Diplomarbeitsthema Qual der Wahl für NT

Hallo NG!
Was wird mir in Zukunft als Dipl. Ing. (FH) Nachrichtentechnik
mehr nutzen:
*Diplomarbeit in einer netten kleinen Firma: eine komplette neue
Leiterplatte mit AVR-Mikrokontroller usw. für ein auf dem Markt
befindliches Messgerät selbständig entwickeln incl. Steuerungssoftware,
testen, dokumentieren usw. (thematisch eher
allgemeine Elektrotechnik bzw. Digitaltechnik, aber im Endeffekt eben
ein marktreifes Produkt)
*
oder Diplomarbeit in der Fachhochschule: ein "nachrichtentechnischeres"
Thema zb. Digitalfilter zur Signalverarbeitung auf FPGA oder sowas, eben
etwas sehr Spezielles, Ihr versteht schon..
Was gefällt dem durchschnittlichen Personaler in Zukunft besser???
Alle Tips und Anregungen in Sachen Diplomarbeitsthema willkommen.
MfG + Danke!
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Klaus NT
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Hallo Klaus,
Kann es nur fuer amerikanische Firmen sagen, weil ich nur bei solchen gearbeitet habe: Was der Personaler denkt, ist dort weniger wichtig. Was der kuenftige Chef denkt, ist entscheidend. Habe selbst als Division Manager Ingenieure eingestellt und muss aus meiner Erfahrung ganz klar die erste Variante empfehlen (kleine Firma, komplett neue Leiterplatte...). Nichts geht ueber handfeste Industrieerfahrung und eigenverantwortliches Design von A bis Z.
Sollte IMHO ordentlich knifflige Hardware drin sein.
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Joerg
"Klaus NT" schrieb im Newsbeitrag news:ekfbq2$rdu$ snipped-for-privacy@online.de...
Eine Praxisorientierte Diplomarbeit ist erheblich besser, als eine nur rein theoretische. Darüber hinaus kannst du vielleicht sogar einen Nutzen aus deiner Entwicklung für die Fa. ziehen. Suchen die nicht gerade einen "Frischling" von der FH? Denk mal darüber nach, ein besseres Sprungbrett wird dir sicherlich nicht geboten. Gruß Joachim
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Joachim-Kirschring
Klaus NT schrieb:
Ich würde dir Variante 1 empfehlen. Aber schau dir die Aufgabe und die Firma (Ansprechpartner) gut an. Es sollte auf jeden Fall ein Erfolg, also abgeschlossen werden. Das funktioniert aber nur, wenn die Aufgabe gut definiert ist. Einer der häufigsten Gründe für das Scheitern eines Projektes ist die permanente Änderung der Aufgabe "Da hätten wir noch eine Idee.....". Gerade für Diplomanden und Berufsanfänger oft tödlich, da sie noch nicht die Erfahrung haben um den Projektablauf zu beeinflussen. Mit einem erfolgreichen Projekt aus der Praxis hast du auf jeden Fall die bessere Karten als mit einem theoretischen Hochschulprojekt. Ausgenommen eine Firma sucht genau jemanden für einen Digitalfilter im FPGA.
Gruß Rolf
PS: Das was Joachim geschrieben hat solltest du auf jeden Fall mit bedenken. Bei mir war das damals genau so. Die Firma, bei der ich Diplomarbeit gemacht habe, hat mir ein so gutes Angebot unterbreitet, da konnte ich gar nicht nein sagen :)
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Rolf Mennekes
Als einer, der selbst im Studium Variante zwei durch hat, kann ich das nur bestätigen! War damals zwar der bequemere Weg (aus diversen Gründen), aber eben nicht der Bessere.
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Ralph A. Schmid, DK5RAS
Hallo Ralph,
Aber Du hattest wahrscheinlich den grossen Vorteil, dass Du Funkamateur bist. Bei meiner Bewerbung hatte ich so ein Dutzend der kernigeren Selbstbauprojekte mit Photos und sauberer Doku in einer schicken Projektmappe zusammengestellt. Zum Glueck meist in Englisch, weil die Manager bei meiner ersten Stelle kaum Deutsch konnten. Studienkollegen und Profs meinten, damit mache man sich laecherlich. Mitnichten. Ein Manager war ganz hin und weg, als er die Photos einer KW-Endstufe mit zweimal QB5/1750 sah. "Wow! I want to see that thing." Ich bekam den Job. Manchmal machten wir Car-Pooling und spaeter sagte er, "Let's swing by your house, I want to see that monster amplifier".
