Ich suche Informationen über die zulässigen Messwerttoleranzen von Thermometern.
Wie genau müssen handelsübliche Innen- und Außenthermometer messen? Gibt es dafür eine gesetzliche Grundlage oder eine sonstige technische Vorschrift?
Lege ich bspw. meine beiden zusammen in eine licht- und winddichte Box, dann besteht ein Unterschied von 1,1 Grad. Das Innenthermometer deckt 0-50 Grad ab, das Außenthermometer -40 bis +70 Grad. Eine Genauigkeit ist nicht ausgewiesen.
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Ralph Aichinger
Das ist auch meinen Erfahrungen nach ein typischer Wert für Consumer-Geräte.
Man muss sich schon einigermaßen anstrengen um ein Thermometer/einen Thermosensor zu bekommen, der wirklich +/- 0.2 K genau ist. Die beliebten Dallas-Sensoren haben oft das Problem, dass man gar nicht wirklich sagen kann ob man ein Original bekommen hat oder einen Billigfake.
/ralph
A
Axel Berger
Gerade die Dallas stimmen nach meiner Erfahrung untereinander exakt überein. In der Praxis bevorzuge ich die DHT22 nach Kalibration an den Dalls. Unkalibriert haben sie Abweichungen von mehr als einem Kelvin.
Ein Grundproblem aller Thermometer ist, sie messen prinzipiell ihre eigene Temperatur, sonst nichts. Es gibt da so hübsche Fertigadapter, bei denen der DHT vom ESP01 um mehrere Kelvin geheizt wird. Völlige Windstille verschlimmert das.
Wendelin, mach einen zweiten Test im Luftstrom eines Ventilators. Wenn sie dann besser übereinstimmen, war das der Grund. Die Temperatur zu messen, die man wissen möchte, ist ein erhebliches Problem. In der Klimaforschung hat es sich als deutlichen Effekt erwiesen, ob man ein Thermometer ins Meer absenkt (neu) oder einen großen Eimer voll Wasser hochholt und dann mißt (früher). Bei zehn Litern und wenigen Minuten hätte ich das nicht erwartet, es ist aber so und es gibt inzwischen Korrekturen dafür.
T
Torsten Rüdiger Hansen
Ich sitze gerade vor einen ähnlichem Problem. Wem trauen? Die Liste:
- Ein Quecksilbertermometer, Chemielabor-Qualität (vermutlich 0,1 %),
0-100 Grad, Ablesegenauigkeit 0,25 Grad. Allerdings mindestens 30, eher
40-50 Jahre alt. Ändert sich mit der Zeit die Genauigkeit?
- Ein Vailant-Raumtermostat, digital, Baujahr 2022, 0,5 Grad Schrittweite.
- Ein Shelly "Wall Mount Display", 0,1 Grad Schrittweite, digital
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- Ein kleines schwarzes Kästchen, Temperatur und Feuchte, 0,1 Grad Schrittweite, digital, von den Stadtwerken verschenkt um das Raumklima besser zu kontrollieren und Heizkosten zu senken. Sehe ich als "Schätzeisen" an.
- Ein noch kleines Kästchen, ebenfalls t und rF, beim billigem Chinaversand (um 2 Euro), 0,1 Grad Schritte. Auch eher "Schätzeisen".
Der Vaillant Apparat sitzt raummittig auf Augenhöhe. Entfernung zum nächsten Fenster/ Heizung 4 Meter (nach links und rechts). Die anderen Geräte ein Meter seitlich davon, fast raummittig, Augenhöhe, Entfernung zu Heizung und Fenster 3 bzw. 5 Meter. Bei den Messungen war natürlich keine Heizung an, aber die Westfenster haben geheizt (teilweise Innenrollos runter)
Und jetzt die Überraschung: Bei 20 notierten Messungen über ca. 5 Tage im August 2024 wichen die Meßwerte bis zu 4,5 Grad ab!
Tabelle (Auszug): Quecksilber, Shelly, großes Teil, Vaillant, kleines Teil
Das Shelly ist von Haus aus justierbar, alle anderen nicht.
Bleibt die Frage: Wer ist am genauesten?
In "alten Zeiten" (70er oder 80er Jahre) gab es mal Tips: Ein Glas Wasser, maximal viele Eiswürfel, die Temperatur soll dann bei 0 Grad liegen. Das Labortermometer könnte ich mal testen, aber ich habe keine Eiswürfel. Oder einen Topf Wasser zum kochen bringen. Wieder könnte ich das Quecki testen, bisher habe ich allerdings den Aufwand gescheut, auch die Bedenken wegen des Luftdruckes (Siedetemperatur ist vom Druck abhängig) stehen noch im Raum. (Nominale Höhe über Meeres-Null: ca. 50 Meter. Um wieviel wirkt sich ein Wetter-"Hoch" oder "Tief" auf die Siedetemperatur aus?).
