Kinematik des Laufens

Apr 28, 2005 27 Replies

Nein, das ist falsch. Durch die Elastizität des Läufers entsteht ein sinusförmiger Impuls auf den Boden (und natürlich auf den Läufer), dessen Maximalamplitude durchaus 3 g erreichen kann.

Ja und? 3 g für ein paar Milisekunden ist nichts besonderes. Früher stand auf Festplatten "Garantieverlust bei Beschleunigungen über 40 g".

Gruss, Werner

Eher experimenteller Natur. Die Sportwissenschaftler sind nach meinem Kentnisstand nicht so weit, Mehrkörpersimulationen sind eher die Ausnahme. Aber sie können alle prima messen und Statistiken aufstellen ....

Gruß, Ralf.

Ich habe hier gerade "Biomechanik der Leichtathletik" (Enke-Verlag, aus der Serie "Biomechanik der Sportarten") rumliegen. Demnach betragen beim Sprint die Maximalkräfte in der Vertikalen das "3- bis 3,5-fache des Körpergewichts", in der Horizontalen liegt das Maximum etwa in der "Größenordnung des Körpergewichts". Das sind Ergebnisse von Messungen aus den 60er, 70er und 80er Jahren.

Gruß Wolle

Und in dem o.a. Buch sind doch sicher auch die Orginalarbeiten, wo die messungen publiziert wurden, referenziert, oder?

Michael Dahms

Ja! Neben eigenen Messungen folgende:

-- Soliman, A.H.: Dynamographische Untersuchungen der Stützphase beim Sprint, Dissertation, Leipzig, 1964

-- Tiupa, W.W.: Eigentümlichkeiten der dynamischen Charakteristik der Widerstandsphase beim Sprint, Theorie und Praxis der Körperkultur, Moskau, 1978

-- Tiupa, W.W.: Über den Mechanismus der Wechselwirkung zwischen dem Sprinter und dem Boden, Theorie und Praxis der Körperkultur, Moskau,

1978

Gruß Wolle

Faszinierend! Meßtechnisch hat sich seit den 60ern und 70er einiges weiterentwickelt.

Michael Dahms

Ich habe nicht behauptet, es gibt nix aktuelleres. Das mir vorliegende Buch "Biomechanik der Leichtathletik" ist von 1986. Die angegebene Größenordnung der auftretenden Kräfte dürfte sich auch mit modernerer Meßtechnik nicht grundlegend ändern.

Gruß Wolle

1994/95 war ich wegen meiner Diplomarbeit oft in der Sportmedizinischen Bibliothek im Olympiagelände München. Da gab es einiges über die Kinematik des Laufens (was mich damals allerdings nicht interessierte). Die Amerikaner haben AFAIK Ende der 90er viel darin geforscht. MfG Roland

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