Automatisiertes Zählen von Seiten

Jan 31, 2006 18 Replies

Hallo!



Vielleicht bin ich hier falsch, dann bitte ich um einen kurzen Hinweis.



Ich bin auf der Suche nach einer einfachen mechanischen/elektronischen Konstruktion, mit der man auch sehr dünne Papierseiten zählen kann. Welche Konstruktionen werden für so etwas eingesetzt und wo findet man Informationen darüber?



Zu erst dachte ich an die Blatteinzugsmechanik eines normalen Druckers. Wo finde ich genauere Informationen zu Aufbau und Funktionsweise? Bei Google etc. finde ich leider nichts Brauchbares. Kann man sowas relativ leicht (ohne den ganzen Drucker drumrum) nachbauen?



Hoffe ihr wisst was ich meine und könnt mir kurz helfen. Danke!! Viele Grüße Andreas


Am Tue, 31 Jan 2006 20:27:47 +0100 schrieb Andreas Lademann:

Schlachte ganz einfach eine alte Druckmaschine aus. PC-Drucker und sehr dünnes Papier geht eh nicht gut.

Wo finde ich denn Infos was in so einer Druckmaschine werkelt?

Andreas Lademann schrieb:

Warum nimmst du nicht einfache einen alten Drucker und zerlegst den?

Tobi

Bei meinen Tests hatte der (Canon iP5000) mit sehr dünnen Blättern Probleme, denke ein alter hat dann noch mehr Probleme. Ausserdem war mit der zu langsam beim Einzug.

Andi

Am Tue, 31 Jan 2006 21:04:38 +0100 schrieb Andreas Lademann:

So direkt mit Bauplan? Das gibt wohl keinen. Das ist Präzisionsmechanik vom feinsten mit 100 Jahren Know/Hoff das baust du nicht mal so eben. Beim Bogendruck werden die Bögen meistens pneumatisch getrennt und angehoben. Bei dickem Papier kein Thema, aber wehe das Zeug ist hauchdünn, da hilft nur das Wissen der Hersteller.

Vielleicht mal in Richtung Geldautomat oder es gibt ja auch so Geldzählautomaten denken. MfG Matthias

Moin,

Andreas Lademann schrub:

Grundsätzlich ist das nicht mehr als eine Gummirolle die einfach das nächste Blatt vorschiebt. Eine Feder drückt den Stapel gegen diese Rolle und ein anderes Teil hindert durch Reibung den Rest des Stapels daran, zusammen mit dem ersten Blatt mitgezogen zu werden. Sprich es kommt dabei ganz entscheidend auf die richtigen Materialien an, solche die auf Papier besser haften als Papier auf Papier.

Variante: Ich hab mal eine Maschine für sowas gesehen, die war an sich nur eine Problemspezifische Waage. Man legte erst ein Blatt drauf, das hat sie gewogen. Dann 5 Blätter die hat sie gewogen und Alarm gegeben wenn man sich verzählt hatte. Dann noch mal 10 Blätter oder so und nachdem sie so das Gewicht hatte, hat sie einem zu jedem Papierstapel die Anzahl der Exemplare angezeigt.

CU Rollo

Also, das kommt ganz darauf an, welchen Backround du hast, eher mechanisch, elektronisch oder softie.

  1. Man kann Papier zählen, indem man mit einer _kleinen_ Luftdüse _nahe_ am Stapel entlang hochfährt und die Druckluftschwankungen an der Düse auswertet.

  1. Ebenfalls realisiert wurde ein Verfahren mit einer Kamera, die den Stapel von der Seite fotografiert und Kontrastauswertunggen zum Zählen benutzt. Die Kamera fähr mit einem Schlitten am Stapel vorbei und macht in _genau_ definierten Abständen ein Bild. Die Bilder werden anschließend zusammengesetzt und damit die Kontrastauswertung gemacht.

  2. Eine Zeilenkammera aus einem Scanner sollte hier ganz gut funktionieren. Oder gleich den ganzen Scanner einsetzen? Die Software muss dan nur noch das Bild auswerten. Eine nette Semesteraufgabe oder sogar Diplomarbeit.

