Verwendung von Kohlenasche

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Moin!
Ich habe eine hoffentlich einfache Frage: Wie wurde im 20. Jh. Asche von Steinkohle entsorgt, oder für welche Zwecke wurde sie technisch
verwendet?
Ich nehme an, daß man dabei zwischen Asche aus Heizungsanlagen und Kraftwerksasche unterscheiden muß, weil letztere wohl vermutlich schmelzflüssig als Schlacke aus der Kesselfeuerung abgezogen wurde. In der Eisenerzeugung vermischt sich die Kohlenasche vermutlich mit der aus der Erzgicht herrührenden Hochofenschlacke - wie wurde die eigentlich typischerweise entsorgt oder weiterverwendet?
Der Sinn der Frage ist übrigens, daß ich gerne abschätzen würde, ob und welche relevanten Strahlenbelastungen sich aus diesen NORM-Substanzen ergeben haben könnten.
Gruß aus Bremen Ralf
--
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Hallo Ralf,
zunchst einmal: was ich jetzt schreibe ist NICHT reprsentativ, ob es berall so gemacht wurde weiss ich nicht...
wrote:

Du nimmst richtig an!
Die Asche aus der Holz/Kohle Heizung wurde teilweise zum Streuen im Winter teilweise schlicht als Dnger verwendet (ist Mineralreich).
Wo das nicht mglich war wurde wie Restmll entsorgt.
Schlacken aus Hochfen und Kraftwerken fanden im Straenbau ebenso Verwendung wie als Dmmmaterial gegen Trittschall in Fubden
Letzeres wohl schon Jahrhundertelang: Ich hab whrend meienr Schulzeit mal bei einer Sanierung gejobt, da mute ich etwa 4 m Schlacken aus Zwischenbden rausschaufeln und wegbringen, dabei habe ich dann unter anderem einen Sou von 1704 gefunden, das Haus wurde 1710 gebaut und nach Aussage des Bauleiters waren die Bden wohl noch im Originalzustand... Das Haus war brigens frher neben einer Schmiede Ich habe diese Schlackenisolierung bei anderen Baustellensanierungen zumindest bis in die 1960 er Jahre gesehen (Baujahr der Huser) Jngere Huser habe ich bislang nicht sanieren helfen...
Straenbau wurde mir damals von altgedienten Bauarbeitern erzhlt...
Michael
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Hallo,
Erwi wrote:

(...)
Ja, das ist zu bestätigen. Hochofenschlacke wurde als weit verbreitete Bauart auf den Staken zwischen den Holzbalken von Geschoßdecken meist 8 bis 10 cm dick eingebracht. Das half, den Wärme-, Schall- und Brandschutz etwas aufzuwerten. Literatur: z. B. Ahnert/Krause.
Fein-/Flugasche aus Kraftwerken wurde und wird auch heute noch als teilweiser Zementersatz im Betonbau eingesetzt.
Freundliche Grüße, Alfred Flaßhaar
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begin quoting, Alfred Flaßhaar schrieb:

