Werden Speicher billig?

Sep 21, 2024 Last reply: 1 year ago 55 Replies

Der Hauptzweck meines Balkonkraftwerkes ist, meßtechnisch nachzuweisen, was ich ohnehin längst wußte. Nach zwei Tagen bestätige ich, an 16 Stunden des Tages liefert es gar nichts und an 5 rund das Doppelte des Bedarfes. Speichern ist also offensichtlich sinnvoll und nur eine Preisfrage.



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Ignorieren wir die versprochenen 6000 Zyklen. 10 Jahre Garantie sind rund 3600 Zyklen. Bei einer Kiliowattstunde pro Zyklus und 600 Euro Kaufpreis sind das 17 Cent pro Kilowattstunde oder fünf Jahre Amortisationszeit.



Wenn ich so etwas kaufe, habe ich noch mehr Wünsche. Das Aufladen sollte mit unsauberem Wechselstrom aus dem Notstromaggegat möglich sein (saumäßiger Teillastwirkungsgrad) und es muß einen Inselwechselrichter speisen können. Das macht's natürlich wieder teurer aber die Preisentwicklung scheint erfreulich zu verlaufen.



Am 21.09.2024 um 11:47 schrieb Axel Berger:

Ich vermute mal, dass es maximal 250, eher 200 Zyklen pro Jahr sind. Das reduziert sich noch mit der Speichergröße. Je mehr Speicher man installiert, umso weniger Volllastzyklen hat man. Schont den Speicher, aber die tatsächliche Zyklenzahl ist sicherlich nicht der entscheidende Faktor wenn es mehr als 3000 sind.

Ich hab in letzter Zeit schon Angebote für Speicher um die 150,- € je kWh gesehen. Da fängt man schon mal an zu rechnen. Hab auch mal überlegt, ob man damit nicht das Schwimmbad heizen könnte. Also alles an nicht genutzem Solarstrom ins Schwimmbad geben. Dafür gibt es auch preisgünstige Wärmepumpen.

Das sollte nicht viel ausmachen.

Ich würde das ganze aber als Hobby verbuchen. So wie du das planst dient das ja auch als Notstromversorgung und ist daudurch möglicherweise sinnvoll.

Das Einsparpotential für einen Privathaushalt ist aber doch eher eingeschränkt.

Axel Berger schrieb:

Insellösung soll doch bei Netzausfall einspringen, verstehe ich das richtig? Bei 400 oder 800 W Leistungsproduktion erscheint mir das sehr hoch gegriffen. Bei unseren 16 Modulen auf dem Dach habe ich auf die Insellösung verzichtet. Hier im Osten Münchens ist das Netz so stabil, daß auch mal eine halbe Stunde problemlos gemeistert werden sollte.

Ich hab mir das einfacher gemacht und den Notstromausgang unseres Wechselrichters auf einen gesonderten Verteiler mit eigenen FI/LS und eigenen Steckdosen geführt. Im Falle des Falles muss ich die Gefrierschränke und sonstige wichtigen Dinge halt umstecken.

Grüße Marc

Ja. Ich habe absichtlich nicht Vollastzyklen gesagt und mit der Hälfte der Nennkapazität gerechnet. 1 kWh sollte ich auch an vielen Wintertagen hinbekommen. Mir geht es im Zweifel um pessimistische Minimalabschätzungen.

Der ungenutzt verschenkte Photostrom ist da und kostet mich jetzt nichts. Die Solaranlage muß sich schon mit dem genutzten amortisieren. Damit kostet die zusätzliche kWh nur die 17 Cent des Speichers -- über zehn Jahre. Toll ist das nicht, aber draufzahlen würde ich auch nicht.

Nicht im Normalfall. Da soll er die Tageszyklen der Photvoltaik in den Abend verlängern. Aber wie Stefan schon sagte, die Zusatzwünsche sind eher billig und wenn der teure Akku schon da wäre, wollte ich das auch haben. 600 Euro sind kein Pappenstiel, da will ich dann gleich alles.

Ja. Notstrom ist Not- und Ausnahmefall. Da kann ich auch Verlängerungskabel quer durch die Wohnung legen.

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Hier ähnlich, aber der Gefrierschrank ist schon fest am Ersatzstromkreis. Ansonsten Verlängerungsleitungen, wenn nötig.

Wirklich alles an den Ersatzstromkreis zu schalten finde ich ohnehin sehr fragwürdig, da ggf. eingeschaltete Lasten wie WaMa, Herd etc. auch schon größere Akkus als wie von Axel gefragt, ohne dass jemand den Netzausfall mitbekommen hat, entleert werden.

Ich will den Wechselrichter auch abtrennen können, wenn die Batterie leer ist. Und es gibt wohl auch Anfordeurngen an N und PE, die in der normalen Hausinstallation schwierig zu erfüllen sind. Das muss ich aber noch genauer erfragen.

Grüße Marc

Wie hast du das nun berechnet? Denn kurz danach erwähnst du 50 % Teillastzyklen. Du rechnest also mit 1 kWh von 2048 Wh?

600 € / (3600 * 1000 Wh) = 0,1667 €/kWh

...schon bedauerlich, dass Amazon mit "2048W Akkukapazität" wirbt.

Hm, woher weiss denn die "ShinePhone-App für Echtzeit-Leistungsanalyse" ob du gerade den Strom selbst verbrauchst oder ins Netz rückspeist?

Fehlt da nicht noch ein Shelly o.ä. im Sicherungskasten?

Auf der DC-Seite eingespeist sollte der Akku nicht merken, ob das vom Panel oder einem Generator kommt.