  1. Mit einem triangulierendem Lasersensor, der ebenfals seitlich am Stapel entlang fährt sollte es ebenfalls realisierbar sein.

  2. Ist das Papier bereits vereinzelt, weil es in irgend einem Prozess bearbeitet wird, ist ein Seitenzähler mit Lichtschranke trivial.

von der Bewegung des Papiers (Druckwerk und ähnliches) nur zum Zählen würde ich erstmal abraten. Ich habe erlebt, dass Papiervereinzelung eine sehr haarige Geschichte ist, wenn du nicht den optimalen konstruktiven Backround hast, das ganze vertretbar schnell passieren muss und du nur DAUs* zu Bedienung zur Verfügung hast. Die Qualität der Stapelung deines Zählguts ist ebenfalls nicht unerheblich ! Hast du eine Vorstellung wie schnell die Zählung vonstatten gehen muss und wie genau dein Ergebnis sein muss ? Fehlzählungen werden vorkommen, egal mit welcher Methode du startest, es ist einfach _nur_ eine Frage des Aufwands, sie zu minimieren.

Grüße Günter

  • Dümmste Anzunehmende User

Kauf Dir für 30 Euro 'ne gebrauchte Geldscheinzählmaschine und nimm sie auseinander ;-)

Gruß:

Christian

Pneumatisch gefällt mir eigentlich ganz gut. Was ich vergessen habe zu erwähnen ist, dass ich gezählte Blätter auch transportieren/umschichten muss. Deshalb dachte ich auch zu erst an die normale Druckermechanik.

Kurzer Gedanke zur Pneumatik: Eine Platte mit Löchern drückt von oben auf die Seiten. Wie bei einem Staubsauger wird durch die Löcher Luft angesaugt, die Seite bleibt haften und kann abgehoben werden.

Erzeugter Unterdruck: 150 mbar = 15.000 Pa

Fläche: z.B. 12 Löcher mit r = 0,5 cm => 9,42x10^-4 m²

=> Kraft = Fläche mal Druck = 14 N!

Das sollte für ein dünnes Blatt doch locker reichen ;-) Oder ist da ein Denkfehler drin.

Gruß Andreas

Oder andersrum: Ein Blatt wiegt sehr großzügige 10 Gramm (wenns mal klemmt oder so ;-), dann wären nur 1,11 mbar nötig... Kann das sein?

Zum Thema Sauger schau mal auf die Seiten von FIPA. (

formatting link
) Die habe einige nützliche Tools, die Dir beim Vereinzeln helfen können. Ansonsten nur der kurze Tipp, dass du die Seiten "abschälen" solltest. Wenn du mit einem Sauger die Blätter senkrecht hochheben möchtest, nimmst du entweder mehrere Seiten mit, oder die Adhäsion (?) hält das Blatt am Stapel zurück. Erst mit einem Hubsauger etwas hochheben und anschließend den Sauer um ca. 15 Grad wegkippen. Ansonsten ist es auch hilfreich den Stack intensiv mit ionisierter Luft aufzufächern, damit sich die Blätter leichter trennen lassen. Elektrostatik ist hier ein deutliches Thema. Firma Escherich könnte dir da helfen.

Ich würde auf jeden Fall versuchen, bei einigen Druckereien eine Betriebsbesichtigung zu erhalten, besonders bei solchen, die Kunststoff bedrucken.

Grüße von Günter

Moin,

Andreas Lademann schrub:

Klingt glaubhaft. Ich würde sagen, es braucht keinen Staubsauger sondern einfach ein Hohlprofil mit Löchern wo das Blatt angesaugt wird und an der einen Seite ein kleiner Lüfter wie in PCs üblich. Eventuell die andere Seite des Rohres sogar offen lassen so daß im Rohr ständig ein Luftstrom weht. Auch der erzeugt einen Sog, wohingegen es etwas unsicher ist, welchen Unterdruck so ein Lüfter erzeugt, wenn er garkeinen Volumenstrom fördern darf.

