Ampeln empfindlich gg. Spannungsschwankungen?

Sep 07, 2026 Last reply: vor 3 Tagen 86 Replies

Ich bezweifle auch, dass die Wechselrichter der üblichen Windgeneratoren, Photovoltikanlagen oder Biogaskraftwerke "schwarzstartfest" sind, als im Zweifelsfall ohne äußeres Netz hochkommen oder ein Inselnetz versorgen könnten bis zur Synchronisierung.

Am 10.09.26 um 07:29 schrieb Stefan Wiens:

So ist es. Nur einige wenige Kraftwerke sind für den autonomen Start aus einem Blackout heraus vorbereitet. Ich wollte an der Stelle der Aussage widersprechen, Wasserkraftwerke, Batteriegroßspeicher, etc. wären "eine Art USV". Sind sind dies ganz bewusst NICHT.

Ihre Steuerung muss dies meines Wissens sogar verhindern, selbst wenn sie es theoretisch könnten.

Moin, Stefan,

Am 10.09.2026 um 07:29 schrieb Stefan Wiens:

Der netzbildende Betrieb von Wechselrichtern ist seit 20 Jahren kein Problem. Alles eine Frage der Software und der regulatorischen Vorgaben.

Gruß, V.

Solaranlagen die bei Ausfall des Stromnetzes im Inselbetrieb laufen können (um z.B. das Haus, auf dessen Dach sie installiert sind, weiter zu versorgen) sind mittlerweile wohl gar nicht mehr so unüblich. Ein Arbeitskollege hat bei der Solarinstallation in seinem Haus (Solar- zellen und Akku) darauf geachtet. WIMRE: Automatische Umschaltung[0]:

- Netz vorhanden und stabil: Haus ans Netz gekoppelt, Strombezug aus dem Netz und Rückspeisung ins Netz (je nach Sonnenschein und lokaler Last)

- Netz fällt aus: Abtrennung des Hausnetzes vom Netz und Inselbetrieb, um sowohl die Netztechniker zu schützen als auch die Stromversorgung des Hauses zu erhalten, dabei den anliegenden Netzzustand weiter überwachen

- Netz wieder verfügbar: Synchronisation des Hausnetzes mit dem Netz und wieder ankoppeln - ich nehme an, mit entsprechenden Wartezeiten um nicht auf jede Fluktuation zu reagieren

Die entsprechende Technik ist wohl seit einiger Zeit recht breit verfügbar.

Man liest sich, Alex. [0] Automatic Transfer Switch

Nein, Inselbetrieb bei Netzausfall ist in Ordnung, wenn die Anlage das ordentlich kann, zumindest in den Niederlanden, keine Ahnung wie das in Deutschland geregelt ist.

Der alte "Netz weg, Solar aus, Haus dunkel" Modus ist halt die einfache und billige Lösung um Gefährdung der Reparaturteams durch unerwarte Bestromung zu verhindern - sauberer Inselbetrieb bei Netzausfall erfordert sowohl etwas mehr Technik (u.a. automatischer Umschalter) und mehr Kompetenz beim installierenden Betrieb.

Man liest sich, Alex.

Gerade Wasserkraftwerke dürften am einfachsten schwarzstartfähig zu machen sein, notfalls kurbelt man den Schieber mit der Hand auf. Raketenwissenschaft ist das jedenfalls nicht.

Bei Kleinanlagen, natürlich.

Grüße Marc

Das klingt schon mal ganz interessant, vielleicht sollte ich meine Kenntnisse updaten.

Wichtig wäre für die Verfügbarkeit, dass auch die Anlagen im Megawattbereich so gefahren werden können.

Der Ausfall, der auf die Sicherung in Wehrendorf (hier in der Nähe) zurückzuführen war, findet sich in der Wikipädie gerade nicht, Herr Staben kennt sich höchstwahrscheinlich besser aus.

Da war ja da europäische Netz gespalten, und für das Anfahren braucht man wohl auch reichlich Blindleistung.

