Kompensationsanlage: Kondensatordefekt nach 5 Jahren?

Hallo,
ich habe eine 87,5kVAr Kompensationsanlage, unverdrosselt, bei der vier der sechs Kondensatorbatterien defekt sind.
Zweimal sind die Deckel bedenklich nach oben gewölbt, zweimal sind sie abgeflogen und ein schwer definierbares krüsseliges Zeugs hat den Schrank von innen überzogen.
Zur Anlage des Kunden:
Der Klirrfaktor der Spannungen liegt immer so bei 2% bis 3%, die Anteile (Spannung) der Harmonischen (3-19) haben einzelne Maxima bis 3%, liegen aber sonst weit drunter. Die Kompensationsanlage sitzt dicht am Trafo.
Überwärmung kann ich eigentlich ausschließen, da der Betriebsraum recht kühl ist. Zudem schaltet ein Temperatursensor die Anlage bei Übertemperatur im Schaltschrank ab.
Woran liegt das? Hätte man verdrosseln müssen? Die Anlage wurde so vom Hersteller nach Einsicht in die Langzeitmessung (aus der S,P,Q,U,I und Harmonische für I und U hervorgehen) geplant.
Zwischenzeitlich habe ich einen anderen bevorzugten Hersteller, der grundsätzlich verdrosselte Anlagen empfiehlt. Das macht mich doch nachdenklich.
Gewährleistungsansprüche gegen mich stehen übrigens NICHT im Raum
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Am 10.05.2010 13:24, schrieb Carsten Kreft:

Offensichtlich eingeschwungener Betrieb? Sind hohe Stromspitzen möglich? Entscheidend ist die Impedanz des Netzes. EVUs sollten die eigentlich messen können.

Wären Resonanzen möglich?

Das ist eine Frage der Temperaturträgheit.

Hier dürfte es sich um Mittelwerte handeln.

Mir wäre bei Verdrosselung wohler. Denn Netze besitzen Impedanzen. ;-)
--
mfg hdw

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Das musst Du mir erklären.

Oh ja. 630kVA oder 400kVA Trafo (müsste ich mal nachschauen), eingespeist über vier paralelle 4 x 95mm². Länge vom Trafo zur NSHV: ca. 5m Länge Kompensation NSHV: ca. 4m, zwei 4 x 35mm² Das Ganze im Idustriegebiet mit Maschennetz 10kV seitig.

Gute Frage, nächste Frage. Dazu müsste ich ja Uk und Sn vom Trafo wissen. Aber wenn ich mir den Fachbericht zu Oberschwingungen von KBR durchlese, wird mir immer klarer, dass es hier wohl zur Resonanz gekommen ist. Die empfehlen ab 15% nichtlinearen Verbrauchern Verdrosselung bzw. ab 2% Spannung bei der 5. Harmonischen und 3% gesamte Spannungsoberschwingungen. Ich habe mir jetzt mal die damaligen Daten nochmal angeschaut: Da gibt es Zeiten, wo die Summe von H3, H5 und H7 schon jenseits der 4% liegt. Und vor einem Jahr ist ein damals noch unberücksichtigter FU für nen 90kW Motor dazu gekommen. Da sehen die Oberschwingungen wohl schon ganz anders aus. Dafür werde ich weniger Kompensationsbedarf haben. Auf Grund des Feiertages werde ich in dieser Woche keine Daten sammeln, sondern die nächste Woche mal mitschreiben.

In dem Schrank gibt es zudem keine Lüfter. Von KBR kenne ich nur Anlagen mit aktiver Belüftung in dieser Größe.

Spitzenwerte im Messintervall. Als Mittelwert kann ich mir nur die mittlere Stromstärke im Messintervall anzeigen lassen.

Ich denke auch.
Die neue Anlage wird auf jeden Fall verdrosselt sein. In 10 Tagen habe ich die neuen Daten für drei Tage.
Ärgerlich ist, dass damals der Hersteller mich nicht auf die Probleme hingewiesen hat. Mir war sowas nicht beigebracht worden. Und das, wo Herr Fourier nun nicht erst gestern seine Erkenntnisse publiziert hat. Schwingkreise gibt es auch schon länger.
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Am 10.05.2010 19:56, schrieb Carsten Kreft:

Es werden keine Oberwellen, verursacht zB durch Schaltvorgänge brücksichtigt.

Riecht nach Unübersichtlichkeit.

Auch Oberwellen, in vielleicht Zeiten von zB 10ms?

Üblicherweise werden Kompensationskondensatoren heut durch Halbleiter geschaltet. Das sollte hinreichend berücksichtigt werden.

Du hast mit Verkaufspersonal gesprochen? Es kann aber auch sein, daß dein Problem erst im Zusammenhang mit anderen Blindstromerzeugern/Schaltanlagen in eurem Industriegebiet entsteht. Dann könnte der Hersteller diese Problematik noch garnicht voll erfaßt haben? Auf alle Fälle würde ich den neuen Hersteller mal auf dein "Panorama" hinweisen. Vielleicht kennen die die Thematik bereits?
--
mfg hdw

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Am 10.05.2010 19:56, schrieb Carsten Kreft:

Oberwellen, die nur als Transienten auftauchen, werden durch ältere Meßverfahren nicht berücksichtigt.

Riecht nach Unübersichtlichkeit.

FUs neigen zu Verzerrungen der Amplitude. Sollte nicht sein, aber...

Aktive Lüftung dürfte gerade bei kurzzeitiger Spitzenbelastung günstiger sein.

Auch Oberwellen, in vielleicht Zeiten von zB 10ms?

Üblicherweise werden Kompensationskondensatoren heut durch Halbleiter geschaltet. Das sollte aber hinreichend berücksichtigt sein.

Du hast mit Verkaufspersonal gesprochen? ;-) Es kann aber auch sein, daß dein Problem erst im Zusammenhang mit anderen Blindstromerzeugern/Schaltanlagen in eurem Industriegebiet entsteht. Dann könnte der Hersteller diese Problematik noch garnicht voll erfaßt haben? Auf alle Fälle würde ich den neuen Hersteller mal auf dein "Panorama" hinweisen. Vielleicht kennen die die Thematik bereits?
--
mfg hdw

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