Kann man also davon ausgehen, daß annähernd die gesamte Aschemenge aus der industriellen Verwendung für Baustoffe verwendet wurde? (Die Menge könnte man anhand von Kohle- und Stahlproduktionsstatistiken abschätzen.)
Also, vielleicht sollte ich mal Butter bei die Fische tun:
Umweltradioaktivität verändert nachweislich das Zahlenverhältnis der männlichen zu den weiblichen Geborenen, und zwar steigt mit zunehmender Radioaktivitätsbelastung das Verhältnis an, was darauf zurückgeführt werden kann, daß weibliche Embryonen empfindlicher sind und unter radioaktiver Belastung eher absterben. (Man sieht das statistisch nur bei sehr großen Geburtenzahlen, aber es ist signifikant.) Der Effekt scheint auch ziemlich spezifisch zu sein - einzig bei sehr hohen chemischen Noxen (z. B. in der Gegend des Seveso-Unfalls) findet man ähnliche epidemiologische Effekte.
Ich habe mir nun viele Zahlen aus langen Reihen und vielen Ländern angesehen und ein paar Merkwürdigkeiten festgestellt:
- Heute liegt das Verhältnis in vielen Industrieländern ziemlich stabil bei ca. 1055 Jungen auf 1000 Mädchen (die mehreren weiteren signifikanten Stellen lassen wir mal weg). Das war aber nicht immer so: Vor dem 19. Jh. scheint das Verhältnis niedriger gelegen zu haben, bei vielleicht 103 zu 100, und ist bis ca. in die 50er Jahre des 20. Jh. kontinuierlich angestiegen (und zwar in der pränuklearen Zeit!), danach bis heute wieder leicht abgesunken.
- In Deutschland (und Dänemark, aber z. B. nicht in der Schweiz oder den westlichen europäischen Atlantikländern) findet man eine Sonderentwicklung: Während des zweiten Weltkrieges ist in ganz kurzer Zeit (wenige Jahre) das Verhältnis ausgehend von ungefähr 1,05 ganz steil angestiegen auf etwa 1,09 und klingt nach dem Krieg nur langsam (Zeitkonstante 10-15 Jahre) bis in die Achtziger Jahre hinein auf den weltweiten Durchschnittswert ab.
- In städtischen Regionen (Bremen, Hamburg, Berlin) liegt das Verhältnis deutlich höher als im ländlichen Umland (Nds., S.-H. und Brandenburg).
Das sind bitteschön alles signifikante, also überzufällige Phänomene, die müssen Ursachen haben, und wegen der internationalen Auftretens müssen das massenhaft auftretende Einflußfaktoren sein (z. B. in Japan sieht es prinzipiell genauso aus). Das einzige Massenphänomen, das mir als Gemeinsamkeit aller Industrienationen einfällt, ist die Montanindustrie.
Ist das überhaupt plausibel?
Ja, das ist es: Steinkohle enthält ca. 50-200 Bq/kg natürliche Radioaktivität aus den natürlichen Zerfallsreihen (überwiegend Uran und Folgeprodukte). Man kann anhand des Kohleverbrauchs (angenommen: 500.000 t/a) abschätzen, daß ein "gängiges" Kraftwerk von einigen 100 MW deswegen jährlich Radioaktivität aus der Kohle im TBq-Bereich freisetzt, größenordnungsmäßig ähnlich viel wie die genehmigten Emissionen eines KKW mit der gleichen Stromproduktionsmenge (und die KKW erzeugen nachweislich einen Einfluß auf die Zahlenverhältnisse der Geschlechter bei der Geburt in ihrer Umgebung, ähnlich wie auf die Kinderkrebszahlen, wie das in der KiKK-Studie festgestellt wurde. Ich habe dazu ein Paper bei der EnviroInfo 2010). Wenn nun die KKW und Tschernobyl-Fallout diese Effekte machen, dann sollte das die Radioaktivität aus der Kohle bei der gleichen Dosis grundsätzlich in gleicher Weise tun (Feinheiten wie die unterschiedliche Physiologie verschiedener Elemente mal außen vor gelassen).
