Installierte Solarleistung Ende 2011 so hoch wie der Bedarf an "Wochenendstrom"?

On Tue, 26 Oct 2010 16:26:19 +0200, Volker Staben wrote:


Der ist in der Praxis aber nicht maximal sondern minimal.
N für Leistung? Kenn' ich auch nicht.

Ich gehe von der Praxis aus. Verstehen tue ich sie nicht. Hat ein AKW so viel mehr Masse zu erwärmen als ein Kohlekraftwerk?
Gibt es nur wirtschaftliche oder auch praktische Gründe, warum AKW nicht modulieren? Wenn sie erst einmal gebaut sind, wenn erst mal alle Genehmigungen durch sind, wenn man sich keine Sorgen um das Später macht, dann sind erst einmal laufende AKWs konkurrenzlos günstig. Daher lohnt sich eben, da das Maximum herauszuholen.
Wie sähe es aber aus, wenn AKWs z.B. einen Entsorgungs- und Risikoaufschlag zahlen müssten, der bei z.B. 0,25 EUR/kWh liegen würde - wäre es dann technisch möglich, die nur als Spitzenlastkraftwerke einzusetzen?

Die Notabschaltung ist die Maximal-Modulation von 100 auf 0 %, in kürzestmöglicher Zeit. Ich kann mir vorstellen, dass diese Art der Belastung die Lebensdauer erheblich verkürzt, speziell auch da AKWs auf den Modus nicht konstruiert worden sondern das nur im Notfall vorsehen.
Schönen Gruß Martin
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Am 26.10.2010 17:20, schrieb Martin Τrautmann:

Es ging um das maximal mögliche dN/dt. Und der Wert ist bei Kernkraftwerken tatsächlich relativ groß. "Groß" ist eben nicht "träge".
Dass bei Festlastbetrieb dN/dt = 0 ist, steht auf einem anderen Blatt.

N oder P sind gebräuchlich.

Nein. Aber ein Kernkraftwerk kann seine thermische Reaktorleistung schneller ändern als ein fossil thermischer Block seinen Dampferzeuger hochfahren kann, von kleineren GuD-Blöcken mal abgesehen. Deren Maximalleistung ist oft vergleichsweise klein, so dass das maximal mögliche dN/dt auch wieder geringer wird.

Nach meinem Kenntnisstand sind tatsächlich wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend.

???
Technisch möglich wäre ein Fahrplanbetrieb oder ein Einsatz als Regelkraftwerk heute schon - genau das wird ja diskutiert. Eine entsprechende Umrüstung muss natürlich vorausgesetzt werden, schließlich muss das Blockleitkonzept an den geänderten Einsatzzweck angepasst werden. Und die wirtschaftlichen Folgen (Wartung, ...) müssen einkalkuliert werden.

Störungen und die daraus resultierende RESA oder TUSA sind nicht Regelbetrieb. Im Regelbetrieb sind die abgeforderten Leistungsgradienten dN/dt absolut beherrschbar. Man muss ja nicht von 100% auf null in minimaler Zeit, sondern lediglich von 81% auf 82% in x Sekunden.
Gruß, Volker.
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X-No-Archive: Yes
begin quoting, Martin ?rautmann schrieb:

Was heißt "in der Praxis"? Die KKW können wesentlich schneller als Kohlekraftwerke hochfahren.

Die einzuhaltenden Zeitkonstanten ergeben sich aus den zulässigen Temperatur- und Druckänderungsgeschwindigkeiten in der Anlage, und diesbezüglich ist ein KKW eine ganze Ecke solider als Kohlekraftwerke gebaut.

Erstens: Tun sie doch. Zweitens: natürlich wirtschaftliche. Das Herunterfahren eines konventionellen KW spart nennenswerte Brennstoffkosten ein, das eines KKW nicht.

