Gehärtete Stahlwelle löten

Hallo,
bei den Kortdüsen meines Schiffs fielen mir immer wieder die
Stahlwellen ab. Ich hatte Messingblech zum Rohr gewalzt und eine 3mm
Welle aus gehärteten Stahl für die Anlenkung drangelötet. Diese Lötung
ist mir immer wieder auseinandergefallen. In einer Art und Weise das
alles Lot sauber am Messing verblieben ist, nichts an der Welle. Selbst
Lötfett hat auf Dauer nichts gebracht.
Inzwischen habe ich eine 3mm Messingwelle drangelötet, die sitzt nun
richtig fest.
Trotzdem interessiert mich ob ich anders hätte löten sollen oder ob
gehärteter Stahl und Weichlöten nicht zusammenpassen.
Bye Eric
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Eric Wick
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moin,
Eric Wick schrieb:
Es gibt sogenannten Stahlverzinner, eine dünnflüssige Paste, welche auf den Stahl aufgebracht wird, mit der Flamme erhitzt und dann ab- gewischt. Das Zeugs als Grundlage für eine Weichlötung und Du solltest Ruhe haben. Mit allen anderen Flußmitteln und Spielereien die ich je probiert habe, war das Ergebnis weniger gut bis unbrauchbar.
Gruß Hajo
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Hajo Giegerich
Eric Wick schrieb:
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-------------- Moin Eric.
Stahl und speziell Edelstahl neigen dazu bei Erwärmung schnell eine Oxyd-Haut an der Oberfläche zu erzeugen (z.B.Anlassfarben). Diese Oxidhaut haftet um so besser je heisser das Teil ist, mit normalen Flußmitteln Kolophonium, Lötfett, Lötwasser auf Salzsäurebasis, usw hat man da nur begrenzt Erfolg. Etwas besser sind Flußmittel auf Fluor/Flussäurebasis wie das "S-3" das man im Klempner Fachhandel bekommen kann. Dazu das blank geschliffene Bauteil nur eben knapp so heiß machen, daß gerade eben das Zinn läuft. Dann ist zumindest eine anständige Oberflächenbenetzung (wie beim Feuerverzinken als Oberflächenschutz) gewährleistet. Beim Weichlöten von Kupfer und Kupferlegierungen (Messing, Bronze usw) kommt aber noch ein anderer Effekt hinzu. Das Lötzinn diffudiert einwenig in die Oberfläche dieser Werkstoffe ein und bildet dort mit dem Kupfer eine Legierung die sehr fest ist und Zinnbronze heißt. Erst diese gibt den richtigen festen Halt auf der Kupfer haltigen Oberfläche. In etwa so, wie sich Moos auf einem "glatten" Stein mit Mikro-Wurzeln festsetzt. Wenn man von dieser Legierungschicht ein Schliffbild anfertigt, es anätzt, und unter ein Metallurgen-Mikroskop legt, kann man das sogar sichtbar machen. Du kannst Dir kaum vorstellen, was für "Klimmzüge" bei der Herstellung von Weißblech für Konservendosen gemacht werden, um diese Schwierigkeiten zu überwinden. Meistens weicht man auf ein kaltes Verfahren ( elektrolytisch/galvanisches Verzinken )aus. Zusätzlich müssen Weichlötverbindungen mit Stahl immer eine große Kontaktfläche für das Lot aufweisen, weil der Stahl eine viel höhere Festigkeit als das Zinn hat und die Kräfte nur übertragbar werden, wenn man sie dann auf eine große Fläche gleichmässig verteilt. Eine etwas längere Messingbuchse in der Kortdüse und dahinein die Stahlwelle, das wäre erfolgreicher gewesen ;-)
Tschüss
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Ekkehard Kröger
Hallo Ekkehard
Ekkehard Kröger wrote:
Aha das ist natürlich übel weil man gerade bei dicken Metallteilen die grossen ungeregelten Lötkolben verwenden muss. Der Modellbauer braucht ansich auch thermisch geregelte 100W / 250W Lötkolben aber der Handel bietet da nichts. Conrad, Ersa und Konsorten werden so heiss das Lot verbrutzelt und die Spitze teils nichtmal neues annimmt:-(
Mir fällt ein das im Keller eine Dose Flusol herumsteht, die ist voll von Warnhinweisen und die stinkende graue Flüssigkeit darin sieht gefährlich aus.
Der Stahl sass mit einem kurzen 90° Knick in einem rechteckigen Loch der Kortdüse, die Kontaktfläche war trotz Berge von Lot ziemlich winzig gewesen. Ich hatte es nicht geschafft den Stahl zu schlitzen, das gaben meine Sägen einfach nicht her. Die Messingwelle ist nun geschlitzt und ca 1cm auf das Messingblech geschoben, dann beidseitig schön fliessend verlötet. Der Conrad 100W hat einen Schnurdimmer bekommen, damit kann ich die Temperatur nach dem anheizen etwas verringern. Eine Lötstation mit 250W Kolben ist eine echte Marktlücke für den Modellbauer:-)
Vielen Dank für die technischen Erläuterungen.
