es vernachlaessigbar wenig.
Reply to
Martin Kobil
"Martin Kobil" schrieb
Klar, die Nacht über wird die Karre entladen und wenn ich dann am nächsten Morgen fahren will ist die Karre leer - ganz tolle Idee.
Blöder gehts nimmer.
Reply to
Rajev Krapala
Ich kenne diese Projektstruktur noch zu wenig, also wie sich das vor Ort gibt. Das Auto sieht recht konventionell aus, sodass ich annehme, dass die Ansiedlung auch wenig durchgestaltet ist, und es mehr ein Rechenstueck von Karabag ist, zu Einnahmen zu kommen, die sich rechnen.
Wenn der Steuerzahler subventioniert, besteht erst einmal grundsaetzlich ein Mitspracherecht der Oeffentlichkeit. Diese kann die Subvention oder das Projekt kritisieren und kann mitgestal- ten. Sie kann aber auch darauf verzichten, mitzu- gestalten.
Bauvorhaben geschehen in einer Gemeinde. Folg- lich haben die Gemeindemitglieder ein Mitsprache- recht, das sie in Anspruch nehmen koennen. So kann zum Beispiel eine oeffentliche Versammlung gefordert werden, das Projekt kritisch unter die Lupe zu nehmen, um Verbesserungen durchzu- setzen oder das Projekt ungebaut zu lassen. Ob die Gemeindemitglieder das wollen, ist ein ganz anderes Problem. In der Regel wissen sie nichts von ihrem Mitspracherecht und waehnen sich als Untertanen einer Obrigkeit. Eine Gemeinde sind jedoch alle Mitglieder der Gemeinde, die in ihren Geschaeften nur durch gewaehlte Ver- treter und die Verwaltung unterstuetzt werden.
Eine Basis des Denkens, die grundsaetzlich signalisiert, das bei Bauvorhaben an die Mitwirkung zu denken ist. Bei solchen Pilotprojekten, bei denen es darum geht, die E-Cars durchzusetzen und zu anderen Verbrauchs- und Siedlungsstrukturen zu kommen, ist demokratisches Bauen besonders wertvoll, weil dann die Idee in der Oeffentlichkeit Wirkung entfalten kann. Genauso kann gute Kritik zur Verbesserung der Siedlungsidee fuehren.
Du sagst, jeder kann hier machen, was er will? Das ist aber nicht so, da ja in einer Gemeinde gebaut wird, deren Gemeindemitglieder sich selbst verwalten. Karabag taete natuerlich gut daran, einen oeffentlichen Diskurs zuzulassen, weil das grosse Oeffentlichkeit schafft und Optimierungsideen aufkommen laesst.
Bei jedem Einzelbauvorhaben haben die Nachbarn zuzustimmen. Sie koennen Bedenken anfuehren und Oeffentlichkeit einfordern, bevor sie zustimmen oder ablehnen.
K.L.
Reply to
Karl-Ludwig Diehl
Das geschieht ueber einen garantierten Abnahmepreis der Stromabnahme. Dieser Geldwert musste gesenkt wer- den, weil die Kosten den Staatshaushalt zu sehr belasteten. Oder war es anders?
Das Problem: ich persoenlich kenne das Projekt zu wenig. Vermutlich wissen wir alle zu wenig ueber die Finanzierungs- struktur und wie die Geldsummen zusammengesetzt sind.
Dass jemand auf die Idee kommt, E-Cars + Wohnhaus als Paket zu sehen, ist ja als Idee gut. Es scheint aber Maengel im Projekt zu geben. Manche for- mulieren so, als sei die Projektstruktur widersinnig, da dies oder das nicht zusammenpasst. R.Krapala schreibt etwa:
"Klar, die Nacht =FCber wird die Karre entladen und wenn ich dann am n=E4chsten Morgen fahren will ist die Karre leer - ganz tolle Idee."
Dieser Eindruck entstand bei mir auch, als ich Deinen Ein- gangsbeitrag las.
K.L.
Reply to
Karl-Ludwig Diehl
Martin Kobil schrieb:
Wenn der zusätzliche Umsatz von 40 Fahrzeugen mit ausfallsicherer Finanzierung zum Listenpreis bei einer 80-Mann-Firma keinen nennenswerten Ertrag generiert, macht der Chef was komplett falsch.
Siegfried
Reply to
Siegfried Schmidt
Das Auto ist Teil eines Smart Grids. In dieser Funktion darf das Auto halt nur so weit entladen werden, dass fuer den naechsten Tag noch mehr als genug Strom fuer die benoetigte Fahrstrecke vorhanden ist. Du wirst in den naechsten Jahren zahlreiche Stromverbraucher (Haushaltsgeraete, ...) mit Smart Grid Funktionalitaeten sehen.
Reply to
Martin Kobil
Das Auto gibt es mit 11 oder 22 kWh Kapazitaet, was von beidem jetzt hier zum Einsatz kommt, ist mir unbekannt. Bei 40 Autos stehen dem Wohngebiet 440 oder 880 kWh Speicher zur Verfuegung, von welchem halt ein bestimmter Teil genutzten werden kann.
Bei einem Auto, was taeglich fuer den Arbeitsweg benoetigt wird halt weniger, bei einem Auto eines Rentners oder einer Hausfrau relativ viel, weil es am naechsten Morgen ja wieder direkt mittels PV geladen werden kann.
Reply to
Martin Kobil
Karl-Ludwig Diehl schrieb:
Das Preisniveau und damit potentielle Verkaufbarkeit und ausreichende Größe der Zielgruppe ist nur deshalb gegeben, weil neben allen abgreifbaren Förderungen verfügbare Produkte aus dem Regal kombiniert werden, die eben nicht durch den Aufwand einer nachträglichen 'Durchgestaltung' verteuert wurden.
Das dürfte der Zweck des Unternehmens sein.
Nein. Jeder der schon mal Bauherr war weis, dass es kaum einen größeren Gegensatz als zu 'jeder kann hier machen, was er will' gibt.
, auf diese Idee kann man nur kommen wenn man noch nie Bauherr
Das ist glücklicherweise nicht so. Ansonsten würden alle Einzelbauvorhaben Rechte verletzen.
Sie können das. Nur haben sie nicht notwendigerweise einen Anspruch, dass dies auch berücksichtigt wird.
Siegfried
Reply to
Siegfried Schmidt

Site Timeline

PolyTech Forum website is not affiliated with any of the manufacturers or service providers discussed here. All logos and trade names are the property of their respective owners.