Die Kohle-Radioaktivität muß irgendwo bleiben: der eine Teil kommt aus den Schloten, der andere bleibt in der Asche und den Filterkuchen hängen. Daher wäre es mal ganz interessant, zu wissen, wo das Zeug denn so hin ist. Ich habe die Zahlen noch nicht beisammen, aber ich bin mir relativ sicher, daß ich eine gute Korrelation zwischen Kohleverbrauch und Entwicklung der Sex Odds finden werde.
Beim BMU gibt es es einen Untersuchungsbericht "Erfassung und radiologische Bewertung von Hinterlassenschaften mit NORM­Materialien aus früheren Tätigkeiten und Arbeiten einschließlich der modellhaften Untersuchung branchentypischer Rückstände", aber die befassen sich nur mit Bergwerksgelände und Halden, nicht aber mit den Deponiematerialien aus Kraftwerken oder gar daraus hergestellten Baustoffen (<http://www.bmu.de/strahlenschutz/schriftenreihe_reaktorsicherheit_strahlenschutz/doc/38864.php , <http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/schriftenreihe_rs695_teil_3a.pdf ).
(Der starke Anstieg im 2. WK ging vermutlich auf die Verwendung radioaktiver Leuchtfarbe in den Luftschutzbunkern und anderen Luftschutzräumen zurück, die dann nach dem Krieg noch weitergenutzt wurden. Für die Herstellung des Radiums (und nicht etwa für die Nuklearwaffenforschung) dafür wurden im Dt. Reich riesige Mengen Uranerz (mehrere tausend Tonnen) verarbeitet. Das an sich "nutzlose" gereinigte Uran haben sich dann nach dem Krieg die Siegermächte geklemmt - die Russen haben in der Ostzone gleich weiterfördern lassen. (Eine größere Menge Uranerz hatte das Reich allerdings gleich zu Kriegsbeginn in Belgien beschlagnahmen lassen, es stammte aus Afrika (Belgisch-Kongo).) Deshalb findet man den Effekt in Ländern ohne solche Leuchtfarben in Gebäuden nicht.)
Ich finde es eigentlich überraschend, daß Radioaktivität, die gar nicht aus kerntechnischen Anlagen stammt, solche gewaltigen epidemiologischen Effekte haben kann. Die bekannte Schneeberger Krankheit der Bergleute ist eigentlich nichts dagegen.
Indikator für Radioaktivitätsbelastungen aus Baustoffen in Gebäuden wäre natürlich der Radon-Gehalt in der Luft: Es ist natürlich ein schönes Märchen, daß Radon in Gebäuden aus dem Untergrund stammt - kann gar nicht sein, dafür ist die Halbwertszeit des Radons viel zu kurz. Tatsächlich kommt es aus den radiumhaltigen Baustoffen der Gebäude selbst. Und zudem bei Ofenheizungen mit Kohle wohl auch aus dem Ascheneimer, aber darüber scheint man sich früher keine Gedanken gemacht zu haben. Jedenfalls gehen die Sex Odds mit dem Rückgang der Ofenheizungen und der Einführung von Zentralheizungen in Deutschland zurück.
Gruß aus Bremen Ralf
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Hi, nein, die meisten kleineren Industriebetriebe hatten ja auch "Hausbrand", heizten ihre Produktionsprozesse und die Hallen damit. Dampfmaschinen feuerten ebenfalls mit Kohle...das Abfallgut konnte je nach Kohlesorte von bröselig-feinsandig bis zu Flugasche sein. Etwa wenn es billigste ungetrocknete Salzkohle war. Das Zeug wurde meist nah der Fabrik abgekippt und bildete dann Aschehalden. So gesehen auch ein "Baustoff" :-) Fast alle Städte hatten eine Leuchtgasanstalt, in der Gasflammkohle oder ähnlich fette Sorten verkokelt wurden, die Abfälle waren ebenso eher wenig geegnet, damit was anzufangen. Die kamen aber weiter weg auf Deponien, da die Gasanstalten für Beleuchtung relativ zentral lagen, um die teuren Gasleitungsnetze nicht zu übertreiben. Im Ruhrpott landete die Asche auch schonmal im Stollen als Füllmaterial. Der Eigenverbrauch der Bergwerke war ja enorm, die Dampfpumpen und Wäschereien verbrauchten insbesondere die billigste Restkohle mit dem größten Bergeanteil, da bleibt ne Menge Asche übrig.

