Leitungsdimensionierung

Aug 09, 2007 14 Replies

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Hier in Paraguay hat man häufig einen 1000Ltr Tank auf dem Dach, da die Wasserversorgung regelmäßig ausfällt.

Ob 1000Ltr Tank für Dich reicht, musste mal nachrechnen, ich glaube es reicht nicht :-)

Dann brauchste nur in jeweils 24h das Wasser im Tank wieder aufzufüllen und gut ist es.

Wenn Du den Tank noch mit einem Solarpanel erweiterst, haste einfach schon warmes Wasser, zumindest im Sommer. Und spart Heißwasser Kosten.

Zysterne mit elektr. Pumpe, oder meinst Du sowas mit Wasservorlage?

Saludos Wolfgang

Es soll eine Trinkwasseranschlußleitung an einem recht weit entfernten einzelnen Verbraucher angeschlossen werden. Die Länge der Hauswasserzuleitung beträgt rund 2,5 km. Das Problem ist nun die Dimensionierung der Leitung. Einerseits entstehen kurzzeitige Spitzenverbräuche (30 Duschen, 50 Waschplätze), andererseits ist der restliche Tagesbedarf marginal. Wird die Durchflussrate gem DIN in Hinblick auf die Strömungsgeschwindigkeit berechnet, so folgt daraus ein entsprechend großzügiger Rohrquerschnitt. Die Befürchtung des Wasserversorgers ist nun, dass Totwasser entstehen könnte und dieser schlägt daher eine Zwangsspülung durch den Endabnehmer vor. Das würde jedoch zu indiskutabel hohen Wasserkosten führen.



Die Frage ist nun, wie mit einem wesentlich kleiner ausgelegten Durchmesser dennoch der Spitzenbedarf abgedeckt werden kann, ohne dass die Durchflussgeschwindigkeit das erlaubte Maß übersteigt. Eine andere Alternative wäre eine Wasservorlage mit Druckerhöhung nach der Wasseruhr des Hausanschlusses, das wäre dann dem Wasserversorger egal, da er ja nur bis zur Wasseruhr für die Wasserqualität verantwortlich ist.



Es wurde auch ein Membrandruckbehälter zur Sprache gebracht. Allerdings bin ich der Meinung, dass das nur bedingt funktioniert. Denkbar wäre bei dieser Variante, dass ab einem bestimmten unteren Druckpunkt ein Motorkugelhahn so über eine Durchflussmesser geschaltet wird, dass die max. Strömungsgeschwindigkeit nicht überschritten wird. Wäre diese Variante technisch und auch zu vertretbaren Kosten machbar?



Habt ihr sonst noch Ideen oder Anmerkungen dazu?



Danke und Grüße Harald


Keine Antwort zur Dimensionierung, da das einfach ist. Aber ein Gedanke zum Totwasserproblem, welches das eigentliche Problem hier darstellt. Mache eine Doppelleitung zum Abnehmer, welche an der Hauptleitung so angeschlossen wird, da=DF durch entsprechende Druckdifferenzen an der Hauptleitung eure Nutzleitung permanent durchsp=FClt wird. Hierdurch steht also an der eigentlichen Stichleitung zum Abnehmer immer frisches Wasser zur Verf=FCgung und nur die vielleicht 5 oder 10 m der Stichleitung enthalten abgestandenes Wasser.

Im Max. Betriebsfall flie=DFen dann das Wasser in der Doppelleitung einsinnig zum Verbraucher.

Diese Doppelleitung entspricht also nur einer Parallelleitung zur Hauptleitung.

Am Thu, 9 Aug 2007 15:36:08 +0200 schrieb Harald Maedl:

Lasse dich von der Firma Danfoss beraten. Das kommt gut und spart Geld.

