welches Loetzinn?

Bisher habe ich nur bleihaltiges Loetzinn verwendet, ueberwiegend Sn60Pb40

Bleifreies Loetzinn habe vermieden wegen der schwierigeren Handhabung.

Ich hab jetzt noch einen Anbieter gefunden, der wohl Restbestaende an bleihaltigem Loetzinn verkauft:

formatting link
Das enthaelt allerdings 2% Cu. Welche Vor/Nachteil hat das?

Falls ich doch mal bleifreies Loetzinn verwenden sollte: welches empfiehlt sich , was sich moeglichst einfach (niedriger Schmelzpunkt) verarbeiten laesst? Was bringt da Ag-Anteil?

Ich hab an zig Standorten einfache ungeregelte Loetkolben und kann die nicht alle durch teure geregelte Loetstationen ersetzen.

Reply to
Ulli Horlacher
Loading thread data ...

IIRC[0] ist der Hintergrund, dass Kupfer in geschmolzenem Lötzinn (langsam) löslich ist und so eine Lötspitze aus Kupfer über die Zeit vom Lötzinn langsam "angefressen" wird. Der geringe Kupferanteil im Lötzinn soll das verhindern, weil damit die Legierung wohl schon gesättigt ist und nicht weiter an der kupfernen Lötspitze "nagt". Ausserdem "nagt" dann das geschmolzene Lötzinn auch nicht an den Bauteilen, die da gerade eingelötet werden.

Man liest sich, Alex. [0] Zumindest wurde mir das so vor ewig langer Zeit mal so erklärt.

Reply to
Alexander Schreiber

Tu es weiterhin! Bleifrei macht vielleicht in der industriellen Fertigung Sinn, nicht aber im Hobbylabor, wo bunt gemischt Reparaturen und Neukonstruktionen mit alten und neue Bauelementen stattfinden, und wo mit der Hand gelötet wird.

Restposten tauchen immer wieder mal auf, und bei Ali kannst du verbleibtes Zinn noch ganz regulär als Lagerware bestellen. Keine Panik. Aber wenn ein Sonderangebot auftaucht, kann es nicht schaden, sich eine große Rolle beiseite zu legen.

Soll wohl das Gefüge beim Löten von Kupfer verbessern. Nachteile sind mir nicht bekannt, mein Bastelkisten-Vorrat an Lötzinn hat das schon seit Jahrzehnten.

Der Schmelzpunkt ist bei Bleifrei nicht das Problem, sondern vielmehr, das das Zinn nicht mehr schlagartig erstarrt, sondern eine ausgeprägte, breiige Phase aufweist. Gerade beim Handlöten steigt die Gefahr kalter Lötstellen erheblich.

Die Zusätze verändern die Schmelztemperatur und die Verarbeitungseigenschaften. Silber ist schon kein falscher Ansatz, Reinzinn macht mit der Hand keinen Spaß.

Es gibt auch billige, geregelte Lötkolben mit Temperatureinstellung am Handgriff. Tu dir den Gefallen!

Mit ungeregelt ist spätestens bei durchkontaktierten Leiterplatten mit Masseflächen nichts mehr auszurichten. Der klassische 30W-Kolben ist sofort kalt, das ungeregelte 80W-Brateisen ruiniert dir alles.

Reply to
Hergen Lehmann

Genau so ist es bei mir. Zudem loete ich nur alle paar Wochen mal was. Ich bin daher weit weg vom Profi.

Welche sind da empehlenswert? Ich befuerchte dass das teuer wird, ich hab 7 Loetkolben an ebensovielemn Standorten.

So etwas loete ich sowies nicht. Nur bedrahtete Bauelemente und Draehtchen auf Lochrasterplatten.

Reply to
Ulli Horlacher

Ist ein wenig Geschmackssache. Meine Wahl wäre Weller WS-81 mit 80W Lötkolben. Hab ich mehrere von im Einsatz und die laufen ohne Probleme.

Wenn es günstiger sein soll gibt es ganz interessante Teile von Aoyue. Da bekommt man so ab 30,- € brauchbare Lötstationen.

