statische Aufladungen vermeiden

Feb 19, 2025 Last reply: 1 year ago 14 Replies

Hallo



Ich wohne in einer Wohnung, die gut zwei Jahre alt ist. Erst seit ein paar Monaten habe ich ein Problem der statischen Aufladungen. So bekomme ich aktuell regelmässig einen "gewischt", wenn ich den Herd einschalten will (metallende Drehknäufe). Das war anfangs nicht so. Die Wohnung hat flächendeckend einen Plattenboden nur im Schlafzimmer und Büro liegt Parkett. Und bis vor zwei Tagen auch ohne irgendwelche Teppiche, erst am Montag habe ich mir für das Büro einen zugelegt, um das Parkett zu schonen mit den Bürostühlen. Die Ursache muss also woanders liegen.



Weiss einer, woran das liegen kann? Ich habe meistens ein "sandiges" Geräusch beim Gehen, bis wieder geputzt wurde, kommt aber recht schnell wieder. Aber das war auch schon früher so.



Soll ich mir einen "Entladestecker" basteln (nur PE angeschlossen) und diesen anfassen bevor ich zur Küche gehe? :-p



Gruss Thorsten


Thorsten Klein snipped-for-privacy@eternal-september.invalid schrieb oder zitierte:

Wenn es draußen kälter ist, ist die Luftfeuchtigkeit innen niedriger. Dann kann die statische Elektrizität sich vermutlich schlechter ausgleichen. Vielleicht hilft es, erst einen Metall- Löffel in die Hand zu nehmen und den Knopf damit zu berühren.

Ich hab mal in einem Büro mit extrem trockener Luft gearbeitet, das war das auch so, obwohl wir eigentlich keine Böden gehabt haben, die Elektrostatik fördern.

Wie schaut es um die Luftfeuchtigkeit aus?

/ralph

Das war kurz nachdem Du Dir neue Schuhe gekauft hast.

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  • Thorsten Klein snipped-for-privacy@eternal-september.invalid:

Du solltest vor dem Herdplattenschalter etwas anfassen, bei dem die Entladung langsam vonstatten geht, z.B. die Wand, das Mauerwerk.

Weiland im Gymnasium war das ganz extrem. Das war ein damals neuer Betonbau, Parterre Steinboden, alle anderen Stockwerke Nadelfilz. Beim Spind, beim Wasserhahn, beim Türdrücker, überall kriegte man eins gewischt. Wir hatten uns angewöhnt, immer vorher die Betonwand zu berühren. Die entsprechenden Stellen neben den Schulzimmertüren waren mit der Zeit richtig speckig. Noch Jahre später hab ich gelegentlich vor dem Öffnen einer Tür erst mal die Wand berührt.

- Andi

Am 19.02.25 um 18:15 schrieb Thorsten Klein:

Das liegt am Wetter. Bei Temperaturen deutlich unter null friert die Feuchtigkeit aus und die Luft wird sehr trocken. Die Heizung tut dann ihr übrigens. Trockene Luft begünstigt statische Aufladung erheblich.

Am Ende ist man es immer selbst, der sich auflädt. Gut isolierende Schuhe können das begünstigen, ebenso wie ein gut isolierender Boden. Aber der wichtigste Faktor ist die Luftfeuchtigkeit.

Ack.

Dann bekommst du halt an dem eine gefetzt. Und mit etwas Pech schlägt die Kontaktelektrizität auf dem Weg in die Küche gleich wieder zu, und am Herd gibt es nochmal einen auf die Finger.

Die einzige wirklich wirksame Maßnahme ist eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit. Nasses Handtuch an die Heizung hängen hilft. Nur nicht oben zudecken, das verschlechtert die Heizleistung. Das nasse Handtuch an der Seite hingegen verbessert die Leistung sogar. Die Wirkung braucht allerdings eine Weile, denn nicht die Luftfeuchtigkeit wirkt gegen die Aufladung, sondern die Adsorbatschicht auf allen Oberflächen, die sich erst wieder aufbauen muss.

Marcel

Am 19.02.25 um 19:06 schrieb Ralph Aichinger:

Ich glaube, letzten Winter hatte ich diese Entladungen noch nicht.