Ja,, der Betreff ist vielleicht ein wenig undeutlich formuliert;-)

Den Gedanken hatten wir auch schon, etwa wie folgt

===================Hauptleitung I I I I Zuleitung 1+2 I I ca 2,5 km I I I I I I I I I I I I I I I I I I I--------I Verbindung I xWasseruhr I Verbraucher

Nimmt der Verbraucher kein Wasser ab, müßte sich doch durch die Verbindung ein schwacher Wasserstrom ergeben. (Vom Hauptstrang durch Ltg 1 über Verbindung zu Ltg 2 zum Hauptstrang), oder liegt da ein Denkfehler meinerseits vor?

Grüße Harald

Genau so habe ich es gedacht. Je nachdem wie es in der Hauptwasserleitung aussieht (Druckverlust/m) mu=DF man die Zapfstellen mehr oder weniger weit auseinanderlegen oder durch irgendeine Ma=DFnahme daf=FCr sorgen, da=DF man einen entsprechender Differenzdruck ausn=FCtzen kann. Alternativ k=F6nnte man auch mit einer Umlaufpumpe arbeiten, wenn das zul=E4ssig w=E4re. Wenn die Pumpe/Rohr gut ausgelegt wird, ist der Stromverbrauch sehr klein hierf=FCr.

Die andere M=F6glichkeit w=E4re nat=FCrlich auch der von Wolfgang Allinger vorgeschlagene Weg, wobei hier das Wasser im Vorratsbeh=E4lter allerdings auch nicht sooo frisch ist.

Eine dritte M=F6glichkeit w=E4re vielleicht auch eine Trennung von Dusch/ Waschwasser und reinem Trinkwasser, evtl. auch eine eigene Wasseraufbereitung hierf=FCr.

Bei 2,5km ist das Wasser auf jeden Fall wenigstens eine Stunde unterwegs. Wenn man sich die Duschmengen und Waschmengen ansieht und den Spitzenverbrauch =FCber diese Zeit sieht man schon, da=DF das Wasser rund 2 Tage alt sein wird, wenn man nichts macht. Eine Durchsp=FClung kommt bei solch einem Leitungsvolumen wegen der Menge (ca. 15m=B3) und der ben=F6tigten Zeit nicht infrage.

Harald Maedl schrieb:

Hallo,

das wird wohl nur klappen wenn in der Hauptleitung zwischen den zwei Abgängen für die Zuleitungen eine Blende als Strömungswiderstand eingebaut wird. Ohne die Blende wird der Waserstrom wenn überhaupt nur so schwach sein das der Inhalt der Zuleitungen nicht in vernünftiger Zeit ausgetauscht wird und dann ist es auch wieder "Totwasser".

Was Du bräuchtest wäre ein eigener Hochbehälter der so gross ist das er den Bedarf der 30 Duschen und 50 Waschbecken decken kann. Das Totwasser Problem gibt es dann aber im Hochbehälter.

Bye

Ich dachte eher an einen Vorlagetank ähnlich Silotanks. Gibt es es gebraucht bis 100cbm. Kosten um die 20 TEUR. Im Anschluss daran eine Wasseraufbereitung z.B Kartuschenfilter mit 1 bis 5 Mikron, müßten eventuell auftauchende Mirkobiologie zuverlässig zurückhalten. UV-Entkeimung möchte ich wegen der hohen Unterhaltskosten eher weniger, Chlorung, na ja, muß auch nicht unbedingt sein. Aus meiner Erfahrung mir versifften und keimverseuchten Brunnen reichen oftmals simple Sandfilter aus. Man muß nur zusehen, dass der Filterquerschnitt ausreichend groß ist, damit die Filtergeschwindigkeit nicht über 18 mtr kommt. Regelmäßig sind nach solchen Anlagen keine Keime mehr feststellbar.

Man verlagert mit einem solchen Vorlagebehälter im Grunde die Verantwortlichkeit für die Wasserqualität auf den Endnutzer. Und ganz billig ist die Sache auch nicht. Gut für den Planer, gut für den Anlagenbauer, schlecht für den Kunden.