Das ist eher eine Frage der Leistung. Wenn über die Masseflächen die Wärme wegfließt muss man einfach genug Leistung nachliefern. Das bedeutet aber auch, dass man wenn man einen geregelten Lötkolben nimmt, dass der eine hohe Leistung haben soll. Mit 30W kommt man da nicht weit. Mit 50W geht da schon einiges. Besser 80W, auch für SMD.

Man kann sich ja auch weiterentwickeln ;-)

Reply to
stefan

Am 13.01.23 um 13:21 schrieb Ulli Horlacher:

Weiß ich nicht, aber ich verwende seit umzig Jahren Lötzinn Sn60PbCu2. Da die Rolle in den nächsten Monaten aufgebraucht sein wird, habe ich bei Mouser eine verbleite Rolle mit 2 % Ag gekauft, die wird bis an mein Lebensende reichen. Das Angebot von Mouser sieht mir nicht nach Restbeständen aus. Für Reparaturarbeiten und im privaten Bereich ist verbleites Lötzinn nach wie vor erlaubt.

Der Schmelzpunkt steht im Datenblatt.

Reply to
Gerald Eіscher

Bei mir ein TS100 für mobilen Einsatz (läuft aus einer PD-fähigen Powerbank oder jeder gerade greifbaren 12-24V Quelle) sowie mehrere China-Lötstationen der Marke "KSGER" auf T12-Basis. Einst als billiges Zweitgerät angeschafft, schlugen sich die Dinger so gut, das die WS81 einstaubt...

Ja, darauf wollte ich hinaus. Diese 80W müssen dann aber zwingend geregelt sein, sonst stellen sich Temperaturen ein, welche weder die Platine noch die Bauteile überleben.

Reply to
Hergen Lehmann

Am 13.01.23 um 15:22 schrieb Hergen Lehmann:

Naja, so ganz ungeregelt sind die ja oft auch nicht. PTC Heizelement sollte ja wohl Standard sein. Bei meinem 25W-Eisen messe ich im kalten Zustand >60W und im warmen eher 8W. Die Nennleistung ist da eher irgendeine Zufallszahl dazwischen. Natürlich bricht die Temperatur ein, wenn er belastet wird - ist ja eine reine P-Regelung -, aber das eine oder andere Mainboard mit Elkoinsuffizienz habe ich schon geflickt.

Problem ist oft eher die Wärmeleitfähigkeit der Lötspitze. Kann die überhaupt genug Wärme transportieren?

Marcel

Reply to
Marcel Mueller

Sieht interessant aus. Was mich stören würde wäre die digiale Bedienung. Ich ziehe da ein Drehpoti vor. Ist wesentlich schneller und einfacher. Aber so ein kleines kompaktes Teil hat schon was.

Absolut richtig.

>
Reply to
stefan

Die Bedienung im täglichen Gebrauch ist simpel: Knopf drücken, auf die gewünschte Temperatur drehen, nochmal drücken. In die Tiefen des Menüs muss man zum Glück nicht vordringen. Hauptvorteile gegenüber der guten alten Weller sind die kurze Aufheizzeit und der schnelle Wärmenachschub durch das direkt in der Lötspitze sitzende Heizelement. Auch ganz nett ist der Auto-Poweroff bei Nichtbenutzung. Mir zumindest passierte es oft, das ich im Heimlabor abgelenkt werde und den eingeschalteten Lötkolben vergesse...

T11/T12 ist ein Lötsystem der japanischen Firma Hakko, welches die Chinesen billig raubkopiert haben (und gleichzeitig verbessert, die Originalstationen sind doof).

Reply to
Hergen Lehmann

stefan schrieb:

Ja. Ich musste auch dreimal hingucken, bis ich gerafft habe, was der Unterschied zwischen einer "analogen" und einer "digitalen" Lötstation ist. Viel (geregelte) Leistung bringt vorallem dann was, wenn der Heizer so nah wie möglich an der Spitze liegt.

