"Post" von der Netz AG Ein Rant.

Sep 16, 2024 Last reply: vor 1 Jahr 4 Replies

Hallo



Mein Stromlieferant bekommt vom Messstellenbetreiber die Monatlichen Zählerstände des Installierten Smartmeters hier (Digitaler Zähler mit LTE-Modul) übermittelt. Beim Lieferant suchte ich erfolglos nach Detaillierteren Verbräuchen, darum hatte ich den Messstellenbetreiber angeschrieben - per Mail, im Text-format.



Die erste Antwort war Text und automatisch. Man befasse sich gründlich, hätte viel zu tun, wolle richtig drauf eingehen, blablabla.



Die Richtige Antwort traf heute ein. Nur, ich kann sie nicht lesen.



Diese Vollspackos (Sorry) schicken mir eine Text-mail mit Hinweisen wie man die EIGENTLICHE Antwort (Brief!) öffnen könne. Mit einer Punkt-für-Punkt Anleitung. U.a. solle man die angehängte PDF-Datei speichern und wenn man sie nicht so öffnen könne den Adobe Acrobat Reader (aus meiner Erinnerung ein Fettes Feature-Monster mit x Sicherheitslücken in den vergangenen Jahrzehnten) installieren. Für WINDOWS! Das ich eh nicht mehr verwende!



Das war's aber immer noch nicht. Der BRIEF ist Verschlüsselt. Mit der



12-stelligen Vertragskontonummer!!! Deren ersten drei Stellen (rest aus ge-x't) steht sogar im Betreff. Ja, nur... wo hab ICH die nun noch mal... es muß lange her sein das ich von denen überhaupt mal Post bekam und bin da nie über so eine Nummer gestolpert. Die vom Stromlieferant ist es jedenfalls NICHT!

Und, eigentlich wollte ich nur wissen ob ich in deren Portal außer der; jetzt nutzlosen; Funktion zum Zählerstand übermitteln noch was anderes nützliches machen könnte. Wie z.b. den Täglichen Verbrauch einsehen oder gar; gott-behüte; Verlaufsgraphen oder [Ketzerei] AKTUELLE augenblickswerte vom Zähler zu bekommen.



Die Antwort darauf muß einem Staatsgeheimnis gleich kommen und mindestens weite Teile der Bevölkerung verstören das man sie nicht in einer einzigen verdammten unverschlüsselten Text-Mail formulieren könne.



Aber ich vermute eh das da lediglich drin stünde das ich eben nichts einspeise und jetzt zu wenig verbrauche und sie mir daher leider überhaupt GARNICHTS anbieten können.



Ein schlichtes Nein! in der Mail hätte gereicht.



Entsprechende WTF-Mail ist raus - und wurde wiederrum mit Vorgang xyz-auto-mail beantwortet. Bin "beinahe" gespannt wie DIE antwort nun rüber kommt. Vielleicht per Post, Brieftaube oder Berittenem Boten. Das sich jemand die Mühe machte meine Fax-Nummer raus zu finden glaube ich eher nicht. Die steht auch in einer Robinson-Liste und vermutlich dürften sie die wg. Datenschutzgeschwurbel-deiner-wahl dann nicht verwenden...



/End_Rant



Bye/ /Kay


Kay Martinen:

[verstörende Details]

Ich fühle mit Dir! Vergleichbares erlebte ich vor wenigen Tagen mit einer Bank, mit einer simplen /allgemeinen/ Anfrage zu Gebühren.

Man traut seinen Augen kaum. Es ist kafkaesk.

Das Ekelerregende daran ist der Paternalismus.

"Wir wissen, was gut für Dich ist und wir lassen Dir keine Wahl."

Andreas

Das Problem ist, dass diese Unternehmen nicht einmal wissen was sie da tun: Sie bekommen das von einem IT-Dienstleister und/oder einem Softwarehaus so verkauft und installiert. Keiner der Beteiligten weiß wie es "richtig" geht und niemand interessiert sich dafür, so lange bei 99 % der Benutzer das Firmenlogo im richtigen Farbton angezeigt wird.