R
Ralph Aichinger
Ja, wenn man echte Dallas bekommt, bestimmt. Leider ist ziemlich viel Müll im Umlauf, und es ist als Endkunde der nicht bei Mouser o.ä. bestellt gar nicht so trivial garantiert echte zu bekommen.
Wichtiger Punkt.
/ralph
M
Marte Schwarz
Hallo Ralph,
Meiner Erfahrung nach ist das schon sehr nah beieinander. Ich habe hier einige Thermometer unterschiedlichster Technik und Alters. Die Abweichungen gehen durchaus bis 4 K.
Eben drum. Dann muss auch nichts geliefert werden, nur billig muss es sein.
Ob das jetzt unter "anstrengen" läuft, sich die Bauteilauswahl anzusehen... Bei TI gibst die Teile von der Stange, mit Digitalausgang und Applikationshinweisen, um sich die Messung nicht gleich wieder zu ruinieren. Das ist bei Temperaturmessungen in Nichtflüssigkeiten ganz schnell passiert.
Doch, die lassen sich üblicherweise schnell unterscheiden. Man muss nur mal versuchen, exotischere Modi bzw Befehle anzusteuern. Die sind in den Fakes selten implementiert. Da reicht es völlig, wenn die Teile mit der Arduino-Bibliothek in der einfachsten Form zurechtkommen.
Irgendwo hab ich mal ein "Testgerätchen" bzw Testsoftware gesehen, die genau darauf beruhte, die Register zu checken.
Marte
A
Axel Berger
Möglicherweise hatte ich einfach nur Glück. Meine sind alle vom Chinesenali.
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Wendelin Uez
Nach 5 Minuten im direkten Luftstrom hat sich die Differenz um 0,1 Grad verändert - die Dinger laufen ja auch mit 1,5V-Akku und sollten eigentlich keine signifikante Leistung verbraten.
Aber Frage an die Experten: Ich möchte keine "Bastelei", sondern eben eine fertige Customer-Lösung, allerdings halt nicht mit so sinnlosen Abweichungen, oder zumindest mit der Möglichkeit, die Anzeige zu kalibrieren. Wenn beide übereinstimmen, aber immer um dieselben Offset zum "echten" Wert abweichen und ich diese Abweichung wegkalibrieren kann, wäre es ja auch in Ordnung.
Gibt es sowas überhaupt, in bezahlbar?
M
Marte Schwarz
Hallo Wendelin,
Wenn Du den Begriff "sinnlos" vermeiden möchtest, dann solltest Du daraus jetzt eine Anforderung mit klarer Toleranz bzw Akteptanzgrenzen definieren. Allein an dieser Aufgabe scheitern schon die meisten Menschen.
Auch hier weiß niemand außer Dir, was Du für "bezahlbar" hältst.
In der Regel kann man heute zu vielen Produkten die Anleitungen finden. Wo diese nicht zugänglich sind, würde ich auch nichts kaufen. In gehobeneren Consumerprodukten finden sich in den Anleitungen auch sowas, wie Spezifikationen. Wenn die sinnlos verfasst sind, also wesentliche Infos zur Genauigkeit fehlen oder grob sinnlos formuliert sind, dann mache ich einen großen Bogen darum.
Marte
M
Marcel Mueller
Am 29.08.24 um 09:26 schrieb Wendelin Uez:
So genau wie es der Hersteller im Datenblatt zusichert.
Das würde mich wundern.
Normale Härte. Wenn man unter 1°C absolute Genauigkeit kommen will, muss man die Ohren schon anlegen. Mit einem unkalibrierten, billigen Siliziumsensor wird das nichts. Der hat eher ±2°C.
Dann könnte es theoretisch jede beliebige Zahl anzeigen.
In der Praxis kommt aber selbst der gängige Chinaplunder auf höchstens 2 Grad Abweichung. Billiger wird es auch nicht, wenn man es noch schlechter baut.
Ordentliche, elektronische Thermometer verwenden Platin-Sensoren und eine gute Referenzstromquelle. So richtig teuer sind die Sensoren auch nicht. Von Heraeus kosten die z.B. je nach Bauform so 2 bis 7 € brutto. Für die Referenz dann nochmal so viel.
Marcel
W
Wendelin Uez
"Marte Schwarz" snipped-for-privacy@gmx.de schrieb im Newsbeitrag news:vb53ta$cd9t$ snipped-for-privacy@gwaiyur.mb-net.net...
Die meisten Menschen scheitern daran, daß sie Akzeptanzgrenzen für digitale Trennlinien halten - darunter ok, darüber untauflich. Die Meinung von Leuten mit derart undifferenziertr Einstellung ist sowieso i.d.R. unbrauchbar für eine Produktbeurteilung.
Du weißt nicht, was bezahlbar ist?
Viel Worte dafür, daß du nicht weißt, ob es soetwas gibt.
