Gluehlampen-Unsinn in Gruenen-Studie

X-No-Archive: Yes
begin Thread
Moin!
So, jetzt habe ich endlich den Link auf die Obsoleszenz-"Studie"
gefunden: <http://www.gruene-bundestag.de/fileadmin/media/gruenebundestag_de/themen_az/umwelt/PDF/Studie-Obsoleszenz-BT-GRUENE-vorabversion.pdf .
So richtig die Ahnung hat der Herr Schridde bzw. der Herr Kreiß ja nicht:
"Das so genannte PHOEBUS-Glühbirnen-Kartell von 1924, an dem alle damaligen großen internationalen Hersteller von Glühlampen beteiligt waren (General Electric, Philips, Osram, Compagnie des Lampes usw.), verringerte vorsätzlich und bewusst die Lebensdauer von Glühbirnen von etwa 2.500 Stunden Brenndauer auf 1.000 Stunden. Die bewussten, absichtlichen Vorgaben können offenbar nachgewiesen werden über interne, vertrauliche Akten, die ans Tageslicht kamen." (S. 13)
Tatsächlich ist die Begrenzung der Lebensdauer von Glühlampen auf 1000 h eine sinnvolle Verbraucherschutzmaßnahme, um eine ausreichende Energieeffizeinz der Glühlampen sicherzustellen, denn langlebigere Glühlampen sind (noch größere) Energieverschwender, was schon "damals" ein Kostenproblem darstellte.
Aer dieser Unsinn ist wohl aus den Köpfen der Gläubigen (und aus Wikipedia) nicht mehr herauszukriegen.
(Ansonsten war das Phoebus-Kartell wegen der Gebietsabsprachen natürlich eine Schweinerei zu Lasten der Endkunden, aber damals war sowas halt üblich.)
Kommentiert habe ich das in der TAZ: <http://www.taz.de/Studie-der-Gruenen-Bundestagsfraktion/Kommentare /!c113149>.
Gruß aus Bremen Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
  Click to see the full signature.
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Am 23.03.2013 17:59, schrieb Ralf . K u s m i e r z:

Träum weiter. Wenn Du fertig bist gehst Du mal in den Baumarkt. Die 1000 Stunden sind noch üblich. Das Kartell ist nur tiefer abgetaucht.
Warum überläßt man das nicht den Kunden, die wissen, was sie wofür einkaufen?
Carsten
--
"Das Ende der bürgerlichen Parteien steht schon länger bevor. Nein,
nicht von der CDU ist die Rede, denn die ist keine."
  Click to see the full signature.
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Am 23.03.2013 18:15, schrieb Carsten Thumulla:

Du hast es einfach nicht kapiert. Bei einem Preis von 28 Cent pro kWh kosten dich 1000 Betriebsstunden einer 100 W Glühlampe 28,- ?. Dagegen ist der Preis der Glühlampe von ca. 1,- ? ein Fliegenschiss.
Es macht deshalb durchaus Sinn, die Lebensdauer der Glühlampe zu Gunsten der Effizienz zu reduzieren.
Gruß
Stefan
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
X-No-Archive: Yes
begin quoting, Stefan schrieb:

Genau.

Und bei den damaligen, relativ höheren Strompreisen war die Relation sogar noch deutlicher.

So ist es.
Gruß aus Bremen Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
  Click to see the full signature.
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Am 23.03.2013 18:20, schrieb Stefan:

100W verwendet man selten und meist kurz. 100W für einen Euro? Zeig mal! Im Großeinkauf vielleicht!
Hier haben Lampen mit Aufdruck 1000 Stunden nach 30 den Geist aufgegeben.
Der Hersteller hat doch nicht den Verbrauch beim Endkunden zu kalkulieren, das ist dessen Sache!
Den Aufwand zum Wechseln und die Fahrt zum Baumarkt kalkulieren die Dyskalkulanten wieder mal nicht. Die Sonne schickt keine Rechnung -- aber die Energieversorger springen da gern ein.
An jeder Stelle muß entschieden werden -- dezentral, nicht per Politbüro.
Carsten
--
"Der öffentliche Dienst hält Staat und Politik als Geisel."
Jürgen Möllemann
  Click to see the full signature.
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Am 23.03.2013 18:48, schrieb Carsten Thumulla:

Mit 100W rechnet es sich einfach besser. Aber auch bei 60W sieht das Ergebnis nicht grundsätzlich anders aus. Selbst wenn die Lampe 2,- ? kosten würde, ändert das grundsätzlich nichts am Ergebnis.
Wenn dann der Kunde feststellt, dass es ihm mit der 60W Lampe die 2500 h macht zu funzelig im Treppenhaus ist, dann installiert er eben 100W. Macht dann in 1000h 40 kWh oder in 2500h 100kWh mehr.
Da gabs doch mal den Werbespruch von einem ESL Hersteller: "Spart mehr als sie kostet."
Gruß
Stefan
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Hallo,
On 23.03.2013 19:54, Stefan wrote:

in der Rechnung steckt ein Fehler. Eine Verlängerung der Lebensdauer beeinflusst die Lichtausbeute nur mäßig. Man darf also höchstens mit der Leistungsdifferenz für gleiches Licht rechnen. Also Pi mal Daumen den Strompreis nochmal durch 5 teilen. (20% reduzierte Ausbeute)
Hinzu kommt, dass viele Menschen nicht wirklich die Helligkeit einer Lampe als Auswahlkriterium nutzen, sondern die Leistung. Sie nehmen die erzielte Lichtmenge einfach hin. Dieser Tatsache sind beispielsweise die Traumzahlen bei den früheren LED-Leuchtmittel geschuldet. Die haben die Vergleichshelligkeit der angegebenen Vergleichsglühbirne nur in einen viel geringeren Raumwinkel erreicht.
Fairerweise muss man aber auch den Lampenpreis durch 2 teilen, wenn die Lebensdauer z.B. nur verdoppelt wird.
Die Lebensdauern können aber auch wirklich lange werden. Ich habe mal in einer Studentenbude eine Lampe gewechselt, die alleine bei mir 6 Jahre lang praktisch täglich genutzt wurde. Und bei näherer Betrachtung nach dem Tausch, kam ich zu dem Ergebnis, dass man dieses Modell schon mindestens 15 Jahre nicht mehr kaufen konnte. Sie könnte natürlich auch die meiste Zeit vorher im Schrank gelegen haben. Aber wesentlich mehr als 1000 Stunden waren es schon während meiner Zeit.

So groß ist der Helligkeitsunterschied bei erhöhter Lebensdauer aber nicht.

Bei hinreichender Brenndauer ist das mühelos zu schaffen. Deswegen werkeln ja auch in jeder Fabrikhalle und fast jedem Krankenhaus seit mehr als 40 Jahren ESLs.
Marcel
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
X-No-Archive: Yes
begin quoting, Carsten Thumulla schrieb:

Wovon?

Die Physik hat sich zwischendurch auch nicht geändert.

???

Die Kunden sind in diesem Fall identisch mit den Herstellern. Die wollten effiziente Glühlampen, sonst hätten sie die Produkte des Kartells nicht akzeptiert. Der Zusammenhang zwischen Lebensdauer und Energieefizienz war schon damals Allgemeingut. Wird Zeit, daß Du es auch endlich begreifst.
Gruß aus Bremen Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
  Click to see the full signature.
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Am 23.03.2013 18:35, schrieb Ralf . K u s m i e r z:

hat sie nicht
Das ist auch kein Beispiel für Obsoleszenz, das stimmt.

tiefer, unsichtbar

???

LOL
Carsten
--
Wehret den Lügen!

Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Ralf . K u s m i e r z, 2013-03-23 18:35:

Gemeint ist wohl: Es gibt kein offizielles Kartell mehr, aber die Hersteller stimmen ihre Aktivitäten weiterhin untereinander ab und ein Konkurrent, der da nicht mitmacht, wird das vermutlich schnell zu spüren bekommen.