Ich habe aktuell keine Messmittel dafür. Aber es existiert eine Komfortlüftung in der Wohnung, sprich wenn Du auf eine Schimmelgefahr hinweisen willst, die wird es wohl nicht geben.

Am 19.02.25 um 20:32 schrieb Axel Berger:

nope. Meine Hausschuhe habe ich schon länger.

Am 19.02.25 um 22:18 schrieb Marcel Mueller:

Habe Fussbodenheizung :-D

Über die Theorie, dass es zu trocken sein könnte, habe ich noch gar nicht nachgedacht. Wir haten im Keller/Trockenraum im letzten Jahr lange Zeit Feuchtigkeitseintritt (Baumangel), wo dann lange Zeit Entfeuchter gelaufen sind. Ich bin im EG, aber nicht oberhalb der Stelle wo der Feuchtigkeitseintritt war sondern auf der anderen Seite.

Nein, umgekehrt: Schimmel entsteht bei zu hoher Luftfeuchtigkeit, statische Aufladung wird bei *niedriger* Luftfeuchtigkeit begünstigt.

/ralph

Hallo,

Am 19.02.25 um 18:15 schrieb Thorsten Klein:

"*Wenn geeignete Materialien aneinander reiben*, dann gehen Elektronen von einem Material aufs andere über, also Ladung. Die verteilt sich dann und kann schlecht abfließen, insbesondere, wenn man Gummisohlen trägt und auf einem Kunststoff-Teppich geht. Wenn ich dann auf eine Leiter fasse, können diese Elektronen schlagartig abfließen und das macht dann diesen Schlag, den man gewischt bekommt. Das kann bis zu einem Funken gehen." Schlag bekommen - im Winter häufiger

Dass wir eine solche gewischt bekommen, das geschieht deswegen im Winter häufiger als im Sommer, weil die Luft in Innenräumen dann trockener ist. So trocken, dass kein Ladungsaustausch über die Luft stattfinden kann. Die Ladung kann nicht abfließen, sammelt sich also an unserem Körper und entlädt sich, wenn wir zum Beispiel an eine Türklinke greifen..."

*Statische Aufladung - was hilft* Hier weiterlesen:
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Hast Du einen neuen Kaschmirpullover an ;-)

Ciao Walter

Walter Brill snipped-for-privacy@t-online.de schrieb oder zitierte:

Muß man nicht einen Bernstein an Katzenfell reiben? ;-)

Am 2025-02-19 hat Thorsten Klein geschrieben:

Geht mir genauso. Das liegt nicht zuletzt an der Witterung. Gerade im Winter ist die Luft sehr trocken, das begünstigt die statische Aufladung. Luftbefeuchter oder viele Zimmerpflanzen können helfen. Wenn Du glaubst, beim nächsten Kontakt wieder eine "gewischt" zu bekommen: Nimm einen Gegenstand aus Metall (z.B. Schlüssel) fest (!) in die Hand und nutze den zur Entladung, dann spürst Du gar nichts.

Oder so. :)

Am 19.02.25 um 23:05 schrieb Thorsten Klein:

Auf den Boden legen funktioniert auch, wenn du eine Ecke hast, wo es nicht so stört. Es dauert wegen der geringeren Temperatur nur länger. Aber die Rate hängt auch stark von der Luftfeuchtigkeit ab, und wenn die sehr niedrig ist geht es schneller.

Die Kellerfeuchte dürfte auch nur sehr geringen Einfluss auf das Stockwerk darüber haben. Jeder Raum hat ja schon seinen eigenen Wert.

Marcel

Am 20.02.25 um 15:58 schrieb Helmut Wabnig:

Gibt es, nennt sich Fehlkonstruktion. Normalerweise sollten die nach außen nur Masseflächen exponieren. Tatsächlich habe ich das schon Jahrzehnte lang nicht mehr erlebt oder mitbekommen, dass Computer dadurch beeinträchtigt werden.

Spannender fand ich, als es eine EIB Installation nach einer Entladung an einem Schalter zerlegt hat. Danach konnte man das Licht erst mal nicht mehr ausschalten. ;-)

Marcel

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