Warum brauchen Atomkraftwerke unbedingt eine externe Stromversorgung?

Hallo,
warum brauchen Atomkraftwerke unbedingt eine externe Stromversorgung?
Könnte nicht die Restwärme eines abgeschalteten Reaktors einen kleinen
Dampfgenerator antreiben, der ausreichend Strom für die Kühlung des Reaktors erzeugt von dem er angetrieben wird.
Benedikt
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"Benedikt Schwarz" schrieb

So ähnlich dachte man in Tschernobyl auch und hat es mal getestet ...
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Am 11.03.2012 13:10, schrieb Benedikt Schwarz:
Moin Benedikt!

Empfehlenswert um die technischen Details zu verstehen, die in den einfacheren Modellen nicht vorkommen ist der Podcast Alternativlos Folge 14: <http://www.alternativlos.org/14/
Ciao Dschen
--
Dschen Reinecke

=== der mit dem Namen aus China ===
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On 11.03.12 13.10, Benedikt Schwarz wrote:

Man kann alles machen, aber es ist einfacher, das ohnehin notwendige Stromnetz zu verwenden. Und täusche Dich mal nicht bezüglich der Größe eines solchen Generators. Die Pumpen brauchen mächtig Energie und Du musst letztlich auch das ganze Kontrollzentrum mit Strom versorgen. Da kommt schon einiges zusammen.
Im übrigen gibt es durchaus Reaktorkonzepte die sich weitgehend passiv nachkühlen lassen. Der Ansatz ist dabei allerdings eher, ohne den normalen Primärkreislauf auszukommen und die Abwärme direkt für die Konvektion zu nutzen. Schau mal bei AVERA NP ins Programm.
Marcel
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Hi, dazu die Stabilitätsprobleme, etwa wenn sich eine der notwendigen Pumpen als kaputt herausstellt...und mal eben den zehnfachen Strom zieht. Da muß man schon erheblich vorsorgen, auch was das "Notleistungsnetz" angeht.

Hätte man um jeden Block eine "Tasse" aus Beton gestellt, die man bei Bedarf sozusagen "vollmacht", es hätte zumindest keine Kernschmelze geben müssen. Doch da es konstruktiv billiger war, kam nur ein Sichtschutz und ein Kranfundament darum. Eben alles erstmal nur auf "Betrieb" hin konstruiert, nicht auf angenommene Katastrophen. Etwa daß die Notinfrastruktur nur äußerlich danabengestellt war, ist schon sträflich. Alle Hilfsaggregate gehören gepanzert, schon weil sie im Notfall wichtiger sind als der Betrieb selbst. Man stelle sich das vor, die Diesel und Tanks wären in Betonklötzen versteckt gewesen, die eine halbe Stunde unter Wasser dicht bleiben könnten, die würden vielleicht jetzt noch laufen. Einzige notwendige "Investition" wäre dazu ein eigenes weiteres Kraftwerksgebäude gewesen, innen eben ohne Meiler, aber mit Tank im Keller und Großdiesel oben. Stattdessen wurde die Waterkant mit Rohren verunziert.
--
mfg,
gUnther
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gUnther nanonüm schrieb:

Hallo,
wenn man die Notstromdiesel in Beton verbunkert müssen aber auch noch genügend hohe Schnorchel für die Ansaugluft und entsprechende Auspuffkamine dran. Die Abwärme der Diesel muß auch aus dem Bunker raus, mit und ohne Tsunami. Im Ernstfall müssen die Notstromdiesel ja wochenlang störungsfrei durchlaufen können.
Bye
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Hi, wozu? Die Tsunamiwelle erreichte keine 15m, die Blöcke wurden nicht "über-flutet", sondern nur geflutet. Es gibt Filme aus dem "ersten Stock", wo Autos um den Block herumschwimmen... Und der Diesel muß ja nicht wirklich ständig laufen, dafür gibts ja den Batteriesatz. Die Flut war nach Minuten abgelaufen, das Dieselöl leider auch, und die Motoren standen unter Wasser in ihren Betonkisten. Und der Auspuff von "Ubooten" geht ohne Rohr, einfach eine Ventilklappe reicht. Nach oben hat soein Block ja genug "Platz" für Kühlluft.
--
mfg,
gUnther
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Es macht sicher mehr Sinn, die AKW's abzuschalten und rueckzubauen. Die Notstromdiesel lassen sich dann fuer Krankenhaeuser oder Katastrophenschutz- einrichtungen gut verwenden.
K.L.
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Am 12.03.2012 12:12, schrieb gUnther nanonüm:

Die Notstromdiesel sind dafür da, um den Reaktor im Störungsfall zu kühlen und der Batteriesatz, um die Steuerung aufrecht zu erhalten, bis die Notstromdiesel hochgefahren sind.
--
Gruss
K.F.