Ich glaube in Druckmaschinen herkömmlicher Bauart machen die das aber eher mit einer Art von Saugnäüfen und einer Kolbenpumpe. Wenn eh alles mechanisch läuft, dann kann im Takt der Maschine auch gleich der Pumpenkolben rein und rausgefahren werden und so zum richtigen Zeitpunkt jeweils Unterdruck oder wieder Normal (oder Überdruck) erzeugen wenn es gerade gebraucht wird. Das Blatt muß ja auch wieder losgelassen werden.

CU Rollo

Hallo

Andreas Lademann schrieb:

Zählwaage? - Setzt vorraus, dass du die Blätter meinst und nicht die Seiten in bedruckt und unbedruckt teilst.

Herzliche Grüße Wolfgang

Erstmal Danke für die vielen Hinweise!

Ich werde jetzt einen ersten Versuch mit einer Saugvorrichtung machen. Für den Start werde ich einen einfachen Lüfter benutzen, wie er in PCs verwendet wird.

Dabei ist noch eine - prinzipielle - Frage aufgetaucht:

Ich habe einen Lüfter gefunden, mit einem Luftdurchsatz von 0,17 m^3/Minute.

Wenn der vom Lüfter erzeugte Luftstrom durch 50 Löcher mit einem Durchmesser von 1 mm strömt, welcher (Saug)Druck wird dann erzeugt?

Mir gehts eher um eine prinzipielle Formel, das kann man doch bestimmt ausrechnen oder? (Rechenweg reicht natürlich)

Vielen Dank noch mal! Gruß Andreas

HAllo,

Andreas Lademann schrieb:

dazu benötigst Du die Kennlinie des Lüfters.

es gibt Geräte die bringen hohen Durchsatz aber kaum Druck und andersrum.

mfg

Robert

Moin,

Andreas Lademann schrub:

Wenn an den Löchern ein Blatt Papier klebt, dann strömit ja quasi garkeine Luft durch. In dem Fall ist die Größe und Anzahl der Löcher schlicht egal. Wenn sich die Löcher gleichmäßig auf einer Fläche von sagen wir 10cm^2 verteilen sollten, dann wirkt eben der Unterdruck auf dieser Fläche. Die Frage ist, welchen Unterdruck der Lüfter erzeugen kann, wenn er _keinen_ Luftstrom fördern muß. Abgesehen von dem Hinweis, daß man das bestenfalls aus Meßwerten/Katalogangaben erfahren kann, könnte folgende Abschätzung einen Hinweis geben (falls nicht, möge man mich korrigieren): Der Lüfter kann x l/s fördern bei keinem Gegendruck. Der Lüfter hat eine Fläche von y cm^2 (die druchströmte Fläche meine ich). Wenn zwei Druckkessel mit einer Öffnung von einer ebensogroßen Fläche verbunden sind, dann ergibt sich eine Strömungsgeschwindigkeit und damit ein Volumenstrom in der Verbindung abhängig von der Druckdifferenz in den beiden Kesseln. Bei welcher Druckdifferenz herrscht der gleiche Volumenstrom zwischen den Kesseln, wie ihn der Lüfter fördern kann, wenn er keinen Gegendruck=Druckunterschied hat? Zum 'Ausströmen aus Kessel' finden sich bestimmt passende Formelsammlungen/Skripte im Internet, ich hab sowas gerade nicht im Kopf.

CU Rollo

Andreas Lademann schrieb:

Ich würde mal probieren den Lüfter testhalber direkt auf das Blatt zu setzen, natürlich mit einer auflageplatte, z.B. aus Pappe, um ein gefühl dafür zu bekommen. Ich denke die anzahl der Löcher ist nict so wichtig, ich würde 10 stück von 10mm machen. Vielleicht kannst du das so in der Konstellation mit einem Schuhkarton testen, bei dem der Lüfter die Luft aus dem Karton saugt.

Bei einer bastellösung ist das Experiment vielleicht ein wirklich guter Weg um zum Ziel zu gelangen.

bye uwe

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