warum Aluminiummuttern am AuspuffkrĂŒmmer?

Hallo,
heute eine ganz andere Frage:
der AuspuffkrĂŒmmer meines Autos ist mit Stehbolzen aus Stahl und Unterlegscheiben mit Muttern aus Aluminium (nicht Kupfer!) befestigt. Warum
wĂ€hlt man diese Kombination? - damit die Mutter leichter entfernt werden kann, wenn sie festsitzt? - damit sie nicht festrostet? - aus thermischen GrĂŒnden, weil es da sehr heiß wird - ???
GrĂŒĂŸe
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Am Tue, 8 May 2007 20:06:55 +0200 schrieb Hans Winklmaier:

Thermische GrĂŒnde wohl kaum. Aber (so vermutend) Aluschraube/Mutter einmal angezogen wird sich nicht losrappeln weil die ReibkrĂ€fte zu hoch sind. Nach dem ersten entfernen dĂŒrfte sie dann auch Schrott sein.
--
Mit freundlichen GrĂŒĂŸen
Peter Nießen
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Nimms nicht persönlich, aber das ist schwachsin ;-)
Die thermischen GrĂŒnde sprechen gegen das Alumminium. Der Grund liegt erstens in der Herstellung (einfacher, schneller), zweitens ist der Alu-Preis deutlich unter dem Kupferpreis. Kupfer ist zur Zeit sogar teuerer als Edelstahl. Und als letztes bleibt noch die KorrosionsbestĂ€ndigkeit (Stahlmutter Rost, Kupfer Kontaktkorrosion).
Ich hoffe, dass deine Frage damit beantwortet sind.
MfG, Thomas
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Thomas Enzinger wrote:

Und zwische Stahl und Aluminium gibt es keine Kontaktkorrosion?
Michael Dahms
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GrundsÀtzlich zwischen jedem WS. Bei Alu und Stahl ist mir persönlich keine negative Reaktion bekannt.
Kupfer und Stahl ergeben eine typische "elektrochemische Korrosion". Kupfer und Alu ist diese Reaktion noch viel deutlicher.
(Folgendes weiß ich nicht 100%) Alu ist ein edleres Metall wie Stahl und somit findet keine elektrochemische Korrosion statt. Zink ist ein undleres Metall und somit findet keine ... statt. siehe verzinkte Schrauben, Bleche, ...
MfG, Thomas
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Moin,
Thomas Enzinger schrub:

Nein, unedler.

Jein. Alu bildet eine Oxidschicht, die luftundurchlÀssig ist. Deswegen bildet sich diese Schicht schon nach ein paar Sekundenbruchteilen und weiter passiert dann nichts mehr.

Selbiges, auch Zink bildet eine luftdichte Oxidschicht.

Da zÀhlt noch was anderes. Wenn die Zinkschicht mal angekratzt ist, löst sich wegen des elektrochemischen Potetialunterschiedes zu Eisen das Zink in Wasser etwas auf, wird zum Eisen transportiert und lagert sich dort wieder an. Der Kratzer im Zink verheilt sozusagen von alleine wieder. Deswegen ist Zink so wunderbar als Rostschutz geeignet. Ob das bei Alu Àhnlich ginge, ist wohl eher eine hypothetiche Frage, da sich Alu mit Eisen wegen der Kristallstruktur nicht verbindet.
Andersherum ist Gold oder Kupfer als Korrosions-Schutzschicht ungeeignet: Wenn da ein Kratzer drin ist, wirkt die Korrosion, die sonst verteilt auf der ganzen BauteiloberflĂ€che wirken wĂŒrde konzentriert an der Stelle, wo das Eisen blank liegt. Deswegen die heftige Korrosion, wenn Eisen und Kupfer zusammen in der selben BrĂŒhe liegen.
Ich konnte mal beobachten, wie sich verzinkte Schrauben in einem Kupferblech unter Wasser innerhalb von 5 Monaten in Wohlgefallen aufgelöst haben - wenn Zink und Kupfer zusammentreffen, dann rettet das Zink auch nicht mehr seine an sich wasserdichte Oxidschicht, der chemische Angriff ist dann einfach zu heftig.
Chrom bildet ĂŒbrigens auch sehr schnell eine luftdichte Oxidschicht, nur ist die sogar so dĂŒnn, dass man durchsehen kann und das glĂ€nzende Metall darunter sieht.
Eisen im Zusammenhang mit Autos ist deswegen so rostgefĂ€hrdet, weil die Oxidschicht nicht dicht ist. Schlimmer noch verbindet sich Eisenoxid auch noch irgendwie mit Wasser was zu einer VergrĂ¶ĂŸerung des Volumens fĂŒhrt. Das fĂŒhrt zu Rissen, die dann die an sich einigermaßen hilfreiche Oxidschicht sofort wieder aufbrechen. Wenn im Wasser auch noch Chlorionen drin sind (Streusalz) wird dieser Effekt besonders heftig.
Soweit mein Stand der Erinnerung.
CU Rollo
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Roland Damm schrieb:

Richtig.
Auch richtig, bis Salzwasser ins Spiel kommt. Dann ist es um die meisten Alusorten schnell geschehen. Wenn ich mich da an mein Praktikum bei Audi zurĂŒck erinnere mit dem SalzsprĂŒhtest... Grausam.
Vielleicht hilft beim Auspuff ja die Hitze gegen das Salzwasser, was dem Überleben der abenteuerlichen Kombination durchaus hilfreich sein könnte. Im Übrigen ĂŒberzieht sich auch Edelstahl mit einer elektrisch isolierenden (Chrom-)Oxidschicht, so dass schon theoretische Schlupflöcher fĂŒr eine dauerhafte Verbindung gegeben wĂ€ren. Wie im richtigen Leben: Probieren geht ĂŒber studieren...
Servus Christoph MĂŒller http://www.astrail.de
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Oder saueres Wasser. Wir hatten das Problem mal bei einen Kunden, der Regenwasser als FlĂŒssigkeit verwendet hat. Lang lebe Amerika!
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Stimmt, bis auf die Zeit. Bei natĂŒrlicher Korrosion bildet sich die erste Oxidschicht schnell 0,001 mikrometer doch diese wird mit der Zeit (1 Jahr oder lĂ€nger) bis zu 10 mikrometer oder mehr dick. Diese Oxidschicht leitet nur sehr schlecht bis (fast) gar nicht. Deswegen.... Habe dies nur geschrieben, um meinen Wissenstand zu ĂŒberprĂŒfen, also, fals du ein paar Fehler findest, korrigiere mich bitte. Bis auf diesen Satz oder was er halt ist.

Eisen? Naja, ein Maschinenbauer bist du jedenfals nicht. Es gibt durch aus StÀhle (keine EdelstÀhle & Co!) die eine Oxidschicht bilden, wie Alu oder Kupfer.
MfG, Thomas
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Thomas Enzinger wrote:

Eine Passivschicht ist nur grob vereinfacht eine Oxidschicht.
Es gibt EdelstÀhle, die eine Passivschicht bilden.
Michael Dahms
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Das habe ich blöd formuliert, mein Fehler. Ich meinte, dass es auch StĂ€hle gibt, die eine schĂŒtzende Korrosionsschicht wie Alu bilden. Es handelt sich hier nicht um Edelstahl (hochlegierte StĂ€hle), sondern um ganz "normale" StĂ€hle".
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Thomas Enzinger schrieb:

Alle StĂ€hle machen das, man muss nur hochkonzentrierte SĂ€ure nehmen. Und dann bitte nicht verdĂŒnnen, sonst ist auf einmal die Schale weg.
Tobi
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Bei einigen funtkioniert dies auch ohne hochkonzentrierte SĂ€ure
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Thomas Enzinger schrieb:

Ich grĂŒbel schon seit Gestern, wie der Stahl hieß mit dem inne DDR die RohrbrĂŒcken gebaut wurden. Der Rostete oberflĂ€chlich - und das wars. Sieht besch***** aus hĂ€lt aber ewig.
Hilf mir mal jemand, bitte bitte. Das kommt immer wieder hoch, und der Name fÀllt mir ums verrecken nicht ein. Kristian
--
§23 StVO Sonstige Pflichten des FahrzeugfĂŒhrers Abs.3 Satz 3:
Radfahrer und FĂŒhrer von KraftrĂ€dern dĂŒrfen die FĂŒĂŸe nur dann von den
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Kristian Neitsch wrote:

'ewig' ist ein großes Wort.

Das war möglicherweise ein wetterfester Baustahl, z.B. S235J2W nach aktueller EN.
Michael Dahms
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Moin,
Michael Dahms schrub:

Und wie funktioniert das dann? Ist das sozusagen ein bischen Edelstahl, also auch Chrom-legiert, aber nur so viel, dass er nicht völlig wegrostet?
Wie ist das eigentlich bei Gusseisen, das hat ja auch den Ruf, nicht so schnell wegzurosten (oder stimmt das garnicht?).
CU Rollo
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Roland Damm wrote:

Ich selbst habe damit noch nicht viel zu tun gehabt, kann also nicht beurteilen, ob die Darstellung im folgenden Dokument richtig ist:
www.l.hsr.ch/skripte/wwwtechnikseiten/bautechnik/materialberichte/materialberichte_2005/Wetterstahl.pdf
Michael Dahms
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Moin,
Michael Dahms schrub:

www.l.hsr.ch/skripte/wwwtechnikseiten/bautechnik/materialberichte/materialberichte_2005/Wetterstahl.pdf
Interessant. Rostet also nicht durch - aber manchmal doch.
CU Rollo
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Michael Dahms schrieb:

:)
So eine Nummer wÀr da nicht so rumgewuselt. Aber wetterfester Stahl war ein gutes Stichwort. Was ich gesucht habe war der Begriff Corten-Stahl. Steht ja auch in dem pdf ganz vorn.
Kristian
--
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Kristian Neitsch wrote:

Nur zur Sicherheit: In technischen Dokumenten hat der Begriff nichts zu suchen.
Michael Dahms
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