Das ist schon deutlich schwieriger. Es kommt dabei nicht allein auf die Anlage an, sondern die zugehörige Insel muß vom übrigen Netz abgetrennt werden können. Bei einem Einfamilienhaus ist das einfach. Nicht nur ist dort dann der nötige Speicher vorhanden, sondern auch die Benutzersteuerung, also sparen und keine Großgeräte. Bei Wind und Sonne geht in Großanlagen beides nicht, es sei denn es liegt genau dann dann ein schwankungsfreies Großangebot an.

Am 10.09.26 um 09:33 schrieb Hergen Lehmann:

Das nennt man dann wohl Schwarzstart-fähig. Da Externe Energie dann nicht verfügbar ist braucht man dazu einen Energiespeicher. Ob das nun Akkus oder ein Notdiesel mit KRAFTstoff-Tank wäre, ist erst mal egal.

Ich sah neulich einen Videobeitrag aus einem Pumpspeicherwerk. Die sind offenbar Schwarzstartfähig. Denn sie zeigten eine Hilfsturbine die zum Test anlief um die Hauptaggregate zu versorgen. Nötig war nur das Öffnen von ein paar Ventilen. Ich vermute das sie dazu einen Akkuspeicher nutzen.

Und ich hatte privat eine USV die ich auch nach Netzausfall (oder Stecker ziehen) noch mit einem Tastendruck aktivieren konnte. Die war dann also nur unbewusst schwarzstart-tauglich?

Ich will ja nicht sagen das dies allgemein so wäre, Das Pumpspeicherwerk braucht natürlich noch genug Wasser im oberen Becken. Ein Akku noch genug Ladung.

Eine USV Besteht grob aus:

Eingangs-wandler-> Speicher-> Ausgangs-wandler.

Und das gleiche Prinzip trifft auch auf einen Pumpspeicher oder Batteriegroßspeicher zu. Übrigens teils auch auf Kraftwerke an sich. Denke dir den Eingangs-wandler in Prozesschemie und du hast z.b. ein Gas- oder Kohle-kraftwerk.

Darum sagte ich sie sind FUNKTIONAL vergleichbar. Das ein Großer Speicher Bei Netzausfall nicht einfach so weiter feuern soll ist eine Regulatorische Entscheidung, aber keine die sich aus seiner Funktion als solche zwingend ergibt.

Lag dein Widerspruch evtl. in einer zu engen Definition dessen was du unter USV verstehst? = Ein kleinspeicher der nur ein Gerät *automatisch* weiter versorgt wenn die Externe Zufuhr ausfiel. Das sehe ich nur als einfachsten Anwendungsfall.

Quelle->Wandler->Speicher->Ausgang-wandler. Ja. Ich denke ein Hauptgrund das solche Anlagen kein Inselnetz formen dürfen ist das Fehlen der Netzfrequenz als Führungsgröße und das unser Verbundnetz historisch Top-Down gebaut ist. Wie synchronisiert man Tausende Inselnetze mit einem wieder kommenden Verbundnetz? Da ist es heute einfacher das gleich regulatorisch zu untersagen.

Aber offenbar kommt auch da Bewegung in die Sache.

Bye/ /Kay

Der Stromausfall war am 04.11.2006.

Also etwas Leistung wird man schon brauchen, denn bei den für den Schwarz- start des Netzes interessanten (weil hinreichend leistungsstarken) Anlagen dürfte man mit "Schieber aufleiern" nicht weit kommen. Zudem nehme ich an, dass die Generatoren vermutlich eh fremderregt sind, braucht also auch Strom von irgendwoher. Aber diesen Kaltstartbedarf der eigenen Anlage kann man vermutlich mit örtlichen Dieselgeneratoren abdecken.

Kommt darauf an™. Zumindest in den Niederlanden scheint die Kombination Solaranlage + Batteriespeicher + automatic transfer switch nicht so unüblich zu sein, auch im Bereich Einfamilienhaus.

Man liest sich, Alex.

Im Schlimmsten Falle ist es "Mucki-Wissenschaft". ;-)

Entweder Diesel oder der Ablauf wäre etwa so (Annahme f. Wasser- oder Pumpspeicher-werk) das eine Batterieanlage direkt nach Ausfall des Äußeren (Verbund)netzes die Steuerung absichert bis ein Notdiesel angelaufen ist. Und sollten die Generatoren dann im Stillstand gewesen sein braucht man erst mal nur einen kleinen Schieber öffnen der eine ggf. vorhandene Hilfsturbine anfährt. Deren Generator (oder der Diesel) müßten dann die Erreger-spannung liefern und den Strom für die Hauptventile. Und dann sollte es anlaufen können. Ich meine ein Kraftwerk; vorallem ein Schwarzstart-fähiges; ohne solche Redundanzen zu planen wäre zumindest Fahrlässig oder grober Unfug.

Anders sieht es wohl aus wenn die Hauptturbinen schon in voller Fahrt sind wenn das äußere Netz ausfällt. Aber dann geht es vermutlich primär um eine Schnelle Entscheidung ob nur die Spannung weg ist und das Netz ansich weiter aufnahmefähig (also leitungen nicht unterbrochen) ist oder nicht. Und in diesem letzteren Fall geht es eher um ein sauberes Herunterfahren - für einen Späteren Schwarzstart. Ich könnte mir vorstellen das die Rotierenden Massen (Turbine-Generator) da allein genug Energie liefern um mit der nicht mehr Abgenommenen Leistung (Maschinen-transformator aus) auch die Erregung zu speisen und das ganze langsam und geordnet runter fahren zu können. Einen Notdiesel dann in diesem Prozess zu starten für den rest des Sauberen Shutdowns (bis Stillstand) kann wohl auch nicht schaden.

Bye/ /Kay

Am 08.09.26 um 22:17 schrieb Hergen Lehmann:

Das ist auch unbestritten.

Aber das ist etwas (Henne-Ei) widersprüchlich. Wenn man bei einem Schwarz-startfähigen Kraftwerk erst eine Verbindung (?) zum Verbundnetz herstellen müßte... dann ist das kaum noch ein Schwarzstart zu nennen. Denn wenn das Verbundnetz die Anfahrleistung liefern kann, dann muß das Kraftwerk diese nicht selbst aufbringen - ist also folglich nicht Schwarzstart-fähig zu nennen.

Wenn man das wie von dir beschrieben konsequent weiter denkt dann wird KEIN Kraftwerk NIRGENDS von allein wieder hoch fahren können. Denn wo sollte die Leistung dann her kommen wenn das Gesamte Verbundnetz tot ist.

Ich denke hier muß man differenzieren zwischen Ausfall der Anbindung des Kraftwerkes oder des gesamten weiträumigeren Netzes. Und natürlich muß so was immer Zeitlich abgesprochen und geregelt laufen. Damit eben keine Monteure gegrillt werden, Teilnetze nicht synchron liefen oder irgendwo mehr Leistung abfließt als man einspeisen könnte - z.b. für den Kaltstart anderer; nicht schwarzstart-fähiger Großer Kraftwerke.

"Etwas" anders sähe das wohl aus wenn das Verbundnetz das man zum Starten verbinden will nicht die Anfahrleistung liefern müsste sondern nur die Zur Synchronisation nötige Netzfrequenz. Aber dann müsste das Kraftwerk auch wieder seine Eigene Anfahrleistung aufbringen um sich synchronisiert aufschalten zu können - und in den Leistungsbetrieb zu gehen.

Ich kann mir allerdings vorstellen das bei einem Kompletten Ausfall des Verbundnetzes bei vielen Kraftwerken in der Hochlauf-phase erst mal einige starke Lastwechsel anstehen bis das Netz wieder stabilisiert ist. Und die können je nach Kraftwerks-typ mehr, weniger oder überhaupt nicht kompensiert werden - und alles wieder runter reißen.

AFAIR haben GuD oder Gaskraftwerke die schnellste Lastwechsel-Reaktionsfähigkeit. Dagegen sollen Atom- oder Wasserkraftwerke deutlich träger reagieren können.

Bye/ /Kay

Hallo Alexander,

Du schriebst am Thu, 10 Sep 2026 10:36:13 +0200:

Das geht in Deutschland durchaus auch, ein gutes Beispiel dafür sind z.B. Kliniken oder große Rechenzentren. Die müßen ja unterbrachungslos auf USV- Betrieb umschalten, und danach dürfen sie keinesfalls mehr das ausgefallene Netz speisen.

Dagegen muß eine solche Anlage halt auch geeignet ausgeführt und gesichert sein, was in Deutschland auf eine _doppelte_ _überwachte_ Trennung hinausläuft - wenn die korrekte Funktion meldet, darf die interne Anlage im Inselbetrieb weiterlaufen. Die korrekte Funktion _muß_ vor jeder Netz- Aufschaltung wieder geprüft und in Ordnung befunden werden, sonst ist tatsächlich "Netz weg, Haus dunkel" einzuhalten. Bei wirklich kritischen Einrichtungen, z.B. eben Kliniken, muß es daher noch weitere Absicherungen geben, und die haben dann i.a. auch noch eine Notstromanlage.

Hallo Alexander,

Du schriebst am Thu, 10 Sep 2026 15:37:13 +0200:

Es kommt halt auf den Umfang des "schwarz zu startenden" Teilnetzes an. Es wird ja _nie_ auch nur ein großer Teil des Verbundnetzes neu hochgefahren, das läuft immer schrittweise.

Doch, das "Schieber aufleiern" kann durchaus reichen - da muß ja nicht unbedingt kurzfristig volle Leistung geliefert werden. Und selbsterregte bzw. remanenzerregte Generatoren gibt es schon lange. Das müssen ja nicht die stärksten Maschinen sein, da reicht es, wenn die erstmal nur den Eigenbedarf für den Anlauf der Hauptgeneratoren liefern, Diesel wird nicht gebraucht, solange Wasser da ist (und wenn kein Wasser da ist, ist "der Diesel" auch überflüssig).

Auch die könnten ein kleineres Teilnetz bis zu ihrer Leistungsfähigkeit hochfahren, vorausgesetzt, sie können "aus dem Stand" Strom liefern, d.h. besitzen ausreichende Grunderregung.

Die Wasserturbinen hängen wohl öfters direkt am Netz, da müsste für Inselbetrieb eine Drehzahlregelung vorgesehen sein. Ich vermute aber, dass die mit Vollgas gegen die Kupferplatte fahren und die Ventile keine sinnvolle Drehzahlregelung gestatten.

Ich bin ja nur Niederspannungselektriker, hatte mit Generatoren nur bis einigen hundert kVA zu tun, Inselbetrieb, da war typischerweise eine winzige Hilfserregermaschine mit Permanenterregung drin, um die Anlage auch bei schlechtem Wetter hochzubekommen.

Bei Wasser muss die Drehzahl der Turbine unter Kontrolle sein, was bei Inselbetrieb schwierig werden kann.

Ich habe hier in der Gegend nur ein kleines Wasserkraftwerk gesehen (Martmühle), im zweistelligen kVA-Bereich, asynchron, Schwallbetrieb, nicht gerade umweltfreundlich.

Wenn die in das Verbundnetz speisen dann müssen sie um Synchron und nicht gegenan zu arbeiten sicher irgend eine Regelung haben. Und wenn nicht über die Volumendrosselung dann eben über die Erreger-leistung, eine Wirbelstrom-bremse o.a.

Mehr fällt mir dazu auch nicht ein aber da i.allg. die Drehzahl und Polzahl die Frequenz der Erzeugten Spannung bestimmt kann das nicht ohne eine Regelung funktionieren. Ob das nun Inselbetrieb ist oder nicht macht dabei erst mal keinen Unterschied.

Bye/ /Kay

Spannung und Frequenz werden von der Kupferplatte vorgegeben. Da gibt es nichts zu regeln. Wenn die Verbindung abreißt: Notabschaltung.

Join the Discussion

Have something to add? Share your thoughts — no account required.

Didn't find your answer?

Ask the community — no account required