UV-Spektrum des Brenners einer HQL - Leuchtmittels

Hallo Ihr,
habe hier ein defektes Leuchtmittel (Glaskolben ist zersprungen, Brenner ist
in Ordnung) Osram HQL-R de luxe (für Floraset Pflanzenlampe, 90 Watt). Jetzt
wüßte ich gern, welcher Wellenlängenbereich vom Brenner abgestrahlt wird,
dh. ob eher UV-A, -B oder -C. Danke für jeden Tip und
Gruß Helmut
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Helmut Tarnick
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"Helmut Tarnick" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@individual.net...
Hallo, hier findest Du das Spektrum der Lampe
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Die Wellenlänge von UVA,B,C: A: 320-380nm B: 280-315nm C: 100-280nm
750-2400nm ist der IR-Bereich
380nm (violett) - 780nm (rot) ist der sichtbare Bereich.
Als Erkenntniss draus, würde ich sagen deine Lampe stahlt weder UVA, B oder C aus, ok. etwas. UVA.
Hoffe es hilft,
Gruss Christian
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Arcor
Hallo Christian,
das ist das Spektrum der intakten Lampe (mit Beschichtung im Glaskolben, die das UV-Licht des Brenners in sichtbares Licht umwandelt), ich habe aber nur noch den Brenner, und der sollte das Spektrum des angeregten Quecksilbers abstrahlen. Nun gibt es ja Hoch- und Niederdrucklampen, die möglicherweise unterschiedlich abstrahlen, und ich wüßte gern, welches Spektrum mein Brener abgibt. Hoffentlich verständlich ausgedrückt? Danke Dir und
Gruß Helmut
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Helmut Tarnick
"Helmut Tarnick" schrieb im Newsbeitrag news: snipped-for-privacy@individual.net...
Hallo Helmut,
ok. die Arbeit hätte ich mir sparen können. Immerhin wissen wir nun das Pflanzenlampen kein UVA,B oder C Strahlungen abgeben, ist ja auch was. -)
Aber wer lesen kann ist klar im Vorteil... Sorry.
Gruß Christian
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Christian
Helmut Tarnick schrieb:
Die Brenner dieser Lampen sind meines Wissens gewöhnliche Quecksilberdampf-Hochdrucklampen. Ich kann dir als Anhaltspunkt folgende Daten eines Brenners mit 125 Watt geben, der in HQL-Lampen von Philips und auch in "nackter" Form als "Höhensonne" eingesetzt wurde:
Bei einem Bestrahlungsabstand von 50 cm sind folgende Werte typisch: UV-A 20700 mW/m2 UV-B 19200 mW/m2 UV-C 2150 mW/m2
Als Wellenlängenbereich gilt hier: UV-A: 380-315 nm UV-B: 315-280 nm UV-C: unterhalb 280 nm
Quelle: "Quecksilberdampf-Hochdrucklampen", Philips technische Bibliothek, Herausgeber Dr. W. Elenbaas, 1966
Da dein Brenner nur 90 Watt hat, werden die Werte bei dir entsprechend niedriger sein.
Weiters wäre noch zu bemerken, dass die Brenner bei HQL-Lampen ja in einem zweiten Glaskolben drin sind und daher aus "gewöhnlichem" Quarzglas ohne Filterzusätze gebaut sind. Bei den "nackten" Höhensonnen hat man spezielles Quarzglas verwendet, welches sehr kurzwelliges UV nicht durchlässt, deshalb erzeugen die "Höhensonne"-Brenner kein oder nur sehr wenig Ozon. Bei deinem ausgebauten Brenner wird das vermutlich nicht der Fall sein.
Dein Brenner wird also voraussichtlich Ozon erzeugen, neben viel UV-A auch einiges an UV-B und (wenig) UV-C abstrahlen. Als technische UV-Quelle mit entsprechenden Schutzvorkehrungen wäre er also zur Not geeignet, wenn man die Ozonbelastung irgendwie in Grenzen hält (geschlossenes Gehäuse oder Lüftung mit Abluft ins freie).
Als "Höhensonne" im Solarium sind solche Brenner aber ungeeignet, weil das UV-B Sonnenbrand und das UV-C sogar Hautkrebs erzeugen kann. Augenschäden sind ohne Schutzbrille ebenfalls zu erwarten.
