"kai-martin knaak" in news: snipped-for-privacy@familieknaak.de :
Wolfgang G. Gasser in news:bn1j9c$s4g$ snipped-for-privacy@rex.ip-plus.net (no-archive):
> > (auch wenn es einen Tabubruch darstellen sollte)?
>
> Wo ist da ein zu brechendes Tabu?
Der Tabubruch würde darin bestehen, das Experiment so durchzuführen, dass instantane Wechselwirkung als mögliches Ergebnis nicht von vornherein ausgeschlossen wird. Dass mit c sich ausbreitende elektromagnetische Transversalstrahlung existiert (d.h. Hertz'sche Wellen), und dass bei entsprechendem Versuchsaufbau sich das Nahfeld nur in nächster Umgebung vom Dipol (z.B. "unterhalb der halben Wellenlänge") bemerkbar macht, ist offensichtlich.
> Und wenn eine Messingplatte innerhalb von 10 Nanosekunden elektrisch
> > geladen wird, stellt sich die Frage, ob auf eine Probeladung in 30 m
> > Entfernung sofort oder erst mit einer Verzögerung von 30 m / c = 100 ns
> > eine "elektrostatische Kraft" wirkt.
>
> Und am Nachmittag weisen wir mit rotierenden Bleikugeln die
> Nicht-Existenz von Gravitationswellen nach...
Was soll das?
Bist du nicht in Lage zu sehen, dass es offensichtlich riesige Unterschiede zwischen EINERSEITS elektrischen und magnetischen Wechselwirkungen und ANDERERSEITS elektromagnetischer Transversalstrahlung gibt?
Bist du nicht in der Lage zu erkennen, dass Impulserhaltung zumindest SCHEINBARE Instantaneität der elektrischen und magnetischen Wechselwirkung impliziert?
Versuch einmal, vorurteilsfrei an die Sache heranzugehen:
Im Ernst: Wenn die Messingplatte nicht außergewöhnlich groß sein soll,
> dann befindet man sich mit 30 m schon gut im Fernfeld.
Wenn schon H. Hertz vor mehr als hundert Jahren das Nahfeld (d.h. die "elektrostatische Kraft") über eine Entfernung von mehreren Meter messen konnte, dann sind 30 m heutzutage sicher locker möglich.
Auf diese
> Entfernung sinkt die Feldstärke mit 1/r^2. Die Kraft wird also sehr
> schnell recht klein.
Du hast sicher recht, dass das in 30 m Entfernung gemessene "Nahfeld" verschwindend klein ist, wenn man z.B. eine 1 m lange Dipolantenne verwendet. Verwendet man hingegen eine einzige, elektrisch aufladbare Messingscheibe mit einem Radius von z.B. 1 m, dann sieht die Sache ganz anders aus.
Realistischerweise wird man als Detektor eine Art
> Radioempfänger nehmen.
Aber während man für den Empfang von Transversalstrahlung die Antenne möglichst senkrecht zur Ausbreitungsrichtung ausrichten muss, so muss man sie zum Empfang von dem, was H. Hertz als "Ausbreitung der elektrostatischen Kraft" bezeichnet hat, eben möglichst in Ausbreitungsrichtung ausrichten (d.h. die Antenne muss zur sich elektrisch ladenden bzw. oszillierenden Messingplatte hinzeigen).
In Experimenten ist es somit immer möglich, durch geeignete Ausrichtung der Antenne, die unerwünschten "Nebeneffekte" (in Form instantaner Wirkungen) zu umgehen.
Bleibt die Frage, wie man dem Sender mitteilt,
> wann man denn den Empfang genau gemessen hat. Im Prinzip könnte man zwei
> abgeglichene lokale Uhren laufen lassen und die Zeiten von Sendung und
> Empfang notieren.
Da der Taktzyklus moderner Computer schon unter 1 Nanosekunde liegt, müssten sich zwei Uhren in z.B. 3 oder 30 Metern Abstand auch praktisch so synchronisieren lassen, dass Signalerzeugung, Empfang und Übertragungszeit mit je +-1 ns auch praktisch gemessen werden können - oder spricht da etwas dagegen?
> Ich würde ziemlich viel wetten, dass das Signal sofort und nicht erst mit
> > 100 ns Verzögerung gemessen werden kann.
> >
> > Ich wäre sehr dankbar, wenn mir jemand Personen oder Stellen angeben
> > könnte, die bereit sein könnten, solche einfache Experimente seriös und
> > unvoreingenommen durchzuführen.
Gruss, Wolfgang