Meister in Elektrotechnik im Fernunterricht

Feb 06, 2004 16 Replies

Hallo zusammen,



nachdem ich mich weiterbilden, jedoch meinen jetzigen Job nicht aufgeben möchte, spiele ich mit dem Gedanken nebenher den Meister in Elektrotechnik zu machen. Nun gibt es anscheinend eine ganze Menge Fernakademien und Institute die einen auf die Prüfung bei der IHK vorbereiten. Welches Institut kann man denn empfehlen? Manche von denen streben nicht mal die Prüfung bei der IHK an, sondern stellen selbst ein aberwitziges Diplom aus, sowas möchte ich natürlich nicht, auch wird den privaten Schulen immer nachgesagt, dass die Schüler nur auf die Prüfung hingedrimmt werden sollen. Gibt es eigentlich auch staatliche Möglichkeiten am Fernunterricht teilzunehmen? Mich wundert etwas, dass ich im Web so wenig über Fernstudium in der Meister-Ecke finde, in der heutigen Zeit müsste man doch die Vorlesungen alle online besuchen können, ist da kein Interesse dran?



Vielen Dank für Eure Erfahrungswerte. :-)


Mfg, Martin.


"Martin Leinfelder" schrieb

Zu "nebenher" könnt ich jetzt ne Menge loslassen. Ich lass es aber. Du musst es selber wissen.

IHK? Elektrotechnikermeister sind Handwerksmeister.

Wenn Du glaubst, die Meisterschule bereite einen auf das "richtige Leben" vor, dann bist Du eh fehl am Platz. Die Meisterschule sorgt dafür, dass Du die Meisterprüfung bestehst. Und zwar genau die, wie sie an eben der selben Schule durchgeführt wird. Glaub mir, _niemand_ hätte eine Chance gehabt, die Meisterprüfung in Dortmund zu bestehen, wenn er sich nicht vorher den unsäglichen Kurs eben dort angetan hat. Was wollen die eigentlich sehen, auf was wird geachtet, was muss wie aussehen, welche Formulierungen werden erwartet, welche Herangehensweise gefordert, das alles bastelt sich jede Prüfungskommision selbst zurecht. Und am Ende hat jeder, der schreiben kann und Sachen kapiert (wahlweise auch auswendig lernt), die Garantie auf eine bestandene Prüfung. Vorbereitungskurs beim "Institut XY" und Prüfung dann bei der HWK? Halt ich für absolut unwahrscheinlich.

Handwerkskammern sind die Hüter des Heiligen Grals. Selbiger wird an A verliehen, wenn A hinreichend Einheiten von EUR an die HWK überwiesen hat, brav alles auswendig lernt und zum Abfragezeitpunkt parat hat. Übrigens sind das keine Vorlesungen. Wir haben zwei Monate vor der Prüfung eine Art Übungsprüfung durchgeführt, an Hand derer man uns dann erklärt hat, auf was man dann im Ernstfall achten muss. Dies war das Wichtigste. Der Rest: Dummschwatz eines unfähigen Dozenten, der als Fachbereichsleiter sämtliche Saufkumpel und Schützenbrüder zu "Fachdozenten" erklärt hat. Unvergessen ist die Erklärung: "Was ist eine candela" von Herrn ***.

Du willst ernsthaft Meister werden? Nimm ein JAhr Urlaub. Nimm 10 kEUR. Lass Dich vollsülzen, schalte beim Geschwafel des Dozenten ab - aber versuch wach zu bleiben, wenn die Hinweise zur Prüfung kommen. Mach Dein völlig realitätsfernes Meisterstück (Ich sag nur: Greif-ISO-Schellen). Mach Deine theoretischen Prüfungen (graphische (!) Berechnung des Neutralleiterstroms, "Wie erkennt man, ob alle Heizkreise einer

7-Takt-Platte funktionieren", "Erklären Sie die Funktion eines Kapillarrohrreglers"). Freu Dich auf 3 Wochen Entspannung bei der Ausbildereignungsprüfung. Lerne, lerne, lerne zum betriebswissenschaftlichen Teil (Goldene Finanzierungsregel, Kennziffern der Bilanz, Gewinn und Verlustrechnung - halt alles das, was man als Steuerberater so macht). Und kauf Dir adäquate Kleidung zur feierlichen Überreichung der hoch ehrwürdigen Urkunden. Aus meinem Kurs haben bis auf zwei alle die Prüfung auf Anhieb geschafft. Ca. 6 halte ich für zumindest fähige Elektriker. Den Rest (so ca. 10 Leute) würd ich aus meinem Haus schmeißen, sollten sie dort irgendwas elektrisches machen. Bei diesen Leuten Rede ich auch nicht vom "Meisterbrief" sondern von "Der Lizenz zum Töten". Doppelte Nullen waren es auf jeden Fall schon.