Genau.
Mal abgesehen davon, daß die dann den Laden dichtmachen würden (KKW sind nicht sehr lukrativ): Das technische Problem ist die Xenonvergiftung. Ein Teil der bei der Kernspaltung freigesetzten Neutronen steht nicht für die Kettenreaktion zur Verfügung, sondern wird vom Neutronengift 135Xe weggefangen, das kontinuierlich aus dem Zerfall des Spaltprodukts 135I entsteht. Deshalb ist je nach bereits akkumulierter Xenonmenge jeweils eine Mindestleistung erforderlich, um die Kettenreaktion aufrechterhalten zu können, und die nimmt nach einer Leistungsreduktion oder Abschaltung im Laufe der Zeit zu.
Sobald die Xenonkonzentration einen kritischen Wert überschritten hat, kann ein Reaktor deswegen gar nicht mehr angefahren werden, sondern man muß tagelang abwarten, bis das Xenon seinerseits wieder von alleine hinreichend stark zerfallen ist. Da muß man also schon genau überlegen, was man macht.

Es kommt darauf an, was genau Du unter "Notabschaltung" verstehst. Ein Lastabwurf muß nicht zwangsläufig mit einer nuklearen Reaktorschnellabschaltung (RESA) verbunden sein, denn der Reaktor kann auch ohne Dampfabnahme durch die Turbine im Prinzip "volle Pulle" weiterlaufen, weil die gesamte thermische Reaktorleistung vom Kühlsystem weggekühlt werden kann. Man hat also in aller Ruhe Zeit, die Reaktorleistung runterzuregeln.
Was soll das dem Reaktor selbst ausmachen? Druck und Temperatur im RDB ändern sich dabei gar nicht, oder nur langsam. Das einzige, was sich ändert, ist die Temperatur der Brennstoffpellets, sowie geringfügig der Brennstabhüllrohre: Die heizen dann eben nicht mehr mit voller Leistung, sondern geben nur noch Nachwärme an das Kühlmittel ab. Und diese Temperaturänderung müssen sie abkönnen.
Im übrigen halte ich die Frage nach der betriebstechnischen Möglichkeit eines modulierten Reaktorbetriebs für verfehlt: Die KKW müssen weg, weil sie zu gefährlich sind und sogar im Normalbetrieb Gesundheitsschäden verursachen.
Gruß aus Bremen Ralf
--
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphäre Autor bißchen Ellipse Emission
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Ralf . K u s m i e r z schrieb:

Gibt es da einen Präzedenzfall eines leichtwassermoderierten Leistungsreaktors mit der im Westen üblichen Reaktivitätsreserve, wo dies irgend ein Problem dargestellt hätte?
--
mfg Rolf Bombach

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wrote:

Tatsache ist momentan, dass sowohl Wind- als auch PV-Strom den Strompreis im Schnitt an der Börse drückt.
Hier muss auch ein Strukturwandel in der Erzeugung stattfinden. Es müssen von den Fixkosten her günstige Kraftwerke gebaut werden, wie z.B. GUD-Kraftwerke.
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Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Wind- und PV die Herstellungskosten erhöhen, nicht nur wegen der extremen Subventionen.
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Am 23.10.2010 01:44, schrieb Gerald Oppen:

Ein automatisches bilaterales Stromhandelssystem für Alle, das genau das leisten würde, wurde abgelehnt. Mit dem EEG ließ sich die Macht der Stromversorger besser sicherstellen. Dann sollen sie jetzt bitte auch nicht jammern, wenn es jetzt so gekommen ist, wie damals schon zu befürchten war. Wer Sachverstand hatte, ahnte ja, was kommen wird. Die Anderen hielten Solarenergie ganz einfach nicht für leistungsfähig.
--
Servus
Christoph Müller
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wrote:

Nein, noch lange nicht. Laut http://www.transparency.eex.com/ haben z.B. am letzten Sonntag die großen Kraftwerke noch etwa 40 GW Leistung geliefert. PV lieferte dieses Jahr schon gelegentlich etwa 10 GW um die Mittagszeit.
Es wird also noch einige Jahre dauern bis PV soweit ist.
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Am 23.10.2010 09:37, schrieb Emil Naepflein:

"Lange" ist ein dehnbarer Begriff. Die Installationsleistung pro Jahr ist nicht konstant. Sie steigt noch immer und ähnelt somit einer e-Funktion. Solche Funktionen sollte man nicht unterschätzen.
--
Servus
Christoph Müller
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Christoph Müller schrieb:

Naja, das wächst nicht ins Unendliche. Eher eine tanh-Funktion. Und wenn die Messwerte wackeln, sieht man nicht genau, wo man schon angekommen ist. Es besteht also noch Hoffnung, dass dieser Wahnsinn zum Ende kommt.
--
mfg Rolf Bombach

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Wundert es dich, dass gerade jetzt vermehrt solche Artikel auftauchen, welche sich gegen regenerative Energien richten? Derzeit gibt es berall Demos gegen Atomkraft und jetzt rstet die Gegenseite halt auch auf.
Nur die Stromnetze sind mittlerweile nicht mehr so intransparent wie frher. Ich habe mir auch mal sehr sonnige Wochenenden dieses Jahr angesehen und ich kann nichtmal erkennen, dass bei hohe Sonneneinstrahlung irgendwelche anderen Kraftwerke nennenswert gedrosselt werden. Auch nicht im Juli, da mssten ja nach Krzung der Einspeisevergtung schon massiv PV Anlagen am Netz gewesen sein:
http://www.transparency.eex.com/de/freiwillige-veroeffentlichungen-marktteilnehmer/stromerzeugung/tatsaechliche-produktion http://www.transparency.eex.com/de/daten_uebertragungsnetzbetreiber/stromerzeugung/tatsaechliche-produktion-solar
Meine Erklrungsversuche fr diesen Sachverhalt:
a) Der Solarstrom dient momentan nur zur Spitzenlastdeckung b) Er verteilt sich aufs europische Verbundnetz c) Die Speicherkraftwerke machen damit ihre Bottiche voll
Gerade auch wegen b) drften die Behauptungen in dem Artikel auch in den nchsten Jahren absolut unbegrndet sein.
Allerdings bin ich der Meinung, dass endlich der Ausbau der Stromnetze vorangetrieben werden muss. Und der Neubau von Speicherkraftwerken. Bei letzterem verfolge ich im Sden fters mal die Pressemeldungen. Z.B. im Schwarzwald sind gerade Planugen im Gange http://www.schluchseewerk.de oder auch als kleinere Einheit bei den Stadtwerken Ulm.
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Am 23.10.2010 11:56, schrieb Martin Kobil:

Kraftwerksbetreiber != Netzbetreiber. Der Netzbetreiber gleicht die Bilanz über den Regler aus. Daher hat der KW-Betreiber keinen Grund, in den Kraftwerken, die nicht am Regler hängen auch nur ein MW abzusenken. Den Schwarzen Peter hat der Netzbetreiber, da er Regelenergie einsetzen muss. PV ist mittlerweile gut im Regelintegral sichtbar.

Ja und Nein. Lege eine typische Lastgangkurve über eine Kurve der PV-Einspeisung (z.B. www.sma.de).

Ja, mit o.a. Folgen.

Im Fall von Windenergie ja, für PV gilt das noch nicht, da die Kurzfristprognosen und damit die Vermarktung an der Börse noch viel zu ungenau sind, um derartige Leistungsbeträge unter Einhaltung der Systemstabilität sicher durch's Netz zu schieben.

Ich kenne diesen Artikel nicht, aber die Prognose sagt 30 GW Ende 2015.
Viele Grüße Jörg
--
Signatur entlaufen...

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Joerg Bradel schrieb:

Endlich mal Klartext.

Das wären dann etwa 20% der Dachflächen. Nicht wenig, aber immerhin irgendwie denkbar, im Gegensatz zu andern "Prognosen".
Fair, auch wenn desillusionierend, wäre die Angabe des prognostizierten Verbrauchszuwachses, auch ganz ohne Elektromobile.
--
mfg Rolf Bombach

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Aha, tagsber wird geladen, und fahren darf man nur Nachts? Gruss Harald
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Am 23.10.2010 12:47, schrieb Harald Wilhelms:

Ein Auto steht am Tag im 23 Stunden nur rum. Egal, ob vor dem Supermarkt, vor dem Arbeitsplatz oder daheim. Während dieser Zeit kann es prinzipiell am Netz hängen.
--
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Christoph Müller
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