Bootsrumpf laminieren

Hallo,
ich möchte für eine kleines Modellbootprojekt einen Rumpf laminieren.
Gibt es da mittlerweile auch etwas schadstoffarme Harze oder Lacke?
Ich kenne bisher nur Polyester- und Epoxyharze, dachte aber an etwas wie
Acryl, lösemittelfrei.
Als Gewebe habe ich noch einige m2 Glasfasergewebe aus dem Flugzeugbau
(kein Modellflugzeugbau).
Mfg
Axel
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Axel Schäfer
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Hallo Axel,
Kannst Du genauer ausf=FChren, was Du unter "laminieren" verstehst und wa= s=20 "kleiner" ist?
Acrylharze enth=E4lt =FCblicherweise Styrol als L=F6semittel. Dadurch wer= den=20 sie "selbstsch=FCtzend". Wie bei Polyesterharz. Styrol ist=20 gesundheitssch=E4dlich, aber man schaut schon freiwillig darauf, sich zu =
sch=FCtzen ... Epoxy ist nicht minder giftig (v.a. der H=E4rter), es geh= t=20 besser, wenn EP fischig stinkt. Dieser Aminh=E4rter ist weniger=20 unfreundlich zu Lebewesen. Daf=FCr h=E4rtet er meist auch nicht so hart a= us,=20 es bleiben etliche fehlende Vernetzungen, daher entsteht eine h=F6here=20 Schlagfestigkeit. Es ist halt verschenkte Leistung, was man =FCblicherwei= e=20 bei Laminierarbeiten nicht will.
Es gibt kein Bio-Harz, das eine Festigkeitsfunktion erf=FCllt, die =FCber= =20 das Fangen von Insekten und das Verschlie=DFen von Baumwunden hinausgeht.=
Aaber: was spricht gegen eine Knickspantbauweise mit wasserfestem=20 Sperrholz? "Wasserfest" hei=DFt allerdings nicht, da=DF Du die Titanic in= =20 haltbar nachbauen und auf 3800m Tiefe dauerhaft lagern k=F6nntest, sonder= n=20 bedeutet nur, da=DF es sich nicht innerhalb eines Tages aufl=F6st, wenn d= as=20 Boot mal etwas Wasser =FCbernimmt. SPH l=E4sst sich gut biegen, sph=E4ris= ch=20 allerdings nur begrenzt. Knickspant hei=DFt klassisch, da=DF ein Boot zwe= i=20 Bodenbretter hat, die einen Kiel bilden, und zwei Bretter f=FCr die=20 Seiten. Man kann das nat=FCrlich vervielfachen. Bis man schlie=DFlich ein= en=20 schicken Rumpf einer Hochsee-Segeljacht hat. Dann sind die Bretter=20 zwischenzeitlich zu Leistenst=E4rke geworden, ein Absperren derer ist=20 nicht mehr n=F6tig.
/Dann/ kann man ein Gewebe zur Oberfl=E4chenh=E4rtung dr=FCberziehen, es = darf=20 auch Glas sein. Seide oder Perlon ist aber einfacher, macht keine=20 stachelige Haut und keine verkrebste Lunge. Schleifen sollte man vorher. =
Dieses Gewebe kannst Du mit irgendeiner Acryldispersion aufziehen, die=20 z.B. Parkettlack, Styrolack, Wei=DFleim, Balsaloc, Fermacellkleber,..=20 hei=DFen. Die kannst Du mit den Fingern ohne gro=DFartige Gef=E4hrdung=20 anpatschen. Au=DFer Du bist Deutscher, dann mu=DFt Du vorher nat=FCrlich = eine=20 Schulung oder wenigstens eine Unterweisung f=FCr durchgezogen haben ... ;= -)
Gips dazu 'ne Bindungsart, eine Schlichte und ein Fl=E4chengewicht?
"Mal eben schnell" ist auf keine Art m=F6glich. An ehesten noch mit=20 Tiefziehen eines Thermoplasten, wenn da nicht der Formenbau und die=20 Maschinen w=E4ren. Aber auch das ist im Rahmen einer "deutlich erweiterte= n=20 Bastlerwerktstatt" drin.
servus, Patrick
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Patrick Kuban
Am 22.02.2010 13:18, schrieb Patrick Kuban:
Ich meinte damit das schichtenweise herstellen von Rümpfen, wie das früher viel mit Glasfasergewebe und Polyesterharz gemacht wurde. Kleiner ist unter einem halben Meter Rumpflänge
Das kommt mir schon entgegen, der Hintergrund ist ein 5jähriger, der gerne selber ein Boot bauen möchte aus Holzresten, Styropor und Pappe, verklebt mit Holzleim. Von der Form her kann er das ganz gut, aber das würde sich im Wasser natürlich auflösen. Deshalb hat sich Papa bereit erklärt das ganze seetüchtig zu machen. Dabei war ich aufs laminieren gekommen, einfach eine Außenhaut drauf und fertig, die restlichen Erfahrungen, kann das Kind dann alleine machen....