W
Wendelin Uez
Bei solchen Preisen und nachdem die Billigimporte (Fertiggeräte) bei 15 - 30 Euro liegen würde ich deshab erwarten, daß es wenigstens zum dreifachen Preis 45-90 Euro deutlich präzisere Geräte im Handel geben sollte und die Hersteller dieser - teureren - Geräte mit der Präzisionszusage ihren Aufpreis rechtfertigen würden. Habe aber bisher diesbezüglich leider nichts gefunden, auch 100-Euro-Angebote lassen nichts darüber verlauten.
Außerdem ist es nicht so, daß der Hersteller eine Meßgeräts grundsätzlich frei ist in der Festlegung der Toleranz. WeshalbTachometer in Autos gerne mal bis zu Phantasiewerten reichen, weil es einen vom Gesetzgeber festgelegten Toleranzwert gibt und der sich nach der Maximalgeschwindigkeit bemißt. Ich könnte mir vorstellen, daß dies bei anderen Meßgeräten ähnlich ist.
P
Peter Heitzer
Schau mal nach Geräten von Greisinger.
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Thorsten Böttcher
Am 04.09.2024 um 10:44 schrieb Wendelin Uez:
Sicher, wenn es darum geht irgendwelche Gesetze oder Vorgaben einzuhalten.
Ich kann mir jetzt nicht vorstellen was schlimmes passiert wenn ein Außenthermometer 23°C anstatt 19°C anzeigt. Und ich kann mir auch nicht im geringsten vorstellen gegen welches Gesetz man damit verstoßen sollte.
Aber hier bekommst Du was mit Kalibrierzertifikat, wo Du Dir sicher sein kannst dass die Toleranz eingehalten wird:
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W
Wolfgang Martens
Am Do.,29.08.24 um 09:26 schrieb Wendelin Uez: > Ich suche Informationen über die zulässigen Messwerttoleranzen von > Thermometern. >
Generelle Vorschriften diesbezüglich kenne ich keine.
Bei den genauen, langzeitstabilen Thermometern sind die preiswertesten Glasthermometer. Die gibt es problemlos mit 0,1K Auflösung und Schein vom Eichamt. Mit 0,05K Abweichung zum nationalen Normal muss man rechnen. Aufgrund der langen Erfahrung mit diesem Typ, ist der Eichschein 10 Jahre gültig. Passende Normen: DIN 12770 und folgende.
Genau sind auch Sensoren auf Platinbasis, dafür gibt es Normen mit Toleranzklassen: Din EN 60751
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Entgegen Glasthermometer muss man da an die Eigenerwärmung durch die Messung denken. Die genaue Kopplung mit einem Referenzthermometer zur Kalibrierung ohne gerührtes Bad ist nicht einfach.
Manche Internetseite sagt Thermometer, meine aber Sensoren ohne Anzeige. Dann muss man die Toleranz der Anzeigeelektronik noch berücksichtigen. Mancher Thermometerhesteller bezieht seine angegebenen Gesamttoleranzen insgesamt auf diese Klassen, auch wenn die Norm nur für die Sensoren gemacht ist. Oft kann man gleich einen Kalibrierschein dazu bestellen.
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Ralph Aichinger
Sind das Quecksilberthermometer? Muss man da irgendeine Begründung liefern, dass man ein Produkt mit Quecksilber will?
Oder geht das mit Alkohol etc. ähnlich genau?
/ralph
W
Wolfgang Martens
Hier steht ab S.36 einiges zu Füllflüssigkeiten:
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Die haben Glasthermometer ab 0,01K Skalierung und scheinen gleich neben dem Eichamt zu firmieren (Am Eichamt 4, 97877 Wertheim). Haben aber ihre eigene DAkkS (früher DKD) Kalibrierstelle, die Glasthermometer im Bereich 0-300°C rückführbar, auf 10mK genau kalibrieren darf.
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M
Marte Schwarz
Hi Wendelin,
Genau so ist es. Wer das nicht begreifen mag, hat einfach Pech gehabt.
Na dann? Wie willst Du eine sinnvolle Abnahme ohne eindeutige Tolenanzgrenzen machen? Wer zu eng dran geht, dass die Grenzen gerissen werden, hat eben verloren. Das ist beim Sport so (übertreten ist übertreten und ähnliche digitale Grenzlinien) und bei eigentlich allen Validierungen und Verifizierungen so, die ich kenne. Alles andere hielte ich auch für denkbar unvernünftig.
Frag Elon Musk, was für ihn "bezahlbar" ist und dann geh an den Bahnhof und frag den ersten Obdachlosen, dem Du begegnest, was für ihn un ter "bezahlbar" liefe. Ahnst Du das Problem immer noch nicht?
Wenige Worte, die mir zeigen, dass Du nicht weißt, was Du willst und noch weniger, was Du wirklich brauchst. Dann kann Dir auch niemand konkret helfen.
Marte
G
Gerald Oppen
Am 04.09.24 um 13:48 schrieb Thorsten Böttcher:
Frag das mal die Schüler in der Schule wenn es um das Thema "Hitzefrei" geht...
Gerald
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