Grüße Harald

Moin,

Harald Maedl schrub:

So machen das die Wasserversorger selbst ja auch. Aber von alleine wird das Wasser nicht durch die Ringleitung fließen, oder nur so langsam, dass es auch nichts nutzt. Um das Wasser dort kreisen zu lassen, braucht es so oder so Leistung - die wird der Wasserversorger vielleicht nicht kostenlos zur Verfügung stellen. Also eine Pumpe einbauen.

CU Rollo

X-No-Archive: Yes

begin quoting, Harald Maedl schrieb:

Vielleicht: Die Durchflußgeschwindigkeit in der Zuleitung hängt u. a. von der Strömung in der Hauptleitung ab. Je nach Entnahmeprofil des Verbrauchers kann dann im "flußabwärts" liegenden Zuleitungsteil das Wasser "pendeln". Dagegen würden zwei Maßnahmen helfen: Erstens die "bergseitige" Zuleitung auf die Entnahmemenge zu dimensionieren und die "Ableitung" wesentlich dünner (oder mache ich da jetzt einen Denkfehler?), und zweitens evtl. einige Bypässe (Querverbindungen zwischen den beiden Zuleitungsrohren).

Gruß aus Bremen Ralf

Harald Maedl schrieb:

Ich kenne mich auf diesem Sektor nicht aus, daher die Frage:

Ist das Einbringen von "gebrauchtem Wasser" in die Frischwasserleitung erlaubt? Meiner Ansicht nach kann doch ein Wasserwechsel nur entweder durch eigenen Verbrauch oder durch Strömung in der Hauptleitung (also Entnahme durch andere Grundstücke) erfolgen. Diese dopplete Stichleitung wird doch somit zum Bestandteil des Versorgernetzes, oder? Auch die Positionder Wasseruhr ist nicht beliebig. Wer kommt für Lecks in der findigen Konstruktion auf?

- Udo

Dann komm mal nach Paraguay :-)

Nä, Frost haben sie noch(?) nicht, Keller allerdings auch nicht. Also wird die Wasseruhr im Bürgersteig (oder was man dafür hält) eingegraben, Steinplatte drüber und gut ist. In der Stadt sind da kleine ovale Guss- Schächte im Bürgersteig, wo die Uhr drin wohnt. Die Uhr ist Übrigens ein einfaches Platikteil. Der Gussdeckel wird bei erstbester Gelegenheit geklaut und zum Schrotthändler gebracht. Musse eben kucken, wo de hintritts, sowieso besser, wg. diverser Hindernisse: Hundek@cke, fehlendem Pflaster, fehlenden Platten, unterschiedlichen Auffassungen, wie ein Bürgersteig zu gestalten ist, ganz besonders deren Höhe, Gefälle und Neigungswinkel, auch mit und ohne Umrandung oder Übergang...

Saludos Wolfgang

Udo Piechottka schrieb:

Hallo,

man pflegt Wasseruhren dort anzubringen wo sie leicht abzulesen und vor Frost und auch unbefugtem Zugriff geschützt sind. Also üblicherweise im Keller des angeschlossenen Hauses und nicht direkt am Abgang von der Hauptwasserleitung. Der Ableser soll ja nicht erst aufgraben müssen um die Uhr abzulesen.

Bye

Uwe Hercksen schrieb:

Das Anschlussprinzip funktioniert wohl nicht für den letzten Anschluss des Stranges, oder? Was hält diser letzte Teilnehmer davon, dass das abgestandene Wasser des Vornachbarn untergequirlt wird?

- Udo

Moin,

Udo Piechottka schrub:

Der Strang ist natürlich auch eine Ringleitung. So eine Ringleitung hat aber nur den Zweck, dass alle Angeschlossenen gleichermaßen abgestandenes Wasser bekommen:-). Also der letzte im Strang ist gleichzeitig der erste.

CU Rollo

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