Bye Eric
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Eric Wick
Hallo Eric,
"Eric Wick" schrieb
Ich würde sowas mit Silberlot löten wollen, für meine Begriffe die beste Verbindung für die genannten Materialien. Gibts in jedem Baumarkt, geht aber nicht mit dem Lötkolben, da muss dann ne Gasflamme her. Schmelzpunkt WIMRE 670°C.
Gruß, Frank
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Frank Donauer
Eric Wick schrieb:
Dazu einen relativ einfachen Trick, der fast nichts kostet und besser ist als nichts:
/ ==---*---o/ o--*---> | | Netz +---|>|---+ 230V zum Kolben
==----------------->
Schalter als Tastschalter, idealerweise als Öffner unter die Lötkolbenablage bauen, Diode langt ein 1N5403 Im Ruhezustand bekommt der Kolben nur die halbe Leistung zugeführt, nimmt man ihn in die Hand um zu löten, volle Pulle. Dann heizt sich die Spitze nicht unmäßig auf in den Ruhepausen. Auf die Art und Weise habe ich jahrelang als Schüler mit einem Stannol-30W-Kolben Elektronik gelötet (meine "Luxusausführung" hatte noch eine Standby-LED eingebaut).
Andere Möglichkeit ist ein einfacher Dimmer, den man mit Schalter überbrückt, dann kann man die Ruheleistung sogar einstellen.
Bernd
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Bernd Laengerich
Eric Wick schrieb:
Es gibt hierfür gängige Lote, die im Temperaturbereich um 300° bis 340° arbeiten. Einfach im netz mal nach suchen. Ich bin damals fündig geworden, hab aber das Suchergebnis nicht mehr parat.
MfG geko
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Gerd Kosbab
Das könnte gerade mit den Conrad klappen, der hat eine immens kurze Aufheizzeit und powert dann schnell nach. Nerven tut natürlich auch die starke Griffaufheizung die man damit reduzieren könnte.
Mir haben meist die kleinen Conrads genügt, momentan habe ich den durchsichtigen geregelten liegen. Das ist nur die Spitze mies, die Elektronik aber prima.
Momentan hat der 100er einen Schnurdimmer, da kann ich unterm Tisch Gas geben wenn gelötet wird:-) Betrachte ich den Lötkolbenpreis, dann stellt der Dimmer eine ziemliche Aufwertung dar.
Bye Eric
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Eric Wick
Eric Wick schrieb:
Auch hallo Es gibt einfach Materialpaarungen die nicht so richtig wollen. Je höher du die Temperatur nimmst umso eher kannst du die Dinger dann doch verlöten, Ich verwende für solche Problemfälle ein Silberlot mit einem Schmelzpunkt von ca 550 Grad. 1 mm Durchmesser und ein gutes Flussmittel von Degussa. Der Vorteil - die Temperatur ist mit einer kleinen Gasflamme noch erreichbar und es werden mit dem Flussmittel alle Rückstände weggebrannt. Funktioniert auch gut bei Silberstahl, wenn der nähmlich zu warm wird zb. beim schweißen wird er spröde und müßte wieder ausgeglüht werden damit er nicht bricht.
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christian luksch
christian luksch schrieb:
. . . Hallo Christian,
was Du schreibst ist eine Pröblemlösung für die Verbindung solcher Bauteile. Da bin ich voll deiner Ansicht :-) Aber, wenn ich das recht erinnere, war Eric's Frage, warum das Weichlöten nicht geklappt hat. Und für diese Frage ist Deine Antwort ein wenig "off topic" oder ? Nichts für ungut, aber die Begründung für die schlechte Weichlötung ist das eher nicht ;-) Das Problem er dann ja auch selber mit einer Messingachse (andere Materialwahl) ausgeräumt. Daß es auch andere Verbindungstechniken gibt,wie Hartlöten, Kleben, Nieten, Verpressen usw. steht außer Frage.
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Ekkehard Kröger
Ekkehard Kröger schrieb: Aber, wenn ich das
Naja- um genau zu erklären warum sich Messingblech mit hochwertigem Stahl weich nicht verlöten lässt, müßte man eine Metalurgische Abhandlung schreiben. Tatrsache ist es geht nicht. Klar man kann es immer irgendwie hieß zusammenpicken mit irgendeinem Lötzinn. Aber halten wird das nicht und bringen wirds ihm auch nichts.
Wenn das Ruderblatt bei einer Berührung mit einem im Wasser treibenden Ast abfällt hat er ganz andere Probleme.
WEnn seine Lösung mit der Messingwelle steif genug ist dann hat er schon die richtige Lösung. Wenn die Welle aus Messing durch das löten weich geworden ist und sich unter der Belastung verbiegt, wird er die Stahlwelle nehmen und hartlöten müssen.
Ich verstehe Newsgroups als Möglichkeit zur Problemlösung, daher meine Antwort. Ich finde Diskussionen wie zB. warum Fließt Wasser nicht bergauf einfach überflüssig.
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christian luksch

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