Bist Du bei diesem Zusammenhang sicher? Wahrscheinlicher ist doch wohl, daß die übliche Streßreaktion einer Spezies auf Umweltstreß eine Zunahme des "kämpferischen" Teils ist. Nach Kriegen gbits mehr Jungs, Nachschub für die Armee. Meist dadurch ausgelöst, daß die überlebenden Männchen sich mehr abrackern müssen und dadurch Jungs einen deutlicheren Vorsprung kriegen .-)

Das ist sicher nicht mit den Nuklearbedingungen korreliert. Solche Schwankungen gibts nämlich auch anderswo. Sogar in Afrika.

Klingt korrekt, es fehlte an Männern, die "Spezies" sorgte für Ausgleich. denn die Gesellschaft an sich war stabil, in den anderen "Nachfolgestaaten" des Krieges dagegen kam es zu enormen Umwälzungen sowohl in sachen Bevölkerung als auch Gesellschaftsstruktur.

Wohl eher die Lebensweise in kleineren Wohneinheiten und die Zersiedelung. Massen-Einflüsse müssen nicht sein, auch mikroskopische Einflüsse können sich summieren. Solltest Du eigentlich wissen. Fieber kann man von Grippe kriegen, aber auch vom Beinbruch. Beides wirkt sich signifikant auf die Fehlzeiten am Arbeitsplatz aus....

Nicht so richtig. Du hast da einen sehr oberflächlichen Weitblick, auf ein weitgehend unverstandenes Phänomen.

Warum? Nur weil die Flugasche nach Osten wegweht, wirkt sich deren Strahlung auf die belgische Kanalküste aus? Und wenn die "strahlende Schornsteinrauchfahne" von einer Bleimine stammt, kompensiert der Blei-Feinstaub die Strahlung, wie die Bleischürze beim Röntgenologen?

Bitte achte dabei auch auf die Korrelation zu Lottozahlen und, wichtig! zur Farbe der Eichhörnchen.

Das klingt gut, insbesondere wenn Holzhäuser im Harz so erhebliche Keller-Radongehalte aufweisen. Man fragt sich, wieso die damals Uranfichten zu Brettern sägen mußten...

Um Radongas in nennenswerter Menge zu "erzeugen", braucht man schon erhebliche Mengen an Grundstoff. Mehr, als man eigentlich an Baustoff für Fundament und Wände benötigt. Naja, außer Du baust mit Uranbarren. Wie hoch ist eigentlich der Radongehalt in Erdgas? Und wie kommt das da rein, pumpen Zementfabriken das Radongas insgeheim in die Erde? Könnte man da nicht einhaken und die CO2-Untergrundverpressung da anhängen? Wieder eine Technologie, auf die wir uns was einbilden können :-)
--
mfg,
gUnther
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Ralf . K u s m i e r z schrieb:

und Brötchen mit Zwiebeln.

Das kann auch an sonstwas gelegen haben. Co2-Peak, Kohlenmonoxidbelastungen....

biologischer "Populationsregelmechanismus"?!
> und klingt nach dem Krieg nur langsam

und wie war vor-/nachher die Populationsverteilung Männchen/Weibchen? --> hier könnte sogar noch der Altersquotient eine Rolle gespielt haben.> Das sind bitteschön alles signifikante, also überzufällige Phänomene,

Evtl. auch die chemiesche/Pharmaindustrie.

Was aber nicht heissen muß das es mit erhöhter radioaktivität zu tun haben muß. Übrigens zum einpendeln der deutschen populationsrate bis in/an die 80er ist auch anzumerken das sich auch die Phase des abnehmenden unkrontrollierten Hausbrands und Gewerbebrands deutlich reduziert hat.
Interessant wäre zu wissen ob eine solche Populationsverschiebung über die Jahre reproduzierbar auch Jahreszeitlich zu registrieren war/ist.

(<http://www.bmu.de/strahlenschutz/schriftenreihe_reaktorsicherheit_strahlenschutz/doc/38864.php ,
unter der verlinkten Seite findet sich ja allerhand interessantes Material - aber so en passant mal eben alles lesen und durchdenken ist gerade nicht mein Fall. Sorry.