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Joerg
Höhö. Meine erste Stelle folgte einem längeren Telephonat, einem kurzen Treffen und einer Bewerbung im Nachhinein, proforma per email, damit halt irgendwas zum Abheften da ist. Die zweite Stelle war eine kurze email, ein Einstellungstest, kurzes Gespräch, und schon wurde die Sekretärin mit Ausfertigung des Vertrags beauftragt. Weder irgendwelche Papiere noch auch nur das Thema meines Diploms waren von Interesse gewesen. Ich habe wohl Glück gehabt :)
Ralph.
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Ralph A. Schmid, DK5RAS
Hallo Ralph,
Ist hier fast normal. Der beste Job, den ich je hatte, kam nach einem 6-seitigen Consulting Proposal. Das hatte mich etwa eine Woche (unbezahlte) Arbeit gekostet. Die Zuendung war allerdings verblueffend: "Koennten Sie denn da drueben alles einpacken und hier eine Firma starten, die das baut?"
Der einzige, der mein Diplom je wirklich sehen wollte, war ein Mitarbeiter unserer Einwanderungsbehoerde. Dazu musste es erstmal uebersetzt werden. So habe ich jetzt ein Diplom der RWTH in Englisch und das sieht viel imposanter aus als der Lappen in Deutsch. Mit Siegel und allem Pi-Pa-Po. Ich musste das Original einreichen und das haben die Jungs das bei der Behoerde gelocht. Arrrgh!
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Joerg
Joerg schrieb:
Das gibt's inzwischen immer dazu :)
Gruß, Thomas
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Thomas Dederichs
Hallo Thomas,
Schoen! Der Hammer war, dass auf meinem "Licensed Engineer" draufsteht, dabei gibt es in EU diesen leidigen Lizenzkram in den meisten Laendern nicht. Vermutlich wuerden die eine Menge Kohle haben wollen, mein gelochtes Diplom durch ein frisches zu ersetzen. Na ja, braucht man eh nie vorzulegen und einrahmen tue ich solche Dinge nicht.
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Joerg
Hallo Rolf,
Nun ja, so theoretisch scheint das in diesem konkreten Fall ja gar nicht zu sein.
Achtung: Genau das wird manchmal schamlos ausgenutzt. Der Diplomand wird rechtzeitig mit einem gut klingenden und schmal dotrierten Job geködert. Wenn er schon mal da ist, die Leute kennt und sich in erster Linie noch nicht über seinen Marktwert im Klaren ist... Ich kenne einige ehemalige Studienkollegen, die erst nach Jahren beim ersten Wechsel begriffen haben, wie wenig sie im ersten Job verdient hatten... Nach dem Studium sieht alles viel aus.
Ich hab noch zwei weitere Obachtpunkte: Viele Industriediplomarbeiten, die ich mitbekommen hatte, waren rabenschlecht betreut, weil der Betreuer schlicht keine Zeit dafür hatte. Das kann bei Hochschulprojekten auch passieren (z.B. dass der Betreuer schlicht gar keine Ahnung hat), dann gibt es aber hoffentlich freundliche Kollegen auf dem Stockwerk, die da einspringen. In der Firma läuft das weniger. Zu guter letzt: Wenn die Firma der Absolventen nicht übernehmen sollte, dann ist das ein Malus im Zeugnis, der schwer wegzuargumentieren sein wird.
Marte
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Marte Schwarz
Hallo Jörg,
knicken, lochen, anheften, das lernt in der Verwaltung jeder, international.
Marte
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Marte Schwarz
Hallo Marte,
Hier nomalerweise nicht, da wird alles in Klapphuellen gesteckt. Um so mehr war ich erstaunt, dass es Zweifachlochung und nicht dreifache Lochung war.
Diese Dreilochordner hier sind nichts. Fast alles teuer und Plaste, wer weiss, was das bei einem Brand alles ablaesst. Ich bin dem alten Leitz-Verfahren auch in der Ferne treu geblieben.
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Joerg
Hallo Marte,
Da muss man sich vorher schlau machen. Ich musste bei den Bewerbungen meine Gehaltsvorstellung kundtun, hatte sehr konkrete Zahlen dabei und habe das auch so ausgehandelt.