HTH, Andy
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Andreas Haimberger
Ein HQL-Brenner ist keine Leuchtstofflampe. In grober Näherung sollte der Brenner durch geeignete Beimengungen bereits das vom Hersteller gewünschte Spektrum liefern, die Beschichtung im Glaskolben dient nur noch der Feinjustage und der Reduzierung des unerwünschten UV-Anteils.
Es wird dem ähneln, was Christian bereits gepostet hat, Vielleicht etwas mehr Blau/UV und etwas weniger Rot.
In jedem Fall ist aber vom Betrieb des "rohen" ungeschützten Brenners *dringend* abzuraten. Das Ding steht unter hohem Druck, und wenn er sich aus irgendeinem Grund im Betrieb verabschiedet, fliegen glühende Glasteile durch den ganzen Raum.
Hergen
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Hergen Lehmann
Im Brenner sehe ich nur ein paar kleine Quecksilbertröpchen; welcher Art sollten die Beimengungen denn sein, daß sie das Spektrum des Quecksilbers so sehr beeinflussen (oder bin ich hier ganz auf dem Holzweg)? Hatte die Vorstellung, daß das vom Brenner abgestrahlte UV erst durch die Kolbenbeschichtung in sichtbares Licht des gewünschten Spektrums umgewandelt wird...
Gruß Helmut
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Helmut Tarnick
Hergen Lehmann schrieb:
Das gilt für Metall-Halogenid-Lampen. In HQL-Lampen sind ganz gewöhnliche Quecksilberdampf-(Hochdruck)Lampen ohne irgendwelche Zusätze drin. Die Kombination Brenner/Leuchtstoffkolben kann durchaus als Leuchtstofflampe bezeichnet werden. Der Unterschied zu den Niederdruck-Lampen liegt darin, dass die Hochdruck-Entladung wesentlich mehr sichtbares Licht abstrahlt. Weil dieses aber aus wenig Kontinuumsstrahlung und hauptsächlich aus einigen wenigen Linien besteht, ist die Farbwiedergabe des nackten Brenners sehr bescheiden, der Leuchtstoff dient neben der besseren Lichtausbeute zur Verbesserung der gewünschten Lichtfarbe. Mit Metall-Halogenid-Lampen kriegt man auch ohne Leuchtstoff passable Lichtfarben hin.
MFG, Andy
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Andreas Haimberger
Helmut Tarnick schrieb:
Keine Beimengungen, der hohe Druck machts, das entstehende UV-C wird schon im Brenner wieder weitgehend absorbiert.
Ich kenne diese Lampe nicht, ist denn eine pigmentierte Beschichtung auf dem Aussenkolben zu sehen?
Gruß Dieter
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Dieter Wiedmann
ok., danke.
Das heißt, daß Ozon nur durch UV-C erzeugt wird und daß die Glaszusammensetzung über das abgestrahlte Spektrum entscheidet? Hergen sagte was von Beimengungen im Brenner, die das Spektrum beeinflussen und daß die Kolbenbeschichtung nur der Feinanpassung dient.
Hatte überlegt, ob der Brenner für Desinfektionszwecke (Orchideenzucht) geeignet wäre, er müßte dann aber einen hohen UV-C Anteil haben. ähnlich wie hier beschrieben:
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Das Geld für eine Röhre würde ich nicht ausgeben, weil es sich erst mal nur um einen Spleen handelt, aber der Brenner liegt bei mir rum und könnte noch was Nützliches tun.
Gruß Helmut
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Helmut Tarnick
Du meinst, das Spektrum ist druckabhängig?
Ja, ähnlich wie bei einer Fernsehröhre...
Gruß Helmut
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Helmut Tarnick
Helmut Tarnick schrieb:
Aber ja, Rolf Bombach hat da auch mal Spektren gemessen und online gestellt, schau mal nach seiner Website.
Dann wird das wohl nur der Verbesserung des Spektrums dienen, so wie Andreas das bereits schrieb.
Gruß Dieter
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Dieter Wiedmann
Helmut Tarnick schrieb:
Ist Deine Frage theoretischer oder praktischer Natur?