<http://www.bmu.de/files/pdfs/allgemein/application/pdf/schriftenreihe_rs695_teil_3a.pdf ).
Hier das gleiche - auch wenn mich einiges beim durchblättern an meinen ersten beruflichen Werdegang erinnert :-)

bis zur zwingenden Evidenz wirst Du noch ein hartes Stück "Maloche" vor Dir haben.

Was ja nicht unbedingt an der Kohlefeuerrung gelegen haben muß. Div. Kunststoffe und z.B. Asbest sind nun auch verbannt.
--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
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begin quoting, Bodo Mysliwietz schrieb:

Hm, ja.

Das wird doch gleich wo beschrieben (Quelle)? (Welcher CO2-Peak wann und wo?)

Tscha - so einen gibt es bloß nicht.

Na, schrieb ich doch: ähnlich wie heute weltweit.

Was für'n Ding?

Und welche Substanzen sollten das gewesen sein?

Für sich genommen natürlich nicht. Aber das kriege ich noch raus, dazu werde ich mir einfach mal lokale Korrelationen mit Kraftwerksstandorten ansehen.

Ja, ich vermute diesen Zusammenhang auch.

Wäre es. Es ist leider außerordentlich mühsam, dazu demographische Zahlen zu bekommen, wirlich.

Zwingt Dich wer? Eigentlich wollte ich nur ein bißchen Belege vorlegen.

Das ist ein Teil davon - derjenige, der sich mit den bergbaulichen Hinterlassenschaften befaßt.

Ohne Fleiß kein Preis. Aber es ist ohnehin mehr ein "Nebenkriegsschauplatz" - der Hauptpunkt ist der KKW-Effekt, und bei dem ist die Datenlage wesentlich besser.

Mit negativen Äußerungen kann man so wenig anfangen. Formuliere testbare Hypothesen, z. B. "es war das DDT" o. ä.
Gruß aus Bremen Ralf
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Am 10.08.2010 22:08, schrieb Ralf . K u s m i e r z:

Mit CO/CO2-Peak war im Grunde die Jahreszeitlichen Schwankungen der CO/CO2-Konzentration in Ballungsräumen gemeint. Ob das irgendwo (gut) beschrieben ist weiß ich nicht. Das es auftritt aus der Praxis sehr wohl. Will heissen im Winter steigen/stiegen die Konzentrationen an (selbst beobachtet).

Ich weiß es nicht definitiv und bin biologisch auch sehr minderbemittelt, gehe aber schon davon aus das es zumindest Tierarten gibt welche die Verteilung mänlich/weiblich auch regulieren können. Warum nicht auch Menschen? Es sieht zumindest so aus?

Altersstruktur, Bevölkerungspyramide.

Das kann doch alles und nichts gewesen sein. in den letzten 120 Jahren ist doch der chemische Industriezweig dermassen gewachsen, quasi explodiert, das wir von 100den Verbindungen reden. Es müssen ja nicht nur Verbindungen in der täglichen Verwendung gewesen sein. Es könnten ja auch Emissionen aus den deultich unsauberen Produktionsprozessen gewesen sein.
Aromaten, Polyaromaten, Isocyanate, Phenole, halogenierte Lösemittel, FCKW, Ammoniak, NOx, Schwefelverbindungen, Tetra-ethylblei.....

Keinen redet von zwingen. ...
> Eigentlich wollte ich nur ein bißchen Belege

Welchen Sinn macht denn eine konstruktive Diskussion wenn keine die Datenmengen liest? Belege sind nur dann sinnvoll wenn sie auch jemand liest bzw. bei konkreter Stellenangabe prüft.

Aber Du läufst Gefahr Dich zu verennen, denn eigentlich scheint Dein Ziel schon fest zu stehen.