Hallo, Carsten,

Du (carsten-kreft) meintest am 06.02.04:

Ist auch besser so. Ich habe hier einige Jahre Meistervorbereitungskurse (Elektro- Installation) gegeben, in Abendform. Jeweils insgesamt etwa 1 Jahr lang. Der Prüfungsausschuss war mit den Ergebnissen zufrieden, und die so ausgebildeten Meister brauchten den Vergleich mit den in Vollzeitform vorbereiteten Meistern überhaupt nicht zu scheuen.

Bei Fernkursen wäre aber auch ich etwas skeptisch - ist zu sehr Einzelarbeit.

Viele Grüße! Helmut

"Carsten Kreft" schrieb im Newsbeitrag news:c00o6c$vq5$05$ snipped-for-privacy@news.t-online.com...

Er schrieb: "Meister in Elektrotechnik". In Verbindung mit "IHK" deutet das auf den Industriemeister hin, vermutlich Fachrichtung Energietechnik.

Ansonsten kann ich mich Deinen Ausführungen zu Meisterprüfungen nur anschließen.

Und für den OP: Wenn Du nicht ernsthaft vorhast, einen Betrieb für "Gipselektrik" selbstständig zu führen, sondern ggf. irgendwo angestellt sein wirst, kann ich Dir nur raten staatl. gepr. Techniker zu werden. Hier dauert die Ausbildung allerdings etwas länger.

MfG Gerd

Hallo, Gerd,

Du (ka-tsching) meintest am 07.02.04:

2 Jahre in Tagesform (Vollzeit) 4 Jahre in Abendform (Teilzeit)

Inzwischen ist der Techniker - soweit es um die mit dem Meisterbrief verbundenen Berechtigungen geht - dem Meister gleichgestellt.

Viele Grüße! Helmut

Da kann ich mich nur anschließen. Habe mal jemandem Nachhilfe für die MEISTERPRÜFUNG gegeben. Der konnte nicht mal den Gesamtwiederstand von 3 parallelen Wiederständen berechnen.

Note der theoretischen Prüfung: EINS

Sonst noch Fragen ?

Die sollten den Meiterbrief endlich abschaffen !!!!

Andere können "Widerstand" noch nicht mal richtig schreiben ...

vG, sorry, der /mußte/ raus :)

Hallo.

In welcher Schule war der denn? Hat der den Meister dann bei der IHK gemacht, oder wo anders?

-- Ciao, Martin.

Am 2004-02-07 schrieb HHullen snipped-for-privacy@BTX.dtag.de (Helmut Hullen):

Das ist nur bedingt richtig.

-Ein Techniker darf nur unter bestimmten Voraussetzungen an Anlagen arbeiten, die am Betreibernetz liegen, die Voraussetzungen sind für Handwerksmeister einfacher zu erfüllen.

-Ein Techniker kann eine Ausbildereignungsprüfung abgelegt haben, muss dies aber nicht.

-Ein Techniker darf normalerweise keinen eigenen Handwerksbetrieb (im Gegensatz zu einem Handwerksmeister) anmelden.

Am 2004-02-06 schrieb "Carsten Kreft" :

Es sei denn, er will einen Industriemeister Fachrichtung Elektrotechnik machen. Es kommt ja immer darauf an, was er gelernt hat.

Das ist ebenso falsch. Meisterprüfungen sind bundesweit relativ gleich. Die Fragen sind bundesweit gleich. (zumindest von den theoretischen Teilen).

Eine Prüfung muss schon jeder selbst bestehen. Jede Meisterschule bereitet seine Schüler nur auf die Prüfung vor, meldet seine Schüler bei der IHK/ Handwerkskammer zu Prüfung an, und dann muss der Schüler selber sehen ob er die Prüfung besteht. Und erst muss der Fachtheoretische Teil vorgewiesen werden (wie auch immer er zustande gekommen ist), bevor man weitere Prüfungen ablegen kann. Zudem werden in Zukunft "Projektbezogene" Prüfungen angesagt sein. Die üblichen Prüfungen, wie es sie bisher gab, sind IMO Vergangenheit.

