In d.r.g läuft gerade eine Diskussion "alter Brunnen mit wenig Wasserdruck" .
Im wesentlichen geht es um Windkessel ohne Membran. Darin wird u.a.beklagt, dass des öfteren Druckstöße auftreten. Diese Windkessel arbeiten mit einer automatischen "Belüftung". Eine Prinzipskizze mit der Überschrift "Installation" ist hier zu sehen (etwa in Mitte der Webseite:
Ich halte das Prinzip zwar für praktisch, jedoch für technisch (nach-)fragwürdig. Meine Bedenken wie folgt:
- ich persönlich würde würde für die Trinkwasserversorgung grundsätzlich Druckspeicher mit Membran nehmen
- ich würde auf eine automatische Druckregulierung wie in der Skizze dargestellt verzichten wollen. Erstens wird das Belüftungsventil im Brunnenschacht installiert ohne davorgeschalteten Luftfilter. So können jederzeit Pilzsporen, Keime etc in das Leitungssystem eindringen. Zweitens wird das Wasser gründlich mit dem Luftsauerstoff vermischt. Es dauert eine Zeit, bis das Wasser einigermaßen entgast ist. Druckstöße sind daher imho vorprogrammiert. Drittens ist Trinkwasserleitungen wegen erhöhter Korrosion kein hoher Sauerstoffanteil erwünscht. Und viertens fällt, falls Eisen-II im Wasser gelöst ist, dieses sofort im Kessel zu FE-III aus und legt den Kessel mit der Zeit zu. Diese Ablagerungen sind außerdem eine Brutstätte für Eisenbakterien, die wiederum als Bewuchsgrundlage für gesundheitlich bedenklichen Biofilm dienen.
Ich persönlich würde es vorziehen, diese automatische Belüftung stillzulegen und lieber in regelmäßigen Abständen den Vordruck mittels Kompressor und Druckluft einstellen. Wie seht ihr das?
Grüße Harald