Das habe ich im groben oben getan. Ich denke bevor man anfängt nach einzelnen Stoffen zu suchen, muß man erstmal das auftreten/verschwinden oder die Veränderungen von Prozeßen oder ganze Produktgruppen identifizieren und kartografieren. Damit wird man wohl eine Forschergruppe beschäftigen können. Danach wird es aber immer noch schwierig sein einzelne Stoffe als "verantwortlich" zu identifizieren, denn es werden viele der Stoffe nie unter Gesichtspunkten des Umweltaspekts bzw. über großem Zeitraum mit niedrigen Nachweisgrenzen gemessen untersucht worden sein.
Du hast Dir eine interessante Fragestellung gesetzt - das aber mal eben in einer NG zu erschlagen halte ich für unmöglich. Es sei denn das ganze wurde schon erforscht und jemand bringt die Quelle herbei ;-)
--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
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begin quoting, Bodo Mysliwietz schrieb:

Es gibt keine ausgeprägte Saisonalität der Monatsdaten der Sex Odds. (Dazu gibt es Publikationen, u. a. von A. Lerchl, aber der hat leider einige Fakten nicht richtig verstanden - gelegentlich wollte ich mal eine Widerlegung schreiben.)

Das wäre inzwischen bekannt.

Nein.
Die Sex Odds hängen nicht vom Alter der Eltern ab. (Zwischen Ausländern und Deutschen gibt es auch keinen signifikanten Unterschied - alles schon abgeklopft.)

Damit ist nichts anzufangen. Mach Dir klar, wie Wissenschaft funktioniert: Man stellt Hypothesen auf und prüft, ob die durch Beobachtungen gestützt werden. Wenn die Storchenpopulation und die Geburtenrate korreliert sind, könnte man annehmen, daß die Storche die Kinder bringen, *bis man es besser weiß*, ist die Korrelation nicht vorhanden, kann man die Hypothese als widerlegt ansehen - "beweisen" kann man Hypothesen im strengen Sinn nie.
Habe ich eine durch Beobachtungen gestützte vernünftige Hypothese, dann avanciert die zur Theorie. Und die ist solange als gültig anzusehen, bis sie widerlegt ist - "das kann doch alles und nichts gewesen sein" ist aber keine Widerlegung.

Als Kontrolle hat man aber immer (bzw. meistens) Regionen, in denen jedes beliebige Agens jeweils nicht verwendet wurde. Wenn man den Effekt dort auch hat, dann war's das nicht.

Hat alles Anwendungszeiträume und Verbreitungsgebiete.

Das steht doch jedem frei...

Das Paper ist reviewed und "im Druck" - nix mit Verrennen.

So wild ist das gar nicht. Es kann nicht um Stoffe gehen, die nur in geringen Mengen oder geringer Verbreitung auftreten, denn die würden nur begrenzte Teile der Bevölkkerung erreichen und dabei auch noch scharfe lokale Kontraste hervorrufen. Es muß schon ein Massenphänomen sein, und so wahnsinnig viel kommt dabei nicht in Frage. Du darfst nicht übersehen, daß die ökonomische Basis auch der "Industrienationen" eigentlich immer eine agrarische war und auch die Massenmotorisierung erst in der zweiten Hälfte des 20. Jh. begann - die direkten Auswirkungen der Industrie sowie auch die Beschäftigung dort betraf eigentlich immer nur eine Minderheit.

Tja, vor den Erfolg haben die Götter den Schweiß gesetzt.

Ich hatte nicht nach Gott und der Welt, sondern der Verwendung von Asche gefragt. Und ja, das ist nur *ein* Stoff, und das mit der Kohle ist auch nur eine (von mehreren) Hypothesen.