Das ist einer der üblichen Wege. Sicher bietet die Handwerkskammer (auch die IHK für ihren Bereich) auch eigene Kurse an, und drückt vielleicht auch mal bei eigenen Kursteilnehmern eher mal die Augen zu (sie haben ja letztlich den Vorteil auf sämtliche Prüfungsunterlagen der letzten Jahre zurückzugreifen), aber letztendlich kommen die Prüfungsausschüsse auch nur aus den Betrieben der Umgebung, welche ebenso daran interessiert sind, dass ihre Leute (egal wo sie sich vorbereitet haben) auch bestehen, denn viele Betriebe wollen wirklich, dass die Mitarbeiter weiterarbeiten, auch wenn sie sich auf die Meisterprüfung vorbereiten. Dass nur ein Teil besteht, obwohl sie vielleicht besser sind, liegt wahrscheinlich eher an der Überlegung, wie viele Meister (besonders im Handwerk) eine Region verträgt...

Hallo, Juergen,

Du (j_bors) meintest am 08.02.04:

[...]

Inzwischen ja. Da wurde geändert.

Viele Grüße! Helmut

Am Fri, 6 Feb 2004 19:59:23 +0100, "Carsten Kreft" meinte:

so sehe ich es auch. Die IHK bietet definitiv keine Meisterpruefung (Handwerk) an. Wie auch, das machen die HWK und nachgeordnet die jeweiligen Innungen die Kurse.

Das Techniker jetzt auch in der Handwerksrolle eingetragen werden koennen ist mir neu. Ich frag mal naechste Woche bei meiner HWK nach.

Ralph

Dass das die ursprüngliche Absicht des Meisterzwanges war, sieht man daran, dass nach alten Zunftordnungen Einer, der eine Meisterswitwe heiratet, ohne weitere Anforderungen selbst die Meisterwürde erlangte.

Und heute gibt es noch Meisterzwang in Fächern, in denen überhaupt keine Sicherheitsaspekte auftreten, sogar in künstlerischen.

Michael Kauffmann

Hm, dem konntest Du nicht wiederstehen, was? Ich finds wiederlich, wie hier wiedersinnig und wiedereinander dem Wiederpart ein grammatikalischer Wiederhaken verpasst wird. Wenn Dir das wiederfahren würde, würdest Du das ohne Wiederklang und ohne zu wiederstreben wiederspruchslos hinnehmen?

MfG Gerd

;-)

Am 2004-02-08 schrieb R.Heiden :

Es gibt aber auch in der Industrie Meister. Dieser hat zwar nur recht beschränkte Möglichkeiten, aber es gibt ihn.

Mir auch. Techniker besitzen allgemein keine Betriebswirtschaftliche Ausbildung. Bisher kenne ich es nur so, dass der Technikerabschluss als fachtheoretischer Teil bei der Handwerkskammer für einen Handwerksmeister angerechnet werden kann. Das wäre aber relativ absurd, wenn der Techniker sowieso einen Betrieb eröffnen dürfte. Aber man ist inzwischen ja schon wundersames unserer Politiker gewohnt.

Postest du mal das Ergebnis? Es würde mich interessieren ob das bundesweit gilt. (einige Bundesländer haben hier und da schon mal besondere Regelungen...)

Ingenieure (ohne Diplom), staatlich gepr. Techniker, Industriemeister und sogar Gesellen nacht 6 Jahren Berufserfahrung werden seit 1. Jan. 2004 ausnahmslos in die Handwerksrolle eingetragen.

--siehe Novellierung der Handwerksordnung-- Ueber das Thema -Betriebswirtschaftliche Kenntnisse der Handwerksmeister- moechte ich hier nichts sagen. Das gehoert heutzutage zur Allgemeinbildung. PS: Auch in der Technikerausbildung wird Betriebswirtschaft gelehrt. Lasst Euch einfach mal den Stundenplan einer Technikerschule zuschicken. Gruss Helmut

Am 2004-02-10 schrieb snipped-for-privacy@aol.com (H. Stuetzer):

Naja. Hat sich nur bei den Handwerkskammern noch nicht ganz rumgesprochen. Das Gesetz soll es seit Anfang letzten Jahres schon geben. (Info einer Technikerschule). Falls jemand einen kurzen Hint sucht:

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Stimmt, fiel nur etwas dürftig aus, "Gesellschaft" war dem Lehrer wichtiger.

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