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Am 12.03.2012 12:12, schrieb gUnther nanon�m:

Die Japaner haben nach Tsunamis immer an der höchsten von der Welle erreichten Linie Steelen zu Warnung der Nachgeborenen gesetzt. Wenn diese Warnungen ignoriert werden, der hat dann im Fall des Falles die Folgen zu tragen.
--
mfg hdw

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Hi, da Japan aber auch mit jedem Erdstoß ein wenig versinkt, haben selbst diese Steelen wenig Sinn. Dazu kommt die veränderte Küstenform, je nach Wellenform und -Richtung läuft das in den Inlets besonders hoch auf.
--
mfg,
gUnther
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gUnther nanonüm schrieb:

Hallo,
lies mal hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Nachzerfallsw%C3%A4rme
Ein Reaktor mit 4 GW thermisch hat nach 11 Monaten Dauerbetrieb nach dem Abschalten immer noch über 100 MW Wärmeleistung in der ersten Minute nach dem Abschalten und in der ersten Stunde immer noch über 40 MW. Nach 3 Monaten immer noch 3 MW. Um diese Nachzerfallswärme zuverlässig über viele Monate hinweg abzuführen kann man mit einem grossen Akkuraum nichts ausrichten, da braucht man schon durchgehend etliche kW für die Kühlwasserpumpen, entweder aus dem Stromnetz oder aus dem Notstromdieseln. Man muß ja in den ersten Minuten über 25 m^3 pro Minute Kühlwasser durch den Reaktorkern pumpen, nach der ersten Stunde immer noch über 7 m^3 pro Minute. Der Kontrollraum muss ja auch versorgt werden, mit einigen 100 Watt bekommt man den noch nicht mal ordentlich beleuchtet, alle wichtigen Mess-, Registrier- und Warneinrichtungen müssen ja auch weiter betrieben werden.
Bye
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Am 12.03.2012 16:35, schrieb Uwe Hercksen:

Naja bei meinem Karren dürfte die Nachzerfallswärme bei Vollgas so bei 0,5 MW liegen. Das ist ein Alu Kühler mit etwas Pustefix davor und eine Wasserpumpe zum Umwälzen des Kühlmittels.
Die Probleme liegen eher bei t< 3 Monate :-(
Butzo
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Das ist bekannt, dennoch, die drei Reaktoren waren alle Stromlos nach dem Versagen der Akkusätze, dennoch hats nicht sofort "poff" gemacht. Hätte man um die eigentlichen Gebäude eine "Betonschüssel" gehabt, die man "bis zum Eichstrich" z.B. mit gereinigtem Süßwasser gefüllt hätte, der Kühlmittelverlust wäre ohne größeren Aufwand zu decken gewesen. Alternativ eben ein größeres Frischwasserreservoir oberhalb in den Bergen, das keinen Pumpenstrom braucht, um irgendeinen Tank zu füllen. Doch alle Funktionen waren diselelektrisch, keine Fallbacklösungen. Nichtmal externe Aufzüge, Nottreppen oder mobile Rampen, um die internen verseuchten Gänge umgehen zu können. Hätte man direkt das Dach der Blöcke von außen erreichen können, eine kleine Ladung hätte das Schlimmste verhindert. So gabs eben die große Verpuffung. Und warum hat kein Militärstützpunkt nach dem ersten Knall eine schultergestütze Rakete gestiftet? Nie war es so teuer, nicht geballert zu haben.
--
mfg,
gUnther
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Am 12.03.2012 00:11, schrieb gUnther nanonüm:

Hm, ich meine gelesen zu haben, dass die Kühlung in Fukushima im Prinzip durchaus stromlos funktionierte und dass der Strom aus den Akkus im wesentlichen der Versorgung der Leitwarten diente.
Ich kann mir kaum vorstellen, dass die notwendige Pumpleistung über Stunden aus Akkus bereitgestellt werden kann.
Weiss da jemand etwas konkretes? Momentan lese ich hier nur Vermutungen.
Gruß
Stefan
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Hi,
in de.sci.ing.elektrotechnik Stefan

Ich meine gelesen zu haben, dass die so eine dampfbetriebene Pumpe hatten, eine je Reaktor, die vom Reaktorinneren mit Dampf versorgt frisches Wasser hätte reinpumpen können. Nur ließen sich die Ventile dafür nicht öffnen. (Dass dabei ein bisschen Radioaktivität rausgeht ist immer noch besser als...)
mfg. Gernot
--
< snipped-for-privacy@gmx.de> (Gernot Zander) *Keine Mailkopien bitte!*
Urlaub bedeutet, dass du nicht in der Firma am Computer sitzt, sondern dich
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