Sowas kommt gelegentlich vor.
Gruß aus Bremen Ralf
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Am 11.08.2010 16:38, schrieb Ralf . K u s m i e r z:

Gut das Du mich naochmal daran erinnerst...
> Wenn die Storchenpopulation und die

Die Frage ist doch wohl wie bzw. welche Hypothese man aufstellt und wie man sie anschl. prüft. Und genau bei der von Dir aufgestellten (Hypo-(These gehört es dazu sich darüber im klaren zu sein, das im Beobachtungszeitraum sich sehr viel verändert hat.
...deswegen würde ich die Hypothese nicht (alleine) auf Radioaktivität abstellen, sondern grundlegend prüfen zu welchen Zeiten sich was verschoben hat und was im Rahmen der industrialisierung zu/vor den zeiten alles abgelaufen sein könnte.

Nein, aber die anderen parallelen werden immer als Unsicherheitsfaktor ausgelegt werden. Dein Storchenbeispiel ist da schon nicht schlecht - zeigt es doch schön den Nonsens so mancher statistischen Thesenfindung oder Evidenzführung.
Solche Dinge kommen mir beruflich immer wieder vor die Füße.

Der Ansatz scheint gut - kippt hier und da aber schonmal durch meteologische Rahmenbedingungen oder Wasserbewegungen (Grund- wie Oberflächengewässer)

Nur sind die Teils stark vom eigentlichen Ereignis verschoben und treten teils erst nach Jahren der Bioakumulation in Erscheinung. Als hint möchte ich mal PFT hier im Ruhrgebiet anführen.

Soweit so gut. Aber schon lange vor der Massenmotoriserung haben überall unkontrollierte Befeuerungen gestanden und allg., aus heutiger Sicht, äusserst schlampige Produktionsmethoden/-umstände geherrscht.
Für mich sind das viele Unbekannt.

und uns den Hintergrund genannt weswegen ja die Querverweise kommen.

Good luck.
--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
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begin quoting, Bodo Mysliwietz schrieb:
Vieles wie z. B.:

Hast ja recht, nur brauche ich dafür konstruktive Ideen.
Und nein, natürlich fixiere ich mich nicht ausschließlich auf Radioaktivität, schon deswegen nicht, weil ich dann möglicherweise andere Faktoren übersehe, die mir die an sich vorhandenen Radioaktivitätseffekte verzerren. Epidemiologen, die die Confounder nicht beachten, bauen automatisch Mist.
(Und zum anderen sind "andere Ursachen" ja nun auch Dinge, die für sich Aufmerksamkeit verdienen: Es hilft den Patienten wenig, wenn man ihnen beweisen kann, daß ihr Krebs nicht vom Kernkraftwerk kam, sondern "nur" von der Düngerfabrik. Da sollte sich dann mal lieber jemand um die kümmern.)

Danke.
Gruß aus Bremen Ralf
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Am 13.08.2010 16:17, schrieb Ralf . K u s m i e r z:

Naja, einen (schwachen) konstruktiven Ansatz wollte ich ja so leisten. Nur wollte ich mich dort, wegen auch anderer interessanter privater Projekte nicht reinhängen. So interessant wie es auch ist - aber die Mutlitaskingfähigkeit und insbesondere meine zeit ist begrenzt.

und das war halt nicht von vorn herein zu erkennen.

Das ist allerdings klar. Allerdings ist in vielen Fällen, wenn die ware ursache klar ist, in ganz anderer Behandlungsansatz erfolgversprechend. Nicht nur medizinisch, auch in Naturwissenschaft und Technik im allgemeinen.