Reply to
Rolf Bombach

Ich hab das so verstanden das Lötzinn dazu neigt mit Kupfer eine Legierung zu bilden. Lötzinn löst also die Kupferbahn, die man löten will, an. Man merkt den Effekt besonders stark bei billigen Litzen die nur optisch aussehen wie Kupfer aber eigentlich mit Kupfer bedampften Eisendraht enthalten. Nur etwas zu lange gelötet und die Litze nimmt kein Lot mehr an. Um den Effekt zu minimieren wird das Lötzinn direkt mit etwas Kupfer legiert.

formatting link
Verwende das jetzt seit vielen Jahren und hab meine Restbestände an bleihaltigem Lot erstmal eingelagert. Weil bleifreies Lötzinn deutlich leichter ist wie das bleihaltige war ich überrascht was da für ein Klotz an Spule gekommen ist.

Ja, das Lot verhält sich etwas anders. Man braucht etwas zum Umgewöhnen. Aber ich würde nicht sagen das es sich schlechter verlöten lässt. Wenn Lötstellen sauber sind und man noch etwas zusätzliches Flussmittel zuführt bekommt man damit auch glänzende Lötstellen hin.

Das ist möglicherweise eine Stelle wo irgendwann mal nachgebessert werden könnte. Wer sagt denn das eine Lötstation teuer sein muss? Ich bin wegen der günstigen STM32 T12 Lötstationen komplett auf Hakko T12 (oder T15) umgestiegen. Ich verwende nur die kurzen Stationen ohne eingebautes Netzteil. Mit einer großen USB-C PD Power Bank kann ich mit denen auch mobil mal aus der Power Bank löten.

Gruß

Manuel

Reply to
Manuel Reimer

Falls noch nicht bekannt:

formatting link
Dann einfach drehen und warten --> Temperatur ist geändert. Ist dann nicht anders wie mit Poti.

Ich hab mir zwei der kleinen Stationen ohne eingebautes Netzteil angeschafft. Eine ist dauerhaft an meinem Lötarbeitsplatz. Sie nimmt da kaum Platz weg weil das Netzteil unter dem Tisch liegt.

Die zweite hab ich mir in einen Alukoffer gepackt und da dann direkt auch alles was man so für's Löten braucht. So hab ich eine Station, die ich ggf. auch mal zu jemandem mitnehmen kann, immer bereit mit allem Zubehör.

Und wenn ich dann doch mal zwei Lötkolben brauche (z.B. beim Auslöten im SMD-Bereich) kann ich die "mobile Station" auch mal schnell mit auf den Arbeitstisch stellen. Weil ich für beide das gleiche Spitzensystem verwende passen dann auch alle meine Spitzen in beide Lötkolben.

Ich hab mir an meine "fest installierte Station" noch einen Original Hakko Ständer gehängt. Den mit Schaltkontakt. Dann entfällt das fummelige "Aktivität erkennen" mit "Schüttelsensor". Sobald der Lötkolben abgelegt ist senkt die Station die Temperatur ab.

Und wenn man schonmal einen Schaltkontakt hat, hab ich da noch eine weiteren Mikrocontroller mit in die Leitung gehängt um mit dem ein Relais zu schalten. Am Relais ist meine Lötdampf-Absaugung. Wenn ich jetzt den Lötkolben aus dem Halter nehme, dann startet die Absaugung wenige Sekunden danach. Und wenn ich den Lötkolben wieder ablege, dann läuft sie noch etwas nach und schaltet dann ab.

Die Original-Stationen haben auf jeden Fall weniger "Modding-Potential" wie die günstigen Nachbauten. Ob die Original-Stationen einen besser funktionierenden Regler haben kann ich, mangels Vergleich, nicht sagen.

Nur bei den Spitzen setze ich dann doch auf Original. Ich hab Original Hakko verglichen mit "Nachbau" und gerade wenn man komplizierte Lötstellen hat (viel Wärmebedarf) schlagen sich die Original-Spitzen etwas besser. Wenn ich bedenke wie lange eine gute Spitze hält, dann lohnt einfach nicht an der Stelle zu sparen.

Gruß

Manuel

Reply to
Manuel Reimer

Das scheint ein wenig von der Firmwareversion abzuhängen. Bei meinen Exemplaren führt ein Linksdrehen ohne Drücken zu einer festen Temperaturabsenkung (Standby), ein Rechtsdrehen zu einer festen Temperaturerhöhung (Boost). Den zweiten Druck kann man auch bei meinen Stationen weglassen, verliert durch den Timeout des Temperaturauswahl-Menü dann allerdings den Vorteil der kurzen Aufheizzeit.