Die c't hat hier im aktuellen Heft ein paar Artikel dazu. Es gibt auch Balkonkraftwerksspeicher, die die Großverbraucher mit einem Zwischenstecker messen und halt damit leben, die Anbindung nicht immer auf Null fahren zu können. Ein Hersteller behauptet, mit einem patentierten Messverfahren den Verbrauch der eigenen Installation ohne Messgeräte ermitteln zu können, das soll laut dem c't Bericht erschreckend gut funktionieren.

Notstromaggregate mit DC-Ausgang dürften angemessen selten sein. Viele Geräte haben Heuristiken am DC-Eingang um defekte Solarmodule detektieren zu können, diese Heuristiken triggert man relativ leicht, wenn man andere Stromquellen anschließt. Außerdem muss die DC-Quelle ja auch noch mit den MPPT-Versuchen des Wechselrichters oder des Speichers klarkommen können.

Auf den zweiten Blick ist das alles angemessen nichttrivial; ich bezweifle dass Axel im gewünschten Preissegment die gewünschten Features finden wird.

Grüße Marc

Gar nicht. Die eine Kilowattstunde am Tag bei 2 kWh Nennkapazität sind keine Rechnung sondern eine pessimistische (und explizit oben genannte) Minimalannahme. Anders mache ich Kostenschätzungen nicht, ich schreibe keine geschönten Verkaufsprospekte.

Das ist ein völlig anderes Thema. Da dieses Gerät wohl nur mit seiner Klaut redet und sonst mit niemandem, ist es ohnehin indiskutabel. Mir geht es nur um den Preis. Wenn eines so billig ist, werden andere nachzehen.

Mit 600 Euro für 2 kWh ist ein kostendeckender Betrieb prinzipiell möglich. Mehr wollte ich nicht zeigen. Ältere Akkus waren bei halbwegs realistischen Annahmen Zuschußgeschäfte.

Ähnlich mein Balkonkraftwerk. 60 Cent pro Kilowatt Modul-Nennleistung für die Komplettanlage sind ein Wort. Noch vor kurzem waren die illusionär, heute lieferbar.

Dieser schon, der hat einen MPP-Regler. Vor allem liefert mein Generator keinen Gleichstrom. Selbstbau scheidet aus, einen vernünftigen Preis werde ich ohne Großserie nicht hinbekommen.

Heute sicher nicht. Wer weiß, was bei der erfreulichen Preisentwicklung noch kommt? Eine gut (genug)e Regelung ist mit HA hinzubekommen. Akkueinheiten mit API ohne Klautzwang kommen hoffentlich auch.

Meine eingespeiste Leistung sehe ich derzeit im Zwei-Minuten-Takt. Die als Soll-Ladeleistung übertragen gibt ein Pendeln um null mit einer Amplitude, mit der man gut leben kann. Bei einer Wolke gehen dann halt mal um die 300 W zwei Minuten lang aus dem Netz in den Akku.

Dennoch bleibt die Frage: Wie will die Akkupufferung erkennen, wann du den Strom selbst verbrauchen willst, statt dass er ins Netz zurück gespeist wird, gerade wenn schon ein Zähler mit Rücklaufsperre installiert wurde. Denn ohne Rücklaufsperre ist quasi das Netz dein Akku.

Stimmt - meines kostete 400 € für 800W+ Leistung, davon 200 € von der Stadt erstattet, macht 0,25 kW statt 0,50 €/kW.

AC-Eingang in ein 24-V-DC-Netzteil schicken ist zwar eine Kette von Umsetzer-Verlusten. Einfacher ist ohnehin, vom Gemerator bei Bedarf die

230 V AC einzuspeisen. Aber da dir Verluste ja egal wären, warum nicht den komplizierten Weg wählen? Wenn man nicht auf Nachkommastellen rechnen mag, sondern Abschätzung der Größernordung reicht, dann kommt das hin.

Axel Berger schrieb am 21.09.24:

Mal eine ganz dumme Frage vom Solar-Laien: Wie erkennt ein Speicher, dass momentan ein Überschuss an Solarenergie da ist, den er speichern soll, und wann er die Energie später wieder abgeben soll?

MfG Gerald

Im Idealfall hat er Zugriff auf die Daten des "Ganz außen" sitzenden Stromzählers.

Grüße Marc

Mein Generator hat 2 kW. Das ist bei einem Akku mit 2kWh zwar schon Schnelladen, aber unter, sagen wir, 75 % Ladestand nicht schädlich.

Ein 2 kW Netzteil ist nicht billig. Dieser Akku wird in den DC-Kreis eingeschleift und simuliert offenbar am Ausgang für den MPP-Tracker des Mikrowechselrichters ein Panel. Für das, was mir vorschwebt, bräuchte ich einen AC gekoppelten. Auch die gibt es bereits, also nicht unerfüllbar. Mir ging es anhand dieses für mich unbrauchbaren Modells erst einmal nur um die Preisentwicklung. Dies war die erste Modellrechnung, bei der die gespeichterte kWh mit 17 Cent in sinnvolle Größenbereiche kam. Das allein finde ich schon bemerkenswert.

Und was wenn nicht?

Solche DC-Speicher wie der Growatt Noah 2000 haben scheinbar keinerlei Kontakt zu einem externen Energie-Management-System, dass ihnen verraten würde, ob Eigenverbrauch ansteht.

Dann muss man ihm mit messenden Zwischensteckern wenigestens Zugriff auf die Großverbraucher geben und einen Grundverbrauch angeben. Siehe <vcp72g$224ut$ snipped-for-privacy@news1.tnib.de> oder die Artikel in der aktuellen c't.

Grüße Marc

Das ist problematisch, weil nicht alle Wechselrichter damit klarkommen, wenn sich so ein Speicher so ganz anders verhält als ein Panel (abrupte Lastwechsel).

Grüße Marc

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