Und wieso gab es dann eine Vereinbarung, dass Hersteller für langlebigere Glühlampen "Strafzahlungen" leisten mussten?
Wenn die Endkunde sich ohnehin von sich aus nur für die weniger haltbaren, dafür aber effizienteren Glühlampen entscheiden würden, wäre es doch egal, was die Konkurrenz anbietet - sie wird damit ohnehin nur Kunden bedienen, die nicht zur eigenen Zielgruppe gehören.
--
Arno Welzel
http://arnowelzel.de
  Click to see the full signature.
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Arno Welzel schrieb:

Wirklich? Die einzige Möglichkeit, die ein Hersteller hat, um die Lebensdauer von Glühlampen zu verlängern, ist, die Temperatur des Glühfadens durch eine andere Geometrie des Fadens abzusenken.
Nun korrelieren aber Wirkungsgrad und Lebensdauer mit der Fadentemperatur:
höhere Temperatur - höherer Wirkungsgrad - geringere Lebensdauer niedrigere Temperatur - niedriger Wirkungsgrad - längere Lebensdauer
Und das war schon im letzten Jahrtausend so.
Wer also heute Glühlampen herstellen würde, die 2500h halten und damit wirbt, verschafft sich gegenüber Konkurrenten mit 1000h - Glühlampen einen Vorteil, wenn er verschweigt, daß seine langlebigen Lampen sichtbar dunkler sind bei gleichem Energiebedarf als die der Konkurrenz.
Aber Verbraucher denken oft nicht so weit.
Bernd
--
Die angegebene email-Adresse ist gültig und wird sogar gelesen.

Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Bernd Laschner schrieb:

Bist du dir da wirklich sicher, haben Materialwahl, Fertigungstechnik, Dichtungen, Gaszusammensetzung und andere Parameter gar keinen Einfluss?

Und alle einflussgebenden Parameter sind exakt auf dem Stand vor hundert Jahren stehengeblieben?

Kenntst du irgendein Beispiel für ein langfristig produziertes technisches Bauteil, desses Eigenschaften auf dem Stand der ursprünglichen Entwicklung stehengeblieben ist?
Siegfried
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload

Hi, Hammer, Kupferkabel, Fußball....
--
mfg,
gUnther
  Click to see the full signature.
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
gUnther nanonüm schrieb:
.. wunderschöne Beipiele für das Gegenteil eine stagnierenden Entwicklung:

neue Stielmaterialien (Kunststoff, Verbundstoffe, Stahlrohr)

Steigerung der Leitfähigkeit, Verringerung von Querschnitt und Cu-Gewicht (Angaben sind nur noch Nennmaße, keine Materialeingenschaft).

Synthetische Materialen anstatt Leder, kleben statt nähen, Ecken statt Streifen
Siegfried
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload

Hi, reine modische Verzierung. Keinerlei Verbesserung.

Variantenbildung. Guttapercha ist knapp...

Dito, die Schweine spielen ungern mit. Solange der Ball rund ist und getreten wird....
--
mfg,
gUnther
  Click to see the full signature.
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Siegfried Schmidt schrieb:

Hallo,
die Eigenschaften von Wolfram haben sich nicht verändert, es ist nach wie vor das Metall mit der höchsten Schmelztemperatur, daran kann die Entwicklung nichts ändern.
Bye
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Uwe Hercksen schrieb:

Technisches Wolfram besteht nur leider nicht zu 100% aus Wolfram. Anteil und Art der Fremdmaterialien können sich sehr wohl ändern.

Aber die Maschinen zum Warmdrahtziehen haben sich verändert, was sich sicher auf Toleranz und Oberflächengüte des Endprodukts auswirkt.
Siegfried
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
On Mon, 25 Mar 2013 14:19:12 +0000 (UTC), Siegfried Schmidt

Das wirkt sich nur dadurch aus, dass die Zeitspanne innerhalb der das Glühobst ausfällt, noch exakter wird. ;-)
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Emil Naepflein schrieb:

Prima, da die Verwendung von Gasfüllungen die Streuung erhöht, gewinnt man durch eine geringere fertigungsbedingte Streuung die Freiheit, vorher nicht einsetzbare Gasmischungen zu verwenden.
Siegfried
Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload
Siegfried Schmidt schrieb:

http://www.plansee.com/de/Werkstoffe-Wolfram-403.htm
alles ziemlich kompliziert...
--
mfg Rolf Bombach

Add pictures here
<% if( /^image/.test(type) ){ %>
<% } %>
<%-name%>
Add image file
Upload

Polytechforum.com is a website by engineers for engineers. It is not affiliated with any of manufacturers or vendors discussed here. All logos and trade names are the property of their respective owners.