Ich auch nicht. Ich bezog mich mit meinem Statement vor allem auf die Punkte

- die Originale sind klobig,

- die Bedienung über Tasten (statt Drehgeber) ist umständlich,

- es gibt weniger Bauformen, die besonders kompakte Variante mit externem Netzteil existiert bei Original-Hakko z.B. nicht.

- das quietschbunte, knubbelige Plastikdesign der Originale erinnert eher an die Spielzeugabteilung als an ein professionelles Arbeitsgerät,

Ich habe eine bunte Mischung aus Original (nachgekauft) und China-Nachbau (was halt bei der Station dabei war). Bislang habe ich aber auch die Chinesen nicht kaputt bekommen.

Zum Glück sind die Dinger ja voll kompatibel und auch T11 vs. T12 macht in der Praxis keinen Unterschied. Warum Hakko im Marketing je nach Zielmarkt zwischen diesen beiden Serien unterscheidet, habe ich nicht herausfinden können.

Reply to
Hergen Lehmann

Manuel Reimer schrieb am Tue, 17 Jan 2023 15:58:57 +0100:

Bei Ali gibt es den Verkäufer KSGER, der ein Mainboard für das lange Gehäuse anbietet, das mit 6 Stck. 18650 Li-Ion bestückt werden kann. Ich habe dann sogar noch einen Wandler 8-24 V auf 26V eingebaut und einen XLR-Einbaustecker zum Laden (Gut, viel Platz ist jetzt nicht mehr in der Hütte) und das Ding läuft wirklich ewig mit einer Akkuladung. Ansonsten mit Laptop-Netzteil oder an der KFZ-Steckdose LKW/PKW wieder laden bzw. online betreiben. Seit ich das Ding habe, hat keiner meiner Gaslötkolben mehr einen Mucks gemacht.

formatting link
MfG

Frank

Reply to
Frank Scheffski

stefan, 2023-01-13 17:43:

Oder die "KSGER T12"-Teile, die eine günstige Basis mit Hakko T12-Lötspitzen (oder "kompatiblen" Varianten) mit Heizung in der Lötspitze kombinieren. Die sind nicht ganz so billig wie 30 EUR, aber durchaus brauchbar, vor Allem heizen die sehr schnell auf und regeln gut nach:

formatting link

Dazu braucht's dann noch eine Ablage für die Lötspitze, wie sowas:

formatting link

Die "Metallwolle" ist während des Lötens kann sinnvoll sein, weil man damit nicht ständig die Lötspitze im feuchten Schwamm abkühlt und stresst und man spart sich vor dem Löten das anfeuchten des Schwamms.

Persönlich habe ich noch eine Hakko FX888D - aber das ist mit ca. 160 EUR teurer und nicht unbedingt besser. Der Lötkolbenhalter ist fragwürdig verarbeitet, weil sich die Lackierung das schnell ablöst und auf der Griffansatz verteilt. Das ist wohl ein bekanntes Problem, was aber nicht geändert wird - so quasi nach dem Motto, dass Patina halt sein muss:

formatting link

Quelle:

formatting link

Reply to
Arno Welzel
<Viele Vorschläge für Lötstationen> <delurk>

In meinem Hobbybereich schwören viele auf die JBC-Lötstationen. Ja, die sind teuer. Sollen jedoch den Spagat zwischen "Gehäuse löten" und "SMD-Löten" am besten hinbekommen.

Ist die "KSGER T12" dafür ein günstiger "Ersatz" oder sind das 2 Welten?

Frank

Reply to
Frank Schletz

Am 14.01.2023 um 07:33:37 Uhr schrieb stefan:

Ich habe hier eine Ersa icon pico mit Tasten. Ist überhaupt kein Problem, das Menü versteht jede Oma, die noch nie einen PC hatte.

Reply to
Marco Moock

PolyTech Forum website is not affiliated with any of the manufacturers or service providers discussed here. All logos and trade names are the property of their respective owners.