Lauffläche in Kunststoffspritzgussteil mit bestimmter Ra uheit

Apr 28, 2004 4 Replies

Hallo! Ich suche nach Möglichkeiten, eine Lauffläche in einem Kunststoffspritzgußteil mit einer definierten Rauhigkeit zu versehen. In einem Druckluftventil bewegt sich ein Kolben mit (D30-40mm) in dem Kunststoffteil (PPS, 40% GF) ca. 10 mm Weg, runter und rauf. Von unten steht zeitweise Luft an (so um die 10 bar), von oben wird mechanisch betätigt). Der Kolben wird vor Montage gefettet. Die Dichtkontur des Kolbens ist aufvulkanisiertes NBR, ähnlich einer O-Ring-Kontur. Im Dauerversuch, 1 Mio. Betätigungen, wurde die O-Ring-Kontur teilweise verschlissen, abgerieben. Die Lauffläche hatte ein Ra von 0.4 und war "richtig schön glatt". Vermutung: Zu glatt, das Fett wurde weggeschoben.



  1. Versuch: Lauffläche Freihand gestrahlt. Gab ein Rzmax. von ca.

30...40 und sah nach dem Dauerversuch besser bis gut aus. Aber nix für die Serie (10-30k/a)
  1. Versuch: Hat der Lieferant den Kern des Spritzgußwerkzeuges gestrahlt auf Rzmax 25. Ergebnis: Niederschmetternd. Wir gehen davon aus, es sind zuviel Spitzen in der Lauffläche.
  2. Versuch: Wollten wir den Kern ätzen. Hat der "Ätzer" nicht hinbekommen und einfach auch gestrahlt, es uns erstmal nicht gesagt. Anforderung Ra 3.2 Rzmax 12,5. Hat er nicht hinbekommen.
  3. Versuch, wir haben den Kern aus 3. vorsichtig "Geschmirgelt", haben damit einige 1000 Teile hergestellt, und es geht "ertsmal" aber die Kernherstellung ist nicht nachvollziehbar und prozeßsicher. Der Kern ist auch ziemlich verbastelt...

Nun habe ich vor 'ner Weile mal was über Laserhonen im Fernsehen gesehen, und überlege nun, ob das ein Weg sein könnte, damit den Kern mit kleinen Fettaschen, also unserer gewünschten Rauhigkeit, herzustellen.



Meine Frage an Euch: Habt ihr mit sowas schonmal Erfahrungen gemacht? Kennt Firmen, die sowas machen? Laserhonen? Oder andere Verfahren?



Ist vielleicht ein bißchen viel verlangt, aber wahrscheinlich sitzt gerade jemand am Rechner und macht das jeden Tag ;-) Danke schon mal im Voraus... Gruß Olaf



O.Leske schrieb:

^^^^^^

Kann es sein, dass bei dem hohen GF-Anteil die Spitzen der GF aus dem Material (mikroskopisch) herausragen und die Dichtung abschleifen? Durch das Strahlen werden diese dann gebrochen.

Zumindest bei LGF kenne ich solche Schmirgeleffekte durch die Spitzen der GF.

Thomas

Thomas Forster verfasste am 29.04.04 12:15:

Hee, das wollte ich auch gerade fragen! :-)

Joachim

In news:c6qkka$ snipped-for-privacy@doiweb4.bx.vwg, Thomas Forster schrieb:

Das mit den rausstehenden Glasfasern hatten wir eigentlich eher für die gestrahlten Kunststoffteile befürchtet, denn da wurde die Oberfläche ja förmlich geöffnet. Aber dem war nicht so. Und an den guten, glatten Teilen war so was nicht zu erkennen, auch nicht untem Mikroskop. Aber ich werde morgen trotzdem nochmal nachgucken... Und außerdem stimmt das weiter unten (oben) gesagte zum zusätzlichen Arbeitsgang. Das haben wir auch mal fürs Strahlen durchgedacht,... aber erstmal viel zu teuer, außerdem Spänegefahr, zusätzliche Reinigung nötig, an dem Teil ist an anderer Stelle ein Dichtsitz (R0,2). Ich denke dann könnten wir auch beschichten?

Danke & Gruß Olaf

normalerweise legt sich das PPS schön um die Glasfasern und mit NBR bekommt man wenig abrieb wenn das PPS richtig verarbeitet ist (ist nun einmal ein Scheißzeug)

Ich würde auch eher auf Trockenlauf tippen, vor allem wenn das Ventil erst mal mit intialfettung versehen war, zusammengebaut dann aber erst ein paar Tage gelegen hat bevor der Test begonnen hat, dann drückt man gerne das Fett weg (montag morgen Effekt in der Hydraulik) bei dem kurzen Hub baut sich dann unter Umständen kein Schmierfilm mehr auf...

Kenn ich von Spritzgußteilen eigentlich nur dann wenn sie überdreht werden

allerdings liebe ich PPS nicht... um es gelinde auszudrücken

Michael I am not a bug I am a undocumented feature

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