Nicht schlimm. Beim ersten Job hat man meist auch keine Betreuung. Ich jedenfalls nach kurzer Zeit nicht, weil es dem Vorgaenger in Germany zu kalt war (ist nach Arizona zurueck) und sich sonst keiner mit analogem HF-Kram auskannte. Eine Diplomarbeit sollte man auch allein hinkriegen, genauso wie spaeter im Job.
Nee. Wenn danach einfach nur keine aehnliche Arbeiten mehr anlagen, ist das ganz normal. Manche Firma braucht in einigen Bereichen nur hin und wieder eine Entwicklung und dann macht man es besser mit Freiberuflern. So ist das zum Beispiel mit Patienten-Interfaces, die ich fuer Kunden entwickle. Die brauchen meist fruehestens nach 10 Jahren ein neues.
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Joerg
Hallo Jörg,
So einfach ist das meist nicht. Ich soll auch demnächst eine solche Zahl in den Ring werfen. Meine Recherchen liegen zwischen 50 kEURO p.a. und 100 kEURO p.a., die man nennen könnte. Aus den kursierenden Gehaltsspiegeln ist da nicht wirklich vernünftiges abzuleiten. Die sind wahlweise viel zu allgemein oder so speziell, dass es gerade zufällig passt oder eben nicht.
Seh ich prinzipiell auch so, aber ich habe auch oft genug gesehen, was dabei rauskommt/rauskäme.
Für Dich schon, nicht aber für so manche Personaler. Da hab ich schon Dinger mitbekommen, was die aus Bewerbungen rauslesen... Wenn Du Glück hast, dann wird der Bewerber mit solchen Thesen konfrontiert, wenn nicht... nächste Bewerbung bitte.
Marte
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Marte Schwarz
Marte Schwarz schrieb:
Wer seinen Marktwert nicht mit anderen Bewerbungen und Nachfragen bei Kommilitonen sowie über Gehaltsspiegel vergleicht, und das nicht nur beim Berufsstart, der wird sich sicher später wundern. Aber gerade in den ersten (3-5) Jahren ist es wichtig, eine interessante Arbeit zu haben die einem Spaß macht. Der Frust kommt später von ganz alleine (war nur ein Witz). Wenn man nicht von Anfang an eine bestimmte Karriere im Auge hat, startet man diese mit dem 2. Job. Da weiß man schon ein bisschen, wo's lang geht :)
Das kann ein echtes Problem sein. Heute viel eher als früher :( Deshalb die Firma und den Betreuer genau ansehen. Wenn möglich auch mal mit den (zukünftigen) Kollegen sprechen. Wenn die Atmosphäre in der Fachabteilung gut ist, dann findet sich wahrscheinlich bei Bedarf auch ein freundlicher Mensch, der einem weiter hilft. Da hilft nur "Bauchgefühl" und Notfalls ein "Plan B".
Aus meiner Sicht ist das kein Problem (mein letzter Job vor der Selbständigkeit war Entwicklungsleiter in einem mittelständischen Betrieb. Über meinen Schreibtisch sind nicht wenige Bewerbungen gelaufen). Irgendwo eine Diplomarbeit zu machen ist noch lange keine Arbeitsvertragszusage. Weder von der Firma noch vom Diplomanden.
Gruß Rolf
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Rolf Mennekes
Hallo Marte,
Gibt es bei Euch nicht solche Tarifklassen, nach denen sich manche Firmen richten? Man kann sich natuerlich auch ein Angebot machen lassen. Das hatten damals einige meiner Studienkollegen so gemacht, ich eben nicht.
Ist oft nur etwas fuer "self-driven people", wie wir das hier nennen. Habe gerade so ein Projekt freiberuflich in Arbeit, bei dem beim Kunden so gut wie keine E-technische Infrastruktur besteht. Auch kein Einkauf. Ich glaube, da gibt es nicht mal einen Loetkolben ;-)
Wenn Bewerbungen in der Personalabteilung so stark vorgefiltert werden, waere das eh keine Firma fuer mich. Ich hatte damals darauf bestanden, alle Bewerbungen zu sichten. Auch von Leuten, die kein passendes Diplom hatten. So fand ich z.B. einen hervorragenden Produktionsleiter. Der ist nicht E-Technik Ingenieur, sondern Flugzeugbau-Ingenieur. Waere bei Filterung wahrscheinlich sonst rausgeflogen. Die Firma, von der wir ihn wegheuerten, war stinksauer...
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Joerg

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