Müsste ich erfragen, ist von der ehemaligen AEG Isolier und Kunststoffe und in Japan hergestellt.
Für Papa ist der Formenbau auch nicht das Problem. Gibts da eine empfehlenswerte Seite auf der man sich mal darüber informieren kann ?
Mfg Axel
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Axel Schaefer
Hallo Axel,
Irgendsowas =E4hnliches hatte ich auch erwartet.
Nicht zwangsl=E4ufig. Das Holz wohl, dagegen lackiert man es im=20 einfachsten Fall. Holzleim "Ponal" gibt es auch in wasserfest,=20 alternativ Belizell-PU-Leim. Der beh=E4lt ebenfalls eine gewisse=20 Restelastizit=E4t, hat kein Problem, sein Wasser zum Trocknen loszubringe= n=20 wie Wei=DFleim zwischen zwei Styroplatten und weicht auch keine Pappe auf= =2E=20 H=E4lt gerade bei rauhen und saugf=E4higen Untergr=FCnden sehr gut, in di= e er=20 einziehen kann, und ist unbedingt wasserfest.
Als ungeignetes Extrem stelle ich jetzt mal das lockere=20 600g-Fusselgewebe in Leinwandbindung in den Raum, in der Orthop=E4die=20 "Biegelow-Matte" genannt. Damit kann man prima Formen bauen, die werden=20 gewaltig steif, es verschwindet auch gewaltig Harz drin udn man kann=20 problemlos an der Form nacharbeiten. Immer unter dem Aspekt der=20 lungeng=E4ngigen Glasfaser. Ich hab' hier noch Reste von, aus meiner=20 fr=FCheren Zeit als Lehrling. Zum Teil habe ich auch meinen Beiwagen dami= t=20 gebaut:
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W=FCrde ich heut= e=20 gewiss nicht mehr so machen. Soviel zum Fl=E4chengewicht, das Du nat=FCrl= ich=20 auch selbst auswiegen kannst.
Eine Leinwandbindung wirst Du schwerlich um irgendwas runderes falten-=20 und einschnittsfrei herumbekommen; die Schlichte ist f=FCr das jeweilige =
Harz mehr oder weniger gut geeignet, was aber eher f=FCr Vollplastefl=FCg= el=20 von F3-Seglern interessant ist, bei denen die Rovings nach=20 dem f=FCr ein bestimmtes Bruchlastvielfaches berechneten Biegemoment=20 abgestuft eingelegt sind.
F=FCr ein problemloses Aufbringen w=FCrde ich Dir zu Seide raten, sie dar= f=20 "etwas" schwerer sein, als das leichte Zeug, das ich f=FCr Flieger=20 verkaufe. Seide l=E4sst sich in jeder Bindungsart leicht um jede Ecke und= =20 Rundung herumziehen, nur bei allzu scharfen Ecken (Stufe beim=20 Flugzeugschwimmer) hebt sie sich immer wieder ab, bis der Klebematsch=20 endlich genug h=E4lt. Als "Klebematsch" dr=E4ngt sich mir /die/=20 Acryldispersion aus, die unter dem Namen Parkettlack verkauft wird, weil =
es so sch=F6n hart und glatt wird. Acryldispersionen sind /immer/ mit=20 Wasser zu verd=FCnnen (lat.: dispergere =3D verteilen, die kleinen Acrylc= hen=20 halt ;-), meist sind sie nach ihrer Verkettung (Polyaddition?)=20 wasserunl=F6slich. Drum kann man die Pfoten und das Werkzeug problemlos=20 mit Wasser und Seife(!) in den Neuzustand versetzen, solange das noch=20 nicht fest ist. Was ausgast, d=FCrfte zu 99% Wasserdampf sein. Also alles= =20 prima zum Basteln mit Kindern. Bei dem Parkettlack schau mal auf die=20 Packung, da ist vielleicht irgendwas B=F6ses mit reingemischt, um die=20 gew=FCnschten Eigenschaften zu erzielen. =DCbrinx: wenn Du Talkum in den =
Parkettlack einr=FChrst, gibt es einen sehr stabilen Spachtel, der=20 allerdings entweder na=DF oder langsam geschliffen werden mu=DF. Erw=E4rm= ung=20 l=E4sst das Polymer thermoplastisch weich werden.
Willst Du immer noch harzen?
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Vossich: 22.5MB, was=20 bei Handysurfern und Zyxelmodembenutzern eventuell Bauchgrimmen verursach= t.
Zur Seide wei=DF ich nix, auch die modellbau-wiki.de nicht. Eventuell bei= =20 Opitec oder dem Irseer Versand.
servus, Patrick
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Patrick Kuban
Hallo Patrick,
schönen Dank, das hat soweit alle Fragen geklärt. Ich werde mal eine erste Probe mit einem wasserverdünnbaren Parkettlack machen.
Mfg Axel
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Axel Schaefer

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