Auf jeden Fall wird die Lampe eine schädliche Menge an UV-C-Strahlung erzeugen, wenn sie ohne Außenkolben betrieben wird. Zum einen kann dadurch die Haut Schaden nehmen (Sonnenbrand). Andererseits kann schon eine kurzzeitige Exposition der Augen zu einer Entzündung der Hornhaut oder Bindehaut führen. Der warnende Schmerz stellt sich aber erst Stunden nach der Exposition ein:
"UV-Strahlung hoher Intensität kann innerhalb von Stunden oder sogar von Minuten die vordersten Partien des Auges schädigen. Es kann zur Entzündung der Hornhaut (Photo-Keratitis) und zur Entzündung der Bindehaut (Photo-Konjunktivitis) kommen. Sie werden durch photo- chemische Reaktionen in den Epithelzellen verursacht. Dabei werden die äußersten Zellen der Hornhaut und der Bindehaut zerstört. Die Schädigung macht sich sechs bis acht Stunden nach der Exposition durch starke Augenschmerzen bemerkbar. Der Geschädigte hat das Gefühl, als hätte er Sand in den Augen. Da in der Hornhaut und der Bindehaut ständig neue Epithelzellen nachgebildet werden, ist die Schädigung reversibel. Etwa ein bis zwei Tage nach der Erkrankung tritt eine vollständige Heilung ein."
Da die UV-Strahlung auch irreversible Schäden hervorrufen kann, sollte man vom Betrieb des nackten HQL-Brenners grundsätzlich absehen.
Christian.
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Christian Koch
Helmut Tarnick schrieb:
Das UV-C wird durch die Entladung im Quecksilberdampf erzeugt, bei Hochdrucklampen aber nur in geringen Mengen. Ozon wird aus dem Luftsauerstoff durch kurzwelliges UV-C (unterhalb von 200 nm) erzeugt.
Die Höhensonnen haben Kolben aus dotiertem Quarzglas, das kurzwelliges UV-C absorbiert.
Das gilt für andere Brenner-Ausführungen, siehe dazu meine Antwort auf Hergens Beitrag.
Für Desinfektionszwecke sind Hochdruckbrenner sehr schlecht geeignet, weil nur wenig UV-C erzeugt wird. Dafür gibt es spezielle Niederdrucklampen, diese sind genau so aufgebaut wie normale Leuchtstofflampen in Rohrform. Der Unterschied zu den Beleuchtungslampen liegt darin, dass das Glasrohr aus speziellem UV-C-durchlässigem Glas gefertigt ist und keine Leuchtstoffschicht besitzt. Diese Röhren sehen wie durchsichtige Leuchtstofflampen aus und können mit den gleichen Drosseln und Startern betrieben werden.
Website von Osram dazu:
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Der Hochdruck-Brenner wäre für Entkeimung nur schlecht geeignet. Ich würde mir entsprechende HNS-Röhren von Osram kaufen, die kann man in normalen Leuchtstofflampen-Balken betreiben.
UV-C ist aber ausserordentlich gesundheitsschädlich, erzeugt Hautkrebs und Augenschäden. Als Schutz wäre normales Fensterglas geeignet, da geht kein UV-C durch.
MFG, Andy
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Andreas Haimberger
Andreas Haimberger schrieb:
ACK, im wesentlichen durch die Linie bei 193nm.
Gruß Dieter
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Dieter Wiedmann
Ganz sicher nicht, da hat es ohne Schutzglas UV A, B, C und UV das Ozon erzeugt, Wellenlänge selber nachschauen.
Alle Quechsilberdampfhochdrucklampen zu Beleuchtungszwecken haben einen beschichteten Aussenkolben. Die Beschichtung hat dieselbe Funktion wie bei den Leuchtstoffröhren.
Ernst
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Ernst Keller
Meine Höhensonne erzeugt Ozon.
Wenn man den Brenner mit geringer Leistung betreibt(ev. kVG für 8W Röhre nehmen) erzeugt er im Verhältnis mehr UVC.
Ernst
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Ernst Keller
Aha.
Dh. mein Brenner ist nicht besonders geeignet, schade. Vielelicht versuch ich's trotzdem mal, da das Ding nun mal hier ist, ansonsten...
... werd mir mal die Preise ansehn.
Ja, da paß ich schon auf. Danke Dir und
Gruß Helmut
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Helmut Tarnick
danke Dir für die Hinweise, die Gefahr ist mir schon bewußt, deshalb würde ich mich auch entsprechend verhalten.
Gruß Helmut
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Helmut Tarnick
Und deshalb also NDL, da hier der UV-C Anteil höher ist. Schade, wäre eine schöne Aufgabe für den Brenner gewesen...
Ruhige Woche wünscht Dir Helmut
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Helmut Tarnick

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