Du wirst uns sicherlich von Deinen Erkenntnissen wissen lassen. --> für die einen eine Drohung, für andere eine versprechen (SCNR).
--
Glück Auf - Bodo Mysliwietz
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begin quoting, Bodo Mysliwietz schrieb:

Papers werden auf dem üblichen Weg publiziert, nach dem Review usw. Das geht alles seinen sozialistischen Gang (und verstaubt dann alsbald in den Archiven - wer redet außer in Fachkreisen denn heute noch über die KiKK-Studie?).
"Interessierte Kreise" haben längst gelernt, daß es nicht notwendig ist, jegliche Skandale totzuschweigen - die Leute gewöhnen sich halt, nichts hat Konsequenzen.
Gruß aus Bremen Ralf
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Bodo Mysliwietz schrieb:

Hallo, im Meer gibt es Beispiele dafür, bei Säugetieren kenne ich keine.
Bei einer Fischart die im Korallenriff lebt gibt es in einem Schwarm nur ein Männchen das die Eier seiner Haremsdamen befruchtet. Stirbt dieses Männchen wandelt sich das ranghöchste Weibchen in ein Männchen um. Im Mittelmeer lebt ein Rüsselwurm unbeweglich in einer Höhle aus Geröll, seine Larven sind zunächst im Geschlecht nicht festgelegt. Landet eine Larve auf dem Rüssel eines Weibchen, dann wird sie zum Männchen und lebt hinfort im Körper des Weibchens als winziges Anhängsel zur Befruchtung. Larven die auf freiem Geröll landen werden zum Weibchen. Ähnliches muß es bei Tiefseefischen geben, da gibt es auch ein winziges Männchen im Körper des Weibchens zur Befruchtung.
Bienen können gezielt Arbeiterinnen, Königinnen und Drohnen zur Befruchtung erzeugen.

Da müsste man zumindestens Beispiele bei Säugetieren anführen können.
Bye
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begin quoting, Uwe Hercksen schrieb:

Man kann schon das Geschlecht beeinflussen, bspw. durch den pH-Wert des Scheidenmilieus. In der Viehzucht werden z. B. gezielt entsprechende Scheidenspülungen vor der Besamung vorgenommen. Auch soll das Geschlechterverhältnis ein bißchen durch die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs beeinflußt sein sowie auch durch die Ernährung und den Hormonstatus der Frauen. Es gibt eine Hypothese, wonach arbeitende Frauen (Industriearbeit) eher Jungen gebären - das könnte an sich den Anstieg der Sex odds während Kriegszeiten erklären: Männer an die Front -> Frauen in die Fabrik.
Alles schwierig...
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Uwe Hercksen tut geschreibselt haben:

Ob Drohn oder nicht entscheidet die Königin, indem sie die Drohneneier einfach nicht befruchtet. Ob Königin oder Arbeiterin entscheiden später die Arbeiterinnen, die gerade mit der Brutfütterung beschäftigt sind über die Futterzusammensetzung. Und ob eine Arbeiterin intelligent oder fleissig wird, liegt an der Temperatur, bei der sie aufwächst.
Matthias
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Ralf . K u s m i e r z wrote:

Ralf, waren Dir Kontrazeptiva, vulgo "Die Pille" nicht naheliegend genug?
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begin quoting, Olaf Kessler schrieb:

Nein. Die gibt es nämlich erst seit ca. 1960. Nächster Versuch...
Gruß aus Bremen Ralf
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Olaf Kessler wrote:

Oh, wer lesen kann ist klar im Vorteil. Das wäre ich ja schon mal nicht.
Schönen Abend noch Ingrid
--
Mal verliert man, mal gewinnen die anderen.

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Ralf . K u s m i e r z:

Gibt es denn überhaupt so viele Totgeburten, daß damit eine Verhältnisänderung von bspw. 103:100 zu 105:100 erklärbar wäre? Eher nicht, oder?

Siehst Du einen Zusammenhang zwischen Sex Odds und Faktoren wie dem Alter bzw. der Altersdifferenz der Eltern, oder der Anzahl der von ihnen gezeugten Kinder?
Wird ein Kind, das Mann zeugt, wahrscheinlicher männlich, wenn es in der gleichen Jahreszeit gezeugt wird, wie zuvor der Vater? Besonders wenn auch Opi in dieser Jahreszeit gezeugt wurde?
Gruss
Jan Bruns
--
Ein paar Fotos: http://abnuto.de/gal /

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