Interessanterweise habe ich "offizielle" Kommunikation einer Firma auch lieber als PDF mit Briefkopf als als plaintextemail. Da bin ich vielleicht zu wenig digital native. Natürlich wäre es besser, sowas mit einer digitalen Signatur als Plaintext zu bekommen, aber das macht halt niemand.

Grüße Marc

So was ähnliches macht mein Stromlieferant EON ebenfalls. Emails schicken sie in einer reinen HTML-Form, mein Hinweis und dann Widerspruch dazu wird ignoriert. Da fällt mir ein, daß ich EON um Antwort bat, weswegen sie in der HTML-Mail Links zu Google und Apple unterbringen, damit diese beiden Datenkraken wissen, daß ich Kunde bei EON bin, und wann ich deren Emails lese. Ich glaube, daß da noch ein T5F fällig wird ...

Mit dem hiesigen Stromnetzbetreiber ENBW hatte ich bereits vor Jahren jegliche Kommunikation eingestellt. Sie lotsten mich zur Eingabe der Zählerstände auf ein Portal, das vor Datenkraken wimmelte. Selbst die "Datenschutzseite" deren Web-Präsenz war seinerzeit verseucht. Ein T5F wurde sehr lieblos und insbesondere unvollständig beantwortet, Rüge. neue Frist, usw., irgendwann bekam ich keine Antwort mehr von denen. Und ich halte es mit denen seither genauso. Einen kleinen Erfolg gab es seinerzeit: die "Datenschutzseite" war ein paar Wochen später geändert. Ich hoffte nur, daß die Web-Designer dies in ihrer unbezahlten Freizeit tun mußten.

BTW der Trend zur Digitalisierung ist in .de voll da ;-) Kommunikation mit allem, wo Post draufsteht (DHL, Postbank, u.ä.), funktioniert genausowenig aus ähnlichen Gründen (HTML-Mails gespickt mit Tretminen). Man muß nicht überall Kunde werden ... ;-)

Gruß, Ralf

Das ist falsch.

Der (meist Mail-) Anfrager soll eine individuelle Antwort mit persönlichen Daten erhalten. Diese dürfen datenschutzhalber nicht öffentlich mitgeteilt werden, wie dies bei Postkarte und eben auch Mail der Fall wäre. Eine verschlüsselte Mail wäre möglich, scheidet aber i.d.R. wegen praktisch fehlender Schlüsselübergabemöglichkeit aus.

Also gibt es für das antwortende Unternehmen zwei gängige Möglichkeiten: Antwort per normalem Brief oder Bereitstellung der Antwort in einem gesicherten elektronischen Raum.

Brief ist zu teuer, also wird die Antwort elektronisch bereitgestellt, Hierfür ist das pdf-Format ein gängiges Verfahren. Die Bereitstellung eines Download-Links für einen kostenlosen PDF-Viewer ist eine Voraussetzung dafür, daß der Empfänger das Dokument auch nutzen kann.

Der Link zu dieser Datei darf auf einem öffentlich einsehbaren Medium übermittelt werden, wenn Einsichtnahme für Unbeteiligte nicht möglch ist. Deshalb wird das Dokument verschlüsselt und nur die Lage des Dokuments übermittelt, nicht aber der Schlüssel.

Man kann dem Empfänger aber rechtskonform öffentlich mitteilen, wie sich der Schlüssel aus den dem Empfänger bekannten Daten zusammensetzt, da diese Daten ja nicht ebenfalls übermittelt werden.

Bei online abgeschlossenen Verträgen willigt man i.d.R. mit Vertragsabschluß in dieses Verfahren ein.

Als Empfänger hat man zwar ein Recht auf eigene Blödheit, man sollte das aber ggfs. nicht zu sehr in Anspruch nehmen und sich nicht unbedingt per Computer beschweren, daß man computergestützte Standardvorgänge nicht ausführen könne.

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