Netzteil explodiert

Sep 18, 2026 Last reply: 30 minutes ago 25 Replies

Das Netzteil eines wirklich älteren Netbooks (lenovo ideapad S10), das ich mit einem Linux gelegentlich youtube dudeln lasse, ist heute "explodiert."



Lauter Knall und Funkenschlag aus der Steckerverbindung und Rauch aus dem Mickey-Mouse-Netzanschluss. Im Haus haben aber weder Sicherungsautomat noch FI-Schalter ausgelöst.



Mit dem Netzteil kann man aber weiterhin ein akkuloses netbook hochfahren und beim Kabel misst man weiterhin kurzschlussfreie Durchgängigkeit.



Haben solche Netzteile auch explosionsbereite Elkos wie Elektromotoren? Es irritert mich ein wenig, dass die Teile immer noch funktionieren. Das Gehäuse ist derartig fest verschweißt, dass ich es allenfalls brutal per Schraubstock knacken kann. Außerdem funktioniert das Netzteil ja auch immer noch. Haltet Ihr den Betrieb mit dem explodierten Netzteil für das netbook noch für sicher?



Vielleicht habt Ihr ja eine Idee. Schönes Wochenende wünscht aq


Vielleicht ist ein Entstörkondensator hochgegangen.

Da mit Metallniederschlag im Gerät zu rechnen ist, kann man sich nicht mehr auf die sichere Isolation zwischen Primär- und Sekundärseite verlassen, von einem weiteren Betrieb kann man nur dringend abraten.

Genau. So ein Verhalten kenne ich von X-Kondensatoren aus billigen Leuchten für Leuchtstofflampen.

Sehe ich nicht. Geerdete dreipolige Geräte aka Mickymausstecker verbinden die Sekundärmasse in der Regel mit der Erde. Das würde ich prüfen. Wenn es gegeben ist, dann bleibt das Gerät sicher.

Allerdings: Selbstheilende Kondensatoren knallen öfter und immer wieder.

Am Fri, 18 Sep 2026 16:12:29 +0200 schrieb Axel Berger:

Gemessen: in diesem Fall ist dem leider nicht so.

Dies würde ich wegen meiner etwas schreckhaften Göttin allerdings gern vermeiden. NOCH habe ich gottseidank noch genügend passende Netzteile. Danke für Eure erleuchtende Antworten. Wieder mal einiges dazugelernt, was weder in der Schule noch bei Physik für Nebenfächler unterrichtet wurde.

In meiner Schulzeit gab es in der örtlichen Leihbibliothek übrigens wunderbar anschauliche Elektronikbücher aus der DDR - z.T. noch mit Röhrenschaltbildern. Heute könnte ich nicht mehr so einfach mein Radio reparieren indem ich mir einen Ersatztransistor bei Baderle besorgte. Um an verklebten Chips herumzulöten fehlt mir das Geschick und die Finger werden immer dicker... Ich weiß auch nicht, ob die integrierten Schaltungen überhaupt noch anschaulich darstellen kann. aq aq

Diese Netzteile scheinen deutlich schlechter zu sein als die von Thinkpads. Meine Frau hatte damals ein Ideapad S12, und ich erinnere mich noch als das Drama, weil das als Ersatz beschaffte Netzteil nicht weiß sondern schwarz war. Dabei war ich SEHR froh das exotische Teil überhaupt bekommen zu haben.

Das S10 war wirklich kein großer Wurf, abreisen musste es dann als die

1,8-Zoll-Festplatte kaputtging.

Grüße Marc

Am 18.09.26 um 14:06 schrieb andreas quast:

Dass da YT noch nutzbar läuft, wundert mich etwas.

Sowas hatte ich auch mal im Urlaub in Frankreich - die Sicherung flog aber raus. Erfreulicherweise hatte ich ein Ersatznetzteil dabei.

Würde ich nicht empfehlen.

Ja, das sind heute alles Schaltnetzteile, die zum Glätten der Spannung Kondensatoren verbaut haben. Wenn hier einer explodiert ist, funktioniert das erstmal weiter, aber bei Lastspitzen kann es ggf. Probleme geben. Von der Sicherheit mal ganz zu schweigen, da ggf. der Elkobecher drin rumfliegt und einen Kurzschluss verursachen kann.

Nein.

Öffne das Teil und schaue, was passiert ist.

Am 18.09.2026 um 16:49 schrieb Marc Haber: ...

Ich hatte mal ein Ideapad S10e, der hatte eine 2,5" HDD. Aber der Atom N270 single core war für Windows zu schwächlich, mit Linux lief er besser, wenn auch nicht wirklich flüssig.

Am 18.09.26 um 20:04 schrieb Thomas Einzel:

Aber heute ist doch der vollkommen unbrauchbar.

Am 18.09.26 um 14:06 schrieb andreas quast:

Da fallen mir zwei Möglichkeiten ein.

Die Kabel zum Notebook gehen mit der Zeit gerne mal kaputt, typischerweise an den Enden, wo sie am meisten gebogen werden. Dann kann es zu einem Kurzschluss kommen, weil die Litzen sich berühren. Da die Netzteile ordentlich Strom liefern, endet das mit dem Verdampfen der Brücke. Das gibt einen Knall.

Als weiteres sitzen in den Netzteilen gerne mal Varistoren als Spannungsbegrenzer. Die schlagen bei Alterung gerne mal durch und platzen dann auch spektakulär.

Ja, Elkos können auch durchstarten. Aber danach funktioniert üblicherweise nichts mehr. Einmal weil der Elko fehlt, zum anderen weil das Elektrolyt dann überall herumsaut und Kurzschlüsse verursacht.

Auf jeden Fall ist es Zeit, das Netzteil zu tauschen.

Ja, die dürfen nicht auf gehen, weil Kinder sich sonst einen E-Joint holen könnten. Verschweißen, verkleben oder Einmal-Schnappverschlüsse sind die Klassiker. Wenn man es unbedingt wissen will, aufsägen oder aufbrechen und wenn die Reparatur geklappt haben sollte mit Panzertape wieder schließen.

Marcel

Am 18.09.26 um 21:21 schrieb Marcel Mueller:

Was ist denn das?

Wieso dürfen Kinder dann sogar in Schulen an Computern arbeiten, die ATX-Netzeile haben, die man mit nem Kreuzschlitzschraubendreher öffnen kann?

Mit IPA reinigen, relevante Bereich mit Abdeckband behandeln, dann Sprüh- dose weiss frei (mit mehreren Durchgängen)?

SCNR, Alex.

[Notebook-Netzteil]

Ich habe mal eins aufgeknackt, ohne die Innereien zu verbiegen. Die Lötstellen für die Ausgangsleitung mussten nachgebessert werden. Ließ sich aber gut wieder verkleben.

# Wg. Themawechsel XP & f'up2 d.c.h.m.

Am 18.09.26 um 20:16 schrieb Marco Moock:

2.5" ist doch eher Standard. 1.8" sehe ich eher als Exot. Das man die ggf. schlechter/Teurer ersetzt bekommt finde ich nahe liegend.

Würde ich nicht unbedingt sagen. Ich habe einen Acer Aspire One (Netbook) mit der CPU. Da war Windows 7 Starter drauf das schon etwas lahm war. Jetzt läuft ein Linux mit XFCE drauf der nie gebraucht wird - weil dort OpenHab 3 läuft. Und das gut. Ein geerbter HP Minidesktop hat IMO einen nahen verwandten davon. Da läuft sogar Windows 10, kaum lahmer als das W7 auf dem anderen. Aber mit einem Desktop-Linux geht's gut. Sogar ein Proxmox läuft rund drauf, aber der hat auch mehr RAM (8GB statt nur 1GB beim Acer).

Für'n büschen Haushalts-kram (Smarthome und ein paar VMs) ausreichend. (M)ein Homedir-Server besteht aus einem Embedded Board (ITX) mit Atom N270. Der Rennt hier 24/7 ohne Probleme, und das von einer CF gebootet. Aber natürlich auch mit einem Linux (EISFAIR). N.B. AUCH mit Externem (12V) Netzteil versorgt.

Bye/ /Kay

Am 18.09.2026 um 20:16 schrieb Marco Moock:

Den S10e habe ich vor vielen Jahren verkauft.

Nur Blitz, kein Donner? :) Ich würde dennoch auch ein Neues Netzteil nahe legen. Das Teil ist essentiell und jetzt nicht mehr vertrauenswürdig.

Mehr eine Tickende Zeitbombe die den Laptop oder ggf. die ganze Wohnung (Brandgefahr) mit reißen könnte.

Was tut man nicht alles für den WAF(1) Hmm? ;)

Wenn daran mal nicht (das) Apple (weiß) schuld ist.

Wenn du jetzt noch verrätst ob du mit IPA evtl. Isopropylalkohol meinst (und wo man den heute noch kriegt) dann geht das glatt als Haushalts-tip durch.

Äh, Moment. Wir sind gar nicht in der Haushalts-gruppe. Na dann,

SCNR.

Bye/ /Kay

(1) WAF = Womens Acceptance Factor. Wertebereich -10000 bis +0,999999 :-) (Meine Schätzung, als Single)

Nicht nur Isopropanol, auch Aceton ist weiterhin im Baumarkt erhältlich.

Auf jeden Fall ersetzen, dem ist nicht mehr zu trauen, da stimme ich Dir zu.

Natürlich.

Na das Bier (India Pale Ale) wohl kaum, erstens taugt es nicht als Reiniger, zweites wäre das Missbrauch von (hoffentlich) gutem Bier und drittens kann das sehr gut schmecken.

Klar. Isopropylalkohol oder auch Isopropanol.

Eh? Google-Suche liefert etliche Quellen, zum Beispiel:

formatting link
Man liest sich, Alex.

Hallo andreas,

Du schriebst am Fri, 18 Sep 2026 14:33:01 -0000 (UTC):

Ja, ist bei meinem originalen S10-Netzteil auch so. Da ist wenigstens ein Trennkondensator dazwischen. ...

Paß' da mal auf - diese Dinger wollen _20V_ Ausgangsspannung, mit den üblichen 19V-Netzteilen sind die ggfs. "unzufrieden". (Mein S10(-2 sogar) ist leider inzwischen recht unterbeschäftigt, weil er keinen funktionierenden Akku mehr hat - vom BMS "sicherheitsgetrennt", nach einer "Tiefentladung", die ein sinnvoll ausgelegtes BMS ja grade verhindern sollte. Außerdem ist der als 32-Bitter auch schon nicht mehr richtig vom System unterstützt, braucht neben dem 64-Bit-Hauptrechner doppelte Pflege. Er wird wohl demnächst ausrangiert werden...)

Hallo Helmut,

Du schriebst am Fri, 18 Sep 2026 22:20:19 +0200:

Nicht für die reguläre Funktion.

Und wenn sie nicht drin wären, könnten so nicht erkennbare Überspannungen zu Schäden an anderen Bauteilen führen, die dann "bald" zum Totalausfall anwachsen. Möglicherweise mit heftigen Folgen, aber jedenfalls öfter als ein seltener "Durchschuß".

Ok. Den Letzten Reinigungs-alkohol (Mini Fläschchen) habe ich vor Zig-und Jahren kaufen können - als wir im Nachbardorf noch die Einzige Apotheke hatten. Mit Vorbestellung.

Später las ich nur noch das man solche "gefährlichen" Zutaten (für was auch immer) dort nicht mehr erwerben dürfen solle... noch Aktuell?

Und "natürlich" haben wir keinen Baumarkt hier auf der Insel.

Aber im Internet bekommt man ja alles - auch Zutaten für Bombenrezepte. ;-)

Bye/ /Kay

Am 19.09.26 um 01:10 schrieb Sieghard Schicktanz:

... oder wenn Teile defekt gingen und man es weiter benutzt...

Die MP Kondensatoren (Metallpapier) die sich; wie vom OP gefragt; nach einem Durchschuß selbst "heilen" könnten, würde ich in einem SNT nicht erwarten. Und in einem alten Buch (Radiobastler) ist mir der Hinweis in Erinnerung geblieben das die Durchschüsse bei NF-Audio Geräten z.b. im Signalweg störend wirken können. Auf die Gleichmäßigkeit einer genauen Versorgungsspannung übertragen würde ich da nicht mehr viel annehmen.

Der erste Durchschuß ist doch wohl meist nicht der letzte. Wenn andere "Teile die drin sind" versagten ganz sicher